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Retouren: Braucht Konsum Regeln?

Eine Mitarbeiterin kontrolliert im Hermes-Rücksendezentrum in Hamburg die Ware aus Paketen mit Retouren.

Retouren: Braucht Konsum Regeln?

Wer online bestellt, schickt etwa jedes sechste Paket zurück. Ein Teil dieser Neuware landet auf dem Müll, das möchten die Grünen verbieten. Lässt sich die Verschwendung so stoppen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die online gekaufte Hose passt nicht, die Schuhe wurden in mehreren Größen bestellt. Das Spielzeug gefällt nicht oder die Farbe der Kaffeemaschine sieht anders aus als gedacht: Wer im Internet shoppt, schickt auch mal etwas retour. Diesen Rücksendeservice bieten Versandhändler oft kostenlos an. So werden in Deutschland knapp 500 Millionen Produkte pro Jahre zurück geschickt. Doch erneutes Verpacken und Verkaufen kostet zusätzlich Geld, einige Unternehmen vernichten die brandneue Ware daher lieber, anstatt sie nochmals für den Verkauf zu preparieren. Das passiert mit rund 4 Prozent der Artikel, haben Forscher der Universität Bamberg ausgerechnet.

"Wir erleben eine Perversion der Wegwerfgesellschaft", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt jetzt und sieht den Staat in der Pflicht. Sie möchte die Massenretouren einschränken, und die Vernichtung von Neuware untersagen. Neben dem Blick auf Kosten und Klima steht auch ein sozialer Gedanke: Die Politikerin hat vorgeschlagen, die Produkte zu verschenken, zum Beispiel an Sozialkaufhäuser. Marktführer Amazon gab daraufhin an, die Mehrheit der zurückgegebenen Artikel ginge wieder in den Verkauf oder werde gespendet. Dennoch werden millionenfach Produkte aus Retouren weggeworfen. Jetzt hat sich das Umweltministerium zu Wort gemeldet: Die Politiker wollen ein entsprechendes Gesetz auf den Weg bringen, damit Neuware nicht so einfach im Müll verschwinden kann.

Bestellen Sie online? Wie gehen Sie mit Rücksendungen um? Sollte der Kunde vermehrt an den Kosten der Retouren beteiligt werden? Sollte sich die Regierung in die freie Wirtschaft einmischen? Ist die Politik gefragt, um den Konsum einzuschränken? Jeder Einzelne? Oder ist aus Ihrer Sicht ein ganzheitliches Umdenken der oft genannten Wegwerfgesellschaft nötig?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Konsumforscherin Andrea Gröppel-Klein, Direktorin des Instituts für Konsum- und Verhaltensforschung an der Universität des Saarlandes

Redaktion: Beate Wolff und Valentina Dobrosavljevic

Retouren: Braucht Konsum Regeln?

WDR 5 Tagesgespräch 12.06.2019 46:19 Min. WDR 5

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Kommentare zum Thema

105 Kommentare

  • 105 Gerd SR-71 A 12.06.2019, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 104 Mikea 12.06.2019, 13:54 Uhr

    Allerdings gibt es auch Artikel, die nur noch über das Internet zu beziehen sind. Wenn ich allein daran denke, daß ich im örtlichen Handel keine 27"-Reifen mehr für mein neues, gerade einmal 35 Jahre altes neues Fahrrad bekomme, dann finde ich es nicht richtig, diesen Handel einfach zu verbieten oder mit zusätzlichen Abgaben zu belegen!

  • 103 Nicht nur 12.06.2019, 13:54 Uhr

    getragene Abendkleider werden einfach zurückgeschickt sondern auch getragene Schlüpfer! Was wohl Alles über unsere Gesellschaft von heute aussagt. Und auch nichts mehr erwarten lässt. Egal, wie viele neue Gesetzchen oder Vorgäblein noch verzweifelt erfunden werden. Das Kind ist längst in den Brunnen gefallen - und tot.

  • 102 Was ist bloß 12.06.2019, 13:45 Uhr

    derzeit mit den Moderator/innen los? Kein Engagement und keine Freude mehr, stattdessen nur noch Hektik und Überdruss.

  • 101 Martin Weidner 12.06.2019, 13:44 Uhr

    @ Dirk heute, 13.5x Uhr Die Wegwerfgesellschaft ist ein ernstes ökologisches Problem, dazu kommen beim Online-Handel die ökologischen Folgen des Versandes inkl. Retourversand, und die Entsorgung der Waren. Nicht zu vergessen, was die Herstellung des Produktes ökologisch anrichtet. Man beseitigt diese Probleme nicht, indem man sie mit ideologischen Etiketten versieht und meint, dass es nur ein Problem der Medien ist. Regeln muss es geben, der Rechtsstaat besteht daraus. Ohne Verbote gibt es keinen Rechtsstaat.

  • 100 Bei dieser Sendung 12.06.2019, 13:41 Uhr

    fehlte mir die an der Wurzel des Übels anpackende Frage, wie wir die konsumgeile Gesellschaft wieder zur Umkehr bewegen könnten. Bzw. dazu bringen könnten nicht mehr Alles einfach achtlos wegzuwerfen, was noch zu gut zu gebrauchen ist. Diese Unmoral wurde einfach hingenommen (unsere Jugend ist nun einmal so und alle Älteren sind eben noch von vorgestern). So lange die (mentale) Ursache nicht bekämpft wird, nützen alle Gesetze und Vorgaben dieser Welt gar nichts. Das TG war hier viel zu oberflächlich - leider.

  • 99 Facel 12.06.2019, 13:40 Uhr

    Der Internet-Bestell-Wahnsinn ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, was nur der Gesetzgeber lösen kann. Es bewirkt wirtschaftliche Konzentration und den Ruin wirtschaftlicher Kleinstrukturen (Läden in den Städten und Dörfern), weitet den Tranportverkehr unglaublich aus (Verstopfung und vorzeitige Zerstörung der Autobahnen, Überfüllung der Rastplätze), erzeugt klimaschädigenden an sich überflüssigen Verkehr für Unterverteilung und für Retouren, vernichtet Ressourcen durch Vernichtung von Retouren, etc.. Der Staat sollte endlich seinen Lenkungspflichten gegen unsinnige Entwicklungen nachkommen: mit einer sofortigen 30% Mehrwertsteuer auf Internet-Bestellungen und einer Pflicht zur Ausweisung von Transportkosten bei Bestellungen. Angeblich kostenlose Lieferungen und sonstwie versteckte Transportkosten müssen als Verstoß gegen fairen Wettbewerb strafbar werden.

  • 98 Gerd SR-71A/@ Fr.Brandi 12.06.2019, 13:39 Uhr

    Wie war das, zufälligerweise ganz am Ende ? Am Ende sind es n u r 2,.. % der Retouren, die vernichtet werden ? Also wieder mal ne Aufblas-Sau durch's massenmediale Empör-/Ablenker- und Laberdorf getrieben: Da fragt's sich, ob nicht die gesamte Sendung ne klima-treibende Energieverschwendung war?! - > Aber HAUPTSACHE, es wurde 2 mal SYSTEM und KAPITALISMUS gesagt, damit weiter an der un-/heilen Welt des WDR-Personals u. seiner verunmündigten Klientel gebastelt werden kann ( "Verblendungszusammenhang" heißt das auf links-intellektuell/ ideologiekritisch.) - - Und dann bliebe ja noch die kleine F R A G E, wie/ wozu denn die umgetauschte WARE, die nicht verschenkt, neu verkauft etc. zerstört & verwandelt wird: DÜNGER wäre bspw. bio-energetisch voll sinnvoll, evtl. durch Mikroorganismen! - - Aber, hab ich's überhört oder wurde nicht e i n m a l ernsthaft über wie/nicht/sinnvolles RECEYCLING gesprochen ?! - Sicher, Moralisiererei u. Kapitalismus-Schwadronierei ist ja wichtiger

    Antworten (1)
    • Facel 12.06.2019, 13:51 Uhr

      @Gerd SR-71A, genial, der Trick mit den 2%, - den zerstörten Retouren. Es bleibt noch die wie auch immer große Menge von 98% irgendwie verwerteten Retouren. Das sind jeweils die unglaubliche Menge von jeweils 2 vergeblichen Fahrten für nur einen Geschäftsvorgang! Wir alle bezahlen das mit der Zerstörung unserer wertvollen Autobahnen, die zu Umkleidekabinen und Schaufenster verkommen, den absoluten Horrror kann man jeden Abend an den Rastplätzen erleben. Und da halten Sie systemische Fragen für unangebracht. Herr lass Logik regnen!

  • 97 Stephan Hessel 12.06.2019, 13:29 Uhr

    war ein Mann, der die Welt aufrüttelte: Empört Euch! Gerade dieses Thema hätte mehr Empörung verdient. Und mehr Mut und Biss. Stattdessen plätscherte auch dieses TG von Seiten der Moderation wieder viel zu harmlos dahin, so als ob es um Belanglosigkeiten ginge. Nur um um jeden Preis neutral zu wirken. Nee, das war wieder einmal - nur Plattitüde und zum Gähnen langweilig.

    Antworten (2)
    • Gerd SR-71A/ @Hessel 12.06.2019, 13:45 Uhr

      Vergesse (Deine) Empörung(smacherei) -- und trete für Grundlagenwissen- und Aufklärung ein. Dann kannst Du evtl. etwas zu Problem-Lösung, statt dessen hier gepflegten Blockierung tun. Und St. Hessel war auch so ne Fehlleistung, Rohrkrepierer . . . und natürlich antizionistisch-"antikapitalistische", letztlich antiwestliche AUSRICHTUNG ! Der bspw. kein Wissen und schliommer keine FRAGE dazu hatte, warum die verschiedenen SOZIALISMEN nicht nur die Mensch-, sondern auch die Energie- und material-verschwenderischsten Systeme waren !

    • Facel 12.06.2019, 13:57 Uhr

      Gerd SR-71A - Ihre logischen Kurzschlüsse sind schon bemerkenswert: weil mal eine Überlegung zur Prolemvermeidung oder -verringerung fehlschlug, darf das Problem mit neuen Problemlösungsversuchen nicht angegangen werden, erstaunlich, erstaunlich ...

  • 96 Künftig 12.06.2019, 13:21 Uhr

    könnten die eingeladenen Gäste das Tagesgespräch moderieren. Denn die Moderatoren sind wohl nur noch dazu da, unsicher rückzufragen und Floskeln aufzusagen.

    Antworten (1)
    • TV-Online-Shop- Besteller 12.06.2019, 13:31 Uhr

      wie im TV-Online-Shopping! LoL

  • 95 Auch dieses TG 12.06.2019, 13:15 Uhr

    war wieder mehr als unbefriedigend. Eine nervöse und konfus-stotternde Moderatorin ließ die einen Anrufer undendlich reden und würgte dafür die anderen unhöflich ab. Immer mit hektischem Blick auf die Sendezeit. Dementsprechend wirr und oberflächlich wurde das so wichtige Thema dann auch heruntergekurbelt. Schnelligkeit auf Kosten der Qualität sollte nicht sein. Einziger Lichtblick war die Gästin, die Ruhe und Wissen in das TG einbrachte. Schade!

    Antworten (1)
    • Gerd SR-71 A 12.06.2019, 13:50 Uhr

      - TJA, - so ist das eben ohne jeden Grundlagenwissen, ohne thematische Übersicht und dementsprechend ohne ausreichende Vorbereitung, und stattdessen themen-oberflächen-populistisches Denken/ Reden/ Moderieren/-Können. SCHADE nur, daß auch die halbwegs treffenden Kritiker hier das mit so wenig SUBSTANZ tun/ können.