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Erkennen Sie Ihren Wald noch wieder?

Abgestorbene Fichten im Harz.

Erkennen Sie Ihren Wald noch wieder?

Trockenheit, Borkenkäfer und Hitze: Unseren Wäldern geht es nicht gut. Große Gruppen braun-vertrockneter Fichten und kahl geschlagene Hänge sind unübersehbar. Haben Sie auch Sorge um den Wald? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Wälder sind voll derzeit. Die Menschen drängen angesichts der strengen Corona-Beschränkungen in die Natur. 60 Prozent mehr Besucher*innen als im Vorjahr verzeichnete der Nationalpark Eifel im März. Mancherorts hat sich der Andrang verdoppelt. Viele kommen vielleicht zum ersten Mal in den Nationalpark. Aber wer in diesen Monaten vertraute Wälder besucht, erschrickt angesichts der vielen kahlen Stellen. Verdorrte Fichten, denen der Borkenkäfer den Rest gegeben hat, färben ganze Waldabschnitte braun. An anderen Stellen tut sich eine neue Lichtung auf, weil die Försterin die sterbenden Bäume bereits gefällt hat, um wenigstens einen Teil des Ertrags zu retten.

Was für Spaziergänger vielleicht zunächst ein ästhetisches Problem ist, stellt die Waldbesitzer*innen vor enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten. Vieles spricht dafür, dass dem deutschen Wald, der ein Drittel des Landes bedeckt, und seinen Nutznießer*innen noch Ärgeres bevorsteht. Die Wälder sind so, wie sie seit wenigen Jahrhunderten angelegt und gepflegt werden, nicht fit für den Klimawandel und werden doch gleichzeitig dringend als globale CO2-Senke und lokal kühlende Klimaanlage gebraucht.

Vor allem die Fichtenschonungen, die ein Drittel des Waldbestandes ausmachen und den Besitzer*innen viele Jahre stabile Erträge sicherten, stehen in der Kritik. Eigentlich stammen die Bäume aus höheren, kühleren Lagen. Sie scheinen nun besonders anfällig für das wärmer werdende Klima. Die Forstwirt*innen müssen ihre Wälder also zügig umbauen. Sie fordern dafür die Unterstützung der öffentlichen Hand.

Was sehen Sie, wenn Sie im Wald unterwegs sind? Sind Sie besorgt über den Zustand des Waldes? Wer ist verantwortlich für das Gemeingut Wald? Muss die öffentliche Hand den Forstwirt*innen unter die Arme greifen? Können wir mit weniger bewirtschaftetem Wald leben?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Dr. Henrik Hartmann, Biochemiker am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena

Redaktion: Dirk Müller und Valentina Dobrosavljevic

Erkennen Sie Ihren Wald noch wieder?

WDR 5 Tagesgespräch 22.07.2020 45:35 Min. Verfügbar bis 22.07.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

103 Kommentare

  • 103 Hörer 22.07.2020, 13:58 Uhr

    Bereits 1977 habe ich in den Vorlesung Humanökologie I und II an der Universität zu Köln gelehrt bekommen, dass Fichtenplantagen kein Wald im eigentlichen Sinn seien und in Mitteleuropa aus vielerlei Gründen, da nicht standortgerecht, sehr instabile Systeme seien. Allerdings seien diese Monokulturen dazu geeignet maximale Rendite, wenn auch nur in kurzen Zeiträumen zu erzielen. Danach sei der Boden versauert und durch den Maschineneinsatz ohnehin stark geschädigt. Nun hat nach derzeitiger Anschauung sprich „Wald-„ Begehung Prof. Dr. Bartels recht gehabt und ich sehe, dass ich viel gelernt habe. Ist doch allen Interessierten klar gewesen, dass das dicke Ende kommen musste… .Im Übrigen, Klimawandel allein hat keinen allzu hohen Erklärungswert… …gleichwohl die Chinesen, die die Fichten jetzt importieren freuts!

  • 102 LÖSUNGEN gibt es ... 22.07.2020, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 101 Schluss mit lustig, ... 22.07.2020, 13:55 Uhr

    ... denn den grünen Wald gibt es heute ebenso wenig wie den finsteren und bitterkalten Wald, in dem sich Hänsel und Gretel noch verlaufen konnten, um dann im feinen Häuschen von Pfefferkuchen durch die alte Hexe in Schwierigkeiten zu geraten, sondern heute gibt es dort nur noch den Oberförster, der die lustigen Holzhackerbuam holt, um im bereits gelichteten Plantagenwald für noch mehr Licht zu sorgen.

  • 100 P und S 22.07.2020, 13:55 Uhr

    Jeder Neubau verbetoniert Flächen ,Jede Parkfläche verbetoniert ,lässt kein Wasser in den Boden !Deutschland wird verbetoniert sein .da neuer Wohnraum geschaffen wird ! Hundertausende Wohnungen fehlen und durch den neuen Zuzug hundert tausende mehr !

  • 99 Ja tu ich 22.07.2020, 13:51 Uhr

    ich erkenne meine Eifel immer noch. Insbesondere seit nicht heimische Bäume gerodet wurden und der Mischwald gepflegt wird sieht es besser aus. Klar sieht man Sturm und Borkenkäferschäden. Insgesammt ist die Eifel aber auf dem richtigen Weg heimisches zu stärken und nicht zu viel Eingriffe in die Natur schon klappt es trotz Katastrophenpolitik seit den Nuller Jahren.....

  • 98 Armes reiches Land 22.07.2020, 13:47 Uhr

    Die Friedhofsverwaltung Münster erpreßt mittlerweile nun schon die Friedhofsnutzer nach dem Motto: Entweder für 1200 Euro Jahresgebühr Baum-Patenschaften übernehmen, oder die entsprechend so feil gebotenen Bäume werden gefällt, weil kein Personal mehr zu deren Pflege bezahlt werden kann.

  • 97 "Konstruktive Antwort"... 22.07.2020, 13:45 Uhr

    - von wegen : Hochgeschwindigkeits- und Niederschlage-Kritiker scheinen manches schnell zu vergessen: ( von gerdSR): Sie wissen auch, daß der PLATZ u. die ZEIT hier knapp ist; trotzdem enthält gute KRITIK zumd. im Kern die Alternative. Aber wenn Sie sich ehrlich i n t e r e s s i e r e n würden, würden Sie hier andere meiner Kommentare berücksichtigen oder -- an die Dauergäste hier - Erinnerungen vor Wochen Monaten etc. erinnern - mit von mir, wie eben verlangt, "k o n s t r u k t i v e n" LÖSUNGs-Beispielen, gerade zum THEMA Baum-&WALD- R e t t u n g j e t z t ( statt luftiger Milliarden-teuren Wald-"Zukünften") wie ich sie seit J a h r e n vorbringe - - falls sie nicht gesperrt wurden oder von Hochgeschwindigkeits-Kommentierern, wie SIE übersehen ! Lesen Sie nochmal neu, Hr. Konstruktiv ! Eine e c h t e, nämlich KRITIK hat übrigens den Sinn, den Fehler oder Falsches analytisch + polemisch zu bekämpfen -- undzwar schon b e v o r sich die Frage nach Alternativem stellt !

    Antworten (1)
    • unlesbares geschreibsel 22.07.2020, 13:53 Uhr

      können Sie bitte leserlich und normal formatiert schreiben. Ihre Art kann man nicht lesen da völlig Chaotisch, danke!

  • 96 Gerd Johannsen 22.07.2020, 13:42 Uhr

    Während in Städten viele Bäume bis hin zu ganzen Stadtparks bereits aus prophylaktischen Gründen gefällt werden, bevor das nächste Klimawandel-Unwetter kommt, sind allenfalls noch Bäume und Wälder innerhalb Friedhöfen einigermaßen sicher vor derlei Kettensägen-Massakern an der Natur.

    Antworten (1)
    • Und das bedeutet ... 22.07.2020, 13:48 Uhr

      . . doch eigentlich, daß man soviel wie möglich zu Rettung der Bestände tun müßte und gegen diese "Massaker" -Politik. Aber dazu müßte man auch öffentlich-rechtlich die laufende verdummung brechen, die auch wieder heute domonierend keine GEDANKEN an künstliche BEWÄSSERUNG zuließ ! - gerdSR

  • 95 Peter Holthausen 22.07.2020, 13:37 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 94 Ach so schaut das aus 22.07.2020, 13:30 Uhr

    Immer mehr Waldbesitzer wandern mit ihrem Wald bereits aus Deutschland nach Italien aus, weil da die Milliarden Euros an deutschen Steuergeldern dank Merkels EU-Politik zur Verfügung stehen, um Italiens Wälder damit pflegen und sanieren zu können. Wald in Deutschland hingegen wird kaputt gespart und seiner Vernichtung preisgegeban.

    Antworten (2)
    • WAS wollen Sie . . . 22.07.2020, 13:49 Uhr

      . . . denn real t u n mit oder auch ohen all diese gelder, - ier oder sonstwo ? Von GELD allei wird kein einziger BAUM gerettet = bewässert !

    • Martin Weidner 22.07.2020, 13:52 Uhr

      der war gut: Den eigenen Wald im Koffer versteckt über die Grenze geschmuggelt... Manche Verschwörungstheorien sind so absurd, und der Erfiner beemerkt es nicht, weil er ja sowieso in Absurdistan lebt.

  • 93 Roland Burghardt 22.07.2020, 13:25 Uhr

    Der 15 % "Naturschutz"-Rest, der vom Hambacher Forst noch übrig geblieben ist, soll nun im August 2020 auch noch abgeholzt werden laut Gerichtsbeschluß zugunsten der Braunkohleförderung. So schaut Groko "Umwelt- und Klimaschutz" in Deutschland aus. Und weil RWE die vergangenen Monate soviel Streß mit Waldschützern hatte, packt nun die Landesregierung RWE noch eine 85 Mio. Euro-Subvention obendrauf als Entschädigung und Ausgleich für entgangene Aktionärsgewinne. Wer also die versprochenen Corona-Soforthilfen als Kleinunternehmer vermißt, der findet sie da bei denen, die längst von allem viel zu viel haben und durch Corona noch reicher werden.