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Kommentar: Tönnies und das irrlichternde Rheinland-Quartett

Clemens Tönnies

Kommentar: Tönnies und das irrlichternde Rheinland-Quartett

Von Christoph Ullrich

Die Fußballszene tut sich mit den Aussagen des Schalker Aufsichtsrates Clemens Tönnies schwerer als man denkt. Das hat zuletzt eine Runde anderer prominenter Verteter aus der Fußball-Bundesliga in Düsseldorf gezeigt. Ein Kommentar.

Da sitzen sie nun - vier Verantwortliche von Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, dem 1.FC Köln und Fortuna Düsseldorf: beim alljährlichen sogenannten "Fußballgipfel" der Rheinischen Post. Sie debattieren auch den Fall Clemens Tönnies. Natürlich.

Und sie sagen Erstaunliches. Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel fordert ein Ende der Debatte. Tönnies werde medial geschlachtet, während lediglich zwei Tage über Leute berichtet werde, die Menschen mit einem "Samuraischwert" umbringen. Max Eberl, Gladbachs Sportdirektor, nennt Funkel einen "weisen Mann". Er habe dem Nichts hinzuzufügen. Armin Veh, Kölns sportlicher Leiter, findet das genau so und sein Kollege Simon Rolfes von Bayer Leverkusen stimmt ein, und findet, dass wir in der Gesellschaft zu viel Schwarz-Weiß(!) sehen und zu wenig auf Inhalte eingehen.

Kruder Samuraischwert-Vergleich

Und da sage ich: Eine Diskussion über Inhalte können Simon Rolfes und die drei anderen Herren gerne haben. Egal ob nämlich alle vier Bundesliga-Entscheider gesagt haben, dass sie im Grunde Tönnies Aussagen über Afrikaner falsch finden: Ihre Relativierungen a lá "Jetzt ist aber mal gut" und Funkels mindestens schräger "Samuraischwert-Vergleich" zeigen doch den ganzen, verrückten Widerspruch der Runde.

Ein trauriges Bild

Da diskutieren vier weiße Durchschnittstypen mit tollen Jobs, wahrscheinlich selbst nie betroffen von Diskriminierung oder Ausgrenzung; und diese weißen Männer beschweren sich über die Aufregung derer, die sehr wohl ein größeres Problem in Tönnies rassistischer Aussage sehen. Irgendwie ein ganz trauriges Bild.

Stand: 15.08.2019, 16:47