Risiko Arztbesuch?

Leeres Wartezimmer in einer Praxis

Risiko Arztbesuch?

Chronische Krankheiten, Unfälle, Vorsorgeuntersuchungen – viele Patient*innen schrecken in der Corona-Krise vor dem Gang zur Praxis zurück. Wie ist das bei Ihnen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Ärzt*innen und Krankenkassen in Deutschland vermelden seit Wochen einen deutlichen Rückgang der Patientenzahlen in Notaufnahmen und Arztpraxen. Ob Schlaganfall oder Herzinfarkt, ob Krebsvorsorge oder Gesundheitschecks – viele Patientinnen und Patienten kommen erst gar nicht oder sagen ihre Termine ab. Trotz aller Hygienemaßnahen fürchten einige die Ansteckungsgefahr in den Wartezimmern.

Die Ärztinnen und Ärzte befürchten dagegen – gerade für Risikopatienten – schwerwiegende Langzeitfolgen. Denn Gesundheitsprobleme lassen sich nicht verschieben. Und auch Videosprechstunden, die nun vermehrt angeboten werden, sind nicht für alle Krankheitsbilder geeignet. Auch Bundesgesundheitsminister Spahn appellierte an die Bürger, bei Beschwerden zum Arzt zu gehen. Die Angst, sich anzustecken, sei unbegründet.

Die Zurückhaltung trifft alle Fachrichtungen: Kinderärzt*innen klagen, dass Vorsorgeuntersuchungen nicht mehr wahrgenommen werden, Onkolog*innen und Kardiolog*innen berichten das gleiche und selbst in Notaufnahmen ist auf einmal viel Platz. Dabei sind wir Deutschen nicht etwa gesünder geworden. Schon jetzt ist absehbar, dass es nach der Corona-Krise zu voll in den Praxen werden könnte. Bis dahin bedeutet dies für die Ärzt*innen, neben aller Sorgen um ihre Patient*innen, oft auch einen finanziellen Verlust. Besonders Haus- und Zahnarztpraxen leiden.

Wer eine Krankschreibung wegen einer Erkältung braucht, muss außerdem jetzt wieder persönlich zum Arzt. Denn die Sonderregelung, mit der sich Arbeitnehmer*innen telefonisch krankschreiben konnten, ist zum 31. Mai ausgelaufen. Ziel war es, die Arztpraxen während der Pandemie zu entlasten.

Haben Sie Arzttermine abgesagt? Glauben Sie, dass Sie sich in Kliniken oder Praxen anstecken könnten? Waren Sie in letzter Zeit beim Arzt und haben Sie sich dort unsicher gefühlt? Haben Sie Erfahrungen mit Videosprechstunden gemacht?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Dr. Oliver Funken, Vorsitzender des Hausärzteverband Nordrhein e.V.

Redaktion: Dirk Müller und Moritz Folk

Risiko Arztbesuch?

WDR 5 Tagesgespräch 02.06.2020 44:42 Min. Verfügbar bis 02.06.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

58 Kommentare

  • 58 Albert Dreistein 02.06.2020, 13:57 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 57 Anonym 02.06.2020, 13:57 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er zu Gewalt aufruft. (die Redaktion)

  • 56 Albert Dreistein 02.06.2020, 13:57 Uhr

    Trotz Millionen Forschungsgelderaufwand, wird aus der Schulmedizin kein sinnvolles Medikament ohne schwerwiegende Nebenwirkungen und Risiken gegen Covid-19 zu erwarten sein. Hingegen wird ein erfolgreiches Medikament gegen Covid-19 aus der Homöopathie kommen. Denn mit der Entschlüsselung der Homöopathie konnte ich nachweisen, daß dies kein esoterischer Hokuspokus ist, wie CDU-Spahn behauptet, sondern der wesentliche Teil der Medizin ist, dem es der Schulmedizin bisher noch ermangelt. Dem Laien sei daher das Homöopathie-Wirkprinzip "Simile Similibus" so erklärt: Hat ein Kontostand von minus 1 Euro die selbe Wirkung wie minus 100.000 Euro auf den Kontoinhaber ?: Natürlich nicht, obwohl ja in beiden Beispielen kein Geld als Wirkstoff auf dem Konto mehr vorhanden ist. Dennoch tritt eine Spiegelung des Wirkstoff´s Geld auf im Bereich seiner Antimaterie.

  • 55 Rolf Roland 02.06.2020, 13:55 Uhr

    Diese Corona-Pandemie, in der man auch weiterhin Arztpraxen und Kliniken wegen des hohen Infektionsrisikos meiden sollte entgegen aller realitätsfernen Spahn´schen Verharmlosungen, ist doch mal eine gute Gelegeheit dazu, um zu sehen, wieviel Gesundheitssystem wir wirklich brauchen. Erste Feststellung dazu: Haben vor Corona die Klinik-Notaufnahmen über einen zunehmenden Mißbrauch durch Patienten geklagt, die sich auf diese Art wiederum rappelvolle Arztpraxen ersparen wollten, haben es nun plötzlich viele Menschen nicht mehr nötig, wegen jedem Zipperlein die Krankenhaus-Notaufnahme aufzusuchen.

  • 54 Erfrischendes Thema .... 02.06.2020, 13:54 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 53 Nach meinen Erfahrungen 02.06.2020, 13:49 Uhr

    . . in den letzuten 20 Jahren, insbesondere mit ORTHOPÄDEN und Zahnärzten, bin auch ich motiviert, möglichst nicht zu Ärzten zugehen. Zudem kommt nach einem Glatteis bedingten Sturz die Röntgenbild-Fehldiagnose aus Müdigkeit oder faulheit des Arztes in der Unfall-Aufnahme, . . die Nichtdesinfektion der Haut vor der BLUTABNAHME oder die Nichtdesinfektion der gleichen Hände, nachdem vom Arzt ein Kugelschreiber vom BODEN aufgehoben wurde . . .. - Vielen anderen ist es schlimmer ergangen.

  • 52 Facel 02.06.2020, 13:38 Uhr

    Ich habe mich lange vor Corona schon immer mal wieder gewundert, dass in Erkältungszeiten immer Kranke und Gesunde dicht an dicht in Wartezimmern sitzen MÜSSEN. Erstaunlich bei Medizinern, die es besser wissen müssten, dass es keine 2 Wartezimmer gibt, eines für ansteckende Erkrankte und eines für nichtansteckende Erkrankte. Sinnvolles habe ich nur mit unserm Baby bei einem Kinderarzt in Nürnberg erlebt, wo genaue Erkundigungen vorher stattfanden und dann möglichst wenig weitere schädliche Kontaktmöglichkeiten organisiert wurden.

    Antworten (1)
    • @Facel 02.06.2020, 13:46 Uhr

      Klingt gut, aber leider weiß man oft erst NACH der Konsultation, wer eine ansteckende Krankheit hat und wer nicht. Auch wissen manche Menschen gar nicht, dass sie eine ansteckende Krankheit haben. Wer mit einer verstauchten Hand im Wartezimmer sitzt, könnte Corona haben, ohne es zu wissen.

  • 51 Anna Elisa 02.06.2020, 13:12 Uhr

    Es steht schon in einem Kommentar, ich möchte es noch einmal erwähnen. Die Kanzlerin wurde auch von einem Arzt behandelt, der mit einem Infizierten Kontakt hatte. So schnell geht das. Und jetzt nach den vielen Lockerungen ist das Risiko noch größer. Ich war trotzdem schon im Krankenhaus zu einer wichtigen Beratung, beim Facharzt, beim Hausarzt und bin überall sehr besonnen und vorschriftsmäßig, was die Hygiene betrifft, behandelt worden. Gleichzeitig habe ich mich bei der Gartenarbeit massiv am vorderen Schienbein gestoßen und hatte einen riesengroßen Bluterguss. Eigentlich zum Hausarzt, Heparinsalbe usw. Aber ich habe mich nicht getraut, zwei Tage und Nächte öfter gekühlt, Bein hochgelegt und Arnika-Globulis genommen. Jetzt hat das Blut sich verteilt und die Stelle hat sich grün-gelb-braun gefärbt, auch ohne Arzt. Meine Meinung ist es, dass jeder Aussenkontakt ein Risiko darstellt und es muss großes Pech sein, wenn man infiziert wird. Es gibt ja nur wenige Infizierte in unserer Stadt

    Antworten (1)
    • Keine Arzt-Notwendigkeit 02.06.2020, 13:39 Uhr

      Weil man sich das Bein gestoßen hat, ist kein Arztbesuch notwendig. Was soll der machen? Er kann es nicht rückgängig machen. Dass sich der Bluterguss verfärbt ist der natürliche Abbau des roten Blutfarbstoffs bei Heilungsverlauf. Wir haben keinen Ärztemangel, wir haben ein zu großes Service-Anspruchdenken. Auch der Arzt ist heutzutage ein Lieferservice.

  • 50 Manfred Neuhaus 02.06.2020, 13:11 Uhr

    Neben vielen üblen Nebenwirkungen der Corona-Präventiv-Maßnahmen hat sich gezeigt, wie hilflos das Ärzte-Genre ist. Wer im Krankenhaus bei Sauerstoffmangel intubiert, weil SARS-CORONA „wütet“, ohne sich zu vergewissern, ob die Lunge das alleine kann und der Organismus einfach nur Sauerstoff braucht, der ist im falschen Beruf. Das trifft vor allem auf Kollegen in Italien zu. Weil vor das ganz normale Influenza-Virus namens CORONA die Initialen eines Symptoms gesetzt wurde, nämlich SARS, das übersetzt ein „Starkes akutes Atemwegs Syndrom“ bedeutet, wird CORONA zum Killervirus stigmatisiert und zum Feind Nr. 1 der Menschheit erklärt. Die wenigen Ärzte, die sich diesem Hype nicht hingegeben haben, wissen sehr genau, dass CORONA keine Lungenkrankheit auslöst, auch wenn man es noch so vehement mit einem pathologischen Lungen-Syndrom verknüpft, dessen Ursache individuell herauszufinden ist. Hier hat die Ärzteschaft weltweit versagt und nicht nur mein Vertrauen politisch korrekt verspielt.

  • 49 Rein Männerbesetzung Toll 02.06.2020, 13:02 Uhr

    Heute ist reine Männerbesetzung von tollen Männern. Stark.

    Antworten (6)
    • Reine Frauenbesetzung 02.06.2020, 13:21 Uhr

      und was ist daran so schlimm? Höre ich da radikale, rassistische Ansätze? Wir sind gleich egal welches Geschlecht usw, warum kapieren das manche (Emma Leserinnen) einfach nicht?

    • @Männerbesetzung 02.06.2020, 13:27 Uhr

      Die Schwulen und Lesben waren unterrepräsentiert. Das sollte man ändern. Gefehlt haben auch die Dackelbesitzer*innen. Ein schlimmer Fehler.

    • @13:21 02.06.2020, 13:45 Uhr

      Ihre Aussagen treffen sicher auch zu, wenn im WDR eine reine Frauenbesetzung bejubelt wird. Ebenso Frauenabende im TV, oder reines Frauenkabarett. Es ist der übliche Sprech in Medien, auch im WDR. Dort üblicherweise nur aus Frauensicht. So tollerant sollten Sie sein.

    • Frausein in Männer-Domäne 02.06.2020, 13:49 Uhr

      Ich bin zwar in Deutschland meist von männlichen Ärzten misshandelt worden, aber der bisher einzige Schulmediziner, der mir im Grunde durch eine klare Diagnose und eine umfassende Information das Leben gerettet hat, war ein männlicher Arzt, vor dem mich andere niedergelassene Ärzte wegen seiner angeblich ruppigen Art gewarnt hatten. Und die bisher bösartigste Verweigerung jeglicher Information hinsichtlich der verordneten Medikamente (Zitat: Da Sie kein studierter Mediziner sind, haben Sie keine Ahnung und müssen auch nicht über mögliche Nebenwirkungen informiert werden!) leistete sich eine Ärztin. Dass diese Ärztin mir gegenüber wenigstens eine Anrede in der 3. Person Plural und nicht herablassend in der 2. Person Singular wählte, half mir in diesem Fall bei meiner gesundheitlichen Erholung auch nicht weiter. Informationen tragen meist viel mehr zur Heilung bei als bloße Floskeln!

    • Anonym 02.06.2020, 13:51 Uhr

      @Reine Frauenbesetzung02.06.2020, 13:21 Uhr „Wir sind gleich egal welches Geschlecht usw…“ Diese Feststellung ist natürlich Kappes. Semantisch ist die Behauptung „egal welches Geschlecht… wir sind gleich“ ein Widerspruch in sich. „Egal welches Geschlecht“ impliziert, dass es mindestens zwei Geschlechter geben muss, die nolens volens dann nicht gleich sein können. Von dem „USW“ ganz zu schweigen, das offenbar noch weit mehr Unterschiede zu bieten hat. Wären sie alle gleich, gäbe es diese Unterschiede wohl eher nicht und damit auch nicht die Notwendigkeit, diese Nicht-Unterschiedlichkeit hervorzuheben. Solch eine Feststellung wäre, falls man sie als gegeben setzen würde, zudem auch noch redundant. Also völlig überflüssig.

    • @reine Frauenbesetzung 02.06.2020, 13:59 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 48 Maik G, 02.06.2020, 12:56 Uhr

    Herr Dr. Funken, sind Menschen die zu Ihnen in die Hausarztpraxis kommen, Patienten oder Kunden und Kosumenten?Der Begriff ‚Kunde’ erscheint uns völlig fremd, und hat vom Gefühl her eher wenig mit dem Begriff ‚Patient’ zu tun, wie wir die Menschen eigentlich auch immer noch lieber nennen, die in unser Krankenhaus kommen und sich von Ärzte- und Pflegepersonal behandeln lassen.

    Antworten (1)
    • Patienten + Kunden 02.06.2020, 13:05 Uhr

      Beide haben unsere Aufmerksamkeit und Zuvorkommenheit. Es ist wie das Gastrecht.