Gratis Bus und Bahn fahren – Steigen Sie um?

Bus und Auto fahren durch Unterführung

Gratis Bus und Bahn fahren – Steigen Sie um?

Der Bund denkt über kostenlosen Nahverkehr nach, um Diesel-Fahrverbote zu verhindern. Bei dem bundesweiten Pilotprojekt wären Bonn und Essen mit dabei. Eine gute Idee? Diskutieren sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Bus- und Bahnfahren zum Nulltarif – Bonn und Essen könnten schon bald an diesem Pilotprojekt teilnehmen: Der Bund erwägt kostenlosen öffentlichen Nahverkehr. Ziel ist, die Luft in den Städten deutlich zu verbessern. Wenn die GroKo zustande kommt, soll dieses Projekt sofort umgesetzt werden. Der Handlungsdruck ist angesichts einer drohenden Klage vor dem Europäischen Gerichtshof groß: In vielen deutschen Städten werden Schadstoff-Grenzwerte nicht eingehalten, in NRW sind unter anderem Köln und Düsseldorf vom drohenden Diesel-Fahrverbot betroffen.

Eine Sprecherin des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmer (VDV) sieht die Pläne kritisch. Nach Angaben des VDV finanziert sich der Verkehrsbetrieb deutschlandweit mit rund zwölf Milliarden Euro jährlich etwa zur Hälfte aus dem Ticketverkauf. Weiteres Geld wäre nötig für neue Busse und Bahnen sowie zusätzliches Personal.

In der US-Stadt Portland wurde das kostenlose Busfahren in der Innenstadt nach knapp 40 Jahren aus Kostengründen wieder eingestellt. Auch im belgischen Hasselt ist das Projekt gescheitert: "Die Bürger sind so viel Bus gefahren, dass sich die Stadt das nicht mehr leisten konnte", sagte Philipp Kosok vom Verkehrsclub Deutschland. Die österreichische Hauptstadt macht es anders: Hier kostet ein Jahresticket 365 Euro – also einen Euro pro Tag. Laut der zuständigen Wiener Stadträtin rentiert sich dieses Modell.

Was halten Sie von dem geplanten Pilotprojekt? Sind kostenlose Bus- und Bahnfahrten für Sie eine Alternative zum Auto oder Carsharing? Ist die Maßnahme Ihrer Meinung nach ökologisch sinnvoll? Und wer soll das milliardenschwere Vorhaben bezahlen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Martin Gent, WDR-Wissenschaftsredakteur

Redaktion: Claudia Dammann

Gratis Bus und Bahn fahren – Steigen Sie um?

WDR 5 Tagesgespräch | 14.02.2018 | 46:57 Min.

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Kommentare zum Thema

107 Kommentare

  • 125 Fred Hansen 14.02.2018, 13:59 Uhr

    @Anonym, 13:31 Uhr: Ein Gebrauchtwagen ist auch ausgedünstet, aber weist keine unberechenbaren Menschenmassen auf, die einem den Tag als Allergiker oder Immungeschwächter gründlich verhageln können. Außerdem ist ein Auto auch Wetterschutz-, Rückzugs- und Schutzraum in Städten für solche gesundheitlich geschwächten Personen und so lassen sich Notarzteinsätze vermeiden, die im ÖNV und bei dessem stundenlanger Warterei auf Bus und Bahn gang und gebe sind und die Krankenkassenkosten und Mitgliederbeiträge hoch treiben.

  • 123 Meint der so 14.02.2018, 13:58 Uhr

    Was für ein Luxusproblem. Ich freu mich schon auf das Tagesgespräch zu den staatlich verordneten Duschzeiten, wegen der Wasserknappheit: 'Was tun Sie gegen ihren Geruch?'

  • 122 J. Dahm 14.02.2018, 13:58 Uhr

    Für eine Verkehrsverringerung wäre es vermutlich nötig, dass eine Familie wieder von der Arbeit eines Menschen leben könnte. Und dass der Unsinn aufhört, dass Primitivprodukte kreuz und quer durch die Gegend gekarrt werden, die es regional auch gibt und die dann ihrerseits hier bleiben könnten...

  • 121 1 Geisterfahrer? Etliche ... 14.02.2018, 13:58 Uhr

    @ Baka Cirno: „Da sieht man mal wieder, die Kosten der Reinigung der Dieselfahrzeuge zahlt nicht die Autoindustrie, sondern der Steuerzahler, also wir alle.“ --> Und wenn’s die Autoindustrie zahlen würde, von wem bekommt die ihr Geld? Vom Autokäufer. Und wer sind die Autokäufer? Ich würde sagen, die sind sehr weitgehend mit der Gruppe der Steuerzahler identisch. Und ein paar Mio. davon wiederum verdienen direkt oder indirekt in der Autoindusitrie ihren Lebensunterhalt. Das Definieren von Opfergruppen ist reine Polemik. Ein Volk zahlt für seinen Wohlstand. Punkt. Es geht ums Lenken in sinnvolle Bahnen.

  • 119 Staatsversagen! 14.02.2018, 13:56 Uhr

    Es handelt sich doch nur um eine Nebelkerze! Die Autoindustrie verstößt in faktischer Abstimmung mit der Bundespolitik und allen Aufsichtsbehörden fortlaufend gegen wirklich wichtige Grenzwerte. Und jetzt wird ein Nebenschauplatz eröffnet, an dem sich hier alle abarbeiten. Ein schlechter Witz! Es handelt sich doch um Staatsversagen, wenn Vergehen bis hin zu kriminellen Handlungen von den verantwortlichen Ministerien und der nachgeordneten Behörden nicht sanktioniert und abgestellt werden. Die betroffenen Bürger in den Städten sind einer hohen gesundheitlichen Belastung ausgesetzt, aber dies scheint den GroKo-Leuten ja egal zu sein.

  • 118 P und S 14.02.2018, 13:56 Uhr

    Desoto 13:33 Stimme in vollkommen zu in ihren unteren Zeilen Torschlußpanik ,Luxusproblem ,60-70 er Jahre ! Wer den Ruhrpott von damals KENNT ;WEiß WAS ER MEINT .

  • 117 Rainer Nolte 14.02.2018, 13:55 Uhr

    Ich bin anstelle bereits gescheiterter kostenloser ÖNV-Experimente für ein Dieselfahrzeugverbot wie es auch Brüssel fordert und amtszulassungstechnisch legitimiert ist, damit endlich auch diese SUV-Geldprotze mal denken lernen und von ihrer bisherigen Bildungsferne einen Schaden davon tragen.

  • 116 Hermann-Ludwig Schwarz 14.02.2018, 13:54 Uhr

    Ich habe nicht die ganze Sendung gehört, deswegen weiß ich nicht, ob mein Kommentar schon VorläuferInnen hatte. In Wien gibt es ein Jahresticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel für 365 Euro, d.h. 1 Euro pro Tag. Das kann doch wirklich jeder bezahlen. Eine Hilfe für die Stadtkasse, obwohl sicher viel zubeschusst werden muss. Aber anscheinend klappt das.

  • 115 lisbet, 54 14.02.2018, 13:53 Uhr

    Eine Umorganisation des Verkehrs wird immer irgend jemanden zu bestimmten Zeiten tief treffen. Bspw. ein weitestgehendes Verbot für Privat-PKW in Innenstädten. Können wir bitte mal endlich mit einigen Dingen beginnen? Auch wenn die Initiative erst mal (vom Teufel Brüssel) ausgeht? Ja, es wird nicht alles sofort passen, einiges wird sich als untauglich herausstellen, so what? Ein ewiges Weiterso wird nicht ewig funktionieren.

  • 114 P und S 14.02.2018, 13:48 Uhr

    Deutschland ist Flächenmäßig ein kleines Land ,daher haben wir große bis sehr große Ballungszentren mit viel Verkehr ! Überbevölkerung ,zugebaut bis in den letzten Bereich ,jeder möchte autofahren ,aber kein Politiker hat eine Lösung ! Ich habe sehr viele Länder bereist mit Großstädten ,wo es noch mehr Verkehr gibt , Smog ist dort kein große Frage ! Wir aber in klein Deutschland machen ein großes Faß auf ,Deutschland lebt von der Industrie und seinen fleißig arbeitenen Bürgern ,wer meint das wir ein Luftkurort sind ,sollte lieber nach Kanada ,Alaska ,Nepal ,Tibet ,Bhutan oder in die weiten von gesamt Amerika gehen ,Feuerland , Patagonien ,bietet frische Luft

  • 112 1 Geisterfahrer? Etliche ... 14.02.2018, 13:44 Uhr

    @ Beobachter", heute, 13:09 Uhr: "... was wird diese Auto Industrie wohl sagen , wenn der Verkauf von Autos massiv zurück geht." -- > Was sagt die Autoindustrie, wenn der Verkauf wegen Bevölkerungsrückgang zurückgeht? Das System und die Industrie muss den Menschen dienen und nicht umgekehrt.