WM-Tribüne in Katar: FIFA-Chef Infantino begrüßt Gäste, daneben steht Ministerin Faeser mit One-Love-Binde am Arm

Liebesgrüße aus Katar – großartig oder grotesk?

Ministerin Faeser zeigt sich mit der "One Love"-Armbinde auf der Tribüne, die DFB-Elf hält sich beim Teamfoto symbolisch den Mund zu. Ein klares Signal für Vielfalt? Ein zu schwacher Protest? Großartig oder grotesk? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die "One Love"-Armbinde steht für Toleranz und Vielfalt – doch die FIFA wollte sie auf dem WM-Platz nicht sehen. Der internationale Fußballverband hatte den europäischen Nationen, deren Kapitäne die bunte Binde bei dem Turnier in Katar tragen wollten, mit Sanktionen gedroht. Jetzt zückt Bundesinnenministerin Nancy Faeser selbst die gelbe Karte – und zwar für die FIFA: Die SPD-Politikerin zeigte sich ganz offen mit dem farbenfrohen Stück Stoff, auf dem ein Herz zu sehen ist, auf der Tribüne. Direkt neben FIFA-Chef Gianni Infantino.

Mitglieder der Deutschen Nationalmannschaft halten ihre Hände vor den Mund

Protestgeste der DFB-Elf in Katar

Auch die deutsche Mannschaft selbst kritisiert das Vorgehen der FIFA bei der WM in Katar und macht vor Anpfiff klar: "Uns die Binde zu verbieten, ist wie den Mund zu verbieten." Beim Teamfoto im Stadion hielten sich alle Männer demonstrativ den Mund zu. Der DFB argumentiert: Bei der "One Love"-Binde ginge es nicht um eine politische Botschaft. "Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Das sollte selbstverständlich sein. Ist es aber leider immer noch nicht. Deshalb ist uns diese Botschaft so wichtig."

Wie wirken die Bilder von Nationalmannschaft und Innenministerin auf Sie? Was halten Sie von der Diskussion um die bunte Binde? War es in Ihren Augen wichtig, dass zum Auftakt der deutschen Beteiligung bei der WM in Katar ein Zeichen aus der Politik kommt? Oder halten Sie das Verhalten der DFB-Elf und Faeser, die ja als Gast im Land sind, für unangemessen? Wie politisch kann und soll Sport aus Ihrer Sicht sein?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Dr. Andreas Höfer, Sporthistoriker und Direktor des Deutschen Sport- und Olympiamuseums in Köln

Redaktion: Willi Schlichting und Jonas Klüter

Liebesgrüße aus Katar – großartig oder grotesk?

WDR 5 Tagesgespräch 24.11.2022 45:20 Min. Verfügbar bis 24.11.2023 WDR 5


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