Verpackte Windmühle

Verpackte Windmühle

Wie ein Christo-Kunstwerk sieht die 200 Jahre alte Bockwindwühle im LVR-Freilichtmuseum Kommern aus. Sie wurde komplett in Folie verpackt, um Holzkäfer und ihre Larven mit Heißluft bekämpfen zu können.

Die Bockwindwühle im LVR-Freilichtmuseum Kommern

Die Bockwindmühle im LVR-Freilichtmuseum Kommern stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie kam vor über 50 Jahren als eines der ersten Gebäude in das neu gegründete LVR-Freilichtmuseum Kommern. Die Mühle wird von einem "Hausbaum" getragen und ist bis heute eine der Hauptattraktionen des Museums.

Die Bockwindmühle im LVR-Freilichtmuseum Kommern stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie kam vor über 50 Jahren als eines der ersten Gebäude in das neu gegründete LVR-Freilichtmuseum Kommern. Die Mühle wird von einem "Hausbaum" getragen und ist bis heute eine der Hauptattraktionen des Museums.

Im dicken Hausbaum der Bockwindmühle finden sich Spuren des Holzkäfers, was auch einige Besucher bemerkt haben. Weit schlimmere Schäden weist jedoch der obere Teil des Gebäudes auf. Um Eier und Larven der Käfer zu vernichten, soll das Holz auf über 55 Grad Celsius erwärmt werden.

Eine Säge ist aufgebaut. Latten liegen neben der Mühle. Die Spezialfirma IRT aus Lippstadt (Westfalen) baut ein Gerüst aus Holz, an dem eine Folie befestigt werden soll. Unter die wird später Heißluft geleitet.

Nachdem das fast 20 Meter hohe Holzgerüst die Mühle umrahmt, müssen die Handwerker hoch hinaus, um die Planen aus Aluminium und Kunststoff festzuschrauben.

Nur eine steile Treppe ermöglicht den Aufstieg in die Bockwindmühle. Leo 2 Go-Reporter Michael Lange steigt hinauf, um sich die Windmühle von innen anzusehen.

Jürgen Tschense von der Firma IRT aus Lippstadt kommt mit einem Kran in 15 Meter Höhe. Dort befestigt er von einer Arbeitsplattform aus die neue Hülle auf dem Holzgerüst.

Überall in der Mühle haben die Techniker Temperaturfühler installiert. Einige davon stecken in den dicken Balken und messen die Temperatur im Innern des Holzes.

Fertig verpackt sieht die Windmühle aus wie ein Christo-Kunstwerk oder wie ein Raumschiff. Sie ist gut isoliert und kann nun mit zwei Spezialheizlüftern auf über 55 Grad Celsius erwärmt werden.

Durch dicke bewegliche Rohre strömt die heiße Luft ins Innere der Mühle. Dort sorgt ein ständiger Luftstrom dafür, dass alle Bereiche gleichmäßig erwärmt werden.

In einer Außenstation überwachen Techniker die Temperaturentwicklung im Innern der Mühle. Über Kabel steht die Kontrollstation mit den Temperaturfühlern in Kontakt. Die Heizungen laufen so lange, bis im Innern der dicken Holzbalken 55 Grad Celsius erreicht werden. Das kann über eine Woche dauern. Die Lufttemperatur im Mühleninnern wird auf über 60 Grad Celsius steigen.

Was wie ein Kunstwerk aussieht, soll Holzschädlinge vernichten. Hinter der glänzenden Hülle wird das Innere der Mühle auf über 55 Grad Celsius erhitzt. Das überleben weder Holzkäfer noch ihre Larven und Eier.

Redaktion:
Monika Kunze

Stand: 24.09.2014, 16:05 Uhr