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Impfen – Privatsache?

Im Vordergrund eine Hand mit einer Spritze, im Hintergrund ein Säugling ohne Hose

Impfen – Privatsache?

Heute beginnt die Europäische Impfwoche (24.-30. April). Nach Masernausbrüchen an einzelnen Schulen wird hierzulande über eine Impfpflicht für Masern diskutiert. Darf sich der Staat in solche Fragen einmischen oder ist das Privatsache? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Europäische Impfwoche steht unter dem Motto "Vorbeugen. Schützen. Impfen." Anlässlich der Aktionswoche forderte der Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Hermann Josef Kahl, ein nationales Impfregister. "Viele Impftermine werden von Eltern vergessen oder ein Kind wird krank. Und dann wird kein neuer Termin vereinbart", sagte Hermann Josef Kahl in einem Interview. Den Anteil der Impfgegner schätzt der Verband dagegen nur auf maximal ein bis zwei Prozent der Bevölkerung. Solange ein solches Register nicht besteht, fordert der Verband eine Impfpflicht.

Die wird seit einigen Wochen diskutiert. Aktueller Auslöser waren vor allem Masernausbrüche an einzelnen Schulen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Bereits im Februar hatte ein privater Kita-Träger in Essen beschlossen, nur noch Kinder aufzunehmen, die einen Impfschutz haben.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatten sich für eine Masern-Impfpflicht in Kindergärten und Schulen ausgesprochen. Anfang Mai wird ein Vorschlag aus dem Gesundheitsministerium zu dem Thema erwartet.

Eine Impfpflicht ist umstritten, weil sie ein Eingriff in die persönliche Freiheit des Einzelnen bedeuten würde. Auf der anderen Seite ist ein effektiver Schutz vor Infektionskrankheiten nur möglich, wenn ein möglichst hoher Anteil der Bevölkerung geimpft ist. Familienministerin Franziska Giffey sagte dazu: "Die Gesundheit und der Schutz der gesamten Bevölkerung setzen der individuellen Freiheit Grenzen."

Wie hoch der Anteil der Geimpften ist, schwankt je nach Region. Laut Robert-Koch-Institut waren 2016 bei der Schuleingangsuntersuchungen in NRW beispielsweise 94,1 Prozent der Kinder vollständig gegen Masern geimpft, in Baden-Württemberg nur 89,5 Prozent. Insgesamt sind die Quoten aber gestiegen.

Was halten Sie von einer möglichen Impfpflicht? Ist die sinnvoll, um alle zu schützen? Oder ist das ein Eingriff in Freiheit des Einzelnen? Wie handhaben Sie das Thema Impfen in Ihrer Familie? Was sagen junge Eltern, wie wird in Kitas und an Grundschulen informiert und diskutiert?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Dr. Brigitte Dietz, Kinder-und Jugendärztin, stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Bayern des Bundesverbandes der Kinder-und Jugendärzte

Redaktion: Gundi Große und Regina Tanne

Impfen - Privatsache?

WDR 5 Tagesgespräch 24.04.2019 45:17 Min. Verfügbar bis 23.04.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

78 Kommentare

  • 78 Rainer Nolte 24.04.2019, 13:58 Uhr

    Mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen erreicht man mehr in puncto Gesundheit und Gesundheitsschutz als durch zweifelhafte Prophylaxe-Impfungen.

  • 77 Impfmuffel 24.04.2019, 13:58 Uhr

    (und ich rede hier nicht "nur" von der Grippe), die ihr Kind einer Lebensgefahr aussetzen, sind infantil. Und sollten eigentlich kein Kind erziehen dürfen.

  • 76 DeSoto 24.04.2019, 13:57 Uhr

    Impfen kann niemals Privatsache sein, denn der Impfverweigerer steckt die Allgemeinheit an und besteht dann auch noch dazu auf Versorgung durch Ärzte, Schwestern, Krankenhäusern und Kostenübernahme durch die Kasse. Mehr Egoismus geht nicht mehr, viele von solchen Typen und man kann die Staaten abschaffen und den Dschungel regieren lassen.

  • 75 Laura 24.04.2019, 13:56 Uhr

    Natürlich für die Impfpflicht! Jermand schrieb es schon: alles andere zeugt von Dummheit! Schade nur, dass es keinen Impfstoff gegen Fremdenfeindlichkeit gibt - dann würde wenigstens sachgerecht diskutiert und ein solch wichtiges Thema nicht missbraucht, um schlechte Stimmung und mehr zu schüren! - Danke übrigens an Elif Senel, die wie schon so oft unaufdringlich und ruhig durch die Sendung geführt hat - garniert mit einer sehr sympathischen Stimme!

  • 74 Knebel der Pflicht 24.04.2019, 13:56 Uhr

    Wenn nach der Gästin dieses Tagesgesprächs kein kausaler Zusammenhang von ungeimpften Gesunden und geimpften Kranken mit der Impfung hergestellt werden kann, dann muss dieser Zusammenhang für das zwangsweise Impfen wohl nur über eine hinreichende Geschäftstüchtigkeit und durch die verbesserte Absatzsicherheit durch den Zwang herstellbar sein. Wenn sich der Patient dann noch weigerlich verhält, kann man ihn so viel besser knebeln.

  • 73 Da forschen 24.04.2019, 13:54 Uhr

    kluge Köpfe vielleicht Jahre, um einem Kind die Krankheit Masern und damit die (unvermeidliche!) Schwerbehinderung oder sogar den Tod zu ersparen. Und unverantwortliche Eltern treten solche medizinischen Errungenschaften mit Füßen. Man fasst es nicht!

  • 72 MFG 24.04.2019, 13:51 Uhr

    Ich bin zwar für das Impfen nach STIKO Empfehlung, aber eine Pflicht würde die Impfgegner zu Märtyrern machen und die Verschwörungstheoretiker nur bestärken. Ich meine, man müsste die Gegner für die Kosten zahlen lassen, die sie verursachen, z.B. über Krankenkassenbeiträge? Dann wäre das Thema ganz sicher sofort vom Tisch und alle Ideologie vergessen.

  • 71 Paul Harwey 24.04.2019, 13:49 Uhr

    Sollte jeder selber entscheiden, ob er sich so einen Mumpitz spritzen läßt. Freunde von mir haben sich 2018 Grippeschutzimpfen lassen. Heute sind beide tot. Bei den Ärzten dazu nur Achselzucken und Ratlosigkeit.

  • 70 Heute 24.04.2019, 13:48 Uhr

    machen impfunwillige Eltern, die cool und hip sein wollen, wirklich jeden Blödsinn mit. Sei er sogar lebensbedrohlich und auch leider nicht "nur" für das eigene Kind. Solche Leute sind nicht modern sondern schlicht und einfach dumm. Schade, dass es gegen diese "Krankheit" immer noch keinen Impfstoff gibt.

  • 69 Anne V. 24.04.2019, 13:46 Uhr

    Würde eine Impfpflicht nur für schon länger hier Lebende gelten oder müssten alle neu dazu kommenden Menschen, vor allem Kinder, bevor sie Kindergärten oder Schulen besuchen, erstmal zwangsweise geimpft werden. Nicht nur Masern und Krätze gibt es wieder, auch TBC tritt häufiger auf.

  • 68 Dirk 24.04.2019, 13:45 Uhr

    Zu oft traten bereits unerwünschte Nebenwirkungen infolge einer 'harmlosen' Impfung auf – sofern diese richtigerweise überhaupt als wahre Ursache erkannt wurde – und noch öfter erkrankten sowohl Kinder als auch Erwachsene gerade durch die Impfung an eben der Krankheit, vor der die Impfung eigentlich schützen sollten, und nicht selten führten sie – infolge der Impfung – zu schweren Behinderungen oder sogar zum Tode! Es reicht schon eine bislang unerkannte Allergie oder eine sonstige Unverträglichkeit, und dann hilft auch keine Statistik über den grundsätzlichen Schutz und allgemeinen Nutzen für die Gesellschaft oder verharmlosende Beschwichtigungen wegen der angeblichen Harmlosigkeit dieser Impfung! Infolgedessen greift eine Impfpflicht viel zu sehr in das Selbstbestimmungsrecht ein, weil der Staat erzwingen könnte, sich womöglich tödliche Krankheitserreger in den eigenen Körper spritzen zu lassen! Wo bleibt das Selbstbestimmungsrecht über die Unversehrtheit des eigenen Körpers?