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Überfällig? Klarheit bei der Sterbehilfe

Die Hand einer alten Person, die in einem Bett liegt, wird von der Hand einer jüngeren Person gehalten

Überfällig? Klarheit bei der Sterbehilfe

Das Bundesverfassungsgericht hat im Februar das Verbot der Sterbehilfe für verfassungswidrig erklärt. Trotzdem ist der Weg zum selbstbestimmten Sterben für Betroffene weit. Sind Regelungen nicht überfällig? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Heute bespricht der Ethikrat mögliche Konsequenzen aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sterbehilfe: Was folgt ethisch und juristisch aus dem Recht auf selbstbestimmtes Sterben?

Für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn scheint das Thema jedoch zweitrangig: Seit Monaten kommt er dem Auftrag des höchsten deutschen Gerichts nicht nach, den begleiteten Suizid genauer zu regeln. Er handle damit gegen geltendes Recht, meint beispielsweise der Verfassungsrechtler Hubertus Gersdorf.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte schon im März 2017 geurteilt, dass die Freigabe des Medikaments zur Sterbehilfe für Schwerstkranke unter Umständen erlaubt sein kann. Für die Freigabe bedarf es einer individuellen Prüfung.

Laut einer Panorama-Recherche hatte Spahns Ministerium jedoch die zuständige Behörde dazu aufgefordert, die Anträge in jedem Fall abzulehnen. Betroffenen bliebe im Moment nur der Rechtsweg, sie müssten ihr Recht auf das Medikament also im Einzelfall noch immer einklagen, sagt Gersdorf.

Wie bewerten Sie den Umgang mit dem Thema? Wie wichtig ist das Recht auf selbstbestimmtes Sterben für Betroffene? Wie sollte die Sterbehilfe zukünftig geregelt werden? Wie sollte sich der Gesundheitsminister zum Recht auf selbstbestimmtes Sterben verhalten?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Prof. Dr. Hubertus Gersdorf, Verfassungsrechtler, Universität Leipzig

Redaktion: Ulrich Horstmann und Valentina Dobrosavljevic

Überfällig? Klarheit bei der Sterbehilfe

WDR 5 Tagesgespräch 22.10.2020 45:34 Min. Verfügbar bis 22.10.2021 WDR 5


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Kommentare zum Thema

149 Kommentare

  • 149 Sophie Vermeeren 22.10.2020, 13:59 Uhr

    Die Gesetzeslage zur aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden seit 2002, ich bin dort aufgewachsen, ermöglicht es Menschen ohne Angt in Freiheit zu entscheiden wann sie "hinübergehen" möchten. Das alleine ist entscheident den ungeheuernLeidensdruck den menschen zu nehemen. In der Praxis sterben diese Menschen aber ohne Sterbehilfe, eines natürlichen Todes. Das möchte ich auch für Deutschland. In Freiheit entscheiden zu können.

  • 148 Pfleger Niels 22.10.2020, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 147 Das Recht auf TÖTEN...(3) 22.10.2020, 13:59 Uhr

    ... bzw. Töten-Lassen ...: - obwohl es noch ne Menge, wie auch auf vielen anderen Gebieten, längst reale Schmerzminderung- oder vertuschte Heilmöglichkeiten gibt, insb. bei KREBS, - wie auch auf anderen Gebieten Lösungen herauszögernd oder verdrängend. S p ä t e r wird man den nicht/ mehr "sozialverträglichen" selbstbestimmten Individuen schon noch kollektiv Beine bzw. Stimmung machen, bis sie autonom "richtig entscheiden", nachdem sie bspw. ihre klima-bedingte, "viren"-getestete oder unbunt-rassisch bedingte Schädlich- oder wenigsten Überflüssigkeit als Weiße/ Alte/ Männer*innen und außen eingesehen haben.

  • 146 Hinweisgeber 22.10.2020, 13:59 Uhr

    Lustig ist, die Gutmenschen wollen durch BESUCHSVERBOTE die Alten, gegen deren Willen vor Carola schützen, aber ihre Tötung erlauben.

  • 145 Jo 22.10.2020, 13:59 Uhr

    Selbstmord ist Mord. Mörder kommen in die Hölle.

    Antworten (1)
    • Ja, laut Bibel . . . 22.10.2020, 13:59 Uhr

      . . wird auch das stimmen.

  • 144 Andy 22.10.2020, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 143 Blondie 22.10.2020, 13:58 Uhr

    Wer Sterbehilfe braucht, sollte sie beantragen. Das Verfahrensende erlebt er eh nicht mehr.

  • 142 KlartextJetzt 22.10.2020, 13:58 Uhr

    Der unerwartet tödliche Verlauf eines Aufenthaltes meiner Mutter in einem Malteser-Krankenhaus im vergangenen Jahr veranlaßt mich zu der Überzeugung, daß die aktive Sterbehilfe, ausgehend von "eigenmächtigen" Entscheidungen einer gewissen Zahl von Ärzten, in deutschen Krankenhäusern längst Realität ist, auch wenn die Betroffenen oder ihre Angehörigen dies explizit nicht wünschen. Bei meiner Mutter traten im Verlauf des Aufenthaltes zunehmende Wassereinlagerungen und Luftnot auf, während ca. drei bis vier Wochen blieben die Ärzte weitestgehend untätig. Bei der Aufnahme deuteten die Laborwerte mitnichten auf einen tödlichen Ausgang hin, bestimmte Parameter verschlechterten sich jedoch, auch infolge einer Antibiotikabehandlung. Seitens der Ärztre wurde dennoch nicht interveniert, wichtige Untersuchungen unterblieben. Auf der Intensivstation erhielt meine Mutter - als Patientin mit bekannter Aortenverengung - die Substanz Dobutamin, lt. "Gegenanzeigen" klar kontraindiziert.

  • 141 Ethische Rationalisierung 22.10.2020, 13:57 Uhr

    Einerseits ist eine rechtliche Klarheit auch ethisch hilfreich, wenn sich diese an der autonomen Entscheidungsfreiheit eines lebensmüden Patienten orientiert. Andererseits ist es aber auch eine sinnvolle Ergänzung zur derzeit vorherrschenden Umsetzung des Wirtschaftlichkeitsgebots in der Klassenmedizin und besonders zur Steigerung der Rendite durch den Pflegenotstand. Wenn nämlich Patienten noch frühzeitiger die zur Verfügung stehenden legalen medizinischen (Folter-)Instrumente zur legalen Qualverlängerung vorführt werden (Schreckung), dann sind sie sicher auch viel früher als bisher freiwillig zur Erlösung vom mehr oder weniger vorsätzlich zugefügten irdischen Leiden bereit. Schließlich handelt es sich bei der Sterbehilfe um einen einmaligen Aufwand, mit dem die Periode der wiederkehrenden Kosten für den gesetzlich vorgeschriebenen Lebensunterhalt "sozial verträglich" verkürzt werden kann.

  • 140 Pfleger Niels 22.10.2020, 13:56 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 139 Das Recht auf TÖTEN...(2) 22.10.2020, 13:56 Uhr

    . . ./-Lassen: . . . - obwohl es die schmerz- oder sterbebegleitende Palliativmedizin und einige kaum genutzte oder verheimlichte HEILMETHODEN gibt, also ein massenmanipulativ und Schritt für Schritt vorbereitetes und eingeführtes VERBRECHEN, - wie auch auf vielen anderen Gebieten, auf denen man die längst möglichen Lösungen herauszögert. . . . . - 3 -