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Scheidungskinder – wie funktioniert's?

Zwei Erwachsene ziehen an einem kleinen Mädchen

Scheidungskinder – wie funktioniert's?

Im Rechtsausschuss des Bundestages wurde gestern (13.2.) das sogenannte Wechselmodell debattiert. Danach leben Kinder, deren Eltern getrennt sind, abwechselnd gleich lang bei Mutter und Vater. Was halten Sie von dieser Regelung? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

In Deutschland leben zwischen fünf und 15 Prozent der Trennungsfamilien bereits das Wechselmodell. Eine gesetzliche Grundlage gibt es dafür bisher nicht – anders als zum Beispiel in Belgien und Schweden. Beide Länder haben dieses Modell im Jahr 2006 als Regelfall eingeführt. Die FDP möchte es ebenfalls ins Gesetz schreiben. Alle anderen Fraktionen haben das bisher abgelehnt.

Verschiedene Verbände wünschen sich eine differenziertere gesetzliche Lösung. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen zum Beispiel befürwortet eine Regelung, bei der ein Wechselmodell eine Möglichkeit der gemeinsamen Erziehung neben anderen ist. Über 70 Prozent der Scheidungskinder in Deutschland leben überwiegend oder ausschließlich bei der Mutter. Fachleute nennen diese Aufteilung Residenzmodell. Die Diakonie vertritt die Ansicht, man dürfe den Eltern nicht vorschreiben, wann und wo die Kinder nach einer Scheidung wohnen. Dies müsse in der Eigenverantwortung der Eltern bleiben. Die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Betreuungsmodell müsse sich am Wohl der Kinder orientieren.

Wie erleben Sie die Situation von Trennungskindern, ihren Müttern und Vätern? Sollten Kinder abwechselnd genau so lang bei der Mutter leben wie beim Vater? Was entspricht dem Kindeswohl? Kommen gesetzliche Regelungen vielleicht nur den Wünschen der Eltern entgegen? Wie können die Interessen von Trennungskindern besser berücksichtigt werden?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Katharina Grünewald, Psychologin und Buchautorin

Redaktion: Lioba Werrelmann und Julia Lührs

Scheidungskinder - wie funktioniert's?

WDR 5 Tagesgespräch 14.02.2019 45:41 Min. WDR 5

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Kommentare zum Thema

78 Kommentare

  • 78 Winterwind 14.02.2019, 13:59 Uhr

    Eine klare Trennung wäre das Beste anstatt die Kinder zum Spielball zweier zerstrittener, sonst hätten sie sich ja nicht scheiden lassen, Erwachsener zu machen. Den Kindern zuliebe. Überhaupt - will man den Kindern das Leben in zwei parallelen Welten zumuten? Freundeskreis hier, Freundeskreis dort? Schuldbesuch? 14 Tage hier, 14 Tage in einer anderen Stadt? Typisch unausgergorener GAU einer Republik, die vor lauter Korrektheit niemandem mehr weh tun möchte und damit alles nur noch schlimmer macht.

  • 77 Anna W. 14.02.2019, 13:53 Uhr

    Ich würde mich freuen wenn es auch in Deutschland Standard würde. Kinder brauchen beide Eltern . Und Ihre ganze Familie

  • 76 Facel 14.02.2019, 13:52 Uhr

    Das ist halt der Preis, wenn die Gesellschaft die Ehe als Auslaufmodell propagiert. Wenn die Ansprüche zu groß werden, man auf dem ewigen Sprung zu Mr/Mrs Reight ist, dann kann es halt auch passieren, dass man langfristig in die Leere schaut und der Weg in die Einzelkämpfer-Armut geht und die Gesellschaft muss es dann irgendwie richten.

  • 75 Annemie Wittgen 14.02.2019, 13:35 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 74 Traudel Wimmer 14.02.2019, 13:29 Uhr

    Heutzutage, wo es immer mehr Wölfe in Deutschland gibt, sollte man die Kinder nicht allzu oft zwischen Mama und Papa pendeln lassen. Sonst ist Oma´s gebackener Kuchen und der Rotwein rappeldizapp weg.

    Antworten (1)
    • Facel 14.02.2019, 13:53 Uhr

      ... der ist super, Traudel!

  • 73 Breslein 14.02.2019, 13:27 Uhr

    Alle Kinder, nicht nur die Scheidungskinder, nein wirkt ALLE Kinder sollten nach der Geburt in staatliche Obhut gegeben werden. Dann ist garantiert das aus den kleinen Menschen richtige Staatstreue Bürger werden.

  • 72 Das Kind 14.02.2019, 13:26 Uhr

    hat immer die größte A-Karte. Bleiben die Eltern zähneknirschend zusammen, leidet es unter Streit und permanent dicker Luft. Trennen sie sich, vermisst es entweder Vater oder Mutter. Oder wird darüber krank, dass es eifersüchtig hin und her gezerrt wird. Armes Scheidungskind, in deiner Haut hätte ich nie stecken wollen.

  • 71 Paul Dudda 14.02.2019, 13:24 Uhr

    Ich war Familienrichter und habe die Eltern, die sich im Erörterungstermin auf das Wechselmodell geeinigt haben, sehr selten wiedergesehen. Das werte ich als gutes Zeichen. Die von mir angehörten Kinder fanden das Wechselmodell meistens sehr gerecht. Lesenswert ist das „Mutmachbuch für getrennte Eltern“ mit dem Titel „Eine Woche Mama, eine Woche Papa“, in dem auch die Expertin Katharina Grunewald Stellung genommen hat.

  • 70 Traudel Wimmer 14.02.2019, 13:24 Uhr

    Ich hab mal gehört, daß man seine Kinder auch bei Ebay versteigern lassen kann. Damit würde sich ja dann das Wechselmodell von selbst erledigen. Es wäre allerdings zum Heulen, wenn man keinen anständigen Auktionspreis für die Kinder bekommt.

  • 69 individuelle Lösungen 14.02.2019, 13:24 Uhr

    Das Wechselmodell funktioniert nur, wenn beide Elternteile das Wohl ihrer Kinder an allererste Stelle setzen. Ansonsten kann es eine Katastrophe für die betroffenen Kinder werden. Bevor Politiker einfach für alle Kinder und Eltern entscheiden, sollten die Erfahrungen Erwachsener und Jugendlicher, die mit diesem Modell gelebt haben, ausgewertet und berücksichtigt werden. Ich halte einen Lebensmittelpunkt und ein großzügiges Umgangsrecht in den meisten Fällen für die bessere Lösung.

  • 68 Wieso 14.02.2019, 13:21 Uhr

    heiraten? Man kann sich auch ohne Trauschein lieben (mit eventuell gemeinsamen Kindern). Ohne offizielle Beglaubigung, die Keiner braucht.