Woanders: saubere Musik und dreckerte Geschichten

Georg Ringsgwandl mit Gitarre auf der Bühne - er singt

Georg Ringsgwandl

Woanders: saubere Musik und dreckerte Geschichten

"Ein Punk-Qualtinger, ein Valentin des Rock'n 'Roll, ein bayerisches Genie. Ein Mann wie ein Leuchtturm, Geheimtipp der Verirrten. Der Oberarzt als Punk, verhauter Rock'n 'Roller und intellektueller Robin Hood."

So hat vor Jahren einmal "Die Zeit" über ihn geschrieben und dieses Zitat begleitet ihn seitdem. Es steht auch immer noch auf seiner Homepage. Obwohl er in den vergangenen Jahren ruhiger geworden ist. Kein Wunder: Schließlich wird er am 15. November 2018 70 Jahre alt. Früher turnte er im schrillen Outfit über die Bühnen, heute sitzt er da, erzählt, singt und manchmal steht er auf macht exzentrische Bewegungen, die mit dem Wort "Tanz" auf jeden Fall falsch beschrieben sind.

Die Musik war auch mal rauer, aber jetzt vermittelt sie immer noch ein Rhythm & Blues Feeling, das er gemeinsam mit seinen exzellenten Musikern raushaut. Und dann erzählt er Geschichten – in seinen Liedern und in den Texten dazwischen. Da beschreibt er eine Wohngegend in München, in der nie wirklich jemand leben will, er sinniert mit feiner Ironie, dass woanders Bäume umfallen, gestritten wird, Häuser wegschwimmen; woanders, aber nicht bei uns zu Hause.

Ringsgwandls Geschichten sind Geschichten über Menschen, die gern woanders wären. Er nimmt uns alle mit: Er bleibt ein Magier voller schräger Gedanken.

Aufnahme vom 15. November 2016 aus der Kulturkirche in Köln

Redaktion Hans Jacobshagen

Hinweis: Aus rechtlichen Gründen können wir die Sendung vom 13.10.2018 leider nicht online zum Nachhören anbieten.

Stand: 21.09.2018, 13:34