Hambacher Forst: Mehr als ein Wald?

Luftaufnahme vom Hambacher Forst und dem Braunkohletagebau Hambach

Hambacher Forst: Mehr als ein Wald?

Seit sechs Jahren protestieren Umweltaktivisten im Hambacher Forst gegen Rodung und Braunkohleabbau. Nun haben die Behörden mit der Räumung der Baumhäuser begonnen. Was sagen Sie dazu? Diskutieren Sie im WDR 5 Tagesgespräch!

Der Protest im Hambacher Forst gilt vielen als Symbol für den Kampf um Klimaschutz. Die zuständige Bezirksregierung Arnsberg hatte im Frühjahr den sogenannten Hauptbetriebsplan für den Braunkohletagebau Hambach genehmigt und damit auch die umstrittene Rodung durch RWE.

Aus Sicht von RWE ist die Abholzung notwendig, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Mitte Oktober will das Oberverwaltungsgericht in Münster allerdings noch über eine Beschwerde des Umweltverbandes BUND entscheiden, der das Waldgebiet erhalten will. RWE hat zugesagt, bis zu einer Entscheidung des Gerichts mit einer Rodung zu warten.

Umweltverbände fordern, Räumung und Rodung auszusetzen, bis die Kohlekommission Vorschläge für den Ausstieg aus der Braunkohle erarbeitet hat. Das soll bis Ende des Jahres passieren. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze von der SPD hatte sich dafür ausgesprochen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet von der CDU sieht das anders. Er betont, dass zwischen der Arbeit der Kommission und der Zukunft des Hambacher Forstes kein Zusammenhang bestehe. Die Vorgängerregierung habe die Abbaugenehmigung 2016 erteilt. Das Land könne eine Rodung nun nicht mehr verhindern, sagte er schon Ende August.

Die aktuelle Räumung hat das NRW-Bauministerium veranlasst. Der offizielle Grund: fehlender Brandschutz in den Baumhäusern der Umweltaktivisten.

Überzeugen Sie die Argumente von RWE, die Stromproduktion sichern zu müssen? Haben Sie Verständnis für den Protest der Umweltaktivisten und mit welchen Mitteln darf man protestieren? Ist der Hambacher Forst für Sie ein Symbol?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 20.00 Uhr.

Gast: Michael Eyl-Vetter, RWE, Leiter Planung Tagebau

Redaktion: Regina Tanne und Beate Wolff

Hambacher Forst: Mehr als ein Wald?

WDR 5 Tagesgespräch | 14.09.2018 | 49:25 Min.

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Kommentare zum Thema

167 Kommentare

  • 181 JeMa 14.09.2018, 19:55 Uhr

    Überprüft doch Eure Stromkosten und wechselt den Anbieter und zwar massenhaft! Es ist leicht, wenn man nur wechseln will! Und das versteht selbst der vorweggehende!!!

  • 179 Eric Leyden 14.09.2018, 19:45 Uhr

    Da sitzen Leute in den Bäumen wie die Affen und einige spielen auch noch Tarzan. Jetzt ist auch in Münster Recht gesprochen worden aber das paßt diesen Leuten nicht nur wenn es umgekehrt wäre, dann würden sie jubeln und einen Affentanz aufführen.

  • 178 Danke 14.09.2018, 19:42 Uhr

    Gute Idee, die Zeit zur Kommentierung bis 20:00 Uhr zu verlängern. Ich hoffe, das wird beibehalten.

  • 177 Abwarten und hoffen 14.09.2018, 19:39 Uhr

    Ich bin gespannt, wie in einigen Jahren die Stromversorgungssicherheit in Deutschland aussehen wird, ohne grundlastfähige Kraftwerke und ohne nennenswerte direkte Speichermöglichkeiten von schnell verfügbarer Energie mit ausreichender Leistung.

  • 176 WDR als Propagandasender 14.09.2018, 19:16 Uhr

    Eben die Radionachrichten des WDR zum Thema gehört. Minutenlange Verlesung von Strafanzeigen verschrobener Öko-Anwälte gegen RWE. Habt Ihr noch alle Tassen im Schrank?

  • 175 "Im Anfang war das Wort, ..." 14.09.2018, 19:11 Uhr

    ... doch es war nur ein erster Probelauf für Fake-News der (Ver-)Kohlekonnission NRW! Daher ist der Hambacher Forst nicht nur ein kleines Waldstück inmitten einer verwüsteten und leergeräumten Einöde, sondern es ist ein Symbol einer im Hinblick auf moderne Umweltstandards besonders rückständigen Energiepolitik in NRW und außerdem für den Diensteifer und den vorauseilenden Gehorsam der NRW-Verwaltung gegenüber den Wünschen und Weisungen des Lobbyisten RWE und anderer, um mit althergebrachten, rückständigen und sogar betrügerischen Methoden der Ablenkung, der An- und Enteignung die Mehrheit der Büger zugunsten einer Minderheit hinters Licht und zurück in die Zukunft zu führen, wo die Erde wieder wüst und leer, und es finster auf der Tiefe prekärer Beschäftigungsverhältnisse sein wird!

  • 174 Von neuen Götzen und Idolen aus uralten Zeiten 14.09.2018, 18:02 Uhr

    Es handelt sich bei den Umweltaktivisten im Hambacher Forst zwar nicht mehrheitlich um Ausländer, die nach der rechtspopulistischen Neufassung der Auslegung verfassungsmäßiger Rechte pauschal und äußerste bequem als terroristische Gefährder einfach in die als Ankerzentren schöngefärbten Sammel- und Konzentrationslager umgesiedelt und dann abgeschoben werden können. Aber vielleicht kann der Verfassungsschutz einen besonders dunkel pigmentierten V-Mann oder der Quote zuliebe vielleicht sogar eine V-Frau nach dem hergebrachten Motto in die Baumhaussiedlung einschleusen, "ein fauler Apfel verdirbt den ganzen Korb"! Da hat es Bayern mit seinem Größten Heimatminister aller Zeiten (GröHaZ) natürlich leichter, weil alle, die von jenseits des Weißwurstäquators nach Bayern zugereist sind, dort grundsätzlich als Gefährder oder gar als Saupreißn verunglimpft und in geeigneter Weise erkennungsdienstlich und menschenunwürdig behandelt werden können.

  • 173 Michel 14.09.2018, 17:54 Uhr

    Unglaublich wie man diese Ökoterroristen noch in Schutz nimmt . Ich hab nix dagegen das man demonstriert . Aber Gewalt kann und darf nicht toleriert werden . Eine legal gewählte Regierung hat entschieden . Damit ist alles legitim . Dazu kommt noch das die Bevölkerung zu großen Teilen hinter dem Energieträger Braunkohle steht . Und was da letztendlich an Straftaten bekannt wird , ist nur die Spitze des Eisberges . Das ist Anspucken , Anpinkeln o.ä. noch harmlos . Es wurde bewusst Menschenleben gefährdet . Ich hab dafür kein Verständnis. Aber das sind unsre Politiker von morgen , siehe unsren Ex Außenminister. BTW . Es gibt in Deutschland einen Abholzplan . Jeder Baum der von RWE gerodet wird , wird deshalb nicht woanders gerodet . D.h sollten wir den Hambacher Forst nicht zu Teil roden, würden anderswo Bäume gefällt . Und !!! RWE hat bisher mehr Bäume rekultiviert, wie sie je abholzen werden .

    Antworten (1)
    • Buschi 14.09.2018, 19:58 Uhr

      Michael, ich wäre vorsichtig mit der Behauptung die Mehrheit der Bevölkerung in NRW steht hinter der Braunkohle. Das bist vielleicht Du, weil Du noch altbacken bist. Und ob unsere gewählten Volksvertreter im Sinn der Bevölkerung Handel muss man langsam auch stark bezweifeln . Mittlerweile hat man eher den Eindruck das sich gewisse Leute in der Regierung und bei RWE die Taschen voll machen. Und das ganze unter dem Schutz tausender Polizisten. Diese tausend Polizisten wären lieber mal nach Essen gefahren und hätten den Libanesen Clan hoch genommen, der Ihre Kollegin Krankenhaus reif geschlagen hat. Aber da haben die Herren Polizisten die Hosen voll.

  • 172 Norbert 14.09.2018, 17:23 Uhr

    Ich frage mich, wie Deutschland zukünftig Schwellenländer zum Schutz des Regenwaldes auffordern möchte, wenn eine reiche Nation es noch nicht mal schafft, einen der letzten naturnahen Wälder zu schützen. Und dabei geht es um eine Fläche, die im Vergleich zu Regenwäldern wirklich klein ist. Und das für eine Energiequelle, die vor dem Aus steht. Warum schreiten eigentlich die vielen kommunalen Anteilseigner (Städte, Stadtwerke etc.) nicht ein? Natürlich muss RWE Geld verdienen, aber manchmal dürfen auch Manager Gewissen zeigen und Natur bewahren.

    Antworten (1)
    • Adrian Ritter 14.09.2018, 19:46 Uhr

      Die Regenwälder werden doch bereits abgeholzt auch ohne Deutschland als Vorbild.

  • 171 GEO 14.09.2018, 17:21 Uhr

    Welch' ein Armutszeugnis für RWE. Hatte man geglaubt, dieser Konzern würde sich wandeln und hätte die Zeichen der Zeit erkannt, so ist jetzt wieder das wahre, rücksichtslos kommerzielle Gesicht zum Vorschein gekommen. Liebe Kommunen, die ihr noch RWE-Aktien haben solltet - jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, sich von diesem Dinosaurierkonzern zu trennen. ... und sollten ab 1. Oktober die Motorsägen zur Rodung laufen, ist es Zeit für alle Klimaschützer, die Kohlekommission zu verlassen. Das macht so keinen Sinn.

  • 170 GEO 14.09.2018, 17:12 Uhr

    Welch' ein Armutszeugnis für RWE. Hatte man geglaubt, dieser Konzern würde sich wandeln und hätte die Zeichen der Zeit erkannt, so ist jetzt wieder das wahre, rücksichtslos kommerzielle Gesicht zum Vorschein gekommen. LIebe Kommunen, die ihr noch RWE-Aktien haben solltet - jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, sich von diesem Dinosaurierkonzern zu trennen. ... und sollten ab 1. Oktober die Motorsägen zur Rodung laufen, ist es Zeit für alle Klimaschützer, die Kohlekommission zu verlassen. Das macht so keinen Sinn.