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Helfen Labels bei der Orientierung?

Das Grüner Knopf Etikett in einem grünen Oberteil

Helfen Labels bei der Orientierung?

Entwicklungsminister Müller hat das Label "Grüner Knopf" vorgestellt. Es soll soziale und ökologische Modeproduktion belohnen. Helfen Ihnen solche Label bei der Orientierung? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch.

Der "Grüne Knopf" soll Verbrauchern Orientierung beim Kleidungskauf bieten. 46 Kriterien müssen Hersteller und ihre Produkte erfüllen, wenn sie das Textilsiegel verwenden wollen: Dazu gehören etwa das Verbot von bestimmten Chemikalien, Zwangsarbeit oder die Einhaltung von Mindestlöhnen. 27 Unternehmen sind zum Start dabei, bei 26 weiteren kontrollieren Prüfern derzeit noch, ob alle Kriterien erfüllt sind.

Kritiker bemängeln, dass das Siegel zu kurz greife. "Wir können dem Siegel nicht vertrauen", sagt etwa der Kleidungsexperte der christlichen Initiative Romero, Maik Pflaum. Aus der Textilbranche kam ebenfalls Kritik. Das Siegel schaffe "mehr Siegelunklarheit als Siegelklarheit", sagte die Präsidentin des Gesamtverbands Textilmode, Ingeborg Neumann. "Es macht für uns einfach keinen Sinn, ein nationales Siegel in einem globalen Markt zu haben." Skepsis an der Durschlagskraft eines freiwilligen Labels kommt auch aus der Bundesregierung selbst: Deren Menschenrechtsbeauftragte, Bärbel Kofler, hat sich für Nachbesserungen am "Grünen Knopf" ausgesprochen.

Immer mehr Wirtschaftszweige setzen auf freiwillige Auszeichnung ihrer Ware, auf Zertifikate und Siegel, nicht zuletzt bei der Fleischproduktion. Viele Verbraucher können kaum noch nachvollziehen, welches Siegel für was steht.

Was halten Sie von dem Textilsiegel "Grüner Knopf"? Kann so ein Siegel für faire Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit sorgen? Achten Sie auf Zertifikate und Siegel beim Einkaufen? In welchen Bereichen ist Ihnen so eine Auszeichnung wichtig? Vertrauen Sie den Markierungen und Versicherungen der Hersteller?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Prof. Lutz Vossebein, Dekan des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik an der Hochschule Niederrhein

Redaktion: Julia Lührs und Gundi Große

Helfen Labels bei der Orientierung?

WDR 5 Tagesgespräch 10.09.2019 44:41 Min. Verfügbar bis 09.09.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

87 Kommentare

  • 87 Albert Dreistein 10.09.2019, 13:59 Uhr

    Was hinter solchen Nepperschlepper-Labels steckt und wer daraus seine Profite erzielt, ohne daß damit den von Umwelt-, Klima- und Naturzerstörung, Zwangs- und Kinderarbeit betroffenen Produktionsländern weitergeholfen ist, zeigen zum heutigen Tagesgesprächsthema gut, kurz und bündig und dennoch umfassend u.a. die lesenswerten Kommentare Nr. 1, 2, 4, 12, 13, 74, 61, 46, 33 im heutigen Gästebuch auf und nennen auch Wege aus dieser ganzen Misere heraus. In diesem Sinne noch Allen einen schönen Dienstag. Euer Albert Dreistein

  • 86 Beasty 10.09.2019, 13:59 Uhr

    Was nicht zur Sprache kan, war der künstlich bewusst eingebaute Verschleiß der Stoffe . Das Fusselsieb meines Trockners gibt Auskunft über die gewollte Obsolezens der Stoffe. Auch verschiedene Webtechniken können den Stoff haltbarerer machen. Die frühe Levis Jeans aus Hanf, hielt ein Leben lang. Da braucht es kein Label sondern nur einen Guten Willen der Industrie. Der Baumwollanbau vernichtet ganze Landschaften .

  • 85 Masse statt Klasse 10.09.2019, 13:56 Uhr

    Wenn geltendes Recht aufgeweicht werden soll, dann sind besonders viele, komplizierte, für Normalbürger unverständliche und zur Förderung der Willkür auch möglichst widersprüchliche Gesetzestexte erforderlich. Und wenn auf Kontrolle basierende Qualitätslabels versteckt oder zumindest für das gesunde Volksempfinden entwertet werden sollen, dann müssen diese einfach durch eine Vielzahl freiwilliger und möglichst schöner bunter Siegel einer populistischen Traumdeutung von alternativen Fakten übertackert werden. Der Erfindungsreichtum der intelligenten Herrschaft globaler Vorteilsnahme ist unendlich, aber die Möglichkeiten zur Aufklärung und Beendigung dieser arglistigen Täuschungsmanöver werden gezielt eingeschränkt nach dem bewährten Teile-und-herrsche-Verfahren durch die vielen Widersprüche und die nationalen, ideologischen oder religiösen Unterschiede der Auslegungen des lokal jeweils geltenden Rechts. Fazit mit Brief und Siegel: Lokale Masse statt globale Klasse!

  • 84 @Knopf f. Nachhaltigkeit 10.09.2019, 13:55 Uhr

    Mit der reflexhaften politischen Korrektheit sind Sie, die WDR-Redaktion, offensichtlich total überdreht. Persiflage von politisch korrektem Sprech ist Diskriminierung. Man kann sich zu den Intellektuellen zählen, deshalb ist man noch lange nicht gebidlet und intelligent. P.S.: Der Moderator, sich über den Namen von einem Anrufer auszulassen ist ein Griff ins Klo. Das Niveau, im Sprechen und der Wortwahl, sollte im WDR besser sein.

  • 83 Rumpelstilzchen 10.09.2019, 13:53 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 82 Breslein 10.09.2019, 13:53 Uhr

    Was ist das heutige Thema? BGE oder der grüne Knopf!?!? Diese BGE Gehirnwäsche bei wirklich jeden Thema wird doch langsam lästig. Hier wird versucht ein Gesellschaftliches Randthema, und Humbug den Leuten schmackhaft zu machen. Und es funktioniert, sogar Menschen die absolut nichts vom BGE halten, verbreiten durch ihre Ablehnung diesen Schwachsinn weiter. Deswegen sollte kein Beitrag mit BGE veröffentlicht werden ausser das BGE ist das Tagesthema... Und jetzt zum grünen Knopf. Wird schon niemanden schaden dieses Siegel, deswegen habe ich nichts gegen dessen Einführung.

    Antworten (1)
    • Martin Weidner 10.09.2019, 13:58 Uhr

      Danke. Auch für den letzten Satz.

  • 81 qKnopf f. Nachhaltigkeit 10.09.2019, 13:49 Uhr

    Den Knopf als globales Gütesiegel für nachhaltiger Textilgebrauch gibt es schon seit Jahrzehnten. Er wurde vor Jahrzehnten von Frau Waas bei Jim Knopf, einen migrantischen Einwohner von Lumerland, eingeführt und durch ihn weltweit bekannt gemacht

  • 80 Beasty 10.09.2019, 13:46 Uhr

    Es gibt zu viele Labels. Fällt ein Hersteller durch, schafft er sich einfach ein neues, was zu weiteren Labels führt. Eine Inflation von Labels droht und damit sinkt der Durchblick des Verbrauchers.

  • 79 Maria E. 10.09.2019, 13:46 Uhr

    Ein 87-jähriger Anrufer sagte, dass er schon seit 20 Jahren nichts Neues mehr zum Anziehen gekauft hätte. - Na, wenn alle so denken würden bzw. gedacht hätten, dann hätten inzwischen viele Handelsgeschäfte und Produktionsstätten dicht gemacht! Nicht umsonst versuchen Politik und Handel immer wieder die ‚Inlandsnachfrage‘ anzukurbeln. Handel und Industrie, und damit viele Arbeitsplätze, hängen nun einmal vom Konsum ab. Ich gestehe jungen und jüngeren Menschen zu, jedem Modetrend zu folgen, wie ich es einmal selbst getan habe. Heute bin ich in einem Alter, dass ich nicht mehr viel kaufe und wenn, dann zeitlose Kleidung, die nicht an einen Modetrend gebunden ist. - Alles hat seine Zeit!

  • 78 Anna Elisa 10.09.2019, 13:42 Uhr

    Es haben so viele auf meinen Beitrag Nr. 60 geschrieben, dass ich darauf antworten möchte. Zuerst möchte ich mich für meine Unachtsamkeit entschuldigen, weil Männerhände zum Kleidung nähen sicherlich ungeeignet sind.

    Antworten (3)
    • Gonzo 10.09.2019, 13:50 Uhr

      "weil Männerhände zum Kleidung nähen sicherlich ungeeignet sind" Diese Behauptung ist schlicht und ergreifend eine Frechheit. Warum sollen Männerhände ungeeignet sein und Frauenhände nicht? Das ist Geschlechter-Diskriminierung pur.

    • Maria E. 10.09.2019, 13:54 Uhr

      Schon das 'Tapfere Schneiderlein' war ein Mann und hat gewiss auch Frauenkleidung nähen können!

    • DeSoto 10.09.2019, 13:59 Uhr

      Was hat Feminismus-Hype damit zu tun? Es gab auch in Europa mal Zeiten, da gab es Schneider und Weber etc. . Es lag schon immer daran, dass man bei diesen Berufe mit dem Geld knauserte, was wir jetzt in Asien und Afrika wieder beobachten können.

  • 77 Knopf f. Nachhaltigkeit 10.09.2019, 13:39 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)