Motorrad-Lust versus Anwohner-Frust?

Gruppe von Motorradfahrern durchquert eine Ortschaft

Motorrad-Lust versus Anwohner-Frust?

Bei schönem Wetter brechen viele Motorradfahrer auf zu den Traumstraßen im Bergischen Land, in der Eifel, im Sauerland – und verursachen Lärm. Wie erleben Sie rasende Biker? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch.

Für die Biker ist der Sommer die ideale Jahreszeit, um ihre Maschinen über Serpentinen zu steuern. Sie genießen die Geschwindigkeit und den Sound ihrer Bikes. Manche helfen nach und entfernen den Schalldämpfer. Dann reicht ein einzelnes getuntes Motorrad aus, um hunderte Anwohner zu terrorisieren.

In manchen Gegenden im Bergischen oder im Sauerland können die Hausbesitzer nicht mehr im Garten sitzen, weil der Lärm der Motorräder unerträglich ist. Hinzu kommt, dass die Biker-Szene zur Rudelbildung neigt, was den Lärmpegel noch erhöht. Verkaufen können die Anwohner ihre Häuser aber auch nicht, denn niemand möchte dort einziehen, wo rasende "Raketen" zum Alltag gehören.

Die Polizei ist weitgehend machtlos. Nur aufwändige Kontrollen können die Raser stoppen. Dabei geht es nicht nur um Krach, sondern auch um zu hohe Geschwindigkeiten. Im Sauerland und in der Eifel hat es dieses Jahr schon viele tote und verletzte Motorradfahrer gegeben.

Bringen mehr Kontrollen mehr Sicherheit und Ruhe an dieser Sommer-Wochenend-Front? Wie empfinden Sie es, wenn Gruppen von Motorradfahrern in kurzen Abständen an Ihnen vorbei fahren? Fühlen Sie sich gestört oder vielleicht sogar gefährdet, wenn Sie als Autofahrer unterwegs sind? Oder sind Sie selber Biker und genießen vielleicht das Gefühl, durch schnelles Fahren in einen Rausch zu geraten?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Michael Lenzen, Vorsitzender und Pressesprecher des Bundesverbandes der Motorradfahrer, BVDM

Redaktion: Heiko Hillebrand/Regina Tanne und Beate Wolff

Motorrad-Lust versus Anwohner-Frust?

WDR 5 Tagesgespräch | 10.08.2018 | 45:46 Min.

Download

Kommentare zum Thema

66 Kommentare

  • 83 Anonym 10.08.2018, 13:52 Uhr

    72 % aller Verkehsunfälle werden durch Motorräder verursacht. Deshalb ist es höchste Zeit, Motorräder nicht nur wegen ihres unerträglichen Lärms zu verbieten. Denn bei Nässe, Sturm, Schnee und Glatteis wird Motorradfahren zum Glücksspiel im Straßenverkehr. Und ganz allgemein erfordert Motorradfahren einen 100 %ig gesunden Gleichgewichtssinn des Motorradfahrers. Und wer hat den schon, und wer prüft das nach ? Autofahren kann ich hingegen auch bei all den obig genannten Straßenwidrigkeiten relativ sicher, und auch bin ich beim Autofahren auf keinen Gleichgewichtssinn angewiesen. Motorräder sind also noch vor dem Fahrrad nicht nur wegen ihrer Unfallstatistik die unsichersten, verkehrsgefährdensten Fahrzeuge im Straßenverkehr und gehören somit abgeschafft. Wer nur so zum Spaß herum fahren will, der kann das auch mit Busreisen tun.

  • 82 anonym 10.08.2018, 13:49 Uhr

    Zu hohes Tempo ist m. E. immer noch die größte Gefahr auf deutschen Straßen. Wieso führt Deutschland nicht endlich ein Tempo-Limit ein? Aber die deutsche Arroganz weiß es natürlich einmal wieder viel besser als das dumme Ausland. Kürzlich sagte ein Amerikaner zu mir: "Die Deutschen müssen ein Volk von Verrückten sein wenn ich sehe, wie hier auf Autobahnen und Landstraßen gerast wird".

    Antworten (1)
    • Roger 10.08.2018, 13:59 Uhr

      Amis haben zum Rasen im eigenen Land genug Platz. Das können die dort über Land stundenlang machen, ohne einem anderen Verkehrsteilnehmer zu begegnen.

  • 81 mehr Kontrolle 10.08.2018, 13:45 Uhr

    In ca. 800 m Entfernung von unserem Haus führt eine Bundesstraße ohne Geschwindigkeitsbegrenzung vorbei. Natürlich hört man oft bei gutem Wetter die lautstarken Motorräder. Die Organspender sind wieder unterwegs, sagen dann die jungen Leute, in ihrer etwas respektlosen Art. Ich würde mir schon wünschen, dass Motorräder mehr kontrolliert werden: Geschwindigkeit, Manipulation, Lautstärke, Spritverbrauch etc. Und bei Zuwiderhandlungen sollten die Strafen drastisch erhöht werden, dann lohnt auch der Polizeieinsatz. Da aber oft die Motorräder so eingestellt sind, dass eine Manipulation an der Maschine nicht eindeutig feststellbar ist, könnten die Kontrollen ins Leere laufen. Da müssten bessere Kontrollmethoden angewendet werden - mit Computertechnik.

  • 80 Roger 10.08.2018, 13:41 Uhr

    Auto- und Kradlärm wurde schon immer abgetan als notwendiges Übel. Wer die 70er erlebt hat, der kennt auch noch die netten VW-Käfer mit Doppelauspuff, reine Krach- und Dreckschleudern. Was Kräder betrifft, so ist der Nutzungszeitraum begrenzt, das ist wenigstens etwas. Ein Stahlseil über die Straße zu binden, wie es verzweifelte Anwohner hier und da schon gemacht haben, ist keine Lösung. Vor allem im Wald bei diesen Geländebikern ist das schon vorgekommen. Da könnte der behelmte Kopf schnell neben dem Krad liegen.

  • 79 Peter 10.08.2018, 13:31 Uhr

    Ich bin selbst Motorradfahrer. Allerdings kann ich auch die Anwohner verstehen, die sich über die Lärmbelästigung beschweren. Deshalb fahre ich besonders in den Ortschaften und durch Siedlungen mit gemäßigtem Tempo und versuche durch die Wahl eines hohen Ganges die Motor-Drehzahl niedrig zu halten. Neulich saß ich mit Freunden in einem Restaurant in Euskirchen und wir waren selbst ziemlich entsetzt über den lauten Strassenverkehr. Allerdings waren das fast ausnahmlos getunte Autos und ganz besonders laut und unangenehm war das Geräusch von Quads! Jeder sollte mal darüber nachdenken, wie er das Geräusch, den Lärm, den er selbst erzeugt empfinden würde... Dann wäre es bestimmt sehr viel erträglicher! Viele Grüße Peter

  • 78 anonym 10.08.2018, 13:28 Uhr

    Lärm ist für Diejenigen, die den Lärm nicht selbst erzeugen, Stress pur. Das Herz rast und der Blutdruck steigt himmelhoch, eine große Gefahr für die Gesundheit. Darüber sollte viel mehr gesprochen werden. Ich denke, dass Lärm noch viel mehr stressen kann als zu hohe Arbeitsbelastung. Wo ist es denn heutzutage noch ruhig? Sogar auf öffentlichen WCs wird man mittlerweile mit Musik beschallt.

  • 73 Nie wieder CDU 10.08.2018, 13:09 Uhr

    Ich halte es für Zeitverschwendung hier an die Vernunft der Motoradliebhaber und -fahrer/innen zu appellieren. Egal, ob zwei- oder vierräderig, die Nutzer/innen von solch aufgemotzten Fahrzeugen versuchen doch meistens nur ihr unterentwickeltes Selbstbewusstsein und ihr Ego mit solchen Dingen zu kompensieren - was das Ganze nur noch lächerlicher macht. Das ganze Gelaber drumherum setzt allem dann noch ein Krönchen auf. Die Zauberwörter heißen aber auch hier Respekt, Rücksicht und Vernunft; jedoch scheinen das immer mehr Fremdwörter zu werden. Deutschland sollte sich hier ein Beispiel an anderen Ländern nehmen, wo so etwas kein Problem ist. Man kann sich Probleme nämlich auch selbst schaffen - und da ist Deutschland echt Weltmeister! Es müssen vernünftige Gesetze und wesentlich höhere Bußgelder her, dann hört das auch auf.

  • 72 Anonym 10.08.2018, 13:08 Uhr

    Ab einer bestimmten Geschwindigkeit haben Motorradfahrer keine Überlebenschance bei einem Unfall. Warum begrenzt daher der Gesetzgeber nicht die höchstzulässige Motorradgeschwindigkeit auf max. 70 km/h ?

    Antworten (1)
    • Bikerin X 10.08.2018, 13:54 Uhr

      Was sollte das bringen? Auch bei diesem Tempo kann ein Unfall tödlich ausgehen. Selbst im Auto, wenn man Pech hat! Die Lärmbelästigung ist damit doch auch nicht genommen, denn wenn man die unteren Gänge ausreizt und hochzieht, wird jedes Fahrzeug laut. Und ich möchte als Motorradfahrer auch nicht den fließenden Autoverkehr auf der Landstraße blockieren. Wie so etwas ist, kann man an den (ehemaligen) 50-er Rollern sehen, die heute auf 45 km/h gedrosselt sind (vom Gesetzgeber vorgegeben) und regelmäßig den Stadtverkehr blockieren. Gewagte Überholmanöver von genervten Autofahrern sind das Ergebnis und die Unfallgefahr nimmt für alle zu.

  • 71 Roger 10.08.2018, 13:06 Uhr

    Wir Krad-Gegner haben jedenfalls bald Grund zur Freude, denn es wird Herbst, dann rutschen noch ein paar letzte Lärmfetischisten auf ihren zwei Rädern auf nassem Laub aus, und die Saison ist vorbei.

  • 70 Engel 10.08.2018, 13:05 Uhr

    Was ist das für ein Freiheitsverständnis?? In voller Montur und mit lautem Gedröhne anderen Menschen, die sich in der Natur beim Wandern erholen möchten oder einfach nur in Frieden wohnen wollen, selbstsüchtig zu tyrannisieren. Wer das für sein Ego braucht, soll sich einen Kopfhörer mit Gedröhne aufsetzen und sich vor eine 3D-Leinwand mit Rennstrecke setzen. Von der Umweltverschmutzung und den Gesundeitsgefahren ganz zu schweigen … Leider kann sich der motorisierte wahnsinn in diesem Land immer noch sonderrechte herausnehmen – zum K ...

  • 69 Baka Cirno 10.08.2018, 13:05 Uhr

    Ich finde, dass das Thema Motorradlärm auch ein bischen überbewertet ist. Bei uns fahren auch einige regelmäßig mit aufgemotzten Automobilen ständig mit durchdrehenden Reifen, starken Beschleunigungen, lauten Auspuffrohren die Straßen rauf und runter. Sie wollen halt auch zeigen, was unter der Motorhaube steckt. Da fallen die paar Motorradfahrer schon gar nicht mehr auf!