Live hören
Jetzt läuft: Fast forward von Nils Wülker
14.00 - 14.04 Uhr WDR aktuell

Rettet Konsum unsere Wirtschaft?

Viele Menschen in einer Einkaufsstraße

Rettet Konsum unsere Wirtschaft?

130 Milliarden Euro will die Große Koalition für ihr Konjunkturpaket ausgeben. Damit soll der Konsum angekurbelt werden. Bringt uns das aus der Krise? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Zwei Tage hat die Große Koalition über das Konjunkturpaket verhandelt. Ein wichtiges Ergebnis: Die Mehrwertsteuer soll vorübergehend gesenkt werden – von 19 auf 16 Prozent, beim ermäßigten Satz von 7 auf 5 Prozent. Damit werde der Konsum angeregt, zugleich sei das Instrument sozial gerecht, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Zudem sollen Familien mit einem Bonus von 300 Euro pro Kind unterstützt werden.

Bei Ökonomen kommen die Maßnahmen der Regierung gut an: "Ich denke, dass mehr kaum geht", sagte der Deutschland-Chefvolkswirt der Bank ING, Carsten Brzeski.Der Chef des Münchner Ifo-Instituts Clemens Fuest sagte im Deutschlandfunk, die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer sei sinnvoll, um kurzfristig den Konsum anzukurbeln. Wenn die Sätze im kommenden Jahr wieder steigen, bestehe aber die Gefahr, dass der Konsum abbreche.

Von der Opposition im Bundestag kam Kritik: "Mit diesen Maßnahmen wird die Regierung der größten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten aber nicht ansatzweise gerecht: Viel Stückwerk und Strohfeuer, wenig zielgenau, wenig nachhaltig und unfassbar teuer", sagte Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch. Die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer bezeichnete er als "ökonomisch widersinnig".

Was denken Sie – kommen wir mit mehr Konsum raus aus der Krise? Oder denken Sie, wir sollten die Coronakrise nutzen, um das Wirtschaftssystem komplett umzukrempeln? Merken Sie die Krise in Ihrem eigenen Geldbeutel – zum Beispiel, weil Sie Kurzarbeitergeld bekommen oder Ihren Job verloren haben? Reichen ein paar Prozent weniger Mehrwertsteuer aus, um die Bürger*innen zu entlasten?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: David Zajonz, WDR-Wirtschaftsredaktion

Redaktion: Ulrich Horstmann und Valentina Dobrosavljevic

Rettet Konsum unsere Wirtschaft?

WDR 5 Tagesgespräch 04.06.2020 46:13 Min. Verfügbar bis 04.06.2021 WDR 5

Download

Kommentare zum Thema

119 Kommentare

  • 119 MarcoM 04.06.2020, 13:59 Uhr

    2/2: ABER 1.) Solche Transformationen doch nicht mit der Holzhammermethode, weil gewisse Lifestyle-Welltretter meinen, das müsste alles von heute auf morgen passieren (weil ja der Weltuntergang droht) - koste es noch so viele Arbeitsplätze. (Es sind ja in der Regel die Arbeitsplätze der ANDEREN.) Und 2.) ist jetzt z.B. den Restaurantbesitzern, die vollkommen unverschuldet nun ums wirtschaftliche Überleben kämpfen - wenn sie nicht schon in die Insolvenz gegangen sind - nicht (direkt) damit geholfen, wenn wir jetzt massiv in solchen Dinge investieren. Denen ist geholfen, wenn wir jetzt alle wieder verstärkt die Restaurants besuchen. Also wenn wir ganz schnöde konsumieren. Was bei gewissen Ideologen aber anscheinend verpönt ist. Siehe hierzu auch den Beitrag "Verschon unser Haus, zünd’s andere an…" von Heiner Flassbeck auf Makroskop (kostenloser Artikel).

  • 118 MarcoM 04.06.2020, 13:58 Uhr

    1/2: "Damit soll der Konsum angekurbelt werden. Bringt uns das aus der Krise?" ~~~ So ganz verstehe ich die Frage nicht. Konsum ist doch schließlich die Basis allen Wirtschaftens. Wir konsumieren Nahrung, Kleidung, Wasser, Wärme genauso wie Dienstleistungen. Und wenn Geld in irgendwelche Projekte oder auch Transformationen investiert wird, dann doch auch mit dem Ziel, dass dies früher oder später direkt oder indirekt zu Konsum führt, oder etwa nicht? Aber was WDR hier nur verklausuliert sagt ist doch: Wir sollen das schöne liebe Geld ganz im Sinne der CO2-Ideologie investieren. Ja, sinnvolles investieren ist gut. Und selbst wenn man nicht Anhänger von der These eines anthropogenen Klimawandels ist, so kann man es als durchaus sinnvoll erachten z.B. in Brenstoffzellentechnologie oder in der Forschung und Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen zu investieren. (Während ich die unseelige Elektromobilität für einen Irrweg halte.)

  • 117 Klothilde 04.06.2020, 13:58 Uhr

    Zwischenlösungen sind ein Schritt zur Endlösung. Diese ist Teil des dreischrittigen strategischen Vorgehens. Ein (in dieser Dramatik) nicht vorrhandenes Problem wurde benutzt, um nicht angezeigte Wirtschaftsstrangulierung zu rechtfertigen. Am Ende schlägt die Stunde der glorreichen Rettung. Auffallend, wie die Regierenden mit Geld um sich werfen, das weder die Bürger noch sie selbst besitzen. Es soll ja auch kein Noten- und Bargeld mehr sein, sondern die zwecks Auslesung codierte Bürgerhand. Dass ein Mikro-Nichtorganismus der Anlass dazu war, ist natürlich lupenreiner Zufall.

  • 116 Lud 04.06.2020, 13:56 Uhr

    so nicht ausreichend, weiterhin zahlt man die Stromsteuer, der Soli ist noch zu zahlen, die MwST (Umsatzsteuer) bringt für den kleinen Endkunden nicht viel, da eher die Händler von der Senkung der Umsatzsteuersätze profitieren werden. Ob dadurch die Konjunktur echt belebt wird ist zu bezweifeln. Siehe Kommentar an 12: 40 und Nachhörbar im Mittagsmagazin ca 13:15 b is 13:25

  • 115 Gelegenheit macht Diebe 04.06.2020, 13:55 Uhr

    Die kapitalistische Marktwirtschaft kann sich nur dann auf den durch Werbung zügellos angeregten Konsum verlassen, wenn sich die nutznießende Elite durch zyklische Krisen von den Opfern dieser Wirtschaftsweise befreien kann. In einer sozialistischen Planwirtschaft kann die Elite dagegen auf die Anregung der Nachfrage des Proletariats verzichten oder wird diese Anregung wegen der propagandistischen Gefahr der Mangelversorgung sogar verbieten, weil sie aufgrund des ständigen Betriebs von besonders rentablen Umerziehungs- und Zwangsarbeitslagern und des Staatsterrors durch die Diktatur über das Proletariat auf zyklische Krisen nicht mehr angewiesen ist. Corona wird zwar global auch von planwirtschaftlichen Systemen als Krise genutzt, aber für den Erhalt der ökologischen Grundlage, für den sozialen Ausgleich auch der Zwangsverpflichteten im Niedriglohnsektor und damit auch für die soziale Marktwirtschaft bedeutet das Fehlen von Kritikern durch eingeschränkte Grundrechte überall das Ende.

  • 114 ichdasvirus 04.06.2020, 13:39 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 113 Plausi Controlletti 04.06.2020, 13:21 Uhr

    WDR5 schreibt: "Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch: Die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer bezeichnete er als "ökonomisch widersinnig"." ----- Das zeigt, dass der Herr Bartsch nicht die geringste Ahnung von Volkswirtschaft hat. Ich bin froh, dass sich endlich mal Verstand bei der Politik durchgesetzt hat. Hoffentlich rutscht der Verstand nicht wieder in die Hose, wenn in einem Jahr die Erhöhungen anstehen und die Verteidiger alter Trampelpfade ihre Keulen mit den Scheinargumenten hervorholen. Ein neuer Denkansatz wären dann 5% MWST auf Lebensmittel, 15% MWST auf normale Produkte und 25% MWST auf klimaschädigende und/oder Produkte mit nicht recyclingfähigen Abfällen. Damit würde man Klima- und Umweltschutz schon mal auf Automatik stellen. In Zeiten der Digitalisierung wären gestaffelte Steuersätze nach gesellschaftlichen Zielen kein Problem mehr bei der Durchführung.

    Antworten (2)
    • Mehrwertsteuer 04.06.2020, 13:27 Uhr

      Ihr neuer Denkansatz entspricht dem, was ich unten bereits gepostet habe. (Ich kopiere es noch einmal hoch.) Wobei ich Ihnen absolut Recht gebe, dass vor allem "klimaschädigende und/oder Produkte mit nicht recyclingfähigen Abfällen" saftig besteuert werden sollten. Mein Post von unten: "Was die Mehrwertsteuer betrifft, so wäre jetzt eigentlich der ideale Zeitpunkt, um sie grundsätzlich neu zu regeln und zu sortieren. Das ist lange überfällig. Zu dem "normalen" und dem "ermäßigten" Satz würde ich dringend einen dritten Mehrwertsteuersatz (z.B. 25%) für Luxusgüter empfehlen. Aber ich fürchte, dass eine gründliche Neuordnung und Reform der Mehrwertsteuer von allen Politikern verpennt werden wird."

    • Plausi Controlletti 04.06.2020, 13:55 Uhr

      ihren Text hatte ich leider nicht gesehen, ... aber das Verpennen befürchte ich natürlich auch, - man könnte auch gleich noch ne Datentransfer-Steuer einführen um die Computerei auch am Finanzieren des Staates zu beteiligen.

  • 112 kleinesRädchen 04.06.2020, 13:21 Uhr

    Rettung passiert nicht mit einem Tropfen auf den heißen Stein. Parlamentverkleinerung in Berlin, Verteidigungshaushalt und Rüstungsgelder drastisch verkürzen, wirtschaftliche Interaktion der europäischen Nationen ohne China, das dieses Desaster verursacht hat! Raus aus dem Geldfresser €PA, das die europäischen Nationen nicht fördert sondern entzweit! Natoaustritt und per Volksabstimmung NEUTRALITÄT ! Allein der hochgeTRUMPelte Rüstungsetat 50 Milliarden, ein UNding! Europa der Nationen: YES WE CAN and EUROPE FIRST !

    Antworten (1)
    • Anonym 04.06.2020, 13:29 Uhr

      Und Steuerhinterziehung und Steuerflucht im großen Maßstab ENDLICH unterbinden!! Da stecken zig Milliarden drin.

  • 111 Merkelabhängig 04.06.2020, 13:19 Uhr

    Die Wirtschaft ist dermaßen von Politikern in Europa kaputt gemacht worden das kein Konjunkturpaket mehr hilft. Alle Politiker mit den alten Denkschemen müssen ausgetauscht werden, da muss was ganz neues ran. Da muss erst mal wieder Vertrauen in die Zukunft aufgebaut werden.

    Antworten (1)
    • kleinesRädchen 04.06.2020, 13:44 Uhr

      das ist wohl die Lösung. Die Macht des Geldes muss drastisch aus aller Politik verschwinden. *Dem Deutschen Volke* steht da in Berlin, auch noch in Stein gemeisselt...*Der geldmächtigen Lobby* müsste da stehen. Die ganze Politik ist ein Holzweg, eine echte Demokarikatur geworden. Grundlegende Erneuerung tut hier NOT! Und das haben nur wir Wähler in der Hand!

  • 110 Informative Sendung 04.06.2020, 13:19 Uhr

    Mit der Studiobesetzung, Gast und Moderation, war es eine informative Sendung mit gutem Niveau, in allen Bereichen.

  • 109 Rosi 04.06.2020, 13:17 Uhr

    Im Grunde haben ja schon Marx, Engels und Rudolf Bahro vorausgesagt, dass dieses kapitalistische Perpetuum Mobile, dieses endlose Wachstum auf endlicher Erde und dieses krebsartige Geldmengenwuchern irgendwann an seine Grenzen stößt und wie ein Pustekuchen implodieren wird. Eines haben Maßnahmen wie Kriege, Inflation, Deflation, Verramschung der Sowjetunion, Euro-Schwindel, Autokaufprämien, „Bankenrettung“, „Griechenlandrettung“ und Corona-Billionenpaket gemeinsam: Sie verschaffen ein wenig Luft beim Weiterso, ändern aber nicht den Kurs zum engültigen Bankrott.

    Antworten (2)
    • Plausi Controlletti 04.06.2020, 13:26 Uhr

      Rosi schreibt am heute, 13:17 Uhr --- Sie verschaffen ein wenig Luft beim Weiterso, ändern aber nicht den Kurs zum engültigen Bankrott. " ----- solange die Menschheit besteht, selbst nach Klimawandel, wird jeder Bankrott nur ein zeitweiliger sein.

    • kleinesRädchen 04.06.2020, 13:29 Uhr

      Richtig! Diese Demokarikatur vergisst , dass die Menschen, die nicht reich sind WÄHLEN werden, sich nicht mehr manipulieren lassen und die Mehrheit bilden werden! Die Unzufriedenheit der Bürger und die stoische weiter-so Politik werden aneinander geraten, wenn nicht bald Vernunft einkehrt. Die Merkelregierung ist schon lange ein Lakai der Industrie und Wirtschaft...Dass DAS nicht gut gehen kann wird sich allerdeutlichst zeigen. Denn viele Menschen haben weltweit begriffen, dass genau der Spruch *Arbeitnehmer aller Länder vereinigt Euch* zynischerweise von den Geld- und Wirtschaftsmächten gnadenlos missbraucht wird...nur... nennt man es... *Globalismus*!