Wohin mit dem Windrad?

Windkraftanlage an einem Dorf mit Häusern in einer Agrarlandschaft, Räckelwitz, Sachsen

Wohin mit dem Windrad?

Wie nah dürfen Windräder an Wohnsiedlungen stehen? Darüber gibt es Streit zwischen Umweltschützern und Anwohnern. Windkraft ja, aber bitte nicht vor der eigenen Tür? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Aktuell sorgt ein Gesetzentwurf von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für Ärger bei Umweltschützer*innen und auch bei der Industrie: Der Entwurf sieht vor, dass Windräder mindestens 1000 Meter entfernt von Wohnsiedlungen aufgestellt werden müssen – dazu werden auch Orte mit gerade mal fünf Häusern gezählt.

Das Argument hinter der Regelung: Gegen viele Windkraft-Projekte klagen Anwohner und Verbände. Sie fürchten Lärm, Schatten, Wertminderung ihrer Grundstücke – da soll der Abstand helfen. Am Montag (18.11.2019) sollte das Gesetz vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Mittlerweile hat jedoch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) angekündigt, dass sie mit Altmaiers Vorschlag nicht einverstanden ist. Ein kurzfristiger Kabinettsbeschluss ist deshalb fraglich.

Der Widerstand vor Ort ist einer der Gründe dafür, dass der Ausbau der Windkraft stockt. Erst vergangene Woche hatte der Anlagenbauer Enercon angekündigt, bis zu 3000 Stellen zu streichen. Die Branche fürchtet, dass durch die Abstandsregelung noch weniger Flächen für Windparks zur Verfügung stehen.

Auch Umweltschützer kritisieren den Gesetzentwurf heftig: "Es ist kaum zu ertragen. […] Das hier ist Klimakrise made in Germany. Ohne Sicht auf Besserung", twittert Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer.

Auch Energie- und Wirtschaftsverbände, sowie der Gewerkschaftsbund DGB haben sich zu Wort gemeldet. In einem Brandbrief an die Bundesregierung schreiben sie: "Es ist uns unerklärlich, dass an einer Regelung zu bundeseinheitlichen Mindestabständen festgehalten wird, obwohl klar ist, dass damit das Ziel von 65 Prozent erneuerbare Energien in 2030 nicht gehalten werden kann."

Dagegen twittert Bodo Löttgen, CDU-Fraktionsvorsitzender in NRW: "Berechtigte Interessen der Menschen, vor allem im ländlichen Raum, sind bei der Energiewende zu berücksichtigen."

Wie ist Ihre Meinung zur Windkraft? Würden Sie sich gegen ein Windrad in der Nähe Ihres Hauses wehren? Oder schauen Sie aus Ihrem Fenster vielleicht sogar direkt auf ein Windrad? Haben Umweltschützer und Industrievertreter zu wenig Verständnis für Betroffene? Oder ist das der Beitrag, den Anwohner für mehr Erneuerbare Energien leisten müssen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieökonomin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung

Redaktion: Dirk Müller und Regina Tanne

Wohin mit den Windrädern?

WDR 5 Tagesgespräch 14.11.2019 46:24 Min. Verfügbar bis 13.11.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

157 Kommentare

  • 157 Gerd SR/ Alternative .... 14.11.2019, 13:59 Uhr

    .... Windgeneratoren, die es lang schon verschiedenster Art gibt, werden wieder einmal in der künstlich bi-polarisierten "Diskussion" ausgeblendet -- totgeschwiegen: Zum dutzenden male in wessen Interesse eigentlich, WDR, Schmitz-Forte und Koll. ?!?! - - - - - Alternative Windgenerator-Modelle, also mit weniger Lärm & Platzbedarf, ohne Schattenwurf und zT,. sicher auch niedrigerem Tier-Kill-Faktor, finden SIE online bspw. auf YT, oder auf einem Essener Hochhaus, - zu sehen etwa wenn man mit dem Zug von Westen in den HBF einfährt, - ca. 1 min vorher nach recht gucken

  • 156 Lud 14.11.2019, 13:59 Uhr

    Pro Wind- Sonnen- und Wasserkraft. Nur die Erneuerbare haben Zukunft, s.u. und bitte keine Atom- und Öl-, Kohle- nachweinen. Das war früher und hat uns massive Umwelt- Klimaprobleme eingebraucht :(

  • 155 Antiwerbung 14.11.2019, 13:59 Uhr

    Die Sendung war eine Antiwerbung dafür, dass eine Energievesorgung nur mit erneuerbarer Energieerzeugung mit den bisherigen Konzepten möglich wäre. Die Studiogästine hat keinerlei technisches Wissen. Die vertikalen Windkraftanlagen sind alle wegen mangelnder Effizienz gescheitert. Nur einige Idealisten machen das. "Sie sehen schön aus." reicht nicht als Fachbeitrag. Wasserkraftwerke zerstören Flussbiotope. Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung. Weniger Planung, mehr sich entwickeln lassen.

  • 154 Albert Dreistein 14.11.2019, 13:58 Uhr

    Längst erkannt und nachgewiesen, daß Windenergiegewinnung nicht zur Massenanwendung taugt, rudert dennoch die Groko-Regierung auch weiterhin in diesem zukunftslosen Thema unbeirrt herum und verschwendet darauf Milliarden Steuergelder-Subventionen und strompreis-belastende EEG-Umlagen sowie wertvolle Zeit angesichts voran schreitendem Klimawandel und der Erderwärmung, um all das alsbald wieder zurückpfeifen zu müssen, wenn erstmal das ganze Ausmaß dieses Desasters überdeutlich wird. Damit und wie es besser in der Politik laufen sollte zur Bewahrung unserer Existenzgrundlagen auf dieser Erde, befassen sich u.a. hier die Gästebuch-Kommentare Nr. 78, 88, 93, 110, 130, 137 und 144.

  • 153 Kommissar 14.11.2019, 13:58 Uhr

    Das Problem liegt vor allem in der Politik bei bei der CDU-geführten Bundes- und Landesregierung NRW ( hier vor allem FDP-Pinkwart )

  • 152 Leider melden sich 14.11.2019, 13:56 Uhr

    hier und im Tagesgespräch erstaunlich viele Windkraftgegner. Aber ich sehe ein, dass es leichter ist , pro Windkraft zu sein, wenn man keins vor der eigenen Nase hat: Eine Beteiligung der Anwohner an den Gewinnen wäre die beste Lösung, jedenfalls viel besser als die Verhinderung der Windräder durch Abstandsgebote.

  • 151 Gerd SR/ Man glaubt's.... 14.11.2019, 13:56 Uhr

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  • 150 Ulf Lindermann 14.11.2019, 13:54 Uhr

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  • 149 Traudel Wimmer 14.11.2019, 13:53 Uhr

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  • 148 Müllberge 14.11.2019, 13:52 Uhr

    Der Anblick von Windkrafträder löst bei mir eine depressive Verstimmung aus. Die Welt wird immer hässlicher die Menschen immer kränker. Die Müllberge größer. Das meiste was produziert wird ist überflüssig.

  • 147 mein-grundeinkommen.de 14.11.2019, 13:48 Uhr

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