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Haben Sie Verständnis für die Bauernproteste?

Hunderte Traktoren legen bei den Bauernprotesten in den Niederlanden am 16.10.2019 die A12 in der Nähe von Den Haag lahm.

Haben Sie Verständnis für die Bauernproteste?

Landwirte in ganz Deutschland protestieren gegen die Agrarpläne der Bundesregierung. Die Umwelt- und Tierschutzauflagen gefährdeten ihre Existenz. Was ist Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Allein zur zentralen Kundgebung des Netzwerks "Land schafft Verbindung" in Bonn werden am Dienstag (22.10.2019) rund 10 000 Landwirte und 800 Trecker erwartet. Darüber hinaus soll es bundesweite Aktionen geben. Gemeinsam wollen die Bauern gegen das von Svenja Schulze (SPD) und Julia Klöckner (CDU) beschlossene Agrarpaket protestieren.

Dieses sieht unter anderem mehr Geld für Umwelt- und Klimaschutz in der Landwirtschaft, ein freiwilliges Tierschutzlabel sowie ein Aktionsprogramm für den Insektenschutz vor. Zudem sollen die Bauern weniger Pflanzenschutzmittel wie den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat verwenden dürfen.

Diese Auflagen könnten für viele Familienbetriebe das Aus bedeuten, so die Kritik der Landwirte. Denn um diese erfüllen zu können, müssten die Landwirte nicht nur Geld investieren. Sie müssten auch Umsatzeinbußen in Kauf nehmen.

Für ihren Protest bekommen die Landwirte sowohl Zuspruch als auch Kritik. Die Bauern würden zunehmend zu den Buhmännern der Nation, sagen die einen. Der BUND hingegen kritisierte: Häufig bremsten die Bauernverbände selbst Verbesserungen aus – etwa beim Schutz des Grundwassers vor Nitraten.

Halten Sie die Proteste der Landwirte für berechtigt? Stehen die Bauern Ihrer Meinung zu Unrecht in der Kritik? Befürworten Sie strengere Auflagen für Umwelt-, Tier- und Klimaschutz in der Landwirtschaft? Wer müsste Ihrer Meinung nach für die höheren Kosten aufkommen? Wären Sie bereit, als Verbraucher mehr zu bezahlen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Tanja Busse, Journalistin und Autorin

Redaktion: Ulrich Horstmann und Jessica Eisermann

Haben Sie Verständnis für die Bauernproteste?

WDR 5 Tagesgespräch 22.10.2019 45:11 Min. Verfügbar bis 21.10.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

131 Kommentare

  • 131 Güllegejammer 22.10.2019, 13:59 Uhr

    Das Jammern von Bauern über ihr vermeintliches Recht, Dünger und Gülle auf Wiesen und Äckern in unbeschränkten Mengen aufbringen zu dürfen ist egoistisch. Knapp die Hälfte der Grundwasserbrunenn haben einen zu hohen Nitratgehalt. Was man nicht in die Umwelt wirft, oder ins Wasser, muss nicht wieder herausgeholt werden. das Jammern der Landwirte erinnert mich an das Jammern von Polizisten/innen, wie angeblich schlecht sie behandelt werden. Nur wird es dort nicht hinterfragt. Anders als bei den Landwirten.

  • 130 Klaus 22.10.2019, 13:59 Uhr

    NAchdem ich mir hier nun einige Kommentare durchgelesen habe. Bin ich erstaunt das es tatsächlich menschen gibt die die Bauern als Feinde, als Umweltzerstörer und als Plage empfinden. Da wird von Früher geschwärmt und das damals alles besser war! Aus meiner erfahrung kann ich sagen das jeder Landwirt verantwortungsvoll mit seinem Boden und seinen Tieren umgeht. Die bauern sind diejenigen die dafür sorgen das wir genug zu essen haben. Es siend die die im Sommer die ganze Nacht und am Wochenende dreschen und ackern. Wenn die Stadtmenschen längst von ihrer unproduktiven Arbeit feierabend haben und sich über Feinstaub, Ozon und CO2 aufregen.Jeder der schon mal bei der Ernte auf einem Mähdrescher gesessen hat weis, da ist tatsächlich Feinstaub! Aber nicht in Berlin am Alex. Liebe Städter. vergesst nicht wo euer essen herkommt. Und kein Bauer vergiftet seinen Acker. Die einzigen die wirklich etwas herstellen sind Bauern. Aus einem Korn werden 50 Körner.

  • 129 Friedrich Dahl 22.10.2019, 13:59 Uhr

    Nein, für diese Bauernproteste habe ich kein Verständnis. Denn diese Proteste haben letztendlich zum Ziel, die bisher schon Umwelt, Natur und Klima schädigende industrielle Landwirtschaft weiterhin so fortzusetzen und gegen die Politik, Steuerzahler, Bürger und Verbraucher durchzusetzen. Warum diese Bauernproteste niemanden weiterbringen, nicht mal die Bauern selber, und wie man eine gescheitere Politik als heute macht, geprägt von Nachhaltigkeit, echten Problemlösungen und dem dazu nötigen THINK BIG, zeigen hier im Gästebuch u.a. die Kommentare Nr. 4, 12, 13, 18, 22, 25, 28, 37, 49, 55, 73, 100, 106 und 109 auf.

  • 128 Simone 22.10.2019, 13:58 Uhr

    Ob Giftanwendung oder nicht. Wie lange ist noch ein junger Mensch bereit für den dreckigen Tag- und Nachtjob? ...

  • 127 Anonym 22.10.2019, 13:55 Uhr

    Es wird hier immer so getan als wenn den Bauern mit den Subventionen kostenlos und ohne jede Gegenleistung Geld geschenkt wird. Dann würde doch niemand freiwillig aufhören, oder? Und alle die hier so kluge Kommentare abgeben müssten doch völlig bescheuert sein wenn sie nicht sofort einen Betrieb übernehmen würden von den vielen die aufhören. Sie bekommen Geld hinterhergeworfen und können noch etwas Gutes für die Umwelt tun wenn sie das umsetzen was sie jetzt von den Landwirten verlangen. Möglichkeiten einen Hof zu übernehmen gäbe es genug, aber anscheinend ist die Wirklichkeit doch eine andere. Die Subventionen sind nur Aufwandentschädigungen für die hohen Auflagen die es jetzt schon gibt. Umschichtung von der 1. in die 2.Säule bedeuten, das erstmal jedem etwas weggenommen wird, ohne die Auflagen zu verringern. Und das Geld gibt´s dann nur für die, die neue Auflage erfüllen und ist damit auch nur eine Entschädigung für Auflagen die es in anderen Ländern nicht gibt.

  • 126 Karina 22.10.2019, 13:54 Uhr

    ich ärgere mich jedes Frühjahr, wenn ich in unsrer Gegend nur mit zugehaltener Nase spazieren gehen kann vor lauter Gülle-Gestank! Eine Lösung könnte sein, wenn die EU ihre Agrarsubventionen nach und nach von der "konventionellen" sprich umweltschädlichen Landwirtschaft zur Biolandwirtschaft umlenken würde, z.B. jährlich 10% mehr fürs erwünschte, 10 % weniger fürs unerwünschte, schädliche landwirtschaften.

  • 125 Weite kahle Äcker 22.10.2019, 13:54 Uhr

    Weite kahle Äcker trocknen die Böden aus, machen Wind- und Regenerosionen, und verringern den Humusgehalt. Die nackten Äcker liegen dann auch noch wochenlang offen. Dafür werden dann finanzielle Hilfen gefordert, damit man so weitermachen kann wie bisher.

  • 124 brygyt 22.10.2019, 13:54 Uhr

    Freier Handel, Wettstreit, Konsumenten, Chemieindustrie alles Begriffe die während der Sendung fielen. Am Ende der Kette sind dann die Verbraucher die die Rechnung zahlen sollen. Allerdings gibt es da ein großes Gefälle der Konsumenten. Die einen die sich teure Demeter Produkte und andere Biomarken leisten können und der andere Teil eben nicht. Der mächtige Bauernverband der eine unheilvolle Verbindung mit der Chemieindustrie eingegangen ist und im Übrigen nicht nur die Bauernverbände auch in der Medizin gibt es diese unguten Verbindungen. Am Ende gibt es immer eine kleine Gruppe die davon prächtig profitieren. Trotzdem ist jetzt ein Punkt erreicht wo ein umdenken im großen Stil stattfinden muss. Dabei ist es wichtig alle ins Boot zu holen. Eine Frage am Schluss wie frei ist denn der freie Handel?

  • 123 Harald Möller 22.10.2019, 13:53 Uhr

    Ich denke, die Folge der verschärften Umwelt- und Tierwohlgesetzung wird sein, dass immer mehr Landwirte ihre Höfe verkaufen und dort dann stattdessen Wohnungen gebaut werden. Dadurch sinken die Mietpreise. Ein Problem weniger (genügend billigen Wohnraum), ein Problem mehr (Lebensmittel müssen importiert werden). Allerdings müssen dann auch keine Lebensmittel mehr nach Afrika exportiert werden, was viele Aktivisten seit Jahren beklagen, die meinen, dass die afrikanische Landwirtschaft durch europäische Exporte ruiniert wird.

  • 122 Anonym 22.10.2019, 13:48 Uhr

    nein, da habe ich kein Verständnis. Ich finde es unverschämt, mit furchteinflößenden , dieselschluckenden Traktoren dafür zu demonstrieren, daß die deutschen Bauern noch mehr Nitrat und Glyphosat in die Böden, ins Grundwasser und in die Nahrungsmittel bringen dürfen. Das Demonstrationsrecht ist heilig, aber bitte zu Fuß und nicht mit dem Traktor!

    Antworten (1)
    • Harald Möller 22.10.2019, 13:57 Uhr

      Das Demonstrationsrecht ist heilig. Da ist das "Verkehrsmittel" zweitrangig. Andere Demonstranten demonstrieren zwar zu Fuß, kommen aber mit dem Auto oder gar dem Flugzeug zum Demonstrationsort.

  • 121 JoLa 22.10.2019, 13:48 Uhr

    Die Proteste der Bauern halte ich für sehr berechtigt und die große Mehrheit von ihnen steht zu Unrecht in der Kritik von Politik und Teilen der Bevölkerung. Auch die Anrufer,vorwiegend weiblich, zeigen in ihrer Haltung nur das, was man als ökologische Verblendung, ideologisch verbrämt, bezeichnen kann. Viele Saturierten in unserer Gesellschaft, die mit hohem und sicheren Einkommen, im schönen Eigentum und fern der Problemzonen in unserem Land leben, glauben, dass eine ökologische Landwirtschaft unsere Probleme mit Trinkwasser u.a. löst. Diese Leute leben im Wolkenkuckucksheim und verstehen nicht, dass der hart Arbeitende neben seiner hohen Miete auf preisgünstige Lebensmittel angewiesen ist. Das geht aber, allen ideologischen Heuchlern zum Trotz, nur mit einer industriellen Landwirtschaft . Unsere jetzige Merkel- Regierung schafft es mittlerweile, alles zu zerstören, was unseren Sozialstaat ausmacht. Von einer unsäglichen Flüchtlingspolitik, über Klimawahn bis zum Abbau der Bauern.

    Antworten (2)
    • Antwort 22.10.2019, 13:57 Uhr

      Sobald die Bauern freiwillig dafür eintreten, die Subventionen restlos abzubauen, kann ich Ihre Argumentation ernst nehmen. Vorher leider nein. Bis dahin kaufe ich weiter Fleisch beim Biobauern. Ist deutlich teurer, aber eben auch wesentlich besser und leckerer.

    • Karl Theodor 22.10.2019, 13:58 Uhr

      Guter Kommentar, Jola. Es geht schon in den Schulen durch die Indoktrination der Lehrer los. Ganze Generationen habe einfach gelernt links zu denken. Linkes Denken ist gutes Denken meinen die Verführten, nur die Wirklichkeit sieht anders aus.