Freuen Sie sich auf die WM in Russland?

Das offizielle Emblem der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 wird an die Fassade des Bolshoi-Theaters in Moskau projiziert

Freuen Sie sich auf die WM in Russland?

Viele Fußballfans freuen sich, Menschenrechtler raufen sich die Haare: Am Abend beginnt die Fußball-WM in Russland. Was steht für Sie im Vordergrund: Sport oder Politik? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Um 17 Uhr wird das Eröffnungsspiel der Fußball-WM in Moskau angepfiffen; Gastgeber Russland trifft auf Saudi-Arabien. Sportlich gilt Russland als Favorit, politisch gelten beide Nationen international als schwierig: Russland unterstützt die Kriege in Syrien sowie im Osten der Ukraine und hält nach wie vor die Krim besetzt. Der ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt reist nicht an, weil er Repressalien fürchtet. Saudi-Arabien wird trotz einer jüngeren Öffnungspolitik von einem rückwärtsgewandten autokratischen Regime beherrscht.

Aber sitzt die Weltpolitik immer mit vor Fernseher oder Großleinwand, wenn eine der 64 Partien angepfiffen wird? Oder steht der Sport im Vordergrund? Denn das abgedroschene Bild vom Fan, der der WM entgegenfiebert, könnte eben doch stimmen: Je näher das Auftaktspiel rückt, desto weniger Gedanken werden auf Menschenrechte, Freiheit und Weltfrieden verwendet.

Die Fußball-Weltmeisterschaft ist eines der größten sportlichen Ereignisse der Welt, Milliarden Menschen sehen zu. Legitimieren die Fans autokratische Regime, wenn sie Fußballspiele ansehen, die im Land eines "problematischen" Gastgebers ausgetragen werden? Oder kann man das eine vom anderen trennen?

Was erwarten Sie von der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland? Kann die deutsche Mannschaft den Titel verteidigen? Wie wirken sich die Querelen um Mesut Özil und Ilkay Gündogan aus? Sollten deutsche Politiker Spiele der Nationalmannschaft besuchen? Können vier Wochen WM die russischen Kriege aus den Schlagzeilen bringen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogäste: Daniel Neuhaus, WDR-Sportredaktion und Markus Sambale, ARD-Russland-Korrespondent

Redaktion: Heiko Hillebrand und Regina Tanne

Freuen Sie sich auf die WM in Russland?

WDR 5 Tagesgespräch | 14.06.2018 | 45:28 Min.

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Kommentare zum Thema

102 Kommentare

  • 121 brygyt 14.06.2018, 13:59 Uhr

    Aus meiner Sicht werden die Fußballspieler doch mehr von der Wirtschaft instrumentalisiert und weniger weniger von den Politikern. Wenn ich die Interviews vor den Werbetafeln sehe dann ist doch schon vieles gesagt. Ich plädiere mehr Fußballplätze für die Fans. Selber spielen macht frei.

  • 120 Anton 14.06.2018, 13:59 Uhr

    Immer wenn ich eine Zeitung aufschlage, Radio höre und Fernsehen einschalte, lese, hören und sehe ich nur negatives zu Russland. Ich frage mich die ganze Zeit, was bei uns vorgeht. Meine Vermutung ist, dass die Akteure in den Medien nicht wissen, dass Russland keine Sowjetunion mehr ist und die Zeit der Diktatur des Proletariats längst vorbei ist. Die, dass wissen versuchen es zu ignorieren und setzen das alte Spiel „Böser Osten und guter Westen“ fort. Ich fragte eine verwandten Sozialpsychologen. Er hat zwei Erklärungen: 1) Die Medien sind nicht seriös und sind Teil der Spaßgesellschaft und quatschen einfach so dummes. 2) Bei Öffentlich-rechtlichen ist seiner Meinung nach maßgeblich, dass hier das alte Freund-Feind-Denken nicht abgeworfen wurde und Russland nach alten Kalten Kriegsschema beurteilt wird. Es ist an der Zeit, dass dies gründlich geändert wird. Gerade jetzt, wo wir uns gerne nur auf Sport freuen wollen.

  • 117 Karina 14.06.2018, 13:50 Uhr

    ich bin kein Fußball-Fan, gönne aber jedem Land so ein Ereignis und bedaure sehr, dass die meisten unsrer Medien und unsrer Politiker, allen voran der Außenminister, alles tun, um Russland den Spaß zu verderben. Ich bin sehr froh, dass einige wenige Hörer sich gegen das Russland BASHING wendeten, und habe auch kein Verständnis für den Herrn, der seine extra angeschaffte 10 m -Leinwand nicht nutzen will, weil sich zwei türkisch-stämmige Fußballer mit Herrn Erdogan ablichten ließen ! Die Politik sollte möglichst zur Nebensache werden! Ich betrachte den Sport als Chance, dem arg gebeutelten Weltfrieden eine Chance zu geben !!

  • 116 Leo H. 14.06.2018, 13:45 Uhr

    Sportliche Großveranstaltungen waren sicher einmal zur Völkerverständigung gedacht. Mal sehen, ob die öffentlich rechtlichen Medien über die WM sachlich und objektiv berichten (dürfen) oder ob jede sich bietende Gelegenheit zur Kritik an Russland genutzt wird. Man wird sehen bzw. hören - und sich seinen Teil denken bzw. bestätigt fühlen.

  • 114 Helmut S. 14.06.2018, 13:39 Uhr

    Hallo Frau Brandi!!!!Das soeben auf WDR5 gehörte Interview mit Rebecka Harms im „Blickpunkt im Mittagsecho“ war wieder einmal Putinhetze vom Feinsten!!!!!! Auch die Meinung von Baerbock ( Grüne ) und der Hetzer Krause mit seinem Bericht über Navalny war genau dies was der kritische Anrufer gemeint hat, als er Ihnen einseitig Rußland/Putin-Bashing vorgeworfen hat. Der Kritik des Anrufers kann ich nur zu 100% zustimmen. Aber wahrscheinliche erwarten die Transatlantiker im WDR genau dies von Sendungen über Rußland.

  • 113 Manfred Hermann 14.06.2018, 13:34 Uhr

    Fußball ist eine reine Männervereinigung (wie auch die Kirche). Der Frauenfußball spielt nur am Rande eine Rolle mit. Schon wieder geht es um Geld. Das Schuldgeldsystem ist ein Geld der Männer und hat was mit Betrug, Korruption, Vetternwirtschaft und Macht zu tun. Männer tun alles, um dieses kriminelle Schuldgeldsystem aufrecht zu erhalten. So ist es bei den Banken, so ist es im Fußball und überall auf der Welt wo sehr viel Geld sich ansammelt und fließt. Männer verursachen mit dem Geld Wirtschafts- und Finanzkrisen, Inflation, Geldcrash, Umweltzerstörung, Not, Hunger, Krankheit, Kriege und Naturkatastrophen. Warum spielt das Geld für Männer eine so große Rolle und für Frauen nicht. Wir sollten uns jeden Tag diese Frage stellen und uns für ein Lebensgeld entscheiden. Gradido - Natürliche Ökonomie des Leben - Ein Weg zu weltweite Wohlstand und Frieden in Harmonie mit der Natur.

  • 112 Dirk 14.06.2018, 13:33 Uhr

    Während sich sonst hochrangige Politiker kaum eine Gelegenheit entgehen lassen, auf Kosten der Steuerzahler(innen) Fußballspiele öffentlichkeitswirksam zu besuchen, für die sich wohl der Großteil ihrer potentiellen Wähler interessiert – vielleicht erst weil diese Sportshow im Scheinwerferlicht der Medien steht (Gibt es noch andere Sportarten?) – und sich günstigenfalls im Kreise der Sieger zu sonnen, bleiben diese Politiker diesem Turnier öffentlichkeitswirksam fern, um höchstens zur Endspielteilnahme der “eigenen“ Mannschaft doch noch „ins Land eines problematischen Gastgebers“ fahren zu können, um mit diesem dann doch – die günstige Gelegenheit nutzend – ebenso öffentlichkeitswirksam “diplomatische Gespräche“ zu führen.

    Antworten (1)
    • Karina 14.06.2018, 13:51 Uhr

      Zustimmung!

  • 111 denkmal 14.06.2018, 13:19 Uhr

    Also darf ich als deutscher staatsbürger mein land nicht lieben; na dann muss ich mir auch keine sorgen mehr um dieses mit ihrer gesetzgebung und ihrer gewachsenen selbstbedienungsmanie, auch nicht um die massiv ins land einfallenden heuschnecken, zu machen, könnte mir dann eigentlich auch am AAA vorbeigehen. Was soll´s, die einstigen ostländer wie pommern, preussen, schlesien etc. waren auch einmal deutsch, so geht alles vorüber, nichts bleibt wie es ist. Nun wird aber ganz schnell die deutsche fahne aus der schublade geholt, sollten eh alle die in DE leben, machen. Ich freue mich auf die Olympiade.

  • 110 Ignaz-Denket um! 14.06.2018, 13:17 Uhr

    Trotz meiner Abneigung zu dieser Kommerz-Fußball WM, wünsche ich jedem interessierten Fußballfan, eine schöne WM, mit ausgezeichneten Spielen und viel Spaß beim Schauen. Die ganze Welt wird für mich danach keine andere sein, egal wer gewinnt, es sind ja nur Spiele, wenn auch nicht wirkliche saubere Spiele.

    Antworten (1)
    • Lothar D. 14.06.2018, 13:31 Uhr

      Danke! Ich freue mich über Menschen, die auch gönnen können und nicht alle verdammen, die andere Interessen haben.

  • 109 Beobachter2 14.06.2018, 13:14 Uhr

    Herr Markus Sambale wie Seiner Kollege Hermann Krause auf Bezug zu Russland sind tatsächliche Russland Baching Treiber. Auch jetzt passierte das. Ukrainische Regisseur Sinzow ist genauso ein Terrorist ist wie Baete Tscheppe, nur sogar schlimmer, weil er wurde persönlich bei Minen anlegen erwischt. Und an Nadja Sawtschenko, scho vergessen eure Heldin vom 2016? Die zur Zeit in ukrainischer Gefängnis sitzt und Hungerstreit treibt interessiert keiner von euch Journalisten. Sitz sie bei falschen? Und wie Moderation sagte, „wir sind öffentlich rechtliche..“ ich sage euch – das ist nur Aushängeschild! Und verhindert keiner Lüge.

  • 106 Bernhard Erkelenz 14.06.2018, 13:07 Uhr

    Bei aller Freude an bzw. bei den Spielen: auch Interesse an der Situation der Menschen und der Menschenrechte in den FIFA-WM-Teilnehmerländern zeigen und sich m ö g l i c h s t auch in Sachen Menschenrechte engagieren! Infos: amnesty.de/informationen 'Mittel' gegen Resignation: "Niemand begeht einen größeren Fehler als jemand, der nichts tut, weil er nur wenig tun könnte." (Edmund Burke) Und: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." (Erich Kästner)