Karsten Ellenberg steht vor vollen Kartoffelsäcken

Karsten Ellenberg im Tischgespräch mit Gisela Keuerleber

Stand: 20.01.2022, 17:07 Uhr

Auf seinem alten Bauernhof in Niedersachsen pflanzt Karsten Ellenberg Kartoffeln. 150 Sorten gibt es inzwischen. Etliche stammen aus eigener Zucht, wie die "Rote Emmalie", deren himbeerfarbenes Fleisch fasziniert. 

Karsten Ellenberg und Gisela Keuerleber

Karsten Ellenberg und Gisela Keuerleber

Er sei der einzige Ökokartoffel-Züchter Deutschlands, sagt Karsten Ellenberg, der damit gegen die Konkurrenz großer Saatguthersteller antritt. Deren Macht haben Bauern wie Verbraucher gespürt, als der Konzern Europlant die alte bewährte Sorte Linda vom Markt nahm. Nach 30 Jahren sollte sie leistungsstarken Neuzüchtungen weichen. Durch Protestaktionen und einen langen Rechtsstreit bewahrten Ellenberg und seine Mitstreiter die Sorte "Linda" vor dem Verschwinden. Es gehe nicht an, dass wenige Konzerne bestimmen, was wir essen, empört er sich im Tischgespräch mit Gisela Keuerleber. Und: Die genetische Vielfalt müsse erhalten werden, denn nur so könne man dem Klimawandel begegnen. Vor allem aber stecke in der Vielfalt Genuss, sagt er, Kartoffeln haben viel mehr Potenzial als mehlig oder festkochend.

Mit neun Jahren hat er im Garten seine ersten Kartoffeln angebaut und seine Ernte an den Vater "verkauft", der ihm dafür ein Taschengeld auszahlte. Heute bewirtschaftet er mit seinen beiden erwachsenen Söhnen und seiner Frau rund 120 Hektar Land, betreibt einen Hofladen und einen Onlineversand. Ellenberg, Ende 50, ist ein zufriedener Mensch. Die Arbeit sei zwar manchmal anstrengend, aber es sei erfüllend, richtig gute Lebensmittel anzubauen.

Redaktion: Ulrich Horstmann

Karsten Ellenberg im Gespräch mit Gisela Keuerleber

WDR 5 Tischgespräch 26.01.2022 53:09 Min. Verfügbar bis 25.01.2023 WDR 5


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