Live hören
Jetzt läuft: WBS Dub (Original Mix) von Burning Simitkovic

Holocaust-Gedenken – Fiktion als Chance?

Josef (Fritz Weaver) und Berta Weiss (Rosemary Harris) im Konzentrationslager Ausschwitz.

Holocaust-Gedenken – Fiktion als Chance?

1979 sorgte die Serie "Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss" für Debatten über die NS-Vergangenheit. Welche Ereignisse nehmen Sie zum Anlass, um über den Holocaust zu sprechen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Diese Woche wird die vierteilige US-Serie "Holocaust" unter anderem mit Meryl Streep im WDR Fernsehen wiederholt. Die amerikanische Produktion über eine jüdische Arztfamilie im Berlin während des Nationalsozialismus löste in Deutschland intensive Diskussionen über den Holocaust aus. Erst durch die Serie und ihre Besprechung in den Medien begriffen Millionen die historische Schuld ihrer Nation. Der Begriff "Holocaust" als Synonym der Massenvernichtung ging in den allgemeinen Sprachgebrauch über.

Weiterführende Informationen

Auch Spielfilme wie Steven Spielbergs Spielfilm "Schindlers Liste" oder Roberto Benignis Werk "Das Leben ist schön" gaben den für Viele anonymen Opfern Gesichter. Ob Spielfilme und Serien einen Beitrag zur kollektiven Erinnerung leisten können, ist umstritten. Claude Lanzmann, Regisseur des Dokumentarfilms "Shoah", erklärte die fiktive Inszenierung des Holocaust als unzulässig: "Der Holocaust ist vor allem darin einzigartig, dass er sich mit einem Flammenkreis umgibt, einer Grenze, die nicht überschritten werden darf, weil ein bestimmtes, absolutes Maß an Gräuel nicht übertragbar ist.“

Wie verändert sich das Erinnern, wenn es immer weniger Zeitzeugen gibt? Sind Spielfilme und Serien eine Möglichkeit, das Erinnern wach zu halten? Oder trivialisieren fiktionale Auseinandersetzungen wie "Holocaust" die NS-Verbrechen? Erinnern Sie sich an die Diskussion vor 40 Jahren anlässlich der Serie "Holocaust"?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Dr. Elke Gryglewski, stellvertretende Direktorin der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz

Redaktion: Gundi Große und Valentina Dobrosavljevic

Die Fernseh-Sendetermine im Überblick


WDR Fernsehen
"Holocaust" - Teil 1: 07.01.2019, 22:00 Uhr
"Holocaust" - Teil 2: 08.01.2019, 22:10 Uhr
Dokumentation "Wie 'Holocaust' ins Fernsehen kam": 14.01.2019, 22:10 Uhr
"Holocaust" - Teil 3: 14.01.2019, 22:55 Uhr
"Holocaust" - Teil 4: 15.01.2019, 22:10 Uhr

NDR Fernsehen
"Holocaust" - Teil 1: 07.01.2019, 22:00 Uhr
"Holocaust" - Teil 2: 14.01.2019, 23:15 Uhr
Dokumentation "Wie 'Holocaust' ins Fernsehen kam": 16.01.2019, 23:45 Uhr
"Holocaust" - Teil 3: 21.01.2019, 23:15 Uhr
"Holocaust" - Teil 4: 28.01.2019, 23:15 Uhr

SWR Fernsehen
"Holocaust" - Teil 1: 09.01.2019, 22:00 Uhr
"Holocaust" - Teil 2: 16.01.2019, 22:00 Uhr
Dokumentation "Wie 'Holocaust' ins Fernsehen kam": 16.01.2019, 23:35 Uhr
"Holocaust" - Teil 3: 23.01.2019, 22:00 Uhr
"Holocaust" - Teil 4: 30.01.2019, 22:00 Uhr

Holocaust-Gedenken – Fiktion als Chance?

WDR 5 Tagesgespräch 07.01.2019 46:27 Min. Verfügbar bis 07.01.2020 WDR 5

Download

Kommentare zum Thema

80 Kommentare

  • 80 Ulf Lindermann 07.01.2019, 13:59 Uhr

    Hätte Deutschland wirklich etwas aus dem Dritten Reich und dem Holocaust gelernt, wäre das Bedingungslose Grundeinkommen längst Realität zum Schutz vor Politiker-, Ämter- und Justizwillkür sowie zur Gewährung der Grundrechte auf ein Leben in Würde, Freiheit, Selbstbestimmung und Gesundheit.

  • 79 Volker Ahrens 07.01.2019, 13:57 Uhr

    Der Faschismus, der die Menschen zur Profitsteigerung als rechtloses Arbeitsvieh mißbraucht, hat sich seit dem Dritten Reich bis heute dahingehend gewandelt, daß die kosten- und logistisch aufwendigen Arbeitslager von einst in ein wesentlich preiswerteres Großarbeitslager Deutschland unter der AGENDA 2010 umgewandelt wurden. Wurde damals das nicht mehr arbeitsfähige und somit "unwerte" Leben noch aufwendig durch "Gashahn auf" vernichtet, so geschieht diese Vernichtung heute wesentlich preiswerter mit der "Geldhahn zu"-Politik von CDU und SPD gegen Arbeitsunfähige, Kranke, Behinderte und alte Menschen, die so in Obdachlosigkeit, Verelendung und Tod getrieben werden.

  • 78 Wehrt den Anfängen 07.01.2019, 13:52 Uhr

    Ich habe mir nie Dokumentationen über den 2. Weltkrieg ansehen können, mir liefen dann die Tränen über das Gesicht und ich wusste, das ist alles Realität. Nur die Filme Schindlers Liste (geheult) und die Flucht mit Maria Furtwängler schaute ich an. Mein Vater hat viel vom Krieg erzählt, er war nur ein kleines Licht in diesem großen System und ich weiß sicher, dass er nie ein Hitler-Befürworter war. Aber gegen das Regime aufstehen und es anklagen, bedeutete der sichere Tod. So haben sich viele durch diese Zeit geschwiegen: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen, um zu überleben. Ich würde mir wünschen, dass heute jeder Schulabgänger die Mechanismen kennt, die ein totalitäres System anzeigen: Kritik an demokratischen Grundrechten, Ausschaltung und Gleichschaltung der Medien, der Rechtsordnung, kritische Stimmen werden ausgeschaltet (Gefängnis, Tod) usw. usw. Ich würde mir in Schulen einen verbindlichen Lehrstoff wünschen, den jeder Schüler beherrschen muss, wie das Einmaleins.

  • 77 Wer sind wir auf dem Welt - Schachbrett ? 07.01.2019, 13:50 Uhr

    Aus den vielen Stellungnahmen der Menschen hier erkenne ich , dass der gesunde Menschenverstand obsiegt : neue Zeit und neue Generationen sind dazu da , um neu zu beginnen - eingedenk des katastrophalen Gestrigen . Medien sollen informieren und nicht erziehen und Denkrichtungen vorgeben - obschon die Versuchung groß ist . Wer vorbelastet und vorgeprägt ins Leben tritt , ist unsicher und das zeigt sich bei uns Deutsche als kollateraler Schaden quer durch die Gesellschaft bis in die Politik . Kann die Weltgemeinschaft solche Figuren auf dem Schachbrett erst nehmen ?

  • 76 Bernd Löhrs 07.01.2019, 13:45 Uhr

    Die ganze Holocaust-Debatte wird von CDU und SPD dazu mißbraucht, vom Massenmordverbrechen unter der heutigen AGENDA 2010 abzulenken und die dafür landesweit und regelmäßig abgehaltenen Mahnwachen in den Schatten der Nichtbeachtung zu stellen. Doch damals wie heute werden die Menschen zu rechtlosem Arbeitsvieh erklärt. Und wer dafür zu krank oder alt ist, dem wird auch vom heutigen Groko-Staat und seinen Handlangern in Jobämtern, Sozialämtern und "Sozial"gerichten das Elendsleben noch zusätzlich mit soviel Terror überzogen, daß davon viele Betroffene in den Tod getrieben werden. Dabei sollte nicht darüber hinweg täuschen, daß Deutschland als heutiges allseits sanktionsbedrohtes Großarbeitslager nicht etwa uneffektiver alles nicht mehr arbeitsfähige und somit "unwerte" Leben mit seiner "Geldhahn zu"-Politik tötet als damals der Holocaust des Dritten Reichs.

  • 75 Ignaz-Denket um! 07.01.2019, 13:43 Uhr

    Solange Judentum, Christentum und der Islam 3 Ideologien sind und nicht als eine Idee in Symbolen, das heißt in Sinnbildern, die materielle und die geistig spirituelle Entwicklung des Menschen dargestellt wird, nützt keinen Menschen ein Gedenken an das Holocaust-Drama. Der Streit der 3 Ideologien wird niemals aufhören, er vermehrt nur noch mehr das Leid der Menschheit. Um die Wahrheit der Sinnbilder für die Lehre des inneren Menschen, der Wahrheit, gibt es keinen Streit. Denn hier wird erkannt und gewußt und nicht geglaubt. Glaube an etwas unglaubwürdiges der Kirchen ist dogmatisierter Schmerz der Ichsucht. Die Pseudo-Lehren der Philosphien und der Religionen sind die Ursache allen Leides in der Welt, es ist ein Trümmerhaufen geworden, den es gilt wieder aufzubauen, nur das hilft der Menschheit für ein gute Zukunft. Die Ursache und Quelle des Holocaustdramas müssen wir erkennen und nur dadurch wird es in der Welt besser werden.

  • 74 Das haben wir nicht gewusst ... eine unendliche Geschichte 07.01.2019, 13:37 Uhr

    Es ist eine Glanzleistung des Bildungswesens, dass der NS-Terror aufgrund der Nürnberger Gesetze bis heute als geltendes Recht ("Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein!") und sein zumindest offizielles Ende als Niederlage, Untergang und Zusammenbruch im Bewusstsein der besorgten Bürger verankert werden konnte und nun das Prinzip der Konzentrationslager durch das Etikett Ankerzentren wiederentdeckt werden kann. Und wenn außerdem Zählebigkeit vom Jugendwahn ohne Gefahr der Strafverfolgung als Krankheit verunglimpft und durch therapeutische Maßnahmen des sozialverträglichen Frühablebens etwa durch gezielt genutzte Nebenwirkungen geeigneter Medikamenten oder den organisierten Pflegenotstand "geheilt" werden kann und wenn heute Dieselabgase und Schädlingsbekämpfungsmittel (früher Zyklon B, heute Glyphosat) nicht nur in den Duschen der KZs, sondern in ganzen Stadtteilen und auf den Feldern angereichert werden können, dann geht doch der Holocaust jetzt erst so richtig los.

  • 73 Jans Vater 07.01.2019, 13:36 Uhr

    Die permanente Erinnerung an die Verbrechen durch den Holocaust ist zu begrüßen. Ich fände es aber auch gut, wenn die Verbrechen der Wehrmachtssoldaten an der russischen Bevölkerung, in dem von Deutschland begonnen 2. Weltkrieg, durch die mehrere zig Millionen Russen getötet wurden, in ähnlichem Umfang in den ÖR-Medien thematisiert würden. Besonders wegen der Aggressivität einiger Kriegstreiben i der NATO wäre es wünschenswert, wenn auch diese Verbrechen häufiger in den Medien thematisiert würden, um zu dokumentieren, wie wichtig für uns ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu Rußland ist.

    Antworten (1)
    • MarcoM 07.01.2019, 13:59 Uhr

      Das ist aber politisch nicht gewollt, insbesondere hier eine historische Schuld zu sehen, die sich vielleicht auch noch im Verhalten Berlins und der bundesdeutschen Presse gegenüber Russland wiederspiegelt. Wie dem aber auch sei, erwähnenswert ist auch, dass das Groß der Russen den Deutschen verzeiht und ihnen eben nicht ständig ihre ewige Schuld vorwirft.

  • 72 Nostradamus 07.01.2019, 13:29 Uhr

    Ich hatte hier schon an anderer Stelle gesagt, dass ich mal in Bad Frankenhausen in einer ReHa-Klinik war. Das KZ-Lager Buchenwald liegt nicht sehr fern vor dort. Wir wurden damals alle davor gewarnt, dort hin zu gehen - einige, darunter auch ich, haben es trotzdem getan. Und ich bin froh, dass ich es getan habe. Allerdings schaudert es mich auch dabei, daran zu denken. Es ist eine Sache sich dokumentarische Filme wie SHOA anzusehen, es ist aber etwas vollkommen anderes, sich so ein Lager mal anzusehen. Der Hauch des Grauens ist dort immer noch spürbar. Ich bin daher sehr dafür, dass die Erinnerung daran auf jeden Fall aufrecht erhalten wird. Was mich aber stört, ist dafür immer noch ANGEKLAGT zu werden, denn das sollte man allenfalls mit unbelehrbaren Altnazis und Rechtsradikalen machen. Leider passiert es aber immer wieder, dass man als Deutscher manchmal aufgrund dieser Vergangenheit immer noch diffamiert wird, obwohl man selbst gar nicht dafür Verantwortlich ist.

  • 71 DeSoto 07.01.2019, 13:26 Uhr

    Fortsetzung______Die Frage ist doch: Welche standhaften Sicherungen kann ein Staatssystem einbauen, damit nicht eine kriminelle Gruppe ohne jegliche Skrupel eine derartige Machtfülle erlangen kann. Der Führungskreis der Nazis war meiner Meinung der Mafia näher als Politikern. Die Bevölkerung kamen obrigkeitstreu aus dem Kaiserreich, hatten erst 15 Jahre in schwierigsten Umständen Demokratie geübt (schon Kohl regierte länger) und von passiven Widerstand und aktiven Verweigerungsstrategien wie zivilen Ungehorsam hatte nur eine verschwindene Minderheit einen blassen Schimmer. Das Volk fiel in ungünstigster Zeit unter die Mörder. Selbstverständlich wusste das Volk das Meiste, aber genau wie die Sizilianer wusste man auch, was passieren würde, wenn man …….. und das war und ist der Kern des Problems

  • 70 DeSoto 07.01.2019, 13:25 Uhr

    Bei mir hat Fiktion kaum Chancen: Nach dem ich während des Studiums Auschwitz gesehen habe und begriffen habe, dass es sich um industriell optimierte Tötungs-Logistik handelte und man auch noch aus Habgier die klägliche Habe bis zum Körper der Toten (Zahngold, Haare etc.) wirtschaftlich verwerten wollte, brauche ich mir keinen Film mehr antun um zu wissen, was das Grauen ist. Tut es unseren Seelen gut, wenn es in perfekten Bildern in Szene gesetzt wird? Was findet der Mensch so faszinierend an Horror-Szenarien? Kleine Kinder würden sich noch aus Scham die Augen zu halten. Entscheidend für das „nie wieder“ sind doch viel mehr, dass man die taktischen, organisatorischen und propagandistischen Manöver der Nazis versteht, die sie in eine so unangreifbare Position brachten, um das durchsetzen zu können.