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Warnstreiks: Provokation in der Pandemie?

Ein Mensch hält ein Schild mit der Aufschrift "Warnstreik" auf dem Spielplatz einer Kindertagesstätte

Warnstreiks: Provokation in der Pandemie?

Mehr Geld für Pflegepersonal, Erzieher und Busfahrerinnen: Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, kündigen die Gewerkschaften Warnstreiks im Öffentlichen Dienst an. Ist das vertretbar? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Menschen in NRW müssen sich auf Warnstreiks einstellen. Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund haben die Beschäftigten aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Sie verhandeln derzeit mit Bund, Ländern und Kommunen über Lohnerhöhungen. Ihre Forderung liegt bei 4,8 Prozent. Die Arbeitgeberseite hat noch kein Angebot vorgelegt. Erst am 22. und 23. Oktober soll weiter verhandelt werden.

Beide Seiten steuern damit auf eine Eskalation zu. Eltern könnten vor geschlossenen Kita-Türen stehen, Busse und Bahnen ausfallen, Abläufe in Ämtern gestört werden. Ein Schwerpunkt soll laut Verdi-Chef Frank Werneke auf den Krankenhäusern liegen, wo der Druck für die Beschäftigten "besonders hoch" sei.  

Die Gewerkschaften sorgen sich offenbar um die Akzeptanz ihrer Streiks unter diesen besonderen Umständen. Kitas sollen beispielsweise zunächst nur ein bis zwei Tage am Stück bestreikt werden, hieß es am Montag. Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) hat alle Beteiligten zur Vernunft ermahnt und verwies auf die Vorteile, die eine Beschäftigung bei Bund, Ländern und Kommunen gerade in Krisenzeiten habe.

Sind sie von den Warnstreiks betroffen? Haben Sie Verständnis für die Auseinandersetzung? Sollten sich die Kommunen mit kräftigen Lohnerhöhungen erkenntlich zeigen für die Arbeit, die im Frühjahr oft als "systemrelevant" gepriesen wurde? Oder sollten die Beschäftigten sich mit ihren Forderungen zurückhalten, weil den Kommunen die Einnahmen wegbrechen? Wie viel ist ein sicherer Arbeitsplatz wert?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Daniel Kolle, Verdi-Bezirksgeschäftsführer Köln-Bonn-Leverkusen

Redaktion: Ulrich Horstmann und Gundi Große

Warnstreiks: Provokation in der Pandemie?

WDR 5 Tagesgespräch 22.09.2020 44:59 Min. Verfügbar bis 22.09.2021 WDR 5 Von WDR 5

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Kommentare zum Thema

110 Kommentare

  • 110 Anonym 22.09.2020, 13:59 Uhr

    Wenn die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst ihre Warnstreiks wie einen Knebel zur Motivationssteigerung der Kassenwarte der Öffentlichen Haushalte und zu Lasten der nur notdürftig abgesicherten Niedriglöhner in der freien Wirtschaft sowie der Opfer des zur Rentabilitätssteigerung ständig ausgedehnten Pflegenotstands in den Beginn einer weiteren sich abzeichnenden Welle von Corona-Neuinfektionen legen, dann ist das ein deutliches Zeichen, dass nun auch die Niedriglöhner im Pflegebereich der Gesellschaft für sich die Nutzenmaximierung bzw. die Schnäppchenjagd des Homo economicus nutzen wollen,. Denn aufgrund ihrer Berufserfahrung wollen wenigsten sie selbst nicht auch einmal dort enden, wo heute ihre eigenen Patienten bereits über das Erlösungsangebot vom irdischen Leid durch eine Sterbehilfe nachdenken, zumindest so weit diese dazu überhaupt noch in der Lage sind.

  • 109 MarcoM 22.09.2020, 13:59 Uhr

    "Warnstreiks: Provokation in der Pandemie?" ~~~ Nö, weder noch. Weder Provokation - nebenbei bemerkt: erst als "Coronahelden" beklatschen, wenn es aber um mehr Lohn geht von Provokation sprechen - noch "in der Pandemie", und schon einmal gar nicht in einer "Pandemie von nationaler Tragweite" - aber das ist ja bekanntlich kein medizinischer, sondern ein politischer Begriff zur Aufrechterhaltung des Notstandsregimes. Das Infektionsgeschehen ist vorbei. Klar, die nächste saisonale Virenwelle rollt wieder auf uns zu, und auch da werden wieder Coronaviren mit dabei sein. Aber es wird ebenfalls wieder KEIN KILLERVIRUS mit dabei sein. Wenn Politik (& Medien) ein "Killervirus" wollen, dann müssen sie schon tatkräftig dafür sorgen, dass Menschen umgebracht werden: Z.B. durch eine verschärfte Isolation in Alten- und Pflegeheimen. Oder eine sofortige Intubationspflicht bei patienten mit Atemwegserkrankungen.

  • 108 Peter I. 22.09.2020, 13:55 Uhr

    Auf mein Reichsgrundstück kommt eh kein öffentlicher Dienst aus dieser BRD GmbH.

  • 107 Donald T. 22.09.2020, 13:53 Uhr

    Wer solche Lohn- und Existenzprobleme hat, der hat den falschen Beruf gewählt und ist daher selber schuld an seinem Elend.

  • 106 Erwin Guder 22.09.2020, 13:44 Uhr

    Wer braucht denn überhaupt Busfahrer, Erzieher und Pfleger ?: Leute, die nicht richtig vorgesorgt haben.

    Antworten (1)
    • Uel 22.09.2020, 13:56 Uhr

      Erwin Guder schreibt am heute, 13:44 Uhr : Wer braucht denn überhaupt Busfahrer, Erzieher und Pfleger ?: Leute, die nicht richtig vorgesorgt haben. --- Der Herr verkündet welche Weisheit?

  • 105 1.400 EUR BGE für Alle 22.09.2020, 13:41 Uhr

    Jetzt, wo Corona das Land regiert, wünschen sich auch viele Pfleger, Erzieher und Busfahrer ein Bedingungsloses Grundeinkommen, das ihnen dieses ganze makabre Streike-Theater um existenz-sichernde Löhne ersparen würde. Und Politiker, die das nicht mal jetzt in der Coronapandemie kapieren, sollten sich einen anderen Job suchen. Wie wär´s als Pflegekraft ?

    Antworten (1)
    • Uel 22.09.2020, 13:54 Uhr

      Ich dachte bisher, dass das vieldiskutierte Grundeinkommen ein Minimaleinkommen ist, was mit freiwilliger Mehrarbeit aufgebessert werden soll. Dann könnten sich die pflegenden Berufe im Gesundheitswesen aber "freuen", wenn nichts an dem Abstand zu den gut verdienenden Berufen geändert würde ... also Grundeinkommen, bedingungslos, kann nicht der Joker für alle Probleme sein.

  • 104 Facel 22.09.2020, 13:27 Uhr

    Diese dämlichen Rituale, "Warnstreiks" bevor von der Gegenseite überhaupt ein Angebot gemacht wurde, ist der schiere Unsinn und schikaniert nur die Bevölkerung. Verdi ist viel zu groß, als dass man die Corona-Heldeninnen mit einem Corona-Bonus erwischen würde, die Mehrheit werden die sein, die ihre normale Arbeit verrichteten, und undankbar sind, dass sie einen krisenfesten Arbeitsplatz haben, weil die Not der Arbeitslosen ihnen unverständig am A... vorbei gehen..

    Antworten (3)
    • Helga Schneider 22.09.2020, 13:50 Uhr

      Warum macht denn die Gegenseite nicht endlich ein Angebot? An ihrem sogenannten "Ritual" sind ja nun beide Verhandlungspartner beteiligt. Und das ist in allen Branchen so. Auch im Metallbereich wird mal gestreikt, im Einzelhandel, bei den Lokführern ... Normal. Das Thema Arbeitslose ist ein ganz anderes. Dabei sind alle gefragt und nicht die Tarifverhandlungen einer Einzelgewerkschaft.

    • Martin R. 22.09.2020, 13:54 Uhr

      Bedenken Sie bitte, dass von Arbeitgeberseite auch ein Minus-Angebot abgegeben werden könnte. Wie stellt sich der Fall dann dar?

    • Uel 22.09.2020, 13:59 Uhr

      Solange kein Angebot gemacht wurde, sollte überhaupt nicht gestreikt werden. Wenn dauerhaft kein angebot gemacht wird, sollten sie für gescheitert erklärt werden und ein schlichter dazu kommen, Dann kann gestreikt werden.

  • 103 P und S 22.09.2020, 13:27 Uhr

    Ich kenne das Spiel es war NIE ,Geld ,für den ÖD vorhanden ,während die IGM ,richtig über Jahre absahnte .

  • 102 Mangelwirtschaft 22.09.2020, 13:22 Uhr

    Was ist eigentlich so eine "Nach dem Streik ist vor dem Streit"-Arbeit noch wert, bei der sich die auf sich allein gestellten Pflegefälle längst selber auf allen Vieren mit und untereinander pflegen müssen, soweit sie dazu noch halbwegs in der Lage sind, weil die eigentlichen Pfleger den ganzen Monat über nur mit Problemen rund um ihre Existenzsicherung und mit dem täglichen Mangel an allem in den Pflegeheimen ausgelastet sind ?

  • 101 Manfred Neuhaus 22.09.2020, 13:20 Uhr

    Was ist ergiebiger, als eine erstunken und erlogene Pandemie? Das Chaos nimmt immer groteskere Züge an. Wann merken die Menschen eigentlich, dass die Regierung uns auf der Nase herumtanzt. Anstatt, dass wir uns gegenseitig bekämpfen, sollten wir uns einmütig für die Absetzung der unfähigen Verantwortlichen im Parlament einsetzen. Anstatt für eine angemessene und solide Bezahlung in der Arbeitswelt durch solide Politik zu sorgen, aast die Regierung seit Jahren mit dem Geld herum, als gäbe es kein Morgen. Geld, dass uns wegen der "schwarzen Null" Jahrzehnte lang vom Munde abgespart wurde, ist nun für eitle Selbstinszenierungen aller Art vorhanden und weltweit verfügbar. Und die Bürger werden erwartungsgemäß irre daran. Lauterbach hob es ja hervor, dass die Bevölkerung mit guten Begründungen leicht zu überzeugen sei. Das gilt offenbar auch dann, wenn diese auf verdrehten Fakten, auch Lügen genannt, beruhen. Und was die Gewerkschaften betrifft: Für wen arbeiten die nochmal seit 15 Jahren?

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    • Martin Weidner 22.09.2020, 13:42 Uhr

      Was ist erstunkener und erlogener als die Leugnung der Pandemie? Wandern Sie doch nach Schweden, Italien, GB oder Spanien aus, dort haben zumindest Bestatter sichere Arbeitsplätze. Lohnerhöhungen, aber Tote in Kauf nehmen - das ist Ihr Deal?

  • 100 ori 22.09.2020, 13:15 Uhr

    Man muss doch die unteren Lohngruppen, die wirklich systemrelevanten, nur vernünftig eingruppieren. Die Gutverdiener im öffentlichen Dienst bekommen eh schon zu viel Geld.