Halle: Woher kommt der Hass?

09.10.2019, Sachsen, Halle: Ein Mann zündet eine Kerze auf dem Marktplatz an. Bei Schüssen in Halle sind zwei Menschen getötet worden

Halle: Woher kommt der Hass?

Der Angriff in Halle soll antisemitische Hintergründe haben. Der fehlende Polizeischutz am Gebetshaus sei skandalös, kritisiert der Zentralrat der Juden. Ist es mit mehr staatlichem Schutz getan? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Am höchsten jüdischen Feiertag, dem Versöhnungsfest Jom Kippur, hat ein vermummter Mann in Halle um sich geschossen. Zwei Menschen starben, zwei weitere sind schwer verletzt. Zuvor soll der mutmaßliche Mörder versucht haben, in die Synagoge der örtlichen Jüdischen Gemeinde einzudringen. Wenig später am gleichen Tag nahm die Polizei einen 27-jährigen Deutschen fest. Der Verdächtige hatte seine Attacke per Helmkamera aufgezeichnet und ins Netz gestellt, er leugnet unter anderem den Holocaust.

Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, sprach von dem Anschlag als Gipfel einer lange schwelenden Entwicklung: Hass gegen Juden habe sich zuvor bereits über Monate in Worten manifestiert. Gleichzeitig drängt der jüdische Weltkongress auf mehr Sicherheit für jüdische Gemeinden. "Nie wieder": Ist dieser Leitsatz gegen die Wiederholung des Holocaust überall in der Gesellschaft angekommen? Straftaten mit antisemitischem Hintergrund nehmen zu – im Internet, auf dem Schulhof, auf offener Straße.

Wie sicher ist jüdisches Leben in Deutschland aus Ihrer Sicht? Erleben Sie Angriffe auf religiöse Menschen in Ihrem Umfeld? Ist es mit einem erhöhten staatlichen Schutz getan? Erleben Sie eine Verschiebung der öffentlichen Debatte in der Gesellschaft? Was ist der Grund für den Hass?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Prof. Dr. Samuel Salzborn, Politik- und Sozialwissenschaftler; Antisemitismus- und Rechtsextremismusforscher

Redaktion: Dirk Müller und Regina Tanne

Halle: Woher kommt der Hass?

WDR 5 Tagesgespräch 10.10.2019 43:47 Min. Verfügbar bis 09.10.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

192 Kommentare

  • 192 MarcoM 10.10.2019, 13:59 Uhr

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  • 191 Rainer Häusler 10.10.2019, 13:58 Uhr

    Woher all der Hass und Antisemitismus kommt und was man dagegen erfolgreich und ursachen-behebend tun kann, statt noch länger die Zeit auf Dampfplauderei, politische Kurzsichtigkeit, Sackgassen, einseitige Ansichten und Halbgares zu vergeuden, zeigen zum heutigen Tagesgesprächsthema hier im Gästebuch u.a. die Kommentare Nr. 11, 15, 18, 36, 43, 56, 64, 80, 91, 102, 127, 157 auf und sollten daher auch in der Politik Beachtung finden.

  • 190 Dirk 10.10.2019, 13:58 Uhr

    Hier wird erneut mit zweierlei Maß gemessen: Diese Morde wie auch geringfügigerer „rechter“ Antisemitismus werden fast zur Staatskrise hochstilisiert, während der überwiegende Anteil des Antisemitismus in jedweder Form (zu über 99%) von Muslimen ausgeübt wird und alle BT-Parteien – außer die als einzige unermüdlich darauf hinweisende AfD – v.a. Merkel u. die „sozialromantischen Anhänger eines unkritischen Multikulti, die beim ersten Anflug v. Bedenken bereits Islamophobie u. Fremdenhass wittern" (Tania Kambouri) und Mainstream-Medien die alltäglich gegen Juden und Christen verübten Verunglimpfungen, Drohungen u. Angriffe als „Einzelfälle“ verharmlosen bzw. verschweigen! Und wie zur Bestätigung ihres Weltbildes dürfen hier Muslime seit 1.1.2009 aufgrund des Bundestagsbeschlusses v. 9.11.2006 trotz am 8.12.2008 eingereichter Gegenpetition (Aktenzeichen: Pet 1-16-06-211-046040) ihre üblichen Zwangsheiraten u. Vielehen (ohne erforderliche Zustimmungspflicht der Frau(en)/Mädchen) eingehen.

  • 189 Martin R. 10.10.2019, 13:58 Uhr

    Irgendwann in der Geschichte hat es die Menschheit dazu gebracht und erkannt, dass es die beste Lösung für das Zusammenleben der unterschiedlichen Völker ist, Staatsterritorien einzugrenzen, wohl um einen gewissen Frieden zu gewährleisten. Im ehemaligen Jugoslawien funktionierte dass Zusammenleben unterschiedlicher Völker nur so lange, wie Tito mit harter Hand regierte. Nach dessen Tod gingen sich plötzlich nachbarschaftlich lange zusammenlebende Menschen gegenseitig an die Gurgel. Jetzt gibt es wieder Territorialstaaten (Serbien, Kroatien, Bosnien, Montenegro usw.) Warum mag dass wohl so sein, dass ideologisch erzwungenes Multikulti einfach nicht funktinonieren will? Die Kurden sollten auch ein eigenes Staatsgebiet bekommen, das bringt den Frieden näher.

  • 188 Falsche Fragestellung 10.10.2019, 13:58 Uhr

    Hass kommt nicht aus dem Nirgendwo, Hass wird immer erzeugt und ist das Resultat von Ignoranz, falschem Handeln, Undifferenziertheit und Dummheit. Und leider sitzen an den entscheidenden Stellen Leute, die wichtige Entscheidungen mit weitgehenden Konsequenzen treffen können, die hierfür in diesem Land unter Anwendung aller genannten Begriffe im Zusammenhang mit ihrem Handeln den Grundstein gelegt haben.

  • 187 Gerda von Aldi Nord 10.10.2019, 13:57 Uhr

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  • 186 Simone 10.10.2019, 13:54 Uhr

    "Deutscher" Täter? Eingewanderte Nachbarn Israels und Russen pflegen ungenierter ihre Judenskepsis. Erstere sind selbst Semiten - dann wäre es ein innersemitischer Konflikt. Antipathie ist Menschenrecht, wird im Radio aber mit krimineller Gewalt gleichgetzt. Wenn ein Staatsvertreter von einer "besonderen Art von Mord" (!) sprach, Das Grundgesetz aber verbietet ebenso wie Benachteiligung auch Bevorzugung aufgrund Rasse oder Religion. Wenn unsere Staatsvertreter einen besonderen Schutz für "jüdisches Leben" fordern, sogar hier von "einer besonderen Art von Mord" sprachen, handeln sie gegen das Grundgesetz. Es verbietet auch Bevorzugung aufgrund Rasse und Religion. Privilegien provozieren Neid und beim Kriminellen Gewalt. - Der erste derartige Akt gegen eine Synagoge seit 1970. Rund um die Uhr parkt eine Polizeistreife vor der Synagoge: Wer bezahlt das eigentlich seit Jahrzehnten? Übrigens: Dem Hörer-Leugner des Justizmords am Gottessohn Jesus Christus: siehe Matthäus 27, 24/25!

  • 185 Traudel Wimmer 10.10.2019, 13:52 Uhr

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  • 184 Martin Weidner 10.10.2019, 13:52 Uhr

    Wer kennt hie eigentlich den kulturellen Beitrag der Juden für Europa? Wer weiß, dass nicht Marco Polo, sondern Juden zuerst in China waren und Handel mit China und Indien führten, dass in Medizin, und vielen andern Feldern Juden äußerst stark waren? Es ist nicht gesund, Juden immer nur als Opfer zu sehen. Sie gehören zu den Gründern unserer europäischen Kultur.

  • 183 Herbert Bielschowsky 10.10.2019, 13:49 Uhr

    Aufklärung im Vorfeld. Wie entdeckt man die Rechtsterroristen? Wo bleibt die Beobachtung der Dienste? Warum wird immer erst nach den Taten der Weg der Täter aufgezeichnet? Wenn der Chef des Bundesamt für Verfassungsschutz mit der AfD sympathisiert, kann man kaum Erfolge erwarten. Seit Jahrzehnten gibt es die Unterschätzung der radikalen Gewaltorientierung in der rechtsradikalen Szene. Vom Anschlag beim Oktoberfest 1980 bis zum NSU. Da ist zwingend eine Wende erforderlich. Die neue Rechte- von der AfD bis zu den Rechtsterroristen , vernetzt untereinander, sind eine Gefahr für die Demokratie. Die Nachrichtendienste sind gefordert und eine konsequente Verfolgung der Täter und ihre Verurteilung. Eine weitere Gefahr ist der Weg der rechten Ideologie bis weit in die Mitte der Gesellschaft. Übernommen im wesentlichen aus den Familien. Tradition. Mitwisser. Mittäter. Profiteure in der Großvätergeneration. Es waren oft keine Mitläufer sondern Täter. Millionen kannten die Verbrechen der Nazis.

  • 182 Anonym 10.10.2019, 13:44 Uhr

    Vera Kosava von den Juden in der AFD schrieb eben zum Anschlag in Halle ,dass es in ihrer Partei keinen Platz für Rassismus Antisemitmus und Fremdenfeindlichkeit gibt.

    Antworten (2)
    • @Anonym 10.10.2019, 13:52 Uhr

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    • Stefan 10.10.2019, 13:55 Uhr

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