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Patriotismus: Ein deutsches Problem?

Luftballon in Herzform und schwarz-rot-gold

Patriotismus: Ein deutsches Problem?

Wieviel "Deutsches" tut uns gut – und ab wann schlägt es um ins Hässliche? Diese Frage stellen wir anlässlich unseres Thementages. Was ist Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Das Verhältnis vieler Deutschen zu ihrem Vaterland ist gespalten: Die Nazi-Vergangenheit macht für viele einen unverkrampften Umgang mit dem Deutsch-Sein unmöglich. Andere hingegen sind der Meinung: Patriotismus und Heimatliebe müssen auch in Deutschland möglich sein und haben nichts mit rechten Ansichten oder Nationalismus zu tun.

Wenn etwa bei internationalen Fußballturnieren überall deutsche Fahnen wehen – dann ist das für die einen etwas vollkommen Normales. Andere wiederum fühlen sich beim Anblick dieses sogenannten "Party-Patriotismus" unwohl.

Aber typisch deutsch – was ist das eigentlich? Auch da gehen die Meinungen auseinander: Pünktlichkeit, Ordnung und Offenheit sind es für die einen. Für andere sind es eher Dinge wie Unfreundlichkeit, ständiges Meckern und weiße Tennissocken in offenen Sandalen.

Wie würden Sie Ihr Verhältnis zum Deutsch-Sein beschreiben? Halten Sie es für kompliziert, sich mit Deutschland und seiner Kultur zu identifizieren? Müssen wir aufgrund unserer Geschichte anders mit Patriotismus umgehen als andere Nationalitäten? Wie kann es gelingen, Patriotismus und Heimatliebe nicht den Rechten zu überlassen? Typisch deutsch – gibt es das überhaupt?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Volker Kronenberg, Professor am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn

Redaktion: Dirk Müller und Lioba Werrelmann

Patriotismus: Ein deutsches Problem?

WDR 5 Tagesgespräch 20.01.2020 44:58 Min. Verfügbar bis 19.01.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

150 Kommentare

  • 150 Simone I. 20.01.2020, 13:58 Uhr

    Den Herrn aus Bielefeld mit dem Beitrag zu Flaggen nahm Hr. Wiebicke hörbar nicht ernst, im Gegensatz zu dem Gast. - Der Vorspann des Gästebuchs dirigiert Distanz zu "Rechts". Im Sinne des amerikanischen Präsidenten soll jedes Land die eigenen Dinge autonom regeln. Das ist erste Pflicht der Bürger. Wissen, was mir gehört und was nicht; im Staat wie in der Kommune und schon in der Familie. Ob Zugewanderte sich mit dem Eroberten identifizieren werden, die Probe dazu steht noch aus. - Kennt noch jemand die zweite Strophe unserer Nationalhymne: "Deutsche Frauen, deutsche Treue ..."?

  • 149 Unpatriotischer Stolz 20.01.2020, 13:58 Uhr

    Es gibt zwar oft den Missbrauch des Patriotismus durch seine Verbindung mit dem Stolz, aber die Grundlage für den Patriotismus ist die Verbundenheit und die Liebe. Stolz ist dagegen bestenfalls eine Kompensation für ein Minderwertigkeitsgefühl, das auf eine tatsächliche Behinderung oder eine eingeredete Unterdrückung (Überall spricht der Führer, nur bei uns nicht!) beruhen kann. Damit ist Stolz grundsätzlich keine herausragende Leistung und gehört nicht ohne Grund zu den klassischen 7 Todsünden: Superbia oder Hochmut Stolz, Eitelkeit und Übermut wird dabei nicht ohne Grund oft an erster Stelle genannt. Trotzdem gibt es entscheidende Unterschiede, wie diese Sünder ihre tatsächliche oder durch Konditionierung erworbene Minderwertigkeit ausleben. Manche meinen dabei tatsächlich, dass ihnen ihr sozial, national oder völkisch inszenierter Stolz das Recht zur Selbstjustiz, zur Kriegstreiberei oder zu Hetzjagd auf Menschen mit anderer Meinung, anderem Glauben oder anderer Herkunft gibt.

  • 148 Dirk 20.01.2020, 13:58 Uhr

    Ergänzung zum Kommentar Nr. 141: Leider ist dieser Zeitgeist der 68er-Gesellschaftsrevolutionäre inzwischen in alle (dadurch nach „links“ verrückten) Bundestagsparteien – außer der deshalb als „ewiggestrig“ u. „rechtsextrem“ diffamierten AfD – gedrungen, so dass er jedes gesunde Volksbewusstsein (international „Patriotismus“ genannt) negativ wertet und absichtlich fälschlicherweise mit „Nazi“ gleichsetzt, damit sich alle davon distanzieren und der Weg in die angestrebte Neue Weltordnung bereitet wird, vgl. den „NWO-Plan zur Zerstörung der Staaten“! US-Senator Brock Adams: „Um die Weltregierung umsetzen zu können, ist es nötig Individualität, Loyalität gegenüber Familientraditionen, nationalen Patriotismus und religiöse Dogmen aus den Köpfen der Menschen zu bekommen.“

  • 147 Anna Elisa 20.01.2020, 13:57 Uhr

    Die Niederlande waren im -16+ Jahrhundert eine spanische Provinz. Hier in der Grenzregion traf man viele bodenständige Bürger mit dunklen Augen und schwarzen Haaren an. Als ich meine Mutter (braune Augen wie ich) einmal darauf ansprach, sagte sie: "Die Spanier waren hier in der Gegend und haben hier gesiedelt". Das wurde über Jahrhunderte so weiter erzählt. Die Stammbäume meiner Eltern kann ich bis ins 16. Jahrhundert zurück verfolgen. Die haben immer an gleicher Stelle gewohnt und aus der Nachbarschaft oder -stadt geheiratet. Was ist an mir jetzt typisch "deutsch"? Meine Tochter hat grün/braune Augen, ihr Mann dunkelbraune und die Kinder fast schwarzbraune Augen, obwohl die andere Oma ganz hellblaue Augen und blonde Haare hat, mein Mann und mein Vater auch. Ich glaube typisch deutsch ist meine Bodenständigkeit. Aber das macht mich nicht aus, ich habe einfach nur Freude am Leben, sehe die Welt positiv und glaube an das Gute im Menschen.

  • 146 Karl Theodor 20.01.2020, 13:56 Uhr

    Gerade Grenzen haben die kulturelle Vielfalt entstehen lassen und abgesichert, die Abschaffung von Grenzen führen zu einer Einebnung von Unterschieden dann gibt es eben keine Vielfalt mehr.

  • 145 Franz Dahms 20.01.2020, 13:53 Uhr

    Deutschsein ist kein Verbrechen !Es ist das wichtigste Ziel der Eliten der Nachkriegszeit. Ihre Vision ist eine Welt ohne Nationen, ohne verbindende Kultur. Nur auf diesem Weg - so ihre Auffassung - können Kriege vermieden werden. Wenn in einem westeuropäischen Staat plötzlich Werte aus fremden Kulturen zum Maßstab werden, erodiert zwangsläufig das, was die Bürger des Landes bisher verband.Während Massenzuwanderung die nationalen Werte von innen aushöhlt, wird die Souveränität der Nationalstaaten von außen immer weiter eingeschränkt. Internationale Organisationen wie die Europäische Union, die Welthandelsorganisation, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und der Internationale Strafgerichtshof erhalten immer mehr Machtbefugnisse. Wurden Gesetze und Richtlinien des Zusammenlebens bislang von Politikern des jeweiligen Landes verabschiedet, kommen Regelungen und Präzedenzfälle immer häufiger aus Brüssel, Genf, Straßburg oder Den Haag.

  • 144 MarcoM 20.01.2020, 13:48 Uhr

    Patriotismus kann man auch mit einem Sinn für nationale Identität gleichsetzen. Und genau dieser ist vielen Deutschen - und nicht nur den Deutschen, sondern allgemein vielen Ländern des Westens - abhandengekommen. Aber genau diesen Sinn brauchen wir. Es zeigt sich doch, dass der kosmopolitische Nihilismus immer mehr verschärfte Probleme zeitigt. Probleme, die der hedonistische Hyperindividualismus und ideologischer Lifestyle-Egoismus des grünbürgerlichen-linksneoliberalen Milieus nicht zu bewältigen vermag: Die Fragmentierung in immer noch kleinere Gruppen (der Randgruppengetischismus, der heutzutage zum grünen und linksliberalen Selbstverständnis gehört) ist bestimmt nicht die Lösung.

  • 143 Edda Lücke 20.01.2020, 13:47 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 142 Rosi 20.01.2020, 13:46 Uhr

    Warum verleugnet die Regierung ihrer eigene Bevölkerung bzw. feindet sie sogar an? Warum? Warum wälzt sie diesen unsäglichen neuaufkeimenden Judenhass scheinbar ausschließlich auf die indigene Bevölkerung ab? Warum wird allerdings auch nie der Christenhass thematisiert, den auch viele im Gepäck tragen? Judenhass, Christenhass - aber die deutsche Regierung beschäftigt sich lieber abfällig mit denen, die diese beunruhigenden Entwicklungen öffentlich ansprechen.

  • 141 Dirk 20.01.2020, 13:45 Uhr

    „Patriotismus“ ist nie ein Problem, solange er sich nicht zur Überheblichkeit steigert! Alle anderen Nationen sehen das wesentlich unbefangener; was diese an Nationalstolz zeigen, würden Mainstream-Politik u. -Medien in Deutschland schon „rechtsextrem“ nennen! Aber wer seine genetischen u. kulturellen Wurzeln verleugnet, verliert seinen Halt! Deshalb bekämpfen 68er-Gesellschaftsrevolutionäre auch die traditionelle Familie – u.a. mit der Gender-Ideologie, die sie an Grundschulen ohne Widerspruchsrecht der Eltern zwangsunterrichten lassen, und erwirkten die Legalisierung v. Morden (>100000/Jahr) an ungeborenen Kindern, um seitdem wg. weniger Geburten eine ungehinderte Einwanderung fremder Völker als „alternativlos“ zu propagieren! Nähmen Bundespolitiker(innen) den über dem Eingang des Reichstagsgebäudes angebrachten Leitspruch „Dem Deutschen Volke“ ernst, müssten sie Politik zum „Wohle des Deutschen Volkes“ machen, was spätestens seit den 90ern leider immer mehr ins Gegenteil umschlägt!

    Antworten (2)
    • MarcoM 20.01.2020, 13:53 Uhr

      Wenn Patriotismus sich zur Überheblichkeit steigert, dann ist es ja kein Patriotismus mehr, sondern dann sprechen wir von Nationalchauvinismus. Aber unsere Bessermenschen - die nur den Hass auf das Eigene kennen - setzen in ihrer verqueren Weltsicht immer sofort und zwanghaft das eine mit dem anderen gleich.

    • Martin Weidner 20.01.2020, 13:54 Uhr

      Ich sehe auch vieles bei den 68'ern kritisch, aber das Morden der Kinder gab es auch schon vorher, und das seelische Morden durch Missbrauch konnte erst durch die 68'er zum Thema werden . Was Sie anführen, geht deshalb am Thema vorbei. Die 68'er waren gegen die Verlogenheit, mit der nach 1945 ein Schlussstrich gezogen werden sollte. Gegen Nazis als Ministerpräsidenten zu sein ist echter Patriotismus, so wie die Geschwister Scholl Patrioten waren.

  • 140 kleinesRädchen 20.01.2020, 13:39 Uhr

    mir bleibt mein Nationalgefühl im Halse stecken, wenn ich hier in Essen z.B. ERLAUBTE Aufmärsche von Rechten Glatzköppen erdulden muss, bloß weil unser Bundesverfassungsgericht es NICHT schafft, die Rechten samt NPD etc. zu verbieten..angeblich wegen zu geringer Anzahl... Das war nix als eine Ausrede! Her mit den Alliierten: Entnazifizierung...aber auch in anderen Ländern z.B. Trump(el)land!

    Antworten (1)
    • U. Berger 20.01.2020, 13:49 Uhr

      Die NPD spielt politisch (auch aufgrund ihrer knappen Finanzmittel) keine Rolle, so wie damals auch die "FAP", rund um Michael Kühnen. Wäre die NPD bereits verboten worden, hätten sich die (überschaubar) treuen Mitglieder in Splittergruppen neu organisiert, die verfassungsschutztechnisch wesentlich schwerer zu überwachen wären. Eine Mitglieder-Zentralisisation, in Form einer rechtlich legitimierten Partei, erleichtert Verfassungsschützern grundsätzlich den "Zugang".