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Soziologe Hartmut Rosa

Hartmut Rosa

Soziologe Hartmut Rosa

"Ein gutes Leben gelingt nicht durch die blinde Vermehrung von Optionen" sagt der Soziologe Hartmut Rosa in seiner Theorie zur Beschleunigung der modernen Gesellschaft.

Er sei kein Entschleunigungsguru, sagt der Wissenschaftler, der an der Universität Jena lehrt, aber beim Orgelspielen durchbreche er jeden Montagabend den schnell getakteten Alltag, dem auch er nicht entkomme. Seit dem 18. Jahrhundert will der Mensch ständig seine 'Weltreichweite' vergrößern und damit verbunden sei die Beschleunigung aller Lebensbereiche. Der Zwang zum Wachstum verursachte Beschleunigung in der Wirtschaft, Wissenschaft und sogar in der Freizeit, so seine Beobachtungen. Rosa erinnert an die Selbstmordwelle bei France Telecom, wenn er davon spricht, dass das ständige Hecheln unserer Zeit krank macht. Ein Gegenmittel sind Momente, in denen der Mensch inne hält und in der Natur, beim Musizieren oder im Gespräch 'Resonanz-Erfahrungen' macht. Er selbst hat sich in seinem Heimatdorf im Schwarzwald solche Ruhepole geschaffen. Mit seinem Teleskop beobachtet er die Sterne, sieht dem Schnee zu, der auf die Fichten fällt, und freut sich, wenn dadurch einmal die Strommasten kippen und er ziemlich abgeschnitten von der Welt die Tage verbringen kann.

Der Soziologe Hartmut Rosa im Gespräch mit Gisela Keuerleber.

Redaktion: Florian Quecke

Soziologe Hartmut Rosa im Gespräch mit Gisela Keuerleber

WDR 5 Tischgespräch | 16.01.2019 | 52:45 Min.

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Stand: 08.01.2019, 10:45