Wendiger Jäger braucht Schutz

Vogel des Jahres 2015: der Habicht

Wendiger Jäger braucht Schutz

Von Anne Preger

Wegen seiner Vorliebe für Tauben und Fasane wird der Habicht immer wieder von Vogelzüchtern und Jägern getötet. Der Naturschutzbund Deutschland macht mit der Wahl des Habichts auf diese illegale Jagd auf Greifvögel aufmerksam.

Gut getarnt

Habichte sind gar nicht so einfach zu beobachten. Denn im Gegensatz zu Mäusebussarden kreisen sie selten klar erkennbar am Himmel auf der Suche nach Beute. Stattdessen halten sie gern von einem geschützten Ansitz aus Ausschau und spurten dann mit wendigen Manövern auf ihre Beute los. Meist sind das Vögel wie Tauben, Elstern und Krähen, aber auch kleine Säugetiere wie Eichhörnchen, Ratten oder Hasen und Kaninchen. Zur Brutzeit erbeuten Habichte auch schon einmal ganze Nester mit Jungvögeln.

Ungleiche Paare

Schätzungsweise brüten 2.100 Habichtpaare in Nordrhein-Westfalen. Einige davon haben sich für ein Leben in der Stadt entschieden und sich in Köln niedergelassen. Habichte sind flexibel: In der Stadt fressen sie auch Ratten. Gefahr für die wendigen Jäger geht dort von "unsichtbaren" Glasscheiben aus. Zum Brüten im Wald brauchen Habichte zum einen ältere Bäume, auf die sie ihre ausladenden Horste bauen können und zum anderen Ruhe. Motorsägen zur Brutzeit irritieren Habichte, aber auch viele andere Brutvögel. Haben sich zwei Habichte gefunden, halten sie sich die Treue und brüten am liebsten in ihrem angestammten Revier. Habichte sind ungleiche Paare: Die Weibchen sind deutlich größer als die Männchen.

Verbotene Jagd auf den Jäger

Die Polizei stellt jedes Jahr Habichtfallen sicher, oft in der Nähe von Tauben- und Geflügelzüchtereien. In den Fallen sitzen zum Teil lebende Tauben. Sie sollen Habichte in den Fangkorb locken. Weil der Habicht auch Fasane und Hasen erlegt, töten ihn einige Jäger. Es werden jedes Jahr erschossene oder vergiftete Habichte gefunden. In Nordrhein-Westfalen werden besonders viele Fälle gemeldet. In NRW sammelt die Stabsstelle Umweltkriminalität seit 2005 solche Fälle. Bislang ist diese Einrichtung n Deutschland einmalig. Um Habichte und andere Greifvögel zu schützen, hält der NABU die Einrichtung von Stabstellen auch in anderen Bundesländern für sinnvoll. Die Jagd auf Greifvögel ist strafbar. Wer Fallen oder verletzte Vögel findet, sollte deswegen die Polizei informieren.   

Illegale Habichtfalle: Die Taube sitzt als Beute-Lockvogel in der kleineren Reuse - wenn der Habicht kommt, schnappt die Falle zu. Verfügbar bis 05.01.2020

Redaktion:
Detlef Reepen

Stand: 05.01.2015, 16:05