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Tempolimit 130 – warum nicht?

Ein Verkehrsschild für die zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern steht in einer Lagerhalle der Autobahnmeisterei.

Tempolimit 130 – warum nicht?

Kaum ein Thema wird so emotional debattiert wie ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Heute stimmt der Bundesrat über die Einführung ab. Doch der Antrag hat wenig Chancen. Wo stehen Sie in der Debatte? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch.

"Tempolimit? NEIN Danke!" – So lautet die Überschrift einer Internetkampagne, die die CSU vor Kurzem gestartet hat. Die Deutsche Umwelthilfe hält mit der Kampagne "Tempolimit? JA Bitte!" dagegen. Angesichts der polarisierenden Wirkung des Themas verzichtet der ADAC nach jahrelanger Ablehnung des Tempolimits auf eine Empfehlung. Denn mittlerweile lehnen laut Umfragen nur noch 50 Prozent der Mitglieder das Tempolimit ab, 45 Prozent sind dafür.

"Der Bundesrat hat jetzt die Chance, für die Verkehrswende, den Klimaschutz und mehr Sicherheit zu stimmen", heißt es in einer Erklärung eines breiten Bündnisses aus Verkehrs- und Umweltverbänden. Die Kritiker verweisen darauf, dass das Einsparpotenzial nur bei zwei Prozent der Emissionen des Pkw-Verkehrs liege. Die deutschen Autobahnen seien außerdem deutlich sicherer als das übrige Straßennetz. Eine umfassende Studie, inwiefern ein Tempolimit die Sicherheit verbessern würde, gibt es bisher nicht.

Eigentlich berät der Bundesrat über eine Novelle der Straßenverkehrsordnung. In diesem Zuge hat der Umweltausschuss ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern empfohlen. Eine Zustimmung im Bundesrat gilt als unwahrscheinlich. Vor allem die unionsgeführten Länder sind dagegen. Im Oktober hatte der Bundestag einen Vorstoß der Grünen abgelehnt. Mehreren Umfragen zufolge befürwortet aber die Mehrheit der deutschen Bevölkerung die Einführung eines Tempolimits. Deutschland ist das einzige europäische Land, in dem es bisher keine generelle Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen gibt.

Welche Argumente sprechen aus Ihrer Sicht für ein Tempolimit? Und welche dagegen? Würde ein Tempolimit die Freiheit der Autofahrer einschränken? Oder ist eine Höchstgeschwindigkeit auf den Autobahnen längst überfällig? Glauben Sie, dass die Politik langfristig ein Tempolimit einführen wird?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr!

Gast: Daniela Kluckert (FDP), stellv. Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag

Redaktion: Dirk Müller und Moritz Folk

Tempolimit 130 – warum nicht?

WDR 5 Tagesgespräch 14.02.2020 46:15 Min. Verfügbar bis 13.02.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

223 Kommentare

  • 223 THINK BIG & FFF & BGE ! 14.02.2020, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 222 A. Müller 14.02.2020, 13:58 Uhr

    Wie wir alle wissen, herrscht es bei uns in Deutschland eine beispiellose und ekelhafte Autogeilheit, obwohl 9 von 10 Autos überflüssig sind. Stolz war der Schröder, als er als Autokanzler apostrophiert wurde. Merkel wehrt sich gar nicht, wenn sie von Medien als Autokanzlerin bezeichnet wird. Die Oligarchen der Autokonzerne geben gegenüber der Politik den Ton an. Ein Ministerpräsident lässt seine Rede im Voraus bei den Autooligarchen überprüfen. Auf unseren Autobahnen herrscht Anarchie und Chaos. Die Medien und die gelben Betrüger von ADAC suggerieren uns pausenlos die „freie Fahrt für freie Bürger“. Man soll auf städtische Straßen schauen, wie brutal dort zugeht und was die Tempoterroristen mit Ihren Benzin- bzw. Dieselschrottwagen an Schaden für Leben und Gesundheit der Bürger anrichten. Angesichts dieser grenzenlosen Barbarei wundert man sich nicht, wenn Menschen zu Schaden kommen und Opfer von Abgas werden. Das System muss weg!

  • 221 Karina 14.02.2020, 13:58 Uhr

    Danke,Frau BirgitLimbach, Andre Beckefeld, Georg Bever, Hartmut Giese, Luis Kinski, für Ihre Wortmeldung und Ihre guten Argumente für ein generelles Tempoliit auf deutschen Autobahnen. Ich kann Ihre Beobachtungen nur uterstreichen. Sogar der ADFC und die Mehrheit der Bundesdeutschen stimmen inzwischen zu- aber CDU und FDP hängen unverbesserlich am Tropf der Autoindustrie- wieso kann sich die SPD da nicht durchsetzen ?? Wir brauchen dringend eine grün-rot-rote Regierung,im Interesse unsres Überlebens und unsrer Gesundheit

  • 220 Anonym 14.02.2020, 13:58 Uhr

    Deutschland, Deutschland, schneller, schneller über allem ... das ist entfesselte Wirtschaftspolitik der Poser ohne Limit! Und der Markt regelt es über die Toten!

  • 219 Gunar H 14.02.2020, 13:56 Uhr

    Dank an Herren Erdenberger für seine hervorragende Moderation. Pech hat er mit seinem tempogeilen Gast. Sie nennt sich sogar Volksvertreterin! Welches Volk meint sie?

  • 218 Blitzplautz-Doofrind 14.02.2020, 13:56 Uhr

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  • 217 winterwind 14.02.2020, 13:55 Uhr

    Wie wenig tempo 130 für das hier immer wieder angesprochene entspannte Fahren bringt - wer schon mal in der Pfalz auf der A61 unterwegs war weiß es. Der richtige Ansatz wäre wohl eher, den Verkehr zu reduzieren, viel mehr Güter auf der Schiene zu transportieren. Dann wären die Autobahnen vielleicht endlich so leer, wie in der Weite Frankreichs. Aber das würde den Staat ja was kosten, da lässt er die Finger von.

  • 216 Helmut S. 14.02.2020, 13:54 Uhr

    So lange wir unfähige Autolobbyisten aus Bayern wie Dobrind oder B.Scheuert als Verkehrsminister vorgesetzt bekommen, wird sich leider nichts ändern und dem Schwachsinn "Freie Fahrt für freie Bürger" Vorfahrt gewährt.

  • 215 KlartextJetzt 14.02.2020, 13:53 Uhr

    Das Thema ist ein typisches Ablenkungsmanöver, wenn man in anderen Bereichen, wie z. B. bei der notwendigen Beendigung von "Garzweiler II" kläglich versagt hat. Die Grünen wollen sich jetzt dafür in Kooperation mit dem "Abmahnverein e. V." auf einem anderen Sektor profilieren. Mit den Bürger*innen läßt es sich auch leichter anlegen als mit RWE Power, Hauptsache man hat wieder etwas "Linkes" durchgedrückt. Wenn ich meine Tankanzeige betrachte, verbrauche ich auf der "Bahn der Raser" jedenfalls deutlich weniger Sprit, als wenn ich mich auf einer Bundesstraße ständig von dem VW up! einer "grünen" Grundschullehrerin ausbremsen lasse (Tempo 50 statt 70, vor einem Kreisverkehr immer auf Null). Was Sicherheit betrifft: Man könnte die Sicherheit auf Autobahnen deutlich erhöhen, wenn das Einfädeln weniger riskant verlaufen würde (nachfolgender Fahrer schert als Erster ein und gibt Gas!). Temporäre Tempolimits (z. B. 100 km/h) gelten für viele Fahrer*innen offenbar nur für die rechte Spur.

  • 214 Friedwald-Doofrind 14.02.2020, 13:52 Uhr

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  • 213 Gerd SR/ Gegen... (e) 14.02.2020, 13:48 Uhr

    . . . hochmaniulatives Gerede und ideologisch begründetes Bevorteilen: - ergänzend e ) Ich besitze noch immer kein eigenes Auto oder Motorrad und bin trotzdem gegen das Überlegenheits-Moraliererei, gegen CO2-Märchnerzählen bzw. Vorwände zur weiteren Unsinnsvermehrung, Steuereintreibung und Profitemacherei. - - W i e 90 %ig sach- und fachwidrig bis hirnrissig auch hier regelmäig V E R K E H R S S C I H E R H E I T vorgebracht oder diskutiert wird, habe ich anhand seit Jahren zu j e d er von mir gehörten Sendung zum Thema Mehr/FAHRRADFAHRen/-Sicherheit, wie in QUARKS oder TG, detailliert dokumentiert, dazu Einspruch eingelegt und Lösungen vorgelegt.