Was könnte das NATO-Bündnis stärken?

Donald Trump, Jens Stoltenberg und Charles Michel, Nato-Sitzung in Brüssel am 25.05.2017

Was könnte das NATO-Bündnis stärken?

Der NATO-Gipfel in Brüssel zeigt, wie brüchig das Bündnis inzwischen ist. Wie ist der Nordatlantik-Pakt noch zu retten? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Zur Zeit scheint die Nachkriegs-Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg endgültig zu Ende zu gehen. Die Konstruktion, die wir als "Westen" kennen, löst sich seit dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident zunehmend auf. Das zeigt in diesen Tagen der NATO-Gipfel in Brüssel - schon vor Beginn geißelte Trump die vermeintliche deutsche Abhängigkeit vom russischen Erdgas. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat diesen Vorwurf zurückgewiesen und Deutschlands Eigenständigkeit betont. Das Verhältnis der Staats- und Regierungschefs auf dem NATO-Gipfel zu Trump wirkt gespannt.

Die Frage steht im Raum: Halten die USA ihr Bündnisversprechen, wie es im Artikel 5 des NATO-Vertrages steht? Wie ramponiert ist die Verteidigungsallianz, die von ihrem größten Mitglied unter ständigen Beschuss geraten ist? Der neue Chef im Weißen Haus hat andere Vorstellungen von internationalen Bündnissen; statt auf Multi- setzt er auf Bilateralität. Und Trump setzt auf Geld: Die Europäer zahlten zu wenig in die NATO-Kasse, besonders die Deutschen erfüllten das Zwei-Prozent-Ziel nicht; dann könne es auch keine Sicherheit geben, so Trump. Es klingt wie Schutzgelderpressung.

Spricht Trump am Ende mit rohen Worten die Wahrheit aus? Ist uns die internationale Sicherheit zu wenig wert? Sollen wir überhaupt noch mehr Geld in Rüstung und Verteidigung stecken? Und ist Deutschland durch Gaspipelines zu sehr an Russland gebunden? Ist die Architektur der Welt eine andere geworden und hat sich Europa zu lange im Schatten der USA ausgeruht? Was meinen Sie? Muss die NATO gar ersetzt werden?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Ralph Sina, WDR-Studio Brüssel

Redaktion: Heiko Hillebrand und Andrea Peters

Was könnte das NATO-Bündnis stärken?

WDR 5 Tagesgespräch | 12.07.2018 | 45:36 Min.

Download

Kommentare zum Thema

132 Kommentare

  • Werner Enke, jenseits von gut und böse 12.07.2018, 13:59 Uhr

    "Stell Dir vor,es gibt Krieg,und keiner geht hin,dann kommt der Krieg zu Dir." -Bertolt Brecht (wer hätte das gedacht?!)

  • MarcoM 12.07.2018, 13:59 Uhr

    "Ist die Architektur der Welt eine andere geworden und hat sich Europa zu lange im Schatten der USA ausgeruht?" ~~~ Siehe die Fußnote in meinem Kommentar von 12:31 Uhr. ~~~ "Was meinen Sie? Muss die NATO gar ersetzt werden?" ~~~ Ja eindeutig, durch eine Sicherheitsarchitektur, die in unserem, europäischen Interesse ist, wozu natürlich auch Russland gehört (siehe meinen Kommentar von 12:11 Uhr). Und wenn wir durch geschickte Diplomatie*, Wirtschaftsbeziehungen und Bündnissen mit weiteren Staaten gute, freundschaftliche Beziehungen mit dem Rest der Welt pflegen, so bedarf es dann euch nicht allzu viel Militärausgaben. Insbesondere nicht diese absolut wahnsinnigen Militärausgaben der USA: ~ 610 Milliarden US-Dollar. (Siehe "Ranking der 15 Länder mit den weltweit höchsten Militärausgaben im Jahr 2017", Statista.) - Russland liegt übrigens mit 66,3 Milliarden Dollar noch unterhalb von Saudi Arabien auf Platz 4.

  • A. Müller 12.07.2018, 13:59 Uhr

    Ja zu Freundschaft zwischen Deutschland und Russland! Als Deutschland müssen wir froh, glücklich und dankbar sein, wenn Russland uns als gleichwertiger Partner akzeptiert. Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt, was wir als Deutsche den Russen angetan haben. In der Schule haben wir gelernt, dass durch den Überfall der Faschisten 27 Millionen Bürger umgebracht und tausende Städte mit Boden gleich gemacht wurden. Ein Großteil der Ermordeten waren Russen und die meisten zerstörten Städte waren und sind russische Städte. Wenn heute der russische Präsident Herrn Schröder umarmt und den Fußballer Matthäus die Hand schüttelt, dann beweist, wie großzügig die Russen sind und wie dankbar wir seien sollen. Wir müssen alles tun, damit die freundschaftliche Bande zwischen Deutschen und Russen enger wird und wir auf allen Ebenen mit einander kooperieren können. Mansche Politiker und „Journalisten“ passt es aus egoistischen und ideologischen Interessen nicht. Die ignorieren wir ...................

  • WUK,Kulturkritiker 12.07.2018, 13:58 Uhr

    Was könnte das Nato-Bündnis stärken? Noch mehr Stärke, und zwar geistig-moralisch! Denn Heiner Geißler hatte 1984 recht: Der Pazifismus hat Auschwitz erst möglich gemacht. Punkt.

  • Bernd Moltke 12.07.2018, 13:56 Uhr

    Ob da nun 1,5 % oder 2 % in die BW-Gurkentruppe investiert werden, ist doch völlig schnuppe und vermehrt nur die eh schon weithin kaputte Militärtechnik.

  • DeSoto 12.07.2018, 13:55 Uhr

    Die Nato ist von einem Verteidigungsbündnis zu einem aggressiven, expansionssüchtigen Militärbündnis verkommen. Wenn die USA, OHNE Nato ! mehr Geld für Militär ausgeben, als Russland und China, die direkten Konkurrenten, zusammen, dann stimmt etwas nicht: nicht die Nato-Staaten müssen mehr ausgeben, sondern die USA wesentlich weniger. Allerdings nur, wenn eine friedlichere Welt gewünscht würde, was ja gar nicht als gesichert gelten kann. Wieso fast alle Medien im Gleichschritt diese gigantischen Militärausgaben gutheißen und kein einziger mir bekannter Journalist das Zuviel der USA an das Militär zum Hauptthema macht, bleibt schleierhaft. Mal wieder als 4. Macht im Staate in Sachen Kontrolle versagt.

  • Kurt Wegner 12.07.2018, 13:51 Uhr

    Sind all die vielen Politiker und Psychologen dieser Welt denn überhaupt nicht in der Lage, ohne Krieg die Weltüberbevölkerung abzubauen ?

  • anonym 12.07.2018, 13:49 Uhr

    Ich bin in letzter Zeit oft enttäuscht, dass auf kluge und interessante Argumente sich in einer Materie gut auskennender Anrufer entweder vom sog. Experten oder vom Moderator viel zu wenig eingegangen wird. So heute auf die Einwände einer Geschichtslehrerin, die die NATO m. E. zurecht für historisch überholt hielt. Überhaupt wirkt das Tagesgespäch auf mich schon lange entweder hektisch heruntergerasselt oder müde heruntergekurbelt. Zufallsanrufe ohne Vorauswahl und dafür weniger Kandidaten, die zu Worte kommen wollen, wären vielleicht der bessere Weg?

  • Gerd Voss 12.07.2018, 13:45 Uhr

    Schon mal drüber nachgedacht, warum das überhaupt Donald Trump fordert ? Weil diese in Deutschland ins Militär verdummbratzten 2 % am Ende in den Taschen von Donald Trump landen. Denn für den ganzen Militär-Quatsch werden eine Menge Zutaten aus den USA benötigt. Und nur das will Donald Trump kräftig ankurbeln und ein Sinn des ganzen Militär-Unfugs ist Donald Trump völlig egal. Hauptsache, Kasse machen.

  • Martin Weidner 12.07.2018, 13:45 Uhr

    Deutsches Militär wird heute oft dazu gebraucht, um in einem Land eigene Strukturen aufzubauen. Doch in Afghanistan ist die Präsenz des Militärs ein eigenes Problem. Zudem ist Militär nur ein bedingter Schutz in einer Terror-Situation. Hier kann man nicht einfach so weiter machen. Die Höhe der Militärausgaben ist deswegen ziemlich irrelevant, es muss vielmehr darum gehen, welchen Sinn und welche Effizienz welche Arten von Einsätzen haben. Die Frage muss sein., Wie kann man friedens-Einsätze möglich machen? Das hat mit Militär nicht unbedingt etwas zu tun bzw. Militär muss sich anders verstehen und anders aufstellen.

  • Karina 12.07.2018, 13:43 Uhr

    Vielen Dank für die wertvolle Diskussion und die vielen natokritischen Beiträge ! Schade, dass der Sachverständige Ralph Sina allzu sehr kalte Kriegstöne anschlug und Russland ständig beschuldigte, "dass es die Krim annektiert habe" (obwohl es doch nur der Nato zuvorkam, die dort einen Natostützpunkt errichten wollte), dass es laufend Dissidenten umbringe, was nicht bewiesen ist , und dass es ein Verkehrsflugzeug über der Ukraine abgeschossen habe - letzteres war ein Unglück und eine Verwechslung, aber kein absichtliches Verbrechen.