Hat Kevin Kühnert recht?

Kevin Kühnert erklärt

Hat Kevin Kühnert recht?

Seit einer Woche diskutiert die Politik über die Forderungen von Juso-Chef Kühnert: Wohneigentum nur für den Eigenbedarf, Vergesellschaftung von Unternehmen. Wie finden Sie das? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

In einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT hatte der Vorsitzende der Jungsozialisten seine Thesen vertreten. Große Unternehmen wie BMW sollten auf demokratischem Wege kollektiviert werden. Eigentum solle dazu verpflichten, dem Wohl der Allgemeinheit zu nutzen.

Ein Aufschrei war die Folge. Kühnert, so Kritiker, fordere einen zweiten Sozialismus auf deutschem Boden (nach der DDR). Die eigene Partei distanziert sich von seinen Äußerungen. Kühnert habe die Grenzen des Sagbaren überschritten, rügen andere sogar. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer warf Kühnert vor, Populismus zu betreiben.

Auch bei den SPD-Anhängern scheint der Kühnert-Kurs nicht gut anzukommen. Aktuelle Umfragen sagen ihr bei der EU-Wahl Verluste voraus. Nach Meinung von Forsa-Chef Manfred Güllner verprellt die SPD mit der Debatte frühere Wähler aus der politischen Mitte. Mit Umverteilungsthemen und einem prononcierten Links-Kurs habe die SPD noch nie eine Wahl gewinnen können.

Auch wenn man nicht allen Thesen Kühnerts folgen möchte, es ist eine Debatte darüber entstanden, wie der Kapitalismus bzw. die soziale Marktwirtschaft in Deutschland gestaltet werden sollte. Und Politik ist wieder zu einem Richtungsstreit mit Argumenten geworden.

Wie bewerten Sie Kevin Kühnerts Aussagen? Ist er auf einem Ego-Trip, um mit steilen Thesen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen? Legt er eine ernstzunehmende Alternative zum neoliberalen Kapitalismus vor? Oder spricht er nur aus, was ohnehin im Grundsatzprogramm von SPD und Gewerkschaften schon steht?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.


Gast: Prof. Christoph Butterwegge, Armutsforscher und Autor

Redaktion: Heiko Hillebrand und Valentina Dobrosavljevic

Hat Kevin Kühnert Recht?

WDR 5 Tagesgespräch 07.05.2019 46:02 Min. Verfügbar bis 06.05.2020 WDR 5

Download

Kommentare zum Thema

119 Kommentare

  • 119 Ulf Lindermann 07.05.2019, 13:59 Uhr

    Die Geschichte hat es zur Genüge bewiesen: Man löst keine Probleme mit SPD-Ideologien und CDU-Religionspolitik. Wenn also Politik überhaupt Probleme lösen soll, dann geht dqs nur mittels Bedingungslosem Grundeinkommen für Alle ( welches grundgesetzkonform keinem Bürger eine Meinung und Lebenseinstellung zwangsverordnet, sondern jedem Bürger seine eigene freie Entscheidung und Meinung zugesteht. Wer logisch und in Zusammenhängen denken kann, der weiß längst, daß das BGE funktioniert. Und alle anderen sollten nicht am BGE inkompetent herum nörgeln, sondern sollten mal über die "Weisheit" hinweg gelangen: "Was der Bauer nicht kennt, daß frißt er nicht".

  • 118 Gerechtdenker 07.05.2019, 13:59 Uhr

    Vielleicht zum Abschluss. Wir sollten allesamt uns um das bemühen, was Richter vor Amtsantritt schwören müssen, von Gesetzes wegen: nur der Wahrheit und Gerechtigkeit dienen.Und jetzt in Ergänzung dazu: auch wenn es nicht meiner persönliche Meinung entspricht.

  • 117 DeSoto 07.05.2019, 13:58 Uhr

    Es ist schon ein merkwürdiges Theater, was die selbsternannten Graalshüter der sozialen Marktwirtschaft, der das Soziale abhanden kam, aufführen, wenn nur einer das S... Wort erwähnt. Es mutet mehr an Hexenjagd an als lösungsorientiertes Interesse, um derzeitig vorhandene existenzielle Probleme zu lösen. Wir sollten diese Schreihälse als das bezeichnen, was sie sind. Denkverweigerer in Sachen Problemlösung. 2008 hatten sich die Spekulanten den US-Imobilienmarkt vorgenommen und die bekannte Krise erzeugt, wir können jetzt Deutschland nicht für einen neuen Anlauf ausliefern

  • 116 Neue CDU 07.05.2019, 13:53 Uhr

    Die gierige Finanzwirtschaft, die Werbung, die Medien und die Politiker/innen sind die Feinde der Menschen, was diese in den letzten Jahren angerichtet haben spüren wir täglich mehr und mehr. Verrohung, Gewalttätigkeit Lug und Betrug, Mangel, Ärzte-, Wohnungs-, Konzentration in den Städten, Verkehrskollaps durch die ungezügelte Mobilitätsdoktrin usw. sollen Wachstum und Wohlstand generieren sagt BK Merkel. Die Medien machen Gewalt und Orientierungslosigkeit publik, das tägliche TV-Programm bestätigt dies. Herr Kühnert tritt sehr viel Morast los! Es ist höchste Zeit das Volksvertretern/innen endlich mal die Leviten gelesen werden. Jetzt, vor den Wahlen schmeicheln sie sich wieder ein, ….. Sie sagen, wie bereits seit Jahren, sie diskutieren drüber ….. Zum Handeln sind sie offensichtlich nicht fähig, selbst die CDU unter der neuen Vorsitzenden auch nicht! Zivilcourage ist gefragt, selber handeln. Podcast die auf allen Sendern abgespielt werden ist die Meinungsvielfalt der ÖR-Medien!

  • 115 Kevin allein zuhaus 07.05.2019, 13:51 Uhr

    Na ich bin mal gespannt, ob die SPD nach diesen blödsinnigen Äußerungen noch die 5 %-Hürde schafft. Sicher ist es nicht.

  • 114 Breslein 07.05.2019, 13:51 Uhr

    Sozialkapitalismus oder Kapitalsozialismus ist die Lösung. Einen Zwitter aus Sozialismus und Kapitalismus. Wie diese Schimäre aussieht liegt auch klar auf der Hand. 1. Einführung eines BGE von 1500€ pro Bürger! 2. Vermögenssteuer von 50% auf jede Milliarden Euro Gewinn. 3. Mindestlohn von 15 €!!! Und Decklung der Miete auf 5€/m2.

  • 113 Claus Plantiko 07.05.2019, 13:38 Uhr

    Kevin hat einen wunden Punkt der Wirtschaftsordnung angesprochen. Verfassungsgemäß läßt sich Art. 14(2)2 des Grundgesetzes durch gesetzliche Verwendungsbeschränkung des Eigentums erfüllen, d.h., der Eigentümer darf sein Geld nur für solche Zwecke ausgeben, die ihm der Staat als gemeinnützig freigibt. Damit würde nicht nur der Habgier von Spekulanten ein Riegel vorgeschoben, sondern auch der verfassungswidrigen Sabotage des Staates durch Milliardäre, die in ihm eine 5. Kolonne der Neuen Weltordnung oder sonstiger dubioser Ziele bis zum Staatsstreich (regime change) organisieren. Wenn ein Gewinnstrebender seine eingestrichenen Gelder nur entweder sinnlos horten oder für staatlich genehmigte Gemeinwohlzwecke ausgeben kann, vergeht ihm hoffentlich die Lust am Geldscheffeln, und er läßt es freiwillig den Bedürftigen.

    Antworten (1)
    • Anonym 07.05.2019, 13:51 Uhr

      Denken Sie auch an GG Art. 14 Abs. (1) der lautet: Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

  • 112 Leo Hohensee 07.05.2019, 13:38 Uhr

    In der Anschlusssendung begann die Moderatorin mit der Ansage "Deutschland ist ein Einwanderungsland". Passt sehr gut, um den Grundlagen für Kühnerts Unbehagen auf den Grund zu gehen. Ich stelle die Frage, wer sagt (bestimmt) das, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist? Ich sage, Deutschland ist voll ! Das sieht man schon daran, dass es keinen ausreichenden Wohnraum gibt, dass es keine ausreichenden Schulen gibt, dass die Infrastruktur die Belastungen nicht mehr fasst u.s.w. - Werden die Städte baulich "verdichtet" zur Schaffung weiteren Wohnraums dann brechen Verkehr und Versorgung ganz zusammen; bebaut man verstärkt auf dem Land dann zerstört man Insektenpopulationen, Vogelwelten u.s.w. Insgesamt sind auch unsere Versorgungssysteme (auch Flughäfen, Bahnhöfe) überfordert.

  • 111 Hier wird... 07.05.2019, 13:37 Uhr

    ...immer von Demokratie gelabert, aber die wurde doch schon längst abgeschafft. In Wahrheit wird die Politik in diesem, genau wie in anderen Ländern, von Konzernen und Wirtschaft bestimmt. Der Bürger ist nur dafür da mit seiner Stimme eine Legitimation für den Mist der dann verzapft wird zu erteilen, seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen und das Land mit seiner Kaufkraft am Brummen zu halten. Und was kriegen wir dafür? In Frankreich würde kein Stein mehr auf dem anderen bleiben, wenn man das Volk derart behandelt, wie wir hier behandelt werden! Eins ist klar, wir brauchen eine gehörige Kehrtwendung in den Köpfen aller Bürger genauso wie in denen der politischen Entscheider. Es ging Jahrelang nur um wirtschaftliche Interessen, Steigerungen und Expansionen. Doch die Bedingungen haben sich verändert, folglich muss sich auch das Handeln verändern - und zwar drastisch. Es wäre jetzt langsam an der Zeit die MENSCHEN in den Fokus zu nehmen, die dieses Land am Leben halten!

  • 110 Gerd Voss 07.05.2019, 13:37 Uhr

    Die Politik hatte genügend Zeit, all die zumeist ohnehin Groko-hausgemachten Probleme von Wohnungsnot bis Pflegenotstand zu lösen. Und die Politik hat ihre Chance vertan. Daher ist nun das Bedingungslose Grundeinkommen am Zug, all diese Probleme zu lösen. Und wird sie auch lösen. Übrigens: Tolle Errungenschaft, dieser neue Gästebuch-Buttom hin zum ältesten Kommentar. Nun fehlt lediglich noch die Eingabe-Möglichkeit einer Kommentarnummer, um rasch ohne lange Scrollerei zu einem bestimmten Kommentar zu gelangen (z.B. für eine Antwort auf einen Kommentar). Auch das ist ein Beispiel dafür, daß man eine Menge unsinnige Arbeit und mangelhafte Gästebuch-Gestaltung vermeiden könnte, wenn ein BGE es ermöglichen würde, zuerst nachzudenken, bevor man ein Gästebuch fertigt und dann ständig nachbessern muß.

    Antworten (2)
    • Claudius Ellsel 07.05.2019, 13:45 Uhr

      Und nochmal das BGE, das natürlich alle Probleme lösen wird.

    • Frage: 07.05.2019, 13:56 Uhr

      Wo soll das Geld denn herkommen für das Bedingungslose Grundeinkommen und wer macht dann noch ungeliebte Arbeiten?

  • 109 Breslein 07.05.2019, 13:27 Uhr

    Ja, der Sozi hat Recht.