Caroline Peters: "Neue Serie würde ich gerne machen"

Caroline Peters im Porträt

Caroline Peters: "Neue Serie würde ich gerne machen"

Ihr komödiantisches Talent schätzt ein Millionenpublikum spätestens seit dem Eifelkrimi "Mord mit Aussicht". Auf der Theaterbühne ist sie preisgekrönt. Ein Gespräch mit Schauspielerin Caroline Peters über Frauen, Fehlbesetzung und Fortsetzungen.

Seit fast 15 Jahren gehört Caroline Peters zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Gleich zweimal – 2016 und 2018 – wurde sie von der Fachzeitschrift "Theater heute" zur Schauspielerin des Jahres gewählt. Ihre Eltern haben die Begeisterung fürs Theater entfacht. "Sie sind selber sehr gerne ins Theater gegangen und haben mich als Kind herangeführt, dass das überhaupt existiert", erzählt Caroline Peters, 1971 in Mainz geboren und in Köln aufgewachsen, im WDR 5 Tischgespräch mit Karla Engelhard.

Schauspielerin Caroline Peters im Gespräch mit Karla Engelhard

WDR 5 Tischgespräch | 17.10.2018 | 51:53 Min.

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Oma war Vorbild für Rolle der Sophie Haas

Mord mit Aussicht (6/39) - Tödliche Nachbarschaft

Peters in "Mord mit Aussicht" mit Bjarne Mädel

Bekannt ist sie vor allem durchs Fernsehen, die Rolle der Kommissarin Sophie Haas in der ARD-Krimiserie "Mord mit Aussicht". Von Köln wird sie in die Eifel, in die Provinz versetzt. "Ich habe mir meine Großmutter zum Vorbild genommen", so Caroline Peters. Durch Krieg und Flucht sei die Oma, Großstädterin, in einem Dorf in Oberhessen gelandet und bis zu ihrem Lebensende dort geblieben. Sie sei "eine feine Dame, eine beeindruckende Lady" gewesen, die das nie wirklich akzeptiert habe. "Das fand ich irgendwie super: Man muss es nicht annehmen, wenn man nicht will."

Schon seit längerer Zeit  hat "Mord mit Aussicht" eine Kreativpause. Sie hat die Rolle der Sophie Haas sehr gemocht und würde gerne "in irgendeiner Weise darauf zurückkommen", erzählt Peters, auch weil das Publikum so sehr daran hänge. "Ich werde wahnsinnig oft darauf angesprochen und finde es toll, so einen großen Wurf gemacht zu haben."

Theater bislang "frauenfeindlich und hierarchisch"

Caroline Peters in der Rolle der "Klytaimestra", eine Figur der griechischen Mythologie, im Stück "Die Orestie" im Burgtheater Wien

Peters als "Klytaimestra", eine Figur der griechischen Mythologie

Was sie auf der Bühne nicht mag: "Wenn man als Frau oder Mädchen nichts zu sagen hat und nur da ist, um dem Helden schöne Augen zu machen." In sanften Schmacht-Rollen habe sie sich mitunter schon fehlbesetzt gefühlt. Den Theaterbetrieb hat sie einmal mit dem eines Krankenhauses verglichen, wo es ebenso hierarchisch und frauenfeindlich sei. Jung im Beruf haben ihre Schwester, an einem Krankenhaus tätig, und sie sich oft darüber ausgetauscht. Sie hofft, sagt Caroline Peters, dass die #MeToo-Debatte insgesamt etwas ändert, Arbeitsverhältnisse und Hierarchien in Frage stellt, das Thema gleiche Bezahlung in Angriff nimmt.

Zwischen Bühne, Fernsehen und gerade Kino

Caroline Peters in einer Szene des Films "Der Vorname"

Aktueller Kinofilm: "Der Vorname"

Caroline Peters probiert sich gern aus, kann sich wunderbar aufregen und herrlich direkt sein. Als Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters hat sie es zum Olymp geschafft. Sie möchte gerne so weitermachen, so weiterwechseln können zwischen spannenden Projekten, zwischen Theaterbühne, Fernsehen und auch Kino. Ab Donnerstag (18.10.2018) ist Caroline Peters in dem Kinofilm "Der Vorname" von Sönke Wortmann zu sehen. Und sie würde gerne noch einmal eine neue Serie spielen. "Ein ganz, ganz langer Plot, eine richtige Fortsetzungsgeschichte."


Redaktion: Florian Quecke

Stand: 15.10.2018, 15:08