Wie bewerten Sie die Streiks?

Verdi-Warnstreik - Dortmund (2016)

Wie bewerten Sie die Streiks?

NRW bekommt den Tarifstreit im öffentlichen Dienst in fast allen Bereichen deutlich zu spüren: in Kitas, Krankenhäusern oder Flughäfen. Mehr Lohn durch mehr Streik - eine gute Idee? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Egal ob in Düsseldorf, Dortmund oder Duisburg, im ganzen Land kann der Alltag heute (10.4.2018) durcheinandergebracht werden. Verdi ruft ihre Mitglieder dazu auf, ihre Arbeit ruhen zu lassen. Busse und Bahnen bleiben stehen, Kitas und Ämter sind teils geschlossen, Flugreisende müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen. Das bedeutet für viele Pendler und Familien, umorganisieren und zusammenhalten. Hintergrund ist der Streit um mehr Geld im öffentlichen Dienst. In NRW sind die Hauptkampftage für heute und morgen angesetzt, die größten Kundgebungen sind in Bonn, Köln, Dortmund und Bielefeld geplant.

Mit den neuen Streiks soll der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden. "Die Wirtschaft boomt, und die Steuereinnahmen von Bund und Kommunen sind so hoch wie lange nicht mehr", erklärt Verdi-Chef Bsirske. Die Gewerkschaft fordert für die 2,3 Millionen Beschäftigten 6 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro monatlich mehr auf dem Konto. Dieses Angebot lehnt die Arbeitgeberseite als zu hoch ab. Am kommenden Wochenende gehen die Tarifverhandlungen in die nächste Runde.

Wie bewerten Sie die Streiks? Wie stellen Sie sich in Ihrem Alltag darauf ein? Bilden Sie Fahrgemeinschaften, falls Sie pendeln? Sind Sie selbst gewerkschaftlich organisiert und bei den Kundgebungen dabei? Sind Streiks Ihrer Meinung nach ein geeignetes Mittel, um Forderungen nach mehr Lohn und Gehalt durchzubringen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 20.00 Uhr.

Gast: Frank-Christian Starke, WDR Wirtschaftsredakteur

Redaktion: Jessica Eisermann und Gundi Große

Wie bewerten Sie die Streiks?

WDR 5 Tagesgespräch | 10.04.2018 | 46:00 Min.

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Kommentare zum Thema

138 Kommentare

  • 141 Michael aus Bonn 10.04.2018, 19:48 Uhr

    Nein, ich habe keinerlei Verständnis für diesen Warnstreik. Ich sehe es nicht ein als Faustpfand in einem Tarif-Poker benutzt zu werden. Für mich als Angestellter in einem mittelständischen Unternehmen, ohne Betriebsrat oder Gewerkschaftsmitglieder, kommt die Forderung 6% mehr aber mindestens 200€ erst einmal überzogen vor. Wenn ich damit zu meinem Vorgesetzten gehen würde, müsste ich schon herausragende, grandiose Leistungen vorweisen können... Ver.di wird für mich immer mehr zu einem roten Tuch. 2,3 Mio. Mitglieder, und alle sollen mit der Gießkanne das gleiche bekommen. Da solidarisieren sich Gewerken, die nichts miteinander zu tun haben - aber Jeder streikt für Jeden. Da wünsche ich mir dann doch mal, dass die All-Macht so einer aufgeblasenen Gewerkschaft beschränkt wird. Heute durfte ich 2x 18 km mit dem Rad fahren, weil es auch noch einen Zugausfall auf der alternativen Bahnstrecke gab. Das war der finale Sargnagel - ich bin den ÖPNV leid und werde mir wieder ein Auto zulegen!

  • 140 Streikbrecher 10.04.2018, 19:32 Uhr

    Da das Thema bereits erörtert wurde doch noch ein paar Hinweise. Seit der unsäglichen Agenda 2010 durch Grüne und SPD hat sich das Einkommen der einfachen Arbeitnehmer verringert. Diese Menschen haben keine andere Möglichkeit sich gegen diese Politik zu wehren. Der Streik ist ein legitimes Mittel und auch das Einzige sich wirksam zur Wehr zu setzen. Das Gejaule der angeblich Leidtragenden muß einfach hingenommen werden. Es sind die Leute die immer aufschreien wenn sich andere wehren. Einfach diese Kommentare ignorieren.

  • 139 André 10.04.2018, 18:36 Uhr

    Ich habe vollstes Verrständniss, viel Erfolg !!! - Allerdings : Mit diesen Gewerkschaften werden die AN über den Tisch gezogen, das sind keine freien und kämpferischen Gewerkschaften mehr. Alles nur Vernebelung! Wird Zeit, dass die Arbeitnehmer ihre Sache selbst in die Hand nehmen und einen gerechten Teil vom Kuchen fordern ! Wie war das beim letzten Streik von Verdi/GEW ? Forderung für LehrerInnen war 6% für ?? welche Zeit ? Rausgekommen sind 2 % pro Jahr, und das ist auch schon schöngerechnet und gerade mal so der von der EZB errechnete Kaufkraftverlust ! Von wegen Erhöhung, selten so gelacht !!! - Übrigens : Die GEW hat selbst ausgerechnet, dass LehrerInnen auch unter Einbeziehung der Ferien, eine 48 Std. Woche haben.

  • 138 Anonym 10.04.2018, 18:03 Uhr

    @Tommy Ja, die Angestellten im öD verdienen eine angemessene Bezahlung! Aber deren Höhe bestimmt der "Arbeitgeber", nicht der einzelne Bürger. SIE sind der Arbeitgeber dieser Leute. Mit Ihren Steuern.

  • 137 Rentner 10.04.2018, 18:02 Uhr

    Druck auf Arbeitgeber? Lachnummer! Kommunalsteuern werden dann wieder erhöht.

  • 136 Axel 10.04.2018, 18:01 Uhr

    Grundsätzlich sind Gewerkschaften wichtig und gut. Aber dieses ständige Lahmlegen öffentlicher Verkehrsmittel geht gar nicht. Schon gar nicht an Tagen, an denen Abiturprüfungen anstehen. Ich habe heute ordentlich Minusstunden gemacht, da ich auf der verstopften Autobahn nicht voran kam - obwohl ich 30 Minuten mehr Zeit eingeplant hatte. Mein anderer Wagen sollte heute TÜV bekommen - bekam er aber nicht, weil die Ersatzteile wegen des Streiks nicht durchgekommen sind. Tataa. Wofür stehe ich morgens noch auf? Wofür gehe ich arbeiten und quäle mich durch den Stau? Ich weiß es nicht.

  • 135 Aha 10.04.2018, 18:00 Uhr

    Im Radio haben Sie vorhin durchgegeben das Müllmänner zwischen 2.200 und 2.600 € brutto verdienen. Ich gönne allen, außer den Vorständen und diversen Politikern - da sie für ihre Fehlentscheidungen keine Konsequenzen tragen müssen, mehr Geld. Aber für einen Beruf ohne Ausbildung oder sonstige Qualifikationen (?) finde ich über 2.200 € schon ein Top-Gehalt.

  • 134 wh 10.04.2018, 17:56 Uhr

    @ von "Tommy", heute, 17:04 Uhr: Ihren Kommentar unterschreibe ich voll und ganz. Streiks müssen den Arbeitgeber treffen und nicht Menschen, die keinerlei Einfluß auf die Tarifverhandlungen haben, sondern nur vielfach finanziellen Schaden. Sie haben Zeitkarten und/oder Kita-Gebühren bereits bezahlt, bekommen dafür aber keine Leistung! Und die Arbeitgeber sind die Gewinner ...

  • 133 Jochen J. 10.04.2018, 17:51 Uhr

    Streik ist das LETZTE Mittel, nicht ein Druckmittel, um auf Vorhand auf dem Rücken der Bürger "Druck" aufzubauen - die Gewerkschaften missbrauchen ein wichtiges und verfassungsmäßig gerantiertes Grundrecht für ihren eigenen Machtzuwachs. Sie nehmen die Bürger in Geiselhaft. Dafür habe ich kein Verständnis. Wenn sämtliche Verhandlungen gescheitert sind, okay, aber nicht als Druckmittel: Pfui!! Eine Schande für unsere Demokratie! Ob die Bediensteten im öffentlichen Dienst "es wert sind", erscheint mir reichlich undifferenziert. Pflegerinnen und Pfleger sicher, aber ich kenne auch genügend Arbeitnehmer, wo ich dabei große Fragezeichen habe. Ich glaube, dass viele gar nicht wissen, wie gut sie es haben: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsgeld, 13. Gehalt, Überstundenbezahlung - vielleicht mal vergleichen mit dem Leben eines Freiberuflers

  • 132 Rheinländer 10.04.2018, 17:46 Uhr

    Für alle, die sich aufregen, weil die Streiks sie beeinträchtigen: schimpft auf die Arbeitgeber, die rumknausern. Wie wichtig die Leute sind, merken wir doch, wenn wie jetzt nichts mehr problemlos geht. Seit Jahren hören wir "Deutschland geht es gut", Steuereinnahmen sprudeln, wir feiern die schwarze Null und unser Erspartes bringt keinen Cent Zinsen. Schimpft nicht auf die Streikenden, schimpft auf die Regierung, die nichts an dem Zustand ändert und lieber Auto- und Stromindustrie fördert und auch sonst ausschließlich für die Lobbyisten arbeitet! Aber der kleine Bürger ist der wortwörtliche Verar***te.

  • 131 Tommy 10.04.2018, 17:04 Uhr

    Ja, die Angestellten im öD verdienen eine angemessene Bezahlung! Aber deren Höhe bestimmt der "Arbeitgeber", nicht der einzelne Bürger. Der Streik der Busfahrer, Erzieher, Müllmänner etc trifft aber den einzelnen Bürger, nicht den "AG". Im Gegenteil: der spart Lohn und Gehalt, kassiert viele Gebühren also weiter. Warum sollten die AG-Vertreter also an einem schnellen Streikende interessiert sein? Verdi möge sich bitte Bereich in der Verwaltung des öD suchen, die nicht den Bürger, sondern die AG-Vertreter treffen. Dann hätte Verdi meine Unterstützung. Aber nicht, wenn der Kleine Mann es ausbaden muss!