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PISA-Studie – wozu ist das Lesen gut?

Ein Mädchen sitzt am Tisch und liest ein Buch, im Hintergrund ein Junde mit einem Smartphone

PISA-Studie – wozu ist das Lesen gut?

In der neuen internationalen PISA-Studie sind die Leseleistungen der deutschen Schülerinnnen und Schüler auf das Niveau von 2009 abgesunken. Wie denken Sie darüber? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Zum siebten Mal haben die Bildungsforscher der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) weltweit die Leistungen von Schülerinnen und Schülern erfasst. In den drei untersuchten Kompetenzfeldern Lesefähigkeit, Mathematik und Naturwissenschaften haben sich die Resultate der deutschen Schüler verschlechtert.

Etwa ein Fünftel der 15-Jährigen kann nur schlecht lesen. In nicht-gymnasialen Schulen liegt ihr Anteil teilweise bei mehr als 40 Prozent. Etwa die Hälfte der Schüler*innen liest nur, wenn sie dazu gezwungen ist oder um Informationen zu bekommen. Mehr als ein Drittel der Jugendlichen hält Lesen für Zeitverschwendung. Der Trend zum Lesemuffel ist weltweit zu beobachten, in Deutschland ist er aber besonders stark.

Politik und Wirtschaft haben besorgt auf die Ergebnisse der PISA-Studie reagiert. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte, ihr mache Sorgen, dass die Gruppe der leistungsschwachen Schüler wachse und gleichzeitig die Gruppe der leistungsstarken Schülerinnen und Schüler stagniere. Der Industrie- und Handelskammertag verwies darauf, dass die deutschen Unternehmen Mitarbeitende bräuchten mit guten Kenntnissen in Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen.

Wie in vorhergehenden PISA-Studien auch haben Schüler mit privilegierter sozialer Herkunft erheblich besser abgeschnitten als ihre Altersgenossen aus besonders ungünstigen sozialen Lagen. Doch es gibt auch erfreuliche Tendenzen. So ist es zehn Prozent der Kinder aus bildungsfernen Familien gelungen, zu den stärksten Lesern zu gehören, ebenso wie 16 Prozent der Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Woran liegt aus Ihrer Sicht die Leseschwäche deutscher Schülerinnen und Schüler? Welche Konsequenzen hat es, wenn jemand nicht richtig lesen kann? Ist der Lesemuffel ein Produkt des Zeitgeistes? Kann die Bilderflut im Netz das Lesen ersetzen? Wie lassen sich Kinder fürs Lesen begeistern?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Sabine Uehlein, Stiftung Lesen, Geschäftsführerin Bereich Programme

Redaktion: Ulrich Horstmann, Jessica Eisermann

PISA-Studie -– wozu ist das Lesen gut?

WDR 5 Tagesgespräch 04.12.2019 47:10 Min. Verfügbar bis 03.12.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

122 Kommentare

  • 122 Albert Dreistein 04.12.2019, 13:59 Uhr

    Alles schaut danach aus, daß mehr Bildung gar kein linearer Fortschritt nach vorn ist, sondern nur einer Kreisbewegung entspricht so wie die Erde um die Sonne kreist und somit auch immer da wieder ankommt, wo sie bereits schon mal war. Denn wer mehr Bildung erreicht, reißt gleichzeitig damit wiederum vieles ein und entspricht so dem chinesischen Prinzip von Ying & Yang. Wäre es anders, dann hätte uns all die viele Bildung nicht in globale Naturzerstörung, Umweltvergiftung, Erdressourcen-Raubbau Klimawandel und Erderwärmung hinein geführt. Und somit sind die Degeneration in der Schulbildung und damit verbunden immer mehr leseschwache Schüler wohl eher ein notwendiger Eingriff der Evolution, um doch noch diesen grünen Planeten Erde vor der entgültigen Zerstörung durch die ach so gebildete Menschheit zu retten.

  • 121 Beasty 04.12.2019, 13:59 Uhr

    Es ist schon furchtbar faschistisch, etwas von den armen Kindern zu fordern. Leider musste ich eben bei unseren Studis die alle Abitur haben, feststellen, dass eine Gleichung x1/x2 = L1²/L2² nicht nach x2 umgestellt werden konnte. Defizite liegen leider nicht nur im Lesen sondern auch ganz einfache Mittelstufen Mathematik oder dem logischen Denken. Dafür lernten sie soziale Kompetenz , Malen oder auf der Demo hüpfen. Damit wollen sie einen technischen Hochschulabschluss erreichen . Als Folge sehe ich den prima Nachschub für unsere Grün*innen möchte-gern Weltverbesserer und Technikfeinde. - Deutschland und besonders die NRW Industrie schaffen sich auch hier ab.

  • 120 Traudel Wimmer 04.12.2019, 13:58 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 119 Dirk 04.12.2019, 13:58 Uhr

    Wie bereits im Kommentar Nr.59 erwähnt bin ich für Abschaffung der Schulpflicht unter unbedingter Beibehaltung der Unterrichts- und Bildungspflicht, womit einige führende (auch EU-)Industrieländer gute Erfahrungen mach(t)en; sogar mehrere angesehene US-Präsidenten wie z.B. Abraham Lincoln besuchten nie eine Schule! Kinder verlieren oft nach der Einschulung schnell ihre natürliche Lust am Lernen. Zur Zeit ihrer Einführung war Schulpflicht anscheinend nötig, aber Wissen können sich Kinder u. Jugendliche bei der heutigen medialen u. Druckvielfalt unter guter Anleitung unter guter Leitung selbst besser aneignen als in (zu großen) Schulklassen, in denen auch leider immer öfter eine negative Sozialisation durch schlechte Verhaltensweisen von Mitschülern (und Medien) sowie eine leider oftmals falsche Orientierung im Unterrichtsstoff erfolgt. Zudem wird zu viel Wert auf Faktenlernen statt auf gute Charakterbildung u. Vorbereitung auf eine selbständige Lebensführung in der Gesellschaft gelegt.

  • 118 Mikea 04.12.2019, 13:57 Uhr

    Danken wir also der römischen Besatzung Germaniens und der Überlieferung durch die von vielen verfemte Kirche: Ohne sie wären wir sicher dumm wie Bohnenstroh und wir könnten keinen noch so blöden Kommentar ins Gästebuch schreiben!

  • 117 Krümelmonster 04.12.2019, 13:57 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 116 Claus Plantiko 04.12.2019, 13:56 Uhr

    Leseschwäche der Kinder in deutschen staatlichen Schulen liegt an der sozialistischen Ideologie, der all schwarz-rot-gelb-grünen Politiker verfallen sind. Geistige Leistungen wie Lesen oder sogar Freude daran sind elitär und fördern die Spaltung der Gesellschaft in intelligente Oberschicht und unterprivilegierte Masse. Nach dieser Ideologie der Politiker und ihrer von ihnen zu Lehrern bestellten Gesinnungsgenossen ist es notwendig, die Kinder gleichzumachen, wie einst Prokrustes, der zu lang Geratenen die Beine abschlug, oder König Tarquinius Superbus, der in seinem Garten allen Blumen, die über die benachbarten hinauswuchsen, die Blüten abschlug und sie auf Durchschnittslänge köpfte. Wenn alle Kinder gleich schlecht lesen können, ist die klassenlose Gesellschaft im Klassenzimmer erreicht, kein Schüler kann bessere Noten erzielen als der andere. Zwischen ihnen tritt der natürliche Frieden unter Gleichen ein. In der staatsfreien Wirtschaft führt Lesestärke leider noch zu Unrecht.

  • 115 Da werden Sie geholfen 04.12.2019, 13:56 Uhr

    Die heutige Rechtschreibe bestimmen Influencer wie Verona KiK, Boris Becker & Co.. Da kann man sich gut den Duden ersparen.

  • 114 Butterwegge 04.12.2019, 13:52 Uhr

    Man sieht es heute überall in Deutschland, daß es immer mehr am lesen & schreiben hapert.

  • 113 Kein Buch 04.12.2019, 13:52 Uhr

    ist so anstrengend für das Auge zu lesen, wie es irgend ein elektronisches Gerät ist - egal was. Während ich in einem Buch sehr lange lesen kann ohne zu ermüden und trockene Augen zu bekommen, weil ich das Blinzeln vergesse, kann ich das auf einem elektronischen Gerät immer nur kurzzeitig tun, weil es sehr schnell anstrengend wird und die Augen ermüden lässt. Während ich es vor ein paar Jahren noch geliebt habe viel am Laptop zu arbeiten, teile ich es mir heute sehr genau ein und verbringe nur noch wenig Zeit daran. Ich könnte mir niemals vorstellen Stundenlang daran irgendwelche Spiele zu machen. In diesem Zusammenhang frage ich mich dann auch, ob es tatsächlich so gut ist, wenn Schüler in den Schulen schon so viel am Computer machen sollen. Ich denke nicht nur das Lesen, sondern auch das Schreiben mit der Hand wird auf diese Weise nur noch mehr verkümmern. Ich stehe dem schon von daher sehr skeptisch gegenüber Kinder zu früh und auch intensiv damit zu konfrontieren.

  • 112 kleines Rädchen 04.12.2019, 13:52 Uhr

    ja und ja mit dem PC kann man auch lesen lernen!!!