11.04.1954 - Langweiligste Tag des 20. Jahrhunderts

Boah, ist das langweilig, sichtlich gelangweilter Schimpanse

ZeitZeichen

11.04.1954 - Langweiligste Tag des 20. Jahrhunderts

Von Martin Herzog

"Glücklich das Volk, dessen Geschichte sich langweilig liest," schrieb einst der Philosoph Charles de Montesquieu. Wenn das stimmt, dann war der 11. April 1954 ein sehr glücklicher Tag, für alle Völker der Welt.

Wahlen in Belgien (die Sozialisten gewinnen), der Tod eines wenig bekannten Fußballspielers, die Geburt eines noch weniger bekannten türkischen Professors für Ingenieurswissenschaften. Sonst nichts. Rein gar nichts. Keine politischen Skandale, keine Katastrophen, nicht mal ein spektakulärer Bankraub. Damit geht der 11. April 1954 in die Geschichte ein als der langweiligste Tag im 20. Jahrhundert.

Wobei: Ereignislos muss ja nicht gleich langweilig heißen. Außer vielleicht für Nachrichten-Redakteure. Mit denen hätte man nicht tauschen wollen, denn die mussten ja trotzdem für den nächsten Tag ihre Zeitungsseiten füllen, auch ohne weltgeschichtliche Ereignisse.

Aber wie schon Jürgen von Manger alias Adolph Tegtmeier feststellte: das Erstaunliche ist ja, dass immer genau so viel passiert in der Welt, dass alles in die Zeitung passt. Und so erschienen auch am 12. April 1954 die Zeitungen wie gewohnt.

Redaktion: Michael Rüger

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WDR ZeitZeichen | 11.04.2014 | 14:51 Min.

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Stand: 22.03.2016, 15:19