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In der Kinderstube der Buckelwale

Es ist ein beeindruckendes Erlebnis: Die Sichtung eines Wals in freiem Gewässer. Bootstouren in Wal-Gebiete sind daher bei Urlauber:innen beliebt, auch in der Bucht von Samana. Sie bringen Geld in die Region und fördern die Achtung vor Tier und Umwelt.

Die geschützte Bucht von Samana ist die ideale Kinderstube für Buckelwale und lockt Tourist:innen aus aller Welt an.

Seit gut 35 Jahren fährt die Kanadierin Kim Beddall zwischen Januar und März jeden Tag zweimal raus in die Bucht, um dort Wale zu beobachten. Die Tourist:innen hat sie hauptsächlich an Bord, um ihre Arbeit finanzieren zu können.

Bevor Kim Bedall ihre Forschungsarbeit in der Dominikanischen Republik begann, glaubten die Anwohner:innen der Bucht von Samana, die Wale würden ihnen den Fisch wegfressen und waren ihnen nicht gerade freundlich gesonnen. Das hat sich vollkommen geändert.

Die Buckelwale sind heute die wertvollste Ressource der Region und ihre Ankunft wird jedes Jahr sehnsüchtig erwartet. Sogar ein Denkmal wurde ihnen am Orteingang gesetzt, denn sie erhalten den Ort wirtschaftlich am Leben.

Bevor die Tour losgeht werden Akkupressurarmbänder gegen Seekrankheit an die Teilnehmer:innen verteilt, denn der Wellengang in der Bucht kann heftig werden.

Der Kapitän nimmt Kurs auf die Bucht. Trotz ihrer gewaltigen Ausdehnung stehen die Chancen für eine Begegnung mit den Meeressäugern gut: 85 Prozent aller nordatlantischen Buckelwale werden hier geboren.

Im warmen Wasser der Karibik gibt es für die Buckelwale keine Nahrung. Erst wenn der Nachwuchs kräftig genug ist, treten sie ihre lange Reise zurück in den Nordatlantik an, um dort zu fressen.

Eine Tourbegleiterin gibt eine Einführung in Physionomie und Verhalten der Meeressäuger. Viele der freiwilligen Helfer:innen stammen aus Samana und unterstützen Kims Arbeit.

Der zunehmende Schiffsverkehr im Nordatlantik bedroht den Lebensraum der Wale. Darum gelten auch in der Bucht strenge Regeln für Boote, die reichlich Abstand zu den Tieren halten müssen.

Ein Buckelwal taucht ab: Wenn er vor dem Tauchgang seinen Rücken beugt, zeigt er den charakteristischen "Buckel", dem er seinen Namen verdankt.

Die Teilnehmer:innen der Tour warten gespannt auf die nächste Sichtung. Der Tourismus bringt nicht nur Geld in die Kasse, sondern hilft auch dem Naturschutz, sagt Kim: "Nur wenn die Menschen die Lebewesen der Ozeane kennenlernen, werden sie bereit sein, sie zu schützen."

Die Zeichnung auf der Fluke eines Wals ist so charakteristisch wie ein Fingerabdruck. Die Fotos stellen die Forschenden ins Internet und Walbeobachter:innen am Nordatlantik erkennen Tiere aus Grönland, Island oder Kanada sofort wieder.

Das Wetter in der Bucht ist häufig launisch, doch davon lassen sich wahre Wal-Fans natürlich nicht abhalten. Rasch werden Regencapes verteilt, und sofort wird weiter Ausschau gehalten.

Ausgewachsene Buckelwale bringen es auf eine Länge von bis zu 15 Metern und ein Gewicht zwischen 25 und 30 Tonnen. Die Begegnung mit ihnen ist selbst für erfahrene Beobachter:innen ein beeindruckendes Erlebnis.

Stand: 06.12.2021, 12:34 Uhr