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Datenschutz vor Kindeswohl?

Diskussion um Vorratsdatenspeicherung: Unter einer Lupe ist das Bildschirmsymbol "gespeicherte Verbindungen" auf einem Desktop sichtbar

Datenschutz vor Kindeswohl?

Nach den Missbrauchsfällen von Bergisch Gladbach und Münster fordern Politik und Polizei mehr Internetrechte für Ermittler. Brauchen wir Vorratsdatenspeicherung, um Kinder besser zu schützen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Dimensionen sind erschreckend: Die Ermittlungen rund um den Missbrauchsskandal von Bergisch Gladbach haben bislang 30.000 digitale Spuren ergeben. Auch der Missbrauchsfall in Münster weitet sich aus: Nach erneuten Razzien in mehreren Bundesländern sind inzwischen 21 Verdächtige festgenommen worden.

Politik und Polizei fordern nun mehr Rechte für Ermittler*innen. Es müsse möglich sein, die Verbindungsdaten von Tatverdächtigen vorübergehend speichern zu können, sagte NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU). Ohne diese Vorratsdatenspeicherung sei es schwer, der Täter "habhaft" zu werden.

Kritiker*innen hingegen sehen darin die Gefahr der Massenüberwachung. Immer wieder werde versucht, mit dem Argument des Kindeswohls den Datenschutz  zu lockern. Die Vorratsdatenspeicherung sei ein schwerer Eingriff in die Grundrechte.

Bei der Vorratsdatenspeicherung werden Anbieter gesetzlich dazu verpflichtet, die Telefon- und Internetverbindungsdaten ihrer Nutzer*innen zu speichern. Ermittelnde könnten dann später darauf zugreifen. Dies verstößt allerdings derzeit laut Europäischem Gerichtshof gegen EU-Recht.

Was ist Ihre Meinung zur Vorratsdatenspeicherung? Ist sie ein geeignetes Mittel im Kampf gegen Kindesmissbrauch? Müssen wir zum Schutz von Kindern Abstriche machen beim Datenschutz? Oder wäre die Vorratsdatenspeicherung ein zu starker Eingriff in die Grundrechte?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Markus Beckedahl, Chefredakteur Netzpolitik.org

Redaktion: Ulrich Horstmann und Moritz Folk

Datenschutz vor Kindeswohl?

WDR 5 Tagesgespräch 02.07.2020 45:42 Min. Verfügbar bis 02.07.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

182 Kommentare

  • 182 Professor Meuthen 02.07.2020, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 181 Anonym 02.07.2020, 13:58 Uhr

    Was ist schlimmer, die schlechte Stimmung odere der Magel an Schutz der Kinder und Daten?

  • 180 Andreas Kalbitz 02.07.2020, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 179 Früchte des Zorns 02.07.2020, 13:58 Uhr

    Die einen sagen so und die anderen so, denn ob der Datenschutz über das Kindeswohl gestellt wird oder umgekehrt, hängt in einem freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat immer davon ab, wer mit dem Primat des Datenschutzes oder mit dem des Kindeswohls mehr erreichen kann. Es wird also fleißig debattiert, ein Arbeitsausschuss gebildet und ungeduldig auf erlösende auf Ergebnisse gewartet. Wenn für diese Weltverbesserer dann keine Zeit mehr vom Tage übrig bleibt, dann müssen halt auch die anderen für den Datenschutz und das Kindeswohl mal etwas mehr tun. Und die Populisten sind sogar noch viel fleißiger bei ihrem Kampf sowohl für den Datenschutz als auch das Kindeswohl, denn sie haben die Hauptverantwortlichen für alle Probleme und ihre Helfer bereits entlarvt. Denn durch ihre ständige Verunglimpfung der herausrageneden Leistungen des gesunden Volksempfindens, seiner alternativen Führer und ihres gerechten Zorns sorgen Gutmenschen und Lügenpresse überhaupt erst für die schlechte Stimmung.

  • 178 Lud 02.07.2020, 13:56 Uhr

    Kindeswohl ist immer unterstützenswert, nur die allgemein rund um die Uhr Überwachung aller, durch VorratsDatenSpeicherung und permanente Videoüberwachung in Geschäften und den öffentlichen Raum, verhindert keine Straftaten. Die Freiheit wird eingeschränkt und freie Meinungäußerung unterdrückt, Nein, wir benötigen eher mehr Datenschutz. --- Wer unter dem Radar etwas in Schilde führt, kennt andere Wege und Schlichen, …

  • 177 Aleander Gauland 02.07.2020, 13:55 Uhr

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  • 176 Björn Höcke 02.07.2020, 13:53 Uhr

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  • 175 A. Weidel 02.07.2020, 13:52 Uhr

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  • 174 Reichsbürger Willi 02.07.2020, 13:49 Uhr

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  • 173 Plausi Controlletti 02.07.2020, 13:49 Uhr

    WDR fragt: "Müssen wir zum Schutz von Kindern Abstriche machen beim Datenschutz?" --- Wir müssen generell Abstriche beim Datenschutz machen, denn der derzeitige Datenschutz-Wahn, mit den zig Seiten, die man durchgelesen haben müsste und die man wahrheitswidrig als gelesen kennzeichnet, weil in seiner gigantischen Banalität das Lesen undurchführbar ist. Es ist ein politisch-juristischer Irrwitz, der uns da aufgenötigt wird. Wirklicher Datenschutz wo er notwendig ist, aber findet nicht statt. Passwörter und Konten kann man jederzeit ändern, aber seinen Körper und die Gesundheits-Chronik niemals. Man höre mal den Chaos Computer Club zu der Datensicherheit der Gesundheitskarte!!!

    Antworten (1)
    • Lud 02.07.2020, 13:59 Uhr

      Wir sollten den Datenschutz nicht weiter aushöhlen. Wer etwas verbergen will findet immer versteckte Weg, nur warum soll die Allgemeinheit immer dafür büßen und ständig überwact werden. ?

  • 172 Sachsendreier 02.07.2020, 13:48 Uhr

    Ein Trauerspiel! Ein niemals endendes. Weil sich Pädophile bevorzugt dort "engagieren", wo sie ihren absonderlichen Neigungen frönen können. Was früher ein wahres Tummelgebiet war, Lebensanstellungen in der Katholischen Kirche, oder das Wirken als staatliche Heimerzieher, ist nach den vielen Skandalen zu sehr in den Fokus gerückt. Somit werden sich Pädos woanders zentrieren, wo sie ebenfalls gut bezahlt werden, möglichst keine "richtige", also anstrengende, Arbeit ausüben müssen, jedoch sehr große Möglichkeiten haben, ihren Trieb auszuleben. Somit dürften sehr viele Hilfsorganisationen unterwandert sein. Es gab auch schon aufgedeckte widerliche Missbrauchsfälle von Friedenstruppen. Französische Täter überwogen dabei, Bildern nach waren es vorwiegend Schwarze. Die bis dahin sicherlich als Vorzeigebeispiele gelungener Migration galten als französische Muslime… Leute, man kann längst nicht mehr so viel essen, wie man ko… könnte.