CDU: Konservative ohne Heimat?

Angela Merkel vor CDU-Schriftzug, 26.02.2018

CDU: Konservative ohne Heimat?

Die CDU streitet um die Werte-Union, ein Verein, der sich selbst als konservativer Flügel der Union versteht. Würde ohne sie ein Ort für CDU-Mitglieder fehlen, die sich eine konservativere Partei wünschen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Werte-Union trat 2017 zunächst unter dem Namen "Freiheitlich-konservativer Aufbruch" auf. Nach der umstrittenen Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen warben ihre Sprecher dafür, das Ergebnis zu akzeptieren, obwohl der FDP-Kandidat gemeinsam mit den Stimmen der Thüringer AfD-Fraktion gewählt wurde.

CDU-Politiker wie Ruprecht Polenz oder der saarländische Regierungschef Tobias Hans zeigen klare Kante: Wer in der Werte-Union sei, könne nicht gleichzeitig Mitglied der CDU sein, sagen sie. Polenz fordert, den Verein aufzulösen. Die Werte-Union habe geholfen, den bisherigen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow von der Linkspartei "mit Hilfe der faschistischen AfD" abzuwählen. Das sei mit der Position der CDU unvereinbar.

Der eingetragene Verein hat nach eigenen Angaben rund 4000 Mitglieder und ist organisatorisch unabhängig von der 100-fach größeren CDU. Zu den prominenten Mitgliedern zählen der Politikwissenschaftler Werner Patzelt, der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen und der Ökonom Max Otte.

Finden Sie, dass konservative Stimmen in der CDU zu kurz kommen? Wie konservativ wünschen Sie sich die CDU? Droht der Volkspartei eine Spaltung? Wie stark muss sich die CDU von der AfD abgrenzen? Welche Aufgabe kommt auf den künftigen Vorsitzenden zu und welche Haltung soll diese Person mitbringen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Prof. Dr. Jasmin Riedl, Professorin für Innenpolitik und Vergleichende Regierungslehre an der Universität der Bundeswehr in München

Redaktion: Dirk Müller und Regina Tanne

CDU: Konservative ohne Heimat?

WDR 5 Tagesgespräch 12.02.2020 45:00 Min. Verfügbar bis 11.02.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

142 Kommentare

  • 142 Tom Schmidt 12.02.2020, 13:59 Uhr

    Bei der Bundestagswahl hatte rot-links-grün 38,6% und Union, FDP und AfD zusammen fast die Hälfte mehr, 56,2. Überall, selbst im grün regierten Baden-Würtemberg und in Jamaika-Schleswig-Holstein haben die Mitte-Rechts-Parteien mehr Wählerstimmen als de links-grüne Block! Das der Anteil der AfD innerhalb des konservativen Blocks so groß ist ist die alleinige Schuld von Merkel und das die rechtsradikale Ecke innerhalb der AfD so gewachsen ist, hat Petry maßgeblich zu verantworten. Beides ändert nichts an der faktischen Gesamtsituation, dass sich in Deutschland eine Mehrheit der Bürger eher ein konservative Politik, als links-grün orientierte wünscht. Das müssen die medialen Unterstützer vor allem der Öko-Populisten endlich zur Kenntnisnehmen, und anfangen deren fachliche Inkompetenz endlich investigativ aufzudecken

  • 141 1.400 EUR BGE für Alle 12.02.2020, 13:59 Uhr

    Wir Bürger, von denen ein immer größerer Teil dem Armenhaus Deutschland angehört in Dumpinglöhnen, Armutsrenten und Hartz4-Elend, interessiert schon lange nicht mehr, ob und wie sich die CDU-Regierungspartei samt Werteunion und ihrem ewigem Postengeschacher zerlegt. Uns Bürger dieses Landes interessiert an all dem Regierungs-Desaster nur, wie wir unsere Probleme gelöst bekommen !? Und da die CDU samt ihrer Werteunion nur mit ihren eigenen Querelen voll ausgelastet ist und damit die Medien hoch und runter tingelt, ist es Zeit für ein Bedingungsloses Grundeinkommen für Alle. Dann sind wir Bürger dieses Landes nicht mehr länger auf solche Regierungspolitiker von CDU und SPD angewiesen, die nichts besseres zu tun haben, als weiterhin Deutschland nach rechts außen zu treiben und dies dann noch dreist der AfD in die Schuhe zu schieben.

  • 140 Gerd SR/Stimmt nicht! 12.02.2020, 13:59 Uhr

    -- die WERTEUNION hätte zuviel/ zu oft M e d i e n a u f m e r k s a m k e i t gehabt - - habe ich da etwa 1 Monat oder 1 Jahr kaum WDR-ZDF-NDR-DLF-ARD konsumiert oder zuviel WDR-4 ? - 2.- Wenn dem doch so ist, müßte ich doch irgendwie so 3 bis 7 Punkte kennen öffentl.-rechtlich gelernt haben, die der WERTEUNION doch so dringend wären. Oder warum sie trotz angeblicher programmatischer Ähnlichkeit zur AfD eben diese nicht stärken will, sondern die CDU. - Doch das G e g e n t e i l ist w a h r, - aber die entsprechen, ausgesendeten WÜNSCHE und Behauptungen sind als indirekte Unterdrückung-Werbung gut zu gebrauchen. - 3. - gestern lernte ich in PHOENIX-Runde den Werte-CDUler Prof. Dr. Patzek kennen, und der hatte mit seiner klaren Entwicklungsanalyse komplett recht, - bspw. wie die hysterischen oder bewußt 1933-Panik verbreitenden Linken, Grünen zusammen

  • 139 Anonym 12.02.2020, 13:59 Uhr

    Handeln und nicht nur in Talk-Shows kluge Reden schwingen, Politik für den Bürger Machen ist der beste Schutz für unsere Demokratie. SPD und CDU können das offenbar nicht, dass haben sie bewiesen. Selbstbeschäfftigung ist ihre Kunde. Politik fängt in den Kommunen an, da kann man die CDU und SPD Vertreter bestens erkennen! Sie sind den Bürgern großenteils unbekannt, sie trauen nicht dem Bürger zu begegnen! Brauchen wir nicht mehr!!

  • 138 THINK BIG & FFF & BGE ! 12.02.2020, 13:55 Uhr

    Die CDU hat somit nur noch 400.000 Parteimitglieder bundesweit und entspricht daher schon lange keiner Volkspartei und Mehrheitsdemokratie mehr als Regierung. Stattdessen maßt sich diese Mietgliederschwund-Partei an, ihre krude Regierungsideologie und -religion vom Mensch, Natur, Umwelt und Klima schädigenden Arbeits- und Wachstumswahn 83 Mio. Bundesbürgern aufzuzwingen. Würde das BVerfG seinen Aufgaben zum Schutz einer Mehrheitsdemokratie und Wahrung einer rechtsstaatlichen Regierung nachkommen, dann hätte das BVerfG längst eine gesetzliche Partei der Nichtwähler einführen müssen, die sich am Betreuungsrecht orientiert und all die zu Wahlen nicht ausgeübten Wählerstimmen automatisch erhält. Dies hätte gemäß bisheriger niedriger Wahlbeteiligungen zur Folge, daß diese Partei der Nichtwähler heute Deutschland regieren würde mit dem Grundgesetz als gesetzliches Parteiprogramm.

  • 137 Birgitt Kruse 12.02.2020, 13:55 Uhr

    Ahlener Programm -1947- der CDU: ...."Unternehmungen monopolartigen Charakters, Unternehmungen, die einen bestimmte Größe überschreiten müssen, verleihen eine wirtschaftliche und damit eine politische Macht, die die Freiheit im Staate gefährden kann. Dieser Gefahr muss dadurch vorgebeugt werden, dass entsprechende Kartellgesetze erlassen werden. (Siehe Antrag 1 der CDU-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen). Darüber hinaus soll bei diesen Unternehmungen das machtverteilende Prinzip eingeführt werden, damit jede mit dem Gemeinwohl unverträgliche Beherrschung wesentlicher Wirtschaftszweige durch den Staat, Privatpersonen oder Gruppen ausgeschlossen wird." - Und was haben wir stattdessen: die nahezu absolute Herrschaft des Kaipals in Europa und in der BRD!

  • 136 Rosi 12.02.2020, 13:54 Uhr

    Merz, Laschet oder Spahn, ist tatsächlich “Wurscht”. Diese “CDU-Lakaien” wurden alle von Merkel sinnentleert, in Schablone gestanzt, eingetütet und mit ihrer eisernen Raute versiegelt. Ein Neuanfang ist mit diesem Personal nicht zu machen. Selbst wenn Merkel nicht mehr da wäre, würde sie permanent durch deren Köpfe und durchs Konrad-Adenauer-Haus spuken. Die CDU wird wohl allmählich den Spuren auf dem “Trampelpfad” der SPD, ins politische Nirvana, folgen. Besser ist das!

  • 135 Gerd SR/@W.Gerhartz, 3. 12.02.2020, 13:53 Uhr

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  • 134 Dirk 12.02.2020, 13:50 Uhr

    Neue Heimat AfD? Immerhin steht als einzige BT-Partei nur noch die AfD für konservative Werte wie die Ehe zwischen Mann & Frau und der Familie mit einem Vater, einer Mutter und Kind(ern) sowie dem gesundem Volksempfinden, die auch die sog. „C“-Parteien seit ihrer Übernahme des gesellschaftsrevolutonären 68er-Zeitgeistes mit ihren nach „links“ verrückten Kurs verraten haben. So dulden alle BT-Parteien außer der AfD die über 100000 (steuerfinanzierten) Morde/Jahr an ungeborenen Kindern und propagieren wegen weniger Geburten die dauerhafte Zuwanderung fremder Völker/Kulturen als „alternativlos“ und „notwendig“! Und am 9.11.2006 erlaubte der Bundestag unter der ersten Merkel-GroKo Muslimen deren übliche Zwangsheiraten und Vielehen – auch ohne erforderliche Einwilligung der Frau(en)/Mädchen! Bassam Tibi, Basler Zeitung, 30.1.2018: „Über das Asylrecht zugewanderte Muslime bringen die Probleme ihrer Länder mit nach Europa, und die Europäer verbieten sich eine offene Diskussion hierüber.“

  • 133 Karina 12.02.2020, 13:50 Uhr

    Danke, dassSie sich de wichtigen Themas Werteunion angenommen haben! Ich persönlich finde diese Gruppierung überflüssig, ( ich bin auch nicht konservativ), aber ich kenne etliche "heimatlose" Konservative im Bekannten- und Verwandten-kreis, die entweder offen oder verdeckt mit derAFD sympatisieren und sie vermutlich wählen. Für mich ist es ein gräßlicher Gedanke, dass der nächste Bundeskanzler Friedrich Merz heißen könnte, der mit der Werteunion und der AFD zumindest sympatisiert. Da wären Laschet oder sogar Söder das kleinere Übel!

    Antworten (3)
    • Harald Möller 12.02.2020, 13:55 Uhr

      Ich denke nicht, dass Friedrich Merz mit der AfD sympathisiert. Mit der "Werteunion" möglicherweise. Friedrich Merz ist, nach meiner Einschätzung, ein aufrechter Demokrat.

    • Gerd SR - Logisch! 12.02.2020, 13:57 Uhr

      S ö d e r, Laschet und Co. haben ja in letzter Zeit auch so wunderbar die analytische Fähigkeit zur "Nazi!"-VerHetzung von der Anti-FA übernommen, - das gefällt, gell ?! - Und wo Sie die WU für "überflüssig" befinden -- was erkenntnistheoretish in Unsinn ist, stat sich zu vergegenwärtigen, w a r u m sie denn wohl existiert, - sind andere schon dabei, sie zu ver-überflüssigen, wegzuwünschen, zu verleumden und bekämpfen; wie Sie.

    • Beasty 12.02.2020, 13:59 Uhr

      Liebe Karina Friedrich Merz als Kanzler ? Aber nur wenn er d.d. AFD gewählt wird

  • 132 Birgitt Kruse 12.02.2020, 13:50 Uhr

    Von welcher "Wertegemeinschaft" stammt das wohl?: "Die Wirtschaft hat der Entfaltung der schaffenden Kräfte des Menschen und der Gemeinschaft zu dienen. ....Daher ist notwendig: Stärkung der wirtschaftlichen Stellung und Freiheit des Einzelnen; Verhinderung der Zusammenballung wirtschaftlicher Kräfte in der Hand von Einzelpersonen, von Gesellschaften, privaten oder öffentlichen Organisationen, durch die die wirtschaftliche oder politische Freiheit gefährdet werden könnte. Kohle ist das entscheidende Produkt der gesamten deutschen Volkswirtschaft. Wir fordern die Vergesellschaftung der Bergwerke...." Von diesem "Ahlener Programm" der CDU (1947) ist die heutige CDU und erst recht die "Werteunion" meilenweit entfernt! ---Die wirtschaftliche Realität in Deutschland, die soziale Spaltung und die wahren Machtverhältnisse im Land entsprechen nicht mehr dem Auftrag des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland - besonders dank CDU und FDP!