GroKo-Aus an Nikolaus?

Saskia Esken and Norbert Walter-Borjans halten ihre Daumen hoch

GroKo-Aus an Nikolaus?

Die SPD-Mitglieder haben ihre neue Spitze gewählt. Das Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans soll künftig die Partei lenken. Wie beurteilen Sie das Ergebnis? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Überraschung war groß am Wochenende – Umfragen hatten Finanzminister Olaf Scholz und seiner Ko-Kandidatin Klara Geywitz die größten Chancen eingeräumt. Aber Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans haben das Rennen für sich entschieden – mit gut 53 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von nur 54 Prozent. Die beiden sind mit einem linken Programm angetreten und wollen weg von der Schwarzen Null. Außerdem hatten sie sich im Vorfeld für ein Ende der Großen Koalition ausgesprochen. Einige Jusos hatten sich schon darauf gefreut mit dem Spruch: "Nikolaus kommt das GroKo-Aus!" Doch Esken und Walter-Borjans möchten den Koalitionsvertrag mit der Union nachverhandeln.

Führende Politiker von CDU und CSU lehnen das ab. CSU-Chef Markus Söder sagte im ZDF, es würden keine Forderungen diskutiert, die "rein ideologisch motiviert sind". Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) äußerte sich moderater. Auch in der Mitte der Wahlperiode müsse auf aktuelle Entwicklungen reagiert werden. Allerdings will auch er den Koalitionsvertrag nicht noch einmal neu verhandeln.

Wie es konkret weitergeht, wird sich erst nach dem SPD-Parteitag am kommenden Wochenende zeigen. Dort sollen die Delegierten die neue Parteispitze offiziell wählen.

Was erwarten Sie von der neuen SPD-Spitze? Trauen Sie ihr zu, die Partei aus der Krise zu führen? Was könnte ein Linksruck für die SPD bedeuten? Droht das baldige Aus der GroKo?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Angela Ulrich, Korrespondentin ARD-Hauptstadtstudio

Redaktion: Ulrich Horstmann und Lioba Werrelmann

GroKo-Aus an Nikolaus?

WDR 5 Tagesgespräch 02.12.2019 46:26 Min. Verfügbar bis 01.12.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

128 Kommentare

  • 128 SPD-Mitglied 02.12.2019, 13:59 Uhr

    ich bin auch nicht mehr die Jüngste und seinerzeit wegen Willy Brands Ostpolitik in die SPD eingetreten. Dass die SPD an der Seite Angela Merkels immer mehr an Profil verlor, schmerzte mich und ich war eigentlich sicher, dass die Basis der allgemeinen Empfehlung folgen und Scholz wählen würde. Resigniert machte ich mein Kreuz bei Esken/Borjans und bin sprachlos vor Freude.Jetzt besteht Hoffnung!

  • 127 Die Stachel im Fleisch 02.12.2019, 13:58 Uhr

    Den Genossen der Bosse und Putin-Männerfreund Gerhard Schröder, der seine neoliberale Zuverlässigkeit durch den Sozialabbau mit der inhumanen Hartz-IV-Abrissbirne nachgewiesen hat, wird die SPD wahrscheinlich weder mit einem vermeintlichen Linksruck noch mit einem GroKo-Aus-Nikolaus los. Und ob das neue Duo die Partei-Karre aus dem neoliberalen Sumpf herausbekommt, ist auch nicht sicher. Schließlich hatte die SPD bereits mit dem Rauswurf des rassistischen Sklaverei-Experten Thilo Sarrazin sogar noch größere Probleme als mit der GroKo.

  • 126 Dirk 02.12.2019, 13:58 Uhr

    Unabhängig von ihrer Führungsspitze erhielte die SPD erst dann wieder mehr Zustimmung, wenn sie sich z.B. die in diesem Jahr bei ihrer Landeswahl im ,Folketing' erfolgreichen dänischen Sozialdemokraten zum Vorbild nehmen würde, nachdem diese zuvor schnelle Abschiebungen, Restriktionen beim Familiennachzug und eine „Obergrenze für nichtwestliche Einwanderer“ forderten sowie den Abbau von Sozialleistungen aufzuhalten und Investitionen ins Schul- u. Gesundheitswesen versprachen (die u.a. mit Besteuerung von Konzernen und Wohlhabenden finanziert werden soll) – nachdem sie bereits seit 2015 einen restriktiven Migrationskurs vertraten und die rigorose Migrationspolitik der liberal-konservativen Regierung unterstützten (z.B. bei Abstimmungen über Asyl und Burkaverbot)!

  • 125 kleinesRädchen 02.12.2019, 13:56 Uhr

    Dem Einzigen, dem ich wahrhaftig Regierungsfähigkeit zutraue, ist Siegmar Gabriel! Aber...Rangelrangelringelrangel....einfach dumm, das Kreuzchen verschwendet!!!

  • 124 Breslein 02.12.2019, 13:54 Uhr

    In den letzten 21 Jahren 16 Jahre an der Regierung und dann so tun als ob man am Zustand des Landes unschuldig ist ist schon sehr frech.

    Antworten (2)
    • Fräulein 02.12.2019, 13:57 Uhr

      Vielleicht hofft man bei der SPD auf "Frechheit siegt"?

    • Renate Meile 02.12.2019, 13:59 Uhr

      Sie haben recht. Ich finde die Aussagen der Kanzlerin auch unverschämt. Wer hat denn seit 14 Jahren die Richtlinienkompetenz?

  • 123 kleinesRädchen 02.12.2019, 13:53 Uhr

    Der Parteienstaat ist gescheitert.Die Legislaturscheuklappenträger in Berlin wissen in Wahrheit keine Lösung, haben Parteienegos und Macht im Sinn! *Wir wollen*...diese Worte kann man nicht mehr hören! Parteienzickzackkurs von A( 1949 ) nach B (2019). Der Parteiengeist macht blind für die Realität. Man opfert Vernunft und Weisheit diesem dummen Parteiengerangel, egal, was da auf der Strecke bleibt! Schon Richard von Weizsäcker, m.E. der beste Präsident, den wir je hatten, warnte davor! Keine Alternative ? Weit gefehlt, und ich bin KEIN NAZI UND SCHON GAR NICHT RECHTSRADIKAL. WER soll diesem Unvermögen, unser Land zu führen, denn ein Ende setzen.Vielleicht die Grünen, die ein WOHLWOLLENDES NATIONALIBEWUSSTSEIN, das jedem Volk dieser Welt zusteht ablehnen?? Oder vielleicht die da hoch oben auf dem gelben Wagen, LIBERAHAHAHL? die UR!!!dummerweise noch immer ERLAUBTE NPD? Es gibt nur eine Alternative, dann man regiert derzeit nicht FÜR, sondern ÜBER uns!

  • 122 Karina 02.12.2019, 13:52 Uhr

    Vielen Dank für die gute Diskussion, die kompetente Sachverständige und die gut informierten Anrufer! Besonders bedanken möchte ich mich beim vorletzten Anrufer, Horst Mittau, der mir aus dem Harzen sprach. Auch der letzte Anrufer, Uwe Schrader, hat mir imponiert: Obwohl er selbst CDU-Anhänger ist, wunderte er sich, dass man gleich über die frisch Gewählten herfällt und ihnen nicht wie üblich, 100 Tage Zeit gibt, sich zu bewähren. Sogar die CDU kann Vorteile daraus ziehen, wenn die SPD jetzt eine linkere Politik einfordert und die CDU sich als DIE Konservative profilieren kann, die keine AFD nötig macht ! Und:Wozu soll überhaupt gewählt werden, wenn das Ergebnis vorgegeben ist und sich die Wähler nicht frei entscheiden dürfen ??

  • 121 Fräulein 02.12.2019, 13:49 Uhr

    Wer wahlweise über das Selbstbild der SPD lachen oder weinen möchte, der rufe einfach mal beim Bürgertelefon der SPD in Berlin an. Der Sinkflug der eigenen Prozente scheint dort noch nicht richtig angekommen zu sein. Fehler wurden seitens der SPD jedenfalls keine gemacht. Nur der (uninformierte/dumme) Bürger sei zu "dämlich" (sinngemäß), die wunderbare und effektive Arbeit der Partei zu erkennen. Wie gesagt: Fehler hat die SPD keine gemacht. Niemals!

    Antworten (1)
    • kleinesRädchen 02.12.2019, 13:54 Uhr

      Doppelspitze...dass ich nicht lache! Neue Ausgabe von unfähigen Wortkosmetikern....wegtreten wie gehabt!

  • 120 Mogli 02.12.2019, 13:36 Uhr

    Die SPD zerlegt sich immer mehr. Was soll das jetzt mit der Doppelspitze zweier relativ unbekannter Personen, die verbal herumeiern und nichts verbessern werden. Die SPD ist völlig überflüssig geworden - wer früher diese Partei gewählt hat, wählt heute als wesentlich kompetentere Alternative die Grünen.

    Antworten (1)
    • Hörer 02.12.2019, 13:49 Uhr

      „…wer früher diese Partei gewählt hat, wählt heute als wesentlich kompetentere Alternative die Grünen.“ Eine Bitte an Sie, werter Mogli: Kennzeichnen Sie Ironie doch bitte als die solche; sie wird nicht des Öftern als solche nicht erkannt. Sie haben einen trockenen Humor!

  • 119 OTTO 02.12.2019, 13:33 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 118 Arbeiter 02.12.2019, 13:30 Uhr

    Wenn ich hier so manche Kommentare lese, dann bin ich umso glücklicher mit meiner Stimme dazu beigetragen zu haben, dass diejenigen, die der SPD den Niedergang wünschen, nun wie Rumpelstielzchen toben. Für Freiheit, Fairness, Fürsorge!

    Antworten (2)
    • Fräulein 02.12.2019, 13:41 Uhr

      Ich glaube nicht, dass jemand (außer die AFDler) der SPD den Niedergang wirklich gewünscht hat. Wenn sich aber eine Partei über Jahrzehnte ständig selbst ins Knie schießt, indem sie ihre Grundsätze verrät, dann kann man nur noch sagen: Tschö mit Ö. Im übrigen begrüße ich den Ausgang der Wahl und wäre auch sehr für ein Verlassen der GroKo. Leider befürchte ich aber auch, dass es für (fast) alle Eigenrettungsversuche seitens der Partei zu spät sein könnte. Zu spät, zu halbherzig, zu viel Vertauen verloren und nicht wieder aufgebaut.

    • Fräulein 02.12.2019, 13:51 Uhr

      Die SPD hat natürlich kein Vertauen, sondern Vertrauen verloren. (Vertauen wär ja nicht so schlimm gewesen …;O)