30 Jahre Kinderrechte – wie weit sind wir?

Die erste Beratung im Bundestag: Es wird noch viel Streit geben

30 Jahre Kinderrechte – wie weit sind wir?

Die UN-Kinderrechtskonvention wird 30. Kinderrechte sollen ins Grundgesetz. Wie geht es Kindern in Deutschland? Wie steht es um ihre Rechte? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Heute ist der Internationale Tag der Kinderrechte. Er geht zurück auf die Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention vor 30 Jahren. Deutschland hat sie 1992 mit Vorbehalten ratifiziert, seit 2010 gilt sie uneingeschränkt. Aktuell plant die Bundesregierung die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz. Das ist die formale rechtliche Seite.

13,6 Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland. 2,4 Millionen davon waren 2018 von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht, laut Statistischem Bundesamt. Das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahr.

Gleichzeitig haben aber offenbar die Fälle von Vernachlässigung und Gewalt zugenommen. Jedenfalls ist die Zahl der von Jugendämtern registrierten Fälle von Vernachlässigung, psychischer, körperlicher oder sexualisierter Gewalt gestiegen, um zehn Prozent gegenüber 2017, auf rund 50.400 Fälle. Eine Zahl, hinter der sich 50.400 Einzelschicksale verbergen.

Der massenhafte Missbrauch von Kindern in Lügde beispielsweise hat viele Menschen schockiert. Zudem gibt es immer wieder Berichte von überlasteten Jugendämtern. Auf der anderen Seite gibt es viele Institutionen, die sich für Kinderrechte einsetzen und viele Initiativen, um Kinder und Jugendliche und deren Rechte besser zu schützen.

Sind Kinder und ihre Rechte bei uns ausreichend geschützt und unterstützt? Wie nehmen Sie das Leben von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft wahr? Haben alle die gleichen Chancen? Wie haben Sie selbst das in Ihrer Kindheit und Jugend erlebt? Haben Sie genug Unterstützung und Schutz erfahren?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Redaktion: Lioba Werrelmann und Dirk Müller

Studiogast: Üwen Ergün, Geschäftsführer Kinderrechteforum

30 Jahre Kinderrechte - wie weit sind wir?

WDR 5 Tagesgespräch 20.11.2019 44:58 Min. Verfügbar bis 19.11.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

123 Kommentare

  • 123 Werner Rowohlt 20.11.2019, 13:59 Uhr

    So wie die Groko-Politik mit Umwelt, Natur und Klima umgeht, so geht sie entsprechend auch mit unseren Kindern und somit mit unserer Zukunft um, die in all den Groko-verursachten und aufgestapelten, nach wie vor ungelösten Problemen mitsamt ihrer Eltern aufgerieben werden. Und so sind dann auch sonst undenkbare Fälle wie der jahrelange Kindesmißbrauch von Lügde möglich, die das ganze Staats- und Behördenversagen am konkreten Beispiel offenbaren und da Kinderrechte nur noch als reine Makulatur und Geplänkel erscheinen lassen. Damit und wie es besser laufen könnte in der Politik, beschäftigen sich u.a. die Gästebuch-Kommentare Nr.2, 4, 15, 26, 36, 52, 54a, 62, 78, 80 und 108.

  • 122 Sehübung für Kurzsichtige 20.11.2019, 13:58 Uhr

    Wer wirklich wissen will, wie weit wir mit den Kinderrechten in Europa nach 30 Jahren gekommen sind, muss noch nicht einmal mit Marc Dutroux auf den Campingplatz nach Lügde fahren. Man muss dazu eigentlich nur kurz den festen und starren Blick vom Smartphone-Screen abwenden und auf die unmittelbare analoge Umwelt richten und dort ebenso genau hinschauen wie beim tagtäglichen Spielbetrieb und der Monsterjagd in der allgemein so beliebten virtuellen Realität. Diese analoge Weltanschauung ist zwar nicht so bequem wie die festen Rahmenbedingungen und die leichte Bedienbarkeit des Touchscreens, aber man braucht für das analoge Hinsehen noch nicht einmal eine Internet-Flatrate oder gar Bitcoins für ein Abo im Darknet, sondern höchstens eine Brille oder noch kleinere Sehhilfen, um die für das Smartphone optimierte Kurzsichtigkeit zu korrigieren. Denn "die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben."

  • 121 Simone 20.11.2019, 13:58 Uhr

    Grundrecht auf Leben? Dann auch ab Zeugung!

  • 120 Simone 20.11.2019, 13:56 Uhr

    Wer dem einen spendiert, muss dem anderen stehlen. Den Eltern werden pauschal unter Verdacht gestellt und entmündig durch allgegenwärtige Staatskontrolle samt geplantem wucherndem Apparat. Kinder können einen Rechtsbeistand nicht einschätzen, sind also den Nutznießern überflüssiger Gesetze hilflos ausgeliefert. Die Zeche zahlen die arbeitenden und ernährenden Eltern. Gleiche Rechte aber schließen solche Sonderrechte aus. Man treibt einen Keil zwischen Alt und Jung, beschämt Eltern, die "Teilhabe" an Konsum und indoktrinierende Kultur nicht ermöglichen können.

  • 119 THINK BIG & BGE ! 20.11.2019, 13:56 Uhr

    Chancengleichheit und Kindesentwicklung sollten nicht mehr länger das Lotteriespiel sozialer Herkunft sein, in die Kinder hinein geboren werden und daran auch der bisherige in all seiner Bürokratie schwerfällig behebige Sozialstaat nichts daran ändern konnte trotz seiner alljährlichen Lippenbekenntnisse zur sozialen Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Auch deshalb ein JA zum BGE für Alle.

  • 118 Dirk 20.11.2019, 13:56 Uhr

    „Art.6 Abs.2 GG bezeichnet die ,Pflege u. Erziehung der Kinder' als das ,natürliche Recht d. Eltern u. die ihnen zuvörderst obliegende Pflicht…Über die Betätigung d. Eltern wacht d. staatliche Gemeinschaft.' Die Grenzlinie zum staatl. Eingriff ist hier scharf gezogen. Das Kinderrecht wird mit dem Elternrecht mitgedacht. Denn d. Gesetzgeber darf u. muss d. Eltern unterstellen, dass sie d. Aufwachsen ihrer Kinder in Liebe u. Verantwortung begleiten u. deren Persönlichkeitsentfaltung unterstützen. Das Kind ist damit genauso wie seine Eltern ein Grundrechtsträger. Nutznießer eines isolierten Kinderrechts sind demgemäß nicht d. Kinder selbst, sondern d. Staat, der über dieses selbstgeschaffene Einfallstor sein Wächteramt über Familien missbräuchl. ausweitet. Kinderrechte wären d. gesetzliche Hebel f. Behörden, in innerfamiliäre Beziehungen unzulässig einzugreifen u. die natürliche Anwaltsfunktion d. Eltern gegenüber ihren Kindern gegen d. Autorität d. Staates auszuspielen.“ (Civilpetition)

  • 117 Digi-Rentner 20.11.2019, 13:53 Uhr

    Die letzte Anruferin hat mir aus der Seele gesprochen! ----------------- Selbst im Trump-Land wird gesagt, dass Kleinkinder bis fünf Jahren den Digital-Medien fern gehalten werden sollen ... Diese Smombies-Mütter sind nicht nur für die emotionale Entwicklung der Kleinsten in der Gesellschaft eine Grausamkeit sondern auch für den Verkehr! ------------- Was soll die dauernde Rumfrickelei am GG?! -------------- Die Würde des Menschen ist unantastbar! Sind Kinder keine Menschen? Dass aber erst vor einigen Jahren das Prügel-'Recht' der Eltern unter Strafe steht, sagt doch viel über unsere Gesellschaft aus. Wenn im Autoland Alu-Felgen wichtiger sind als HERZENs-Bildung, dann ... Guten Nacht!

  • 116 Ich nochmal 20.11.2019, 13:53 Uhr

    Kinderrechte sind wichtig - solange die verschiedenen Industriezweige nicht ihre Pfründe verlieren. Die Pharmaindustrie verdient glänzend an kleinen seelischen Krüppeln (ADHS, Burn-out schon bei Grundschulkindern etc.) und krankgefütterten Kindern und die "Lebensmittel"hersteller wollen all ihren Schrott weiter bewerben und an die kleinen Menschen bringen können. Die Politik zeigt sich ob der Zahlen betroffen, sieht sich aber leider, leider nicht in der Lage einzugreifen ...

  • 115 Breslein 20.11.2019, 13:51 Uhr

    Die Friday for future Bewegung zeigt doch auf wie Aufgeschreckt die ErwachsenenWelt in weiten Teilen reagiert, wenn Kinder und Jugendliche ihre Rechte einfordern. Vor allem die Generation Boomer ist gerade zu hysterisch wenn SICH die Ikone des Klimaschutzes Greta Thunberg zu Wort meldet. Der Überboomer Lindner von der FDP, möchte dem jungen Mädchen sogar den Mund verbieten und die Klima Rettung Experten wie ihn selbst überlassen. 6

  • 114 Gerd SR/@Regine Schäfer 20.11.2019, 13:49 Uhr

    ich geb ich Ihnen bez. Ihrer untenstehenden Ausführungen Recht ! D o c h wie wäre es mit einem SMARTPHONE-V e r b o t in bestimmten Bereichen, insb. im Zusammenhang im Zusammensein mit Kindern, - VERBOT auch als Spielzeug und RUHIGSTELLUNG-Mittel !? W a r u m fällt diese Forderung gegen eine grassierende SUCHT unter Eltern und vor allem auch J o u r n a l i s t e n so gut wie keinem ein -- trotz eindeutiger Beobachtung von alltäglichen Verkehrsgefährdung, Belästigungen. Kinder-Ignoranz -- und trotz massiver Warnungen vor soziapsychologischen und GEHIRN-Schäden durch Prof. Dr. Spitzer -- . . . . außer heute durch die eine alte, zuletzt angerufenen FRAU ?!

  • 113 Dirk 20.11.2019, 13:47 Uhr

    Die Aufnahme zusätzlicher „Kinderrechte“ ins GG darf nicht geschehen, weil der Staat damit wie im Sozialismus de facto die Verfügungsgewalt über d. Kinder erhielte! Den Eltern darf das Erziehungsrecht für die eigenen Kinder nicht beschnitten werden, wie es bei d. Aufnahme v. „Kinderrechten“ ins GG zu Lasten der Kinder geschähe, weil Kinder über ihr Leben eben noch nicht selbst entscheiden können. „Kinderrechte“ im GG wären jedoch eine Erweiterung der Rechte des Staates über die Kinder und eine Verminderung der Elternrechte, insbesondere des Erziehungsrechtes. Entsprechend argumentieren mehrere Verfassungsrechtler wie z.B. Prof. Arnd Uhle. Die Befürworter v. Kinderrechten haben oft betont, man nehme Eltern keine Rechte weg, doch dann wären (zusätzliche) „Kinderrechte“ im GG sinnlos! Die Einführung von Kinderrechten ins GG wäre ohne Einschränkung der Elternrechte auch unverständlich, denn Kinder sind sowieso Träger aller im GG geschützten Grundrechte. U.a. von: „Aktion Kinder in Gefahr“