Historischer Handschlag – Show oder Chance?

Kim Jong Un und Donald Trump geben sich die Hand

Historischer Handschlag – Show oder Chance?

Kim und Trump von Angesicht zu Angesicht: Erstmals kommen ein US-Präsident und Nordkoreas Machthaber persönlich zusammen. Eine echte Chance für Nordkorea und die Welt oder nur heiße Luft? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Ein Handschlag auf dem roten Teppich, dessen Bilder heute (12.06.2018) um die Welt gehen: Donald Trump und Kim Jong Un zeigen sich bei ihrer außergewöhnlichen Begegnung bemüht freundlich. Bei dem Vier-Augen-Gespräch waren lediglich zwei Dolmetscher mit dabei, erst später kamen die Berater dazu. Die beiden Staatsmänner haben auf neutralem Boden in Singapur – tausende Kilometer von ihren Heimatländern entfernt – eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Damit haben sie schon jetzt Geschichte geschrieben. Der Termin heute wurde im Vorfeld immer wieder zu- und abgesagt; dem Hin und Her war eine äußerst provokante Kommunikation voraus gegangen: Noch vor einem halben Jahr hatten sich Kim und Trump gegenseitig als "seniler Greis" und "Raketen-Mann" beschimpft.

Nordkoreas Politik war lange geprägt von scharfer Rhetorik, insbesondere gegen die USA und Südkorea. Mit Atom- und Raketentests hat das asiatische Land andere Nationen immer wieder eingeschüchtert; gleichzeitig leiden Millionen Nordkoreaner unter der strengen Diktatur des Machthabers. Kann sich das nun alles ändern? Optimisten halten das Treffen für eine Chance auf Frieden – und für eine Möglichkeit, dass sich das Land dem Westen gegenüber öffnet. In der Folge könnten sich die Lebensumstände für Millionen Koreanerinnen und Koreaner verbessern.

Was meinen Sie, können die beiden Staatschefs einen neuen Friedensprozess einleiten? Haben Sie Hoffnung auf eine langfristige Veränderung der nordkoreanischen Lebensumstände? Welche Bedeutung hat die Begegnung für die Weltpolitik? Beginnt vielleicht sogar eine neue Ära? Oder halten Sie die Euphorie über den mutmaßlichen Erfolg für überzogen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Martin Fritz, Ostasien-Experte und langjähriger Nordkorea-Beobachter

Redaktion: Heiko Hillebrand und Valentina Dobrosavljevic

Historischer Handschlag – Show oder Chance?

WDR 5 Tagesgespräch | 12.06.2018 | 47:38 Min.

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Kommentare zum Thema

40 Kommentare

  • 58 Anton 12.06.2018, 13:59 Uhr

    Danke Herr Vorsitzender Kim! Der Vorsitzende der Arbeitspartei der Demokratischen Volksrepublik Korea: Herr Kim Jong Un hat trotz seines relativ jungen Alters (34) Geschichte geschrieben. Durch seine Klugheit, Weitsicht und Weisheit schaffte er, was viele andere Funktionsträger der Welt nicht auf die Beine bringen. Er hat es fertiggebracht, Herrn Trump zu dem Tisch zu führen und mit ihm auf Augenhöhe effektiv und zielführend zu verhandeln. Weit wichtiger dabei ist, dass er mit sehr komplizierten Menschen wie Trump konkrete Ergebnisse erzielen konnte. Damit zeigt er, dass er den Amateuren und Machtmenschen Maron, Trudeau, Merkel, May, Abe und Co. weit überlegen ist. Alle diese Typen haben in Kanada kläglich versagt. Fazit: Seit heute ist Dank Vorsitzendem Kim Jong Un unsere Welt ein Stück sicherer geworden. Maron, Trudeau, Merkel, May, Abe und Co. Können sehr viel vom ihm lernen.

  • 57 brygyt 12.06.2018, 13:58 Uhr

    Die wilden Männer in der Politik sind brandgefährlich. Zu viele Möglichkeiten Missverständnisse hervorzurufen und dadurch einen Krieg zu provozieren und zu produzieren. Für einige Männer sind diese Männer auch Vorbilder. Das wäre Verhängnisvoll für die Menschheit. Diese Negativbeispiele kann man nur umwandeln indem man bei sich selber anfängt und sollte man bei sich auch ähnliche Charaktereigenschaften entdecken dann muss man dagegen kämpfen. Wenn viele Menschen ihr eigenes Verhalten und denken verändern, dann entsteht auch eine starke Kraft die dem Frieden dient.

  • 56 DeSoto 12.06.2018, 13:54 Uhr

    Was haben uns die USA mit ihren gewaltigen Rüstungskosten gegen super gefährliche Regime nur vorgespielt, wenn es angeblich Nichts mehr als eines Präsidenten bedarf, der sich nur gesprächsbereit zeigt. Wir leben im Welt-Irrenhaus!

  • 55 Gnom 12.06.2018, 13:50 Uhr

    Ein Vergleich mit der Deutschen Vereinigung, wie nun auch hier wieder verkündet, lässt sich nicht herstellen! Der Norden hat schließlich den Süden überfallen, war bis nach Seol vorgerückt, bis die UN-Truppen (90% Amis), ihn zurückdrängte und dennoch, nach der Verstärkung des Nordens mit 500.000 "Freiwilligen" aus China, hätten die UNs es beinahe vermasselt, sodass nach Millionen von Toten ein ziemlich wackeliger Waffenstillstand "verhandelt" wurde. Ganz klar ein Stellvertreter-Krieg der zwei Supermächte und des um Anerkennung kämpfenden Mao! Also, lassen wir uns überraschen! Führende Ökonomen Südkoreas warnen schon vor den Kosten (und hier drängen sich Vergleiche mit 91 auf) einer Vereinigung, die dann wohl nicht unter Beteiligung der Familie des "KLeinen Kim" stattfinden dürfte! Also, viel heiße Luft und volle Backen auf beiden Seiten! Beide "Partner" haben viel Interesse daran, weltweit zu glänzen!

  • 52 Traudl K. 12.06.2018, 13:09 Uhr

    Ob Herrn Kims Staatsmord an den US-Touristen Warmbier auch zur Sprache kommt. Oder läuft dass unter Kollateralschaden?

  • 50 Andrea 12.06.2018, 12:48 Uhr

    Die Zusagen dieses Herren sind doch nicht das Pspierwert auf dem sie stehen. Mals sehen was er in den nächsten Stunden Twittert.

  • 46 Annelore B. 12.06.2018, 12:34 Uhr

    Ist es nicht ganz egal? Natürlich ist es eine Chance. Es ist immer ein Wert in sich miteinander statt übereinander zu reden. Wäre auch ein guter Ratschlag für unsere Politiker.

  • 45 P und S 12.06.2018, 12:34 Uhr

    Es ist immer gut wenn man sich trifft und die Hände schüttelt ,es ist besser man redet mit einander ,als Drohungen aus der Ferne aus zu sprechen ! Ob es etwas bringt sei dahin gestellt ,aber besser so als garnicht !

  • 42 MarcoM 12.06.2018, 12:31 Uhr

    Nordkorea sollte sich aber bewußt sein, dass unabhängig davon, was Trump nun will oder nicht will, es nun einmal Kräfte in den USA gibt, die einerseits mächtig scharf auf die nordkoreanischen Bodenschätze sind und andererseits auch keine eigenständige Regionalkräfte dulden, die sich den Interessen des Imperiums entgegenstellen. Und die Interessen des Imperiums sind weltweite Hegemonie, welche wiederum nur den freien wirtschaftlichen Zugriff auf alle Regionen, die für westlich-transnationale Konzerne interessant sind, gewähren soll: Freier Zugriff auf die Märkte, Menschen und insbesondere die Ressourcen fremder Länder. Und verlockende Ressourcen gibt es in Nordkorea (ebenso wie im Iran) im gewaltigen Überfluss. Aber es gibt ja noch China und Russland, die als neu- oder wiedererstarkte Mächte den Gelüsten des Imperiums im Wege stehen.

    Antworten (1)
    • MarcoM 12.06.2018, 12:43 Uhr

      Von daher sollte Nordkorea aufpassen sich nicht auf ein "Deal" einzulassen, der in letzter Konsequenz Bedingungen beinhaltet, die Nordkorea einfach nicht einhalten kann und/oder die Nordkoreas militärische Wehrhaftig derart schwächen, dass die USA jederzeit in das Land einmarschieren könnten. Sofern es nicht China gebe. (Und Russland.) Es gibt aber China. Und in der letzten Zeit kam es wieder zu einer stärkeren Annäherung zwischen Nordkorea und China, nachdem es vorher zu einer gewissen Distanz kam. Ich glaube, Nordkorea will sich wieder verstärkt auf China als Schutzmacht verlassen.

  • 40 Baka Cirno 12.06.2018, 12:23 Uhr

    Viel interessanter wäre die Frage, falls Trump wirklich einen Erfolg in Korea erziehlen sollte: wie müssen wir dann Trump und seine Art der Politik betrachten? Bekommt er dann den Nobelpreis? Wäre er mit seiner Art der Politkführung, mit Fakenews, herumpoltern und großer Klappe, dann nicht mehr zu kritisieren, wenn er Erfolge in der Aussenpolitik damit hätte? Müsste dann auch Europa ihm den roten Teppich ausrollen und klein beigeben?

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    • Jan Bielfeld 12.06.2018, 12:39 Uhr

      Welche Fakenews hat er denn eingesetzt um Kim zur atomaren Abrüstung zu bewegen? Und ich finde Merkel müsste klein beigeben und beim nächsten Gx Treffen Putin mit einladen. Herumpoltern und große klappe haben hat er in den Medien, das Gespräch mit Kim war sicher ruhig und sachlich.

    • Baka Cirno 12.06.2018, 13:18 Uhr

      Na ja, die gegenseitigen Anpöbelungen "kleiner Raketenmann und seniler Greis" sind nicht die Gepflogenheiten, die sonst in der Politik genutzt werden. Mit den "Fakenews" ist Trump an die Macht gekommen. Es geht nur um die Frage: ist ein Politiker, der sich wie ein Elefant in einem Porzelanladen benimmt, wenn er auch noch Erfolg hat, der bessere Politiker, als einer, der immer schön Wetter macht, aber sonst leider nix auf die Reihe bekommt? Trump lehnt das Abkommen mit Iran ab, dass ja noch nicht mal ein Abkommen ist, da es von den Iranern nie unterschrieben worden ist (laut Zeit)! Wenn er jetzt in Korea Erfolg haben sollte (abwarten) dann hätte er vielleicht auch bei Iran recht, den Deal platzen zu lassen? Die Europäer sehen das ja ganz anders, obwohl ja doch wieder keiner an den USA vorbei kann. Das USA-Boykott ignorieren? Die meisten Firmen möchten ja doch mit den USA Geschäfte machen und werden deshalb mit Iran keine Geschäfte machen, was unsere Politiker auf die Palme bringt!

  • 39 Breuer 12.06.2018, 12:22 Uhr

    Schon die Anmoderation zeigt fehlende Maßstäbe des Moderators, indem von Trump und Kim als von "Machthabern" gesprochen wird. Wie unberechenbar und clownesk Trump sein mag, er ist der demokratisch gewählte Präsident eines Staates, der seit 1776 Demokratie lebt. Auf der anderen Seite steht der blutige Diktator Kim, dessen Pseudolegitimation aus seiner "dynastischen" Abstammung resultiert. Undifferenziertes Denken fängt bei schludrigem Sprachgebrauch an - auch und gerade beim "Qualitätssender" WDR.

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    • Martin Weidner 12.06.2018, 13:05 Uhr

      Und was wäre denn der politisch korrekte Begriff, den Sie akzeptieren würden? Macht haben sagt nichts darüber aus, in welcher Form und mit welcher Legitimation man die Macht hält. Ich finde jedenfalls, dass nicht selbsternannte Sprachwächter die Macht haben sollten.