Ein Liebeslied für den Atomkern

Ein Schüler steht vor einer Tafel mit Rechenaufgaben, links vom Ohr Noten

Wissenschafts-Songs helfen beim Lernen

Ein Liebeslied für den Atomkern

Von Monika Kunze

Mit Musik lernt es sich leichter, meinen einige Wissenschaftler. Sie haben Stücke aufgenommen, deren Texte sich mit Mathematik, Archäologie oder Biologie beschäftigen. Selbst trockener Stoff wird so unterhaltsam.

Mit Musik lernt es sich leichter, meinen einige Wissenschaftler. Sie haben Stücke aufgenommen, deren Texte sich mit Mathematik, Archäologie oder Biologie beschäftigen. Selbst trockener Stoff wird so unterhaltsam. "Sugar. Honey, Honey…", heißt es in einem altbekannten Song, in dem die "Archies" ihre große Liebe besingen. Die Band "Science Groove" hat das Stück ebenfalls aufgenommen.

Aber bei ihnen geht es um richtigen Zucker, um Glukose. Der Hörer erfährt, was Zucker im Körper macht und was passiert, wenn er fehlt. Den neuen Text hat Band-Mitglied Greg Crowther geschrieben, ein Biologe der University of Washington in Seattle. Seine ersten Wissenschaftslieder nahm er schon als Student auf. Später probierte er den einen oder anderen Song in seinen Vorlesungen aus. Die Studenten waren begeistert.

Wissenschafts-Lieder im Netz

Auch viele andere Unidozenten und Schullehrer hatten Wissenschaftssongs geschrieben und aufgenommen. Doch die waren schwer zu finden. Greg Crowther bastelte deshalb die Datenbank "SingAboutScience" und stellte sie ins Netz. Sie wurde vor kurzem zehn Jahre alt und umfasst inzwischen siebeneinhalbtausend Lieder zu allen erdenklichen Wissenschafts-Themen.

Etliche besonders beliebte stammen von dem Biologen Tom McFadden – darunter auch "Fossil Rock Anthem", ein Song über Fossilien und Archäologen. Mc Fadden und seine Schüler haben dazu sogar ein Video produziert, das bei YouTube zu sehen ist. Mehr als 300 000 Mal wurde die Lektion bisher angeklickt.

Pythagoras in Dur und Moll

Selbst Mathematik lässt sich zu Liedern verarbeiten - und das sogar auf Deutsch. Besondere Verdienste hat sich hier ein Mathematikstudent der Universität Dresden erworben. Er nennt sich "DorFuchs“, das ist sächsisch für "Der Fuchs", und hat schon die binomischen Formeln vertont, den Satz des Satz des Pythagoras und die p-q Formel.

Wirklich klüger durch Musik?

Themen aus fast allen Bereichen der Wissenschaft wurden inzwischen vertont. Aber kann man mit Wissenschaftsliedern auch besser lernen? Greg Crowther, der singende Forscher, hat das überprüft. Nach dem Musikhören stellte er den Schülern Fragen, die nur zu beantworten waren, wenn man den Stoff wirklich verstanden hatte. Das lief recht gut. Und so glaubt Crowther, dass Wissenschaftssongs ein tieferes Verständnis vermitteln können.

Seine Untersuchung war allerdings klein. Bevor wirklich klar ist, ob Lieder die Wissenschaftsdidaktik revolutionieren können, müssen noch viele Schüler viele Lieder hören – und viele Studien gemacht werden. Aber mehr Spaß als dröge dozierende Lehrer machen die Songs allemal.

Stand: 25.06.2014, 16:05