Geld verdienen per Smartphone?

Eine Frau ist in einer Straße und hält ihr Smartphone in der Hand

Service Computer - "Microjob" -Apps

Geld verdienen per Smartphone?

Von Michael Stein

Mal eben ein Foto von einer Straßenkreuzung machen, im Vorübergehen nachsehen, wann ein bestimmtes Geschäft geöffnet hat ‒ mit solchen „Microjobs“ kann man schnell ein paar Euro verdienen. Die Aufträge kommen per Smartphone-App.

Verdienen „im Vorübergehen“

Bei den Microjobs handelt es sich um kleinere Aufgaben, die in einer vorgegeben Zeit erledigt werden müssen. Da soll ein Restaurant besucht und die Speisekarte fotografiert werden, da soll geprüft werden, ob die Kaffeemaschinen eines bestimmten Herstellers in Elektronikmärkten richtig beworben werden. Auch das Fotografieren von Verkehrsschildern oder Straßenkreuzungen kann dabei sein. Charakteristisch für alle Microjobs ist, dass man sie „im Vorübergehen“ erledigen kann –theoretisch jedenfalls.

Aufträge aus der App

Um diese Aufgaben-Aufträge zu bekommen, muss man eine entsprechende App aus dem App-Store für seinen Smartphone-Typ herunterladen. Zwei größere Anbieter sind hier «Streetspotr» und «AppJobber». Man registriert sich aus der App heraus, bekommt eine Bestätigungs-E-Mail und kann danach sofort loslegen. Die App nutzt unter anderem zwei Funktionen des Smartphones: Über die GPS-Funktion „weiß“ die App immer genau, wo man sich gerade befindet und kann Microjobs vorschlagen, die in der Nähe liegen. Daneben kann man auch ortsunabhängige Aufgaben annehmen oder gezielt nach Jobs z. B. in einer bestimmten Stadt suchen. Über die Kamera-Funktion kann man auf Anweisung Fotos machen und direkt an den Anbieter der App verschicken.

Nur wenig Geld

Wer einen der Dienste ausprobiert, der wird schnell feststellen: Reich wird man damit nicht. Zwischen einem und zehn Euro pro Aufgabe sind drin – wobei der Aufwand dafür beträchtlich schwanken kann. Eine Straßenkreuzung zu beschreiben und zu fotografieren kann schnell schon einmal eine Stunde dauern. Und auch das Besuchen eines Elektronik-Marktes ist nicht in ein paar Minuten erledigt. Sinnvoll ist das Microjobbing daher nur, wenn man ohnehin viel unterwegs ist, in einer größeren Stadt wohnt und das Ganze als Hobby und nicht zum Geldverdienen nutzen will. «Streetspotr» entlohnt häufig auch nur mit Punkten – man muss erst etliche davon sammeln, bis sich das schließlich in klingender Münze auszahlt.

Betreiber verdienen mit

Die Microjobs stammen von großen oder kleinen Unternehmen (z. B. Geräte-Hersteller, Dienstleister für Navigationssoftware, Marktforschungsinstitute, Agenturen), die die Betreiber der Apps beauftragen, bestimmte Daten zu beschaffen. Diese nutzen dann die Basis der registrierten Nutzer, um die gewünschten Daten möglichst schnell und möglichst günstig zu besorgen.

Rechtlich problematisch

Wer sich als Microjobber betätigen will, der sollte bedenken, dass es rechtlich unter Umständen nicht erlaubt ist, ohne weiteres Fotos z. B. vom Inneren eines Restaurants zu machen. Die Betreiber der Apps weisen – wenn überhaupt – darauf nur recht versteckt hin. So ist letztlich jeder Microjobber für sein Handeln selbst verantwortlich.

Fazit

Fasst man alle Vor- und Nachteile zusammen, lässt sich sagen: Microjobbing per Smartphone-App lohnt sich nur dann, wenn man es nicht zum Geldverdienen nutzen muss oder will. Wer ohnehin gerade irgendwo vorbei kommt, der kann auch mal eben schnell ein Foto machen. Insgesamt ist die Bezahlung schlecht und das Verhältnis zum Aufwand in aller Regel mies. Da hat man schneller Geld verdient, indem man seinen Bücherschrank oder Keller durchforstet und sich am Wochenende mit einem Tapeziertisch auf den Flohmarkt stellt.

Redaktion:
Joachim Hecker

Stand: 15.01.2014, 16:05

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