Sind Genreparaturen ethisch vertretbar?

Symbolbild Gen-Schere

Sind Genreparaturen ethisch vertretbar?

Es ist nicht nur eine medizinische Sensation, sondern auch ethisch äußerst umstritten. Forscher haben bei einem menschlichen Embryo einen Gendefekt reparieren können. Ein Eingriff in die Schöpfung? Gehört diese DNA-Reparatur verboten? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

„Wir versuchen, Kinder vor schrecklichen, vererbbaren Krankheiten zu schützen. Und um diese Genkrankheiten zu behandeln, müssen wir uns die Gentechnik zunutze machen.“ – so begründet der US-Forscher Shoukhrat Mitalipov seine neuesten Forschungsergebnisse. Seinem Team am Zentrum für Zell- und Gentherapie in Portland ist es gelungen, einen Gendefekt bei menschlichen Embryonen erfolgreich zu korrigieren. Konkret ging es darum, eine Erbgutmutation, die zu einer Herzmuskelschwäche führt, mit Hilfe einer so genannten Gen-Schere („CRISPR“) zu ersetzen.

Shoukhrat Mitalipov hat schon mehrere umstrittene, aber spektakuläre Versuche durchgeführt und erneut muss er sich dem Vorwurf stellen, zu weit zu gehen. Denn sollten aus diesen Embryonen Menschen werden, würden sie den Gendefekt nicht mehr weitervererben. Das ist mit ein Grund, weshalb solche Versuche umstritten sind. Die Veränderung würde über Generationen weitergegeben. Die US National Academy of Sciences hatte erst vor einem halben Jahr verkündet, dass Eingriffe in die Keimbahn von Embryonen erlaubt sein sollen, wenn das Ziel die Heilung einer schwerwiegenden Krankheit ist. Es ist in den USA aber gesetzlich verboten, genmanipulierte Embryonen einzusetzen und austragen zu lassen.

Wie weit sollte Medizin gehen dürfen? Würden Sie dafür plädieren, diese Technik zu verbieten? Sollte man die Forschung nutzen, um künftig Genkrankheiten bei Embryonen zu korrigieren? Wer entscheidet, ob ein Embryo einen Gendeffekt hat und ein Eingriff stattfinden soll? Welche Risiken sehen Sie in solchen Eingriffen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Kirsten Achtelik, Sozialwissenschaftlerin und Journalistin mit dem Schwerpunkt Gen- und Reproduktionstechnologien

Redaktion: Jessica Eisermann

Sind Genreparationen ethisch vertretbar?

WDR 5 Tagesgespräch | 04.08.2017 | 45:28 Min.

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Kommentare zum Thema

55 Kommentare

Neuester Kommentar von "hanfdampfinallengassen", 04.08.2017, 13:58 Uhr:

Nietzsche sagte: "Gott ist tot." Ich vermute Suizid, angesichts der Erkenntnis, dass Gott die "Schöpfung nach seinem Bilde" aus den Händen geglitten ist. Nun nimmt der Mensch es in die eigene Hand. Die Erde wird´s freuen - in erdgeschichtlich betrachtet kurzer Zeit wird es die Menschheit nicht mehr geben - die Erde kann im wahrsten Sinne des Wortes durchatmen. Die paar Mutanten, die die Menschheit hinterlassen wird, sind nicht zu beneiden. Bevor jemand fragt was ich geraucht habe: nichts!- Passende Frage: Wie heißt unser Planet Erde?

Kommentar von "Ulf Lindermann", 04.08.2017, 13:55 Uhr:

Erst unter dem Bedingungslosen Grundeinkommen kann sich die Wissenschaft Ethik, Verantwortung und Moral leisten. Bis dahin bleibt die Wissenschaft die skrupellose, unheilvolle Hure des Geldes in der Welt und schreckt auch nicht vor Atombomben und Gen-Scheren zurück.

Kommentar von "Ulf Lindermann", 04.08.2017, 13:51 Uhr:

Ulfie Laotse sagt immer: Wo ein Plus, da auch ein Minus, auch wenn das Minus dem Plus nicht gleich auf dem Fuße folgt. Und so wird auch die Gen-Schere ein Werk des wissenschaftlichen Schildbürgertums werden.

Kommentar von "Ulf Lindermann", 04.08.2017, 13:49 Uhr:

Ach, und wie wurde der Gen-Mais gefeiert ? Und dann kam auch da logo der Katzenjammer: Nervenschäden an Mensch und Tier, Explosion der Diabetes- und Adipositas-Erkrankungen, unkontrollierbare Ausbreitung dieses Teufelszeugs in der Natur .....

Kommentar von "Lebensunternehmer", 04.08.2017, 13:43 Uhr:

Der Mensch verursacht jeden Tag immer neue Katastrophen. Hier scheint mir ein Gendefekt bei der Menschheit vorzuliegen. Hier zu forschen erscheint mir sinnvoll. Die größte Inspirationsquelle war und ist immer noch die Natur. Wir sollten uns immer wieder fragen, wie macht es die Natur, und was machen wir anders. Wenn wir Menschen überleben wollen, müssen wir mit der Natur zusammenarbeiten und nicht gegen sie. Wir müssen alles tun, was in unserer Macht steht, um den katastrophalen Schaden wieder gut zu machen, den wir in den vergangenen Jahren angerichtet haben. Zum anderen zeigt uns die Natur, wie das Leben funktioniert. Wir brauchen das Rad nicht neu zu erfinden. Wir brauchen nur die Erfindungen der belebten Natur zu entschlüsseln. Ein Weg zu weltweitem Wohlstand und Frieden in Harmonie mit der Natur: Gemeinwohl-Währung, Gemeinwohl-Ökonomie, Bedingungsloses Grundeinkommen.

Kommentar von "Ulf Lindermann", 04.08.2017, 13:41 Uhr:

In der Wissenschaft gibt es eine Menge gefakte Ergebnisse und Daten. Und dann gibt es eine Menge Wissenschaftler, die arglos auf solche Fake-Ergebnisse drauf aufbauen. Und sobald sie es selber bemerken, sind sie auch schon selber voll im Fake-Sumpf der Wissenschaft drin. Man sollte daher so eine Gen-Schere nicht allzu ernst nehmen. Manche Schnapsidee war schon glaubwürdiger.

Kommentar von "ab und an darf ich hier "diskutieren" gestern 4x NO-go-area"", 04.08.2017, 13:30 Uhr:

Gaaanz heikle Thematik.Gerade wegen der "EUGENIK" / "Erblehreforschung" i.III Reich (und bereits lange vorher..) hier in Deutschland .Weitaus weniger "belastet" und verpönt sind die Eugeniker in anderen westlich orientierten Ländern.Beispiel realiter (!): Frau ca. 48 J. und bereits Mutter von drei Töchtern - mit massiven "Reproduktionsängsten" behaftet - unterfüttert aus ihrer Jugendzeit=HJ BDM Führerin, muß da - komme was wolle - noch ein Junge her...Ergebnis d. Ehestandsbemühungen: ein schwerstbehinderter männlicher Nachkomme.Oh, wie war da die Enttäuschung groß .. Die Mediziner gaben dem bedauernswerten Kind ca. 15 Jahre an Lebenserwartung - mit rund-um-die Uhr Pflege + "betreutem Wohnen" in einer bestausgestatten Wohnanlage, finanziert von Sozialkassen und Steuerzahler.. erfreut sich "das Mensch" n. über 55 Jahren seines Lebens (was ihm v.m. gegönnt sei..) und wird mutmaßlich die Mutter überleben.Medizin/Sozialfürsorge sei's "gedankt".Nicht aber d. ex Fanatikerin mit NS-Genen..

Kommentar von "Nein die Gefahr des Mißbrauchs übersteigt den Nutzen...", 04.08.2017, 13:06 Uhr:

...und wenn den Mißbrauchsmöglichkeiten erst einmal die Tür geöffnet ist, wird sie auch wahrgenommen. Es hat sich immer wieder in der Geschichte gezeigt. Ein Missbrauch von Erfindungen wird auch realisiert, seien die Regularien noch so streng. Organtransplantation, Atombombe etc...

Kommentar von "Martin Weidner", 04.08.2017, 12:59 Uhr:

Darf man ein Kind eigentlich noch außerhalb eines Labors zeugen? Oder wird man durdch Krankenkassenbeiträge dazu gezwungen, die Zeugung den Gentechnikern zu überlassen?

Kommentar von "Julian Huxley", 04.08.2017, 12:57 Uhr:

Wieso sollten wir den Heilungsversprechen der Genschnippler Glauben schenken? Versuchen wir doch mal, Embryonen wenigstens nicht als Material oder Werkstück zu sehen, dann wird es doch unmöglich, einfach tausende in die Tonne zu kloppen, um "Therapien" zu entwickeln, die sich nur "rechnen" werden, wenn Superreiche sich Designerbabies bestellen.

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