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Organspende - ist Widerspruch die Lösung?

Das gereinigte Spenderherz wird in den Brustkorb des kranken Patienten implantiert.

Organspende - ist Widerspruch die Lösung?

Jeder gilt nach seinem Tod automatisch als Organspender – außer man widerspricht aktiv. So lautet der Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Was halten Sie davon? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch.

Etwa 9.400 Patienteninnen und Patienten warten derzeit auf ein Spenderorgan. Im vergangenen Jahr 2018 haben bundesweit 955 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe gespendet – das sind zwar etwas mehr als in den Vorjahren, insgesamt aber zu wenig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hofft, dass es durch die "doppelte Widerspruchslösung" mehr Organspenden geben wird. In dem Gesetzesentwurf, den er und Abgeordnete anderer Fraktionen am Montag (01.04.2019) vorgelegt haben, steht: nur wer die Organspende aktiv ablehnt, wird nach seinem Tod nicht automatisch zum Organspender. Allerdings können auch Angehörige im Sinne des Verstorbenen widersprechen.

An Jens Spahns Entwurf gibt es heftige Kritik. Grünen-Chefin Annalena Baerbock will zusammen mit Abgeordneten fast aller Parteien einen Gegenentwurf machen: nur wer aktiv zugestimmt hat, soll nach seinem Tod zum Organspender werden, so die Idee der Abgeordneten. Wichtig sei aber, dass jeder und jede gefragt werde – zum Beispiel vom jeweiligen Bürger- oder Einwohnermeldeamt, denn einen Ausweis brauche schließlich jeder. In anderen europäischen Ländern wie Österreich, den Niederlanden und Spanien gilt bereits seit einiger Zeit eine Widerspruchslösung bei der Organspende.

Was halten Sie von der so genannten "Widerspruchslösung"? Würden Sie aktiv widersprechen? Haben Sie schon einen Organspendeausweis und halten die Lösung mit der "Widerspruchslösung" auch für sinnvoll? Haben Sie Verständnis für Freunde, Bekannte oder Angehörige, die einer Organspende widersprechen würden? Wie wäre es, wenn ein ausgefüllter Organspende-Ausweis die eigene Wartezeit auf eine benötigte Spende verkürzen würde? Sollten Organspenden EU-weit verteilt werden? Warum gibt es in Deutschland Ihrer Ansicht nach so wenige Organspender?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Dr. Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, Professor für Systematische Theologie (Ethik) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Redaktion: Jessica Eisermann und Heiko Hillebrand

Organspende - ist Widerspruch die Lösung?

WDR 5 Tagesgespräch 02.04.2019 46:31 Min. Verfügbar bis 01.04.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

153 Kommentare

  • 153 Beasty 02.04.2019, 13:59 Uhr

    Leider wird die Forschung bz. Xeno-Organe (Tier mit menschlichen Genen ) oder auch die Gentechnik und die Tierversuche selbst von unseren Grün*innen Weltverbesser*innen bekämpft. Dann könnte das Thema Organspende 5 Min vor dem Tod oder 5 Minuten später vom Tisch sein. Spitzenforschung in vielen Bereichen wird blockiert, so das nur noch Forschung im Ausland möglich ist.

  • 152 Ulf Lindermann 02.04.2019, 13:58 Uhr

    Egal, ob Organspende oder Pflegenotstand: Wir brauchen keine Politiker wie Spahn, die ständig nur das Pferd von hinten aufziehen und somit Probleme allenfalls nur verlagern oder sogar noch vermehren. Wir brauchen stattdessen endlich das Bedingungslose Grundeinkommen, welches all diese von CDU und SPD aufgestapelten Probleme löst. Wer gesund leben und arbeiten kann, der ist nunmal weitaus weniger ein Kandidat für Krankheit und Organbedarf, als vergleichsweise die Opfer der heutigen AGENDA 2010, die erst den ganzen Erkrankungs- und Pflegenotstand verursacht hat.

  • 151 Die Diskussion 02.04.2019, 13:58 Uhr

    ist unehrlich. Herr Spahn, in meinen Augen ein Kapitalist reinster Güte, geht es doch gar nicht um die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen. Es geht ihm auch hier, makabererweise, nur wieder um Gewinn und Macht. So wie heute jede Klinik in erster Linie ein "Wirtschaftsunternehmen" ist, das sich amortisieren soll.

  • 150 Gnom 02.04.2019, 13:53 Uhr

    Nach guter alter Väter-Sitte, erinnert sehr an meine Jugendzeit, wer nicht "verweigert" wird zum Dienst mit der Waffe gezwungen! Fällt den Politikern immer nur Zwang ein, wenn es um Staatsräson geht? Gibt es zuwenig zu transplantieren muss Druck aufgebaut werden! "Die können ja verweigern!" Na klar, das Weitere regelt ein Bundesgesetz! Nein, Herr Spahn, so geht es nicht! Das wird ein Schuss ins Knie, ich hoffe ihres und nicht etwa das eines "Spendierwilligen"! Ach ja, "Truppen-Ulla hat Nachwuchssorgen? Also, Frau der Leiden, schonmal an "Druck" gedacht? "Die können ja verweigern!" Ja, genauso sind sie, die Politiker! Das Weitere regelt ein Bundesgesetz!

  • 149 Auch Organe werden sicher 02.04.2019, 13:53 Uhr

    Wer von den hilfreichen Behandlern im deutschen Gesundheitswesen als Simulant vorgetäuschter Unverträglichkeiten enttarnt, als tatsächlich psychisch Kranker diagnostiziert und zum Schutz vor sich selbst und vor den im Grunde unverdienten Grundrechten wie Menschenwürde, körperliche Unversehrtheit oder freie Entfaltung der "gestörten" Persönlichkeit mithilfe ausreichend dosierter und Arbeitsplätze sichernder Psychopharmaka ruhig gestellt wurde, müsste eigentlich sozial verträglich zur Sicherung der Rente für rechtsunfähig erklärt werden, wenn solch ein undankbarer Patient dann noch immer der Entnahme seiner Organe widersprechen will. Stattdessen könnte bei solchen renitenten Patienten vor ihrem Widerspruch nach dem Rechtsempfinden der um den Glücksfall der medizinischen Forschung besorgten Bürger mit geeigneter Medikation der Hirntod hinreichend sicher festgestellt werden, und zwar zum Wohle der Leistungselite, die in diesem Land traditionell und grundsätzlich Besseres verdient.

  • 148 paola 02.04.2019, 13:52 Uhr

    Schon die verwendeten Begriffe sind irreführend: "Leben retten" statt "Leiden verlängern; denn der Schwerkranke wird sterben - nur später, aber unter unverhältnismäßigen Kosten für das Gesundheitswesen und zum Riesenprofit der betreffenden Krankheitsindustrie. Der sog. "Spender" aber soll die benötigte humane Biomasse auch noch gratis und freiwillig zur Verfügung stellen, allerdings laut Herrrn Spahn demnächst gezwungen. Also natürlich für den guten Zweck! Der Hirntodbegriff wurde erfunden, um ethische Einsprüche zu beseitigen. Dabei weiß kein Naturwissenschaftler, was der Tod des Menschen ist und wann er eintritt. Die Theologie weiß es und hat Belege. Die Seele des Menschen ist unsterblich, und nachweislich ist das Bewusstsein unabhängig von Gehirnströmen. Siehe die Nahtoderlebnisse. Daher gehört ans Sterbebett der Priester. Nach dem Tod behält die Seele weiter eine Verbindung zum Körper. Siehe den Totenkult aller Religionen. Deswegen möchte sie auch nicht in einen fremden Körper.

  • 147 Herr Spahn 02.04.2019, 13:52 Uhr

    sollte nicht über die Körper anderen Menschen entscheiden dürfen, sondern nur über seinen eigenen. Der, der keinen Organ-Spende-Ausweis hat oder auch keinen Vermerk in seinem Testament oder in der Patienten-Verfügung, ist logischerweise auch kein Spender. Was braucht es da noch eine Widerspruchslösung, die überflüssig und blödsinnig ist?

  • 146 Kaspar 02.04.2019, 13:52 Uhr

    „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Für mich ist die "Widerspruchslösung" bei der Organspende staatliche Gewalt in höchstem Maß. Der Staat verfügt über meinen Körper. Es sei den ich widerspreche. Wie viele Menschen werden dazu nicht in der Lage sein. Ist zu erwarten, das jeder Mensch sich intensiv mit dem Thema Organspende auseinander setzt und eine freie Entscheidung trifft - treffen kann? Wo ist die objektive Aufklärung was bei einer Organentnahme passiert. Bin ich wirklich tot? Wo ist die Aufklärung was Hirntod bedeutet? Stimmt es das "Hirntote" Refexe haben und bei der Organentnahme betäubt, festgeschnallt oder die Refexe unterdrückt werden? Kann ich dem Staat vertrauen, dass mein Widerspruch im Register auch gefunden wird? Wer wird das kontrollieren?

  • 145 Thomas Stada 02.04.2019, 13:51 Uhr

    Wenn das stimmen sollte, was hier Kommentatoren wie Manfred Pahlow sagen, daß die meisten OP´s und Organtransplantationen leicht vermeidbar wären und nur aus ärztlichem Profitinteresse getätigt werden, dann ist das ein Skandal und diese Ärzte gehören wegen gewerblicher Körperverletzung und wegen Mordes angeklagt anstatt von Spahn hofiert ! Und daß da was wahres dran sein muß, was diese Kommentatoren da schreiben, der Verdacht kommt bei mir auch deshalb auf, weil viele andere Länder in der EU weit weniger OP´s und Organtransplantationen durchführen als vergleichsweise Deutschland.

  • 144 Bigotterie 02.04.2019, 13:48 Uhr

    Jens Spahn, der umtriebigste Minister aus Fr. Merkels Kabinett, zeigt auch hier wieder Entschlossenheit, eine Problemlösung aus dem Geist der Bürokratie zu erschaffen, indem er den Menschen im Lande die Organspendebereitschaft zuschreibt, sofern sie nicht widersprechen. Ganz anders bei Menschen, die unheilbar krank ihr Leben selbst beenden wollen. Diesen verweigert derselbe Herr Spahn das notwendige Medikament und ignoriert bewusst und fortlaufend ein anders lautendes höchstrichterliches Urteil!

    Antworten (1)
    • G. Heim 02.04.2019, 13:56 Uhr

      Die gesellschaftliche und politische Bigotterie findet sich auch noch in vielen anderen Beispielen, gehäuft aber rund um die Themenkreise "Schwangerschaft/Geburt" und "Sterben/Tod". Es ist manchmal zum Knochenkotzen.

  • 143 Wer weiß 02.04.2019, 13:46 Uhr

    , ob der schlaue und so wirtschaftlich denkende Herr Spahn auch selbst einen Organ-Spende-Ausweis hat? Da lobe ich mir schon eher einen Herrn Steinmeier, der nachweislich Wasser predigt und Wasser trinkt.

    Antworten (1)
    • G. Heim 02.04.2019, 13:52 Uhr

      Bei Herrn Steinmeier war es eine LEBENDSPENDE für seine Frau. Also etwas sehr, sehr Persönliches. Und etwas, wovon er selber profitieren durfte. Das ist nicht unbedingt mit den hier diskutierten Organspenden durch Organentnahme bei einem Sterbenden zu vergleichen.

  • 142 Karina 02.04.2019, 13:46 Uhr

    Vielen Dank für den hervorragenden Studiogast und die ganze wertolle Diskussion, die den Hörern die eigene Entscheidung sicher erleichtern wird.

  • 141 G. Heim 02.04.2019, 13:45 Uhr

    Aus "kann" wir "soll" wird "muss"? Ist auch die Abfolge bei der Frühuntersuchung bei Schwangerschaften, wo sich Mütter mittlerweile rechtfertigen müssen, wenn sie trotz "Risikoschwangerschaft" auf eine Frühuntersuchung verzichten oder trotz Befund sich für ihr behindertes Kind entscheiden. Hier sind wir in der gesteigerten "Soll-Phase", in der zunehmend Druck in Richtung auf ein gewünschtes Ergebnis (keine Geburt von Kindern mit Behinderungen) gemacht wird. Bei den Organen ist das gewünschte Ergebnis: Deine Organe gehören dem Staat, also her damit! Hier wird gerade die "Soll-Phase" massiv vorbereitet. Auch durch die einseitige und Informationen (bewusst) unterschlagende Berichterstattung in den ÖR-Medien. Bis zur "Muss-Phase" ist es dann nicht mehr weit.

  • 140 Die Würde 02.04.2019, 13:40 Uhr

    des Menschen ist unantastbar, heißt es in unserem Grundgesetz. Gottlob - nach 1945 - und hart erkämpft. Und kommt ein werter Herr Spahn und zerdeppert wie ein Elefant im Porzellan-Laden diese Errungenschaft. Indem er aus dem Menschen eine Autowerkstatt machen will. Aber ohne mich!

    Antworten (1)
    • A. Voelker 02.04.2019, 13:56 Uhr

      Würde und Unantastbarkeit wird zur Folklore.

  • 139 So lange 02.04.2019, 13:36 Uhr

    die Organ-Mafia international grünt und blüht und sogar unter Medizinern immer noch Unsicherheit rund um den sog. Hirntod herrscht, sage ich nein zur Organ-Spende. Ein Eintrag auf unserer Gesundheitskarte ja oder nein sollte reichen. Damit erspart man Deutschland einmal mehr auch unnötigen Papierkrieg, der sich zu einem unbezähmbaren Monster auswachsen kann.

  • 138 Manfred Pahlow 02.04.2019, 13:34 Uhr

    Nur zwei Beispiele, die die heutige Schulmedizin entlarven: Ein Patient von mir kam mit allerlei schulmedizinischen Labordiagnostikkram und Säcken voller Pharmaka zu mir, weil die Ärzte ihm im Krankenhaus eingestritten haben, daß er laut Laborbefunden sterbenkrank sei und dringend all die verordneten Medikamente einnehmen müsse. Ich habe dann nach und nach für diesen kerngesunden "Patienten" aufklären können, daß die Laborbefunde auf teils einfachsten Kunstfehlern der Schulmedizin beruhten. Ein anderer Patient war hingegen wirklich lebensbedrohlich krank, während ihm die Schulmediziner einstritten, daß er doch kerngesund sei. Fast wäre er verstorben, wenn ich nicht noch seine MCS-Erkrankung entdeckt hätte, die ihm all seine Pein eingebracht hat. Diese entlarvenden Beispiele aus unzähligen zeigen: Kein Schulmediziner darf über den Tod von Patienten entscheiden.

    Antworten (2)
    • Scharlatan? 02.04.2019, 13:40 Uhr

      Wenn einer so eindringlich über "Schulmedizin" schwadroniert, gleichzeitig von "seinen" Patienten labert, kann er eigentlich nur mindestens ein fehlgeleiteter, sich selbst überschätzender Heilpraktiker oder - schlimmer - ein Scharlatan sein, der aus dem Leid von Schwerkranken noch ein paar Euro herausmelkt...

    • G. Heim 02.04.2019, 13:54 Uhr

      @Scharlatan? Oder vielleicht jemand, der in diesen Fällen tatsächlich besser war als die Schulmediziner? Kann man ja wirklich nicht ausschließen.

  • 137 Anna Elisa 02.04.2019, 13:34 Uhr

    Mein Mann und ich haben eine Patientenverfügung, wir konnten uns darin nicht für oder gegen eine Organspende entscheiden, das müssen die Angehörigen dann kurzfristig nach Sachlage entscheiden. Ich stelle mir vor, mein Mann stirbt friedlich Zuhause und dann muss er kurz vor seinem Tod ins Krankenhaus an Apparate, damit man seine Organe nach Hirntod entnehmen kann. Für mich eine beunruhigende Vorstellung. Ich habe vor Jahren im tibetischen Totenbuch gelesen, dass buddhistischen Sterbenden vorgelesen wird, wie ihre Seelen den richtigen Weg zur Erlösung finden und nicht in einem Zwischenreich verhaftet bleiben. Die religiöse Dimension ist in dieser Frage gar nicht bewertet worden - die Kirchen halten sich sehr zurück. Organe spenden hat ja auch eine soziale, christlich bestärkende Dimension.

  • 136 Das Ganze... 02.04.2019, 13:33 Uhr

    ...erinnert mich fast ein bisschen an diesen Film mit Scarlett Johansson und Ewan McGregor. Die dachten sie landen irgendwann auf einer Insel, waren aber in Wahrheit Replikanten und dienten nur als Ersatzteillager für ihre Originale. Gruselig - ganz schlechte Matrix! Ich finde auch, dass unsere Politiker gut bedient wären sich um die vielen anderen wirklich Wichtigeren Baustellen im Land zu kümmern, als jetzt das ins Visir zu nehmen. Aber mir beweist das nur einmal mehr, wie Kopflos und unverantwortlich man hier generell agiert. Eine Spende kann immer nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Zwang erzeugt hier allenfalls Widerstand. Und gerade bei einem so sensiblen und komplexen Thema wie Organspende halte ich diesen Weg für absolut Kontraproduktiv. Ich stehe diesem Thema generell äußerst kritisch gegenüber und werde daher auch entsprechendes festlegen!

  • 135 Warum einfach? 02.04.2019, 13:33 Uhr

    ...wenn's auch kompliziert geht? Wir Deutschen mit der Regelungswut... - Einfach und elegant machen es die USA vor. Dort muss jeder beim Empfang des Führerscheins ankreuzen, ob er/sie bereit ist, Organe zu spenden. Bei "ja" kommt ein kleiner Aufkleber "donor" in den Führerschein, fertig. Ergebnis: 60% sagen JA. - Widerspruchslösung überflüssig. - Das Problem ist doch, dass sich die meisten keine Gedanken machen, also muss man sie fragen. Aber das kriegen wir nie hin...

  • 134 Paola 02.04.2019, 13:32 Uhr

    Die Werbung für "Organspende" ist zu suggestiv: "Organmangel", "Fakt" des "Organbedarfs", "Leben retten", "Hirntoddiagnose" usw.: Diese Werbung für ein Riesengeschäft

    Antworten (1)
    • G. Heim 02.04.2019, 13:49 Uhr

      Und die Öffentlich-Rechtlichen machen fleißig mit! Statt Werbung wären aber Objektivität und Fakten gefragt. Das wäre dann auch wieder Journalismus. Findet aber bei bestimmten Themen nicht mehr statt.

  • 133 Um das Tier 02.04.2019, 13:31 Uhr

    wird ein Riesentheater veranstaltet - völlig zu Recht. Denn ist es einfach nur widerlich, wie mit dieser Kreatur umgesprungen wird. Die vor unserem Gesetz immer noch als Sache gilt, wie Schuhe oder Schränke. Und nun scheint der Mensch an der Reihe zu sein. Den man neuerdings ausweiden darf wie einen kapitalen Hirschen nach der erfolgreichen Jagd. Auch die Würde des Menschen ist unantastbar. Das vergessen die Herren Spahn und Co., die sich für die Organspende begeistern, scheins! Schrecklich, dass solche Menschen unser Land regieren!

  • 132 Rosi Franz 02.04.2019, 13:27 Uhr

    Wie Gesundheitsminister Spahn schon den Ärztemangel angegangen ist, er zwingt sie einfach länger zu arbeiten. Ein ganz kluger Minister, so hofft er wohl jetzt mit seinen interfraktionellen "Gewissensentscheidern" und "Mitstreitern", dass die Menschen vergesslich sind und den Widerspruch zur Organspende vergessen. Er sollte mal schauen wie überfüllt die Arztpraxen sind und wieviel "Bürokratie" da abzuleisten ist, bevor man sich überhaupt um die Patienten kümmern kann. Bei der Widerspruchslösung sollen wir ihm vertrauen? Nein Danke. Der ehrgeizige Herr Spahn strebt wohl höhere Ämter an, interfraktionell stehen ihm wohl alle Türen offen. Aber er scheint blind zu sein.

  • 131 Renate Meile 02.04.2019, 13:20 Uhr

    Wie wäre es denn mit guter Forschung im Bereich der 3-D-Drucker, um die passenden Organe irgendwann herstellen zu können? Ach, ich vergass das Land der Ingenieure gab es mal in grauer Vorzeit. Jetzt ist es das Land der Lauschepper, irgendwas mit Medien und Gendersternerinen

    Antworten (2)
    • Medizinischer Laie 02.04.2019, 13:33 Uhr

      Soweit ich da informiert bin ist es möglich, auf einem Substrat Hautzellen von Menschen mit großflächigen Verbrennungen in Nährlösungen wachsen zu lassen und dann den Patienten diese zu transplantieren. Ein Schritt in die von Ihnen erstrebte Richtung.

    • Hein Blöd 02.04.2019, 13:53 Uhr

      Solche guten Ideen greifen nicht, solange genügen Lebend-Ersatzteile zur Verfügung stehen. Auch bin ich mir nicht sicher, wie hier im Vergleich der Aufwand und die Kosten im Vergleich zum Nutzen stehen - denn das sind je immer Faktoren auf die es ankommt, auch in der Pharmazie. Es hat ja schon erstaunlich gute Medikamente gegeben, deren Produktion eingestellt wird, nur weil man nicht genug damit verdient, bzw. sie sind gar nicht erst hergestellt worden, weil entweder mit zu hohen Kosten verbunden oder die Erkrankung zu selten ist. Da werden Menschenleben zu Kollateralschäden und der hippokratische Eid wird zur Farce. Und so lange das so ist, bin ich nicht bereit als Ersatzteillager zu funktionieren!

  • 130 Renate Meile 02.04.2019, 13:17 Uhr

    Man könnte auch in bestimmten Abständen von den Krankenkassen gefragt werden. Entscheidung wird dann auf der Versicherungskarte eingetragen. Aber nein, es muss die Widerspruchslösung sein, in der Hoffnung, dass viele dies, aus welchen Gründen auch immer, nicht wahrnehmen. Doof und faul spenden gut! Die Widerspruchslösung ist m.E. grundgesetzwidrig und ich hoffe, dass es zu einer Verfassungsklage kommt, wenn die Widerspruchslösung (Un)Recht wird.

  • 129 kleinesRädchen 02.04.2019, 13:16 Uhr

    Darf ich jemandem eine Entscheidung abverlangen, die ihn der monetär-gestützten Medizin ausliefert? NEIN!Wer garantiert schriftlich und verantwortlich die Richtigkeit jeglichen Eingriffes? Freibrief zur Körperverletzung, wobei es keine Menschenseele gibt, die das Tun VERANTWORTET UND DIE RICHTIGKEIT BEWEIST? Es gibt keinen Menschen, der das kann, weil die Medizin überhaupt nicht in der Lage ist, in ihren eigenen Reihen für die Loyalität ALLER betreffenden Chirurgen zu GARANTIEREN ! Deshalb bin ich der Meinung, dass die Politik aufklären und werben muss: Da hat Herr Spahn erst einmal seine Arbeit abzuliefern! Er scheint gar nicht daran interessiert zu sein, die Menschen (er selber ist übrigens auch einer!) davon zu ÜBERZEUGEN, dass man gesunde Organe, die Andere retten könnten, nicht begraben und verfallen lassen sollte! Er will kneifen und den Spenderlevel erhöhen...irgendwie:Seine Aufgabe: Die Zahl der freiwilligen Spender erhöhen!Arglistig die stummen Nichtentscheider einsacken?NEE

  • 128 Gerhard Franzen 02.04.2019, 13:15 Uhr

    Juristisch reicht bereits ein vager Verdacht aus, daß ein Messer mißbraucht werden könnte, sodaß ich ein Messer in kein Fußballstadium mitnehmen darf, selbst dann nicht, wenn ich ein unbescholtener Bürger mit 1A polizeilichen Führungszeugnis wäre. Und genau diese juristische Konsequenz fordere ich auch gegen den Spahn´schen Irrsinn dieser Widerspruchslösung. Denn wird dieser Spahn´sche Irrsinn Gesetz, so kann dieser gesetzliche Unfug nach Belieben von Ärzten mißbraucht werden.

  • 127 Kein lebendes Ersatzteil 02.04.2019, 13:15 Uhr

    --- und noch eine Frage kommt mir ins Bewustsein: Wer garantiert mir mit der Spende, wobei das Wort ja schon Freiwilligkeit ohne Register suggeriert, dass dann diese Lebensverlängerung nicht für andere Menschen tödlich sein kein ...

  • 126 Medizinischer Laie 02.04.2019, 13:13 Uhr

    In meinem Beitrag Nr. 23 habe ich auf die Forschung an Stammzellen als von mir vermutete mögliche Alternative zur Organtransplantation mit all ihrer Problematik verwiesen. Da der Gast Dr. Peter Dabrock als Theologe hierzu aufgrund eigener Expertise keine Aussage machen kann, stelle ich hiermit diese Frage an einen entsprechenden Mediziner.

    Antworten (1)
    • Martin Weidner 02.04.2019, 13:31 Uhr

      Ich bin auch nur Laie, aber das letzte, was ich dazu gehört habe, war, dass die Forschung noch nicht so weit ist.

  • 125 Nostradamus 02.04.2019, 13:11 Uhr

    Mir ist das ganze Thema generell viel zu unsicher aber nicht nur aus diesem Grund möchte ich keine Organe spenden. Auf gar keinen Fall finde ich es in Ordnung, dass die Politik sich hier anmaßt das regeln zu müssen. Die sollen sich gefälligst um andere wichtige Dinge kümmern und davon haben wir jede Menge. Was mit meinen Organen passiert ist meine Privatsache und geht weder den Staat noch den Gesundheitsminister etwas an! Ich lasse mich hier auch nicht emotional-moralisch erpressen oder ähnliches. Man macht sich am Besten gleich ein Tattoo an exponierter Stelle: kein Organspender - sonst kann man nicht sicher sein, dass man nicht doch noch gegen seinen Willen ausgeweidet wird...

  • 124 gottlieb 02.04.2019, 13:06 Uhr

    Motorradfahrer sollten grundsätzlich als Organspender zur Verfügung stehen. Erst letztes Wochenende konnte ich bei dem schönen Wetter sehen, wie viele Motorradfahrer ihre Kisten voll aufdrehen, Lärm wie ein Düsenjäger beim Start machen, und rücksichtslos überholen. Diese Personengruppe sollte als Ausgleich bei einem Unfall ohne jede Rücksprache als Organspender behandelt werden.

    Antworten (3)
    • G. Heim 02.04.2019, 13:21 Uhr

      Kein Scherz: Wenn die Motorradsaison losgeht, reiben sich die Organtransplantateure die Hände. Dort sorgt der Helm dafür, dass die Gehirne ob der hohen Geschwindigkeiten bei einem Unfall nicht völlig zermatscht werden. Wenn man jetzt noch Tragen von Helmen auf E-Bikes verbieten würde, nähme die Zahl der Hirntoten vielleicht noch einmal zu.

    • Martin Weidner 02.04.2019, 13:38 Uhr

      Genau, und Autofahrer sollten generell als Versuchstiere für Forschung zur Verfügung stehen und alle Kreuzfahrtschiff-Urlauber sollen für Lebend-Spenden verpflichtet werden und alle Raucher sollte man häuten zugunsten der Lederindustrie. Und Schreiber solcher Kommentare sollte man das Gehirn amputieren, weil sie es eh nicht benutzen. *Satire aus*

    • Christoph 02.04.2019, 13:49 Uhr

      Ich stimme zu: Helm- und Gurtpflicht, Sicherheitskleidung und rote Westen für Jäger gehören abgeschafft im Falle eines Organspendegesetztes.

  • 123 Uel 02.04.2019, 13:06 Uhr

    Systematische Theologie, ... der Gag ist gut! ... aber zur Sache: Ich denke, Transplantationsmedizin sollte die Ausnahme in der Medizin bleiben und nicht zur Regel in Utopia werden: wenn Teile am Menschen nicht mehr so gut sind montiert man sie ab und geht in die Kühlhallen oder zu Computersuchmaschinen und besorgt sich die besseren passenden Austauschteile wie beim "Autoverwerter". Der Mangel derzeitig an Transplantierbarem hindert die Medizin Dinge zu propagieren, die bei einem Überangebot von Spendern durchspielbar würden. Das Ganze sollte auch wirklich nur auf lebensrettende Organe begrenzt bleiben und nicht zum generellen Austausch schlecht durch besser ausufern.