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1. April 2006 - Finnische Regierung dementiert Landung auf dem Mond

Apollo-11-Astronaut Neil A. Armstrong am 20. Juli 1969 während der Mondlandung

1. April 2006 - Finnische Regierung dementiert Landung auf dem Mond

Finnische Astronauten sollen auf dem Mond gelandet sein und Wasser gefunden haben. Finnlands Regierung dementiert am 1. April 2006 eine solche Landung jedoch ausdrücklich.

Finnische Regierung dementiert Mondlandung (am 01.04.2006)

WDR ZeitZeichen 01.04.2021 14:18 Min. Verfügbar bis 02.04.2099 WDR 5


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Seit der letzten Mondlandung 1972 hat kein Mensch mehr den Mond betreten. Das ist zumindest die allgemein bekannte Version. Doch ist es wirklich so? Im Internet sind Bilder aufgetaucht, die Zweifel aufkommen lassen. Zu sehen ist, wie die Langstreckenrakete "Paavo Nurmi V" abhebt - geschmückt mit der Flagge Finnlands.

"Das ist keine Fälschung", sagt die finnische Investigativjournalistin Petra Voulanen. Sie will vertrauliche Dokumente ausgewertet, geheimes Audio- und Videomaterial gesammelt und mit Zeitzeugen gesprochen haben. Fazit ihrer Recherchen: Finnische Astronauten sind 2006 mit der Mission "Hullu 11" auf dem Mond gelandet, haben Wasser gefunden und 17 finnische kälteresistente Mückenpopulationen zu Forschungszwecken ausgesetzt.

Absprache mit USA und Russland

Alles Unsinn? Möglicherweise. Was jedoch stutzig macht: Am 1. April 2006 verkündet eine finnische Regierungssprecherin ein offizielles Dementi: "Nein, Finnland hat niemals Menschen zum Mond geschickt." Es gebe weder eine Langstreckenrakete "Paavo Nurmi V" noch ein Raumfahrtzentrum im nordfinnischen Oulu.

Aber warum steht ausgerechnet im Frühling 2006 die finnische Version von "Dark Side of the Moon" der Pink-Floyd-Coverband "Finnk Ployd" monatelang auf Platz eins der finnischen Hitparade? Zufall? "Es gab wohl eine geheime Absprache unserer Regierung mit den USA und Russland, aus Rücksicht auf deren Interessen auf der dunklen Seite des Mondes zu landen", sagt Journalistin Voulanen. Auf der Rückseite des Mondes seien die Finnen nicht aufgefallen.

"Wie in Turku"

"Es wäre natürlich extrem peinlich gewesen für die sogenannten Raumfahrtnationen, dass auch so ein kleines Land wie Finnland fähig ist, zum Mond zu fliegen", so Voulanen. Finanziert habe die Mission die Firma Nokia, damals Weltmarktführer auf dem Mobilfunkmarkt. In der Nokia-Bilanz von 2006 sei ein auffällig hoher Posten verzeichnet: "Sonstiges: 56 Milliarden Euro".

Von der finnischen Mondlandung gibt es Bilder, die zeigen, wie die beiden Astronauten Kimi Montonen und Hanna Mikkola etwa eine Stunde nach dem Aufsetzen der Mondfähre als erste Nichtamerikaner die Oberfläche des Erdtrabanten betreten. Auch Montonens erster Satz ist aufgezeichnet: "Hier ist es ja wie samstagabends in der Innenstadt von Turku: keine Atmosphäre!"

Ob die Finnen tatsächlich auf dem Mond gelandet sind, wird man aber wohl erst wissen, wenn amerikanische oder chinesische Mondmissionen wie geplant in den späten 2020er Jahren dort landen. Werden sie finnische Mücken finden?

Autor des Hörfunkbeitrags: Thomas Pfaff
Redaktion: Ronald Feisel

Programmtipps:

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 1. April 2021 an Finnlands Dementi der Landung auf dem Mond. Das "ZeitZeichen" gibt es auch als Podcast.

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