Was bedeutet Trumps Entscheidung für den Nahen Osten?

Palästinensische Demonstranten

Was bedeutet Trumps Entscheidung für den Nahen Osten?

US-Präsident Donald Trump hat Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Wie wird sich diese Entscheidung auf den Friedensprozess im Nahen Osten auswirken? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

In einem zeigen die drei großen Weltreligionen seltene Einigkeit: Jerusalem ist ein heiliger Ort. Juden, Muslime und Christen herrschten im Laufe der Zeit über die Stadt und haben ihre Spuren hinterlassen. Den Muslimen sind die Al-Aqsa-Moschee und der Felsendom auf dem Tempelberg heilig. Der heiligste Ort der Juden ist die Klagemauer, die ehemalige Westmauer des zweiten Jerusalemer Tempels, ebenfalls am Tempelberg gelegen. Für Christen ist Jerusalem heilig, da dort Jesus gekreuzigt wurde.

Im Sechstagekrieg 1967 eroberte der Staat Israel den muslimischen Teil Jerusalems im Osten und annektierte ihn. Später erklärte Israel Jerusalem zur unteilbaren Hauptstadt des Landes, was jedoch international nicht anerkannt wurde. Seitdem ist der Status der Stadt immer wieder elementarer Streitpunkt der Friedensgespräche zwischen Palästinensern und Israel.

Experten warnen nun, dass die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die Vereinigten Staaten eine Zwei-Staaten-Lösung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern in weite Ferne rücken lässt. Mehrere palästinensische Gruppierungen haben aus Ärger über die US-Entscheidung bereits zu "Tagen des Zorns" aufgerufen.

Was bedeutet Trumps Entscheidung für die Region? Hat der US-Präsident damit ein "Streichholz an die Lunte des Pulverfasses" gelegt, wie beispielsweise die belgische Zeitung "Te Tijd" kommentiert? Inwiefern kann es jetzt noch zu einer Zwei-Staaten-Lösung kommen? Welche Rolle kann oder sollte die EU in diesem Konflikt künftig spielen? Welche Auswirkungen hat die Entscheidung des US-Präsidenten auf das Verhältnis zwischen Washington und den europäischen Partnern?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Dr. Michael Lüders, Nahostexperte

Redaktion: Mark vom Hofe

Was bedeutet Trumps Entscheidung für den Nahen Osten?

WDR 5 Tagesgespräch | 07.12.2017 | 44:48 Min.

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Kommentare zum Thema

81 Kommentare

Neuester Kommentar von "Maik G.", 07.12.2017, 13:58 Uhr:

Präsident Donald Trump: „Ich würde gern derjenige sein, der zwischen Israel und den Palästinensern Frieden geschaffen hat. Das würde so eine große Errungenschaft sein.“

Kommentar von "Anna S.", 07.12.2017, 13:58 Uhr:

Wie lassen sich diese u.g. Ämter des Herren Lüders mit einer differenzierten Diskussionsgrundlage vereinen? Ich würde mir seine Argumente ja anhören, aber doch bitte fairerweise mit einer Gegenstimme. Das ist Aufgabe der ÖR Sender. "Seit 2015 ist Lüders Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft[4]. Außerdem ist er Beiratsmitglied des Nah- und Mittelost-Vereins (NuMOV)[5] und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Orient-Stiftung!"

Kommentar von "Maik G.", 07.12.2017, 13:57 Uhr:

Israel vs. Palästina-Eine unendliche Geschichte...Eine der Kernfragen bleibt, warum die bisherige Politik der USA im Nahen Osten wenig erfolgreich war und sich kein durchgreifend stabiler Friede etablieren konnte. Können sich die USA nicht durchsetzen? Reichen die Drohungen und Angebote der Sole Superpower nicht aus? Wollen die Amerikaner überhaupt eine endgültige Friedensordnung oder ist das oberste Ziel das Aufrechterhalten des Peace Process? Eine militärische oder politische Strategie der Hamas ist nicht im Ansatz zu erkennen. Die Organisation schießt ziellos Raketen auf Israel, um als Struktur zu überleben und sich nach dem Ende des Krieges als Sieger darstellen zu können. Die Zivilbevölkerung, auch die eigene, ist ihr tatsächlich vollkommen egal.

Kommentar von "Ulf Lindermann", 07.12.2017, 13:57 Uhr:

Religion ist die Verpackung von Macht und der Interessen der Mächtigen.

Kommentar von "karl sühl", 07.12.2017, 13:54 Uhr:

wenn doch die usa sich so entscheiden, dann haben wir dies zu akzeptieren. ob es uns paßt oder nicht. unsere sog. politiker können sich anders entscheiden, ob es denn das volk der brd auch so sieht, ist dann eine ganz andere sache. doch darum geht es auch nicht. es geht darum die interessen irgendwelcher mächtigen zu verteidigen und möglichst viele waffen in die region zu pumpen die kolateralschäden werden in kauf genommen und auch schnell von den dummen vergessen. im jugoslawienkrieg war es genau so, da redet heute keiner mehr darüber, auch der wdr nicht. da brauchten wir die opfer nur aufzuzählen.

Kommentar von "MarcoM", 07.12.2017, 13:43 Uhr:

@"Helmut S.", 13:05 Uhr: "Vielen Dank an die Programmverantwortlichen, daß sie H. Lüders, einen ausgewiesenen Kenner der Nahost-Problematik eingeladen haben. [...] TG war heute sehr informativ, wissenserweiternd und zeichnete sich durch die Kompetenz von H. Lüders aus." ~~~ Dem Lob kann ich mich voll und ganz anschließen. Lüders war eine sehr gute Wahl. Und da meine Ansichten zu der Problematik sich mit denen Lüders decken, spart das einem auch die "schweißtreibende" Arbeit des Kommentarschreibens ;)

Kommentar von "Manfred Hermann", 07.12.2017, 13:43 Uhr:

Wenn alle Menschen auf dieser Erde ihr Leben durch Volksabstimmung entscheiden könnten, dann würden sich die Völker dieser Erde ganz anders verbinden. Welche Menschen sind es, die immer wieder Unruhe stiften und letztendlich Kriege anzetteln. Warum sind wir immer noch so dumm und folgen diesen Kriegstreibern. Alle Menschen möchten in Frieden leben und ein angenehmes Leben haben. Politik geht anders! Ein Weg zu weltweitem Wohlstand und Frieden in Harmonie mit der Natur: Gemeinwohl-Währung, Gemeinwohl-Ökonomie, Gemeinwohl-Grundeinkommen.

Kommentar von "P und S", 07.12.2017, 13:40 Uhr:

Keiner der westlichen Staaten ,wird gegen Israel etwas sagen ,die Briten Franzosen und US Amerikaner ,haben Israel immer gewähren lassen ,aus eignen Intresse ! Israel ist ein Garant für eine ungehinderte Schifffahrt auf dem Suezkanal ,die westlichen Länder ,sehen darin auch ihre eigenen Intressen, ÖLtanker und weitere Handelsschiffe ,brauchen ungehinderte Durchfahrt !

Kommentar von "Helmut S.", 07.12.2017, 13:37 Uhr:

@Kommentar von "Michael Esser", heute, 12:54 Uhr: # # # …, , wo Israel für 14 Tage Strom und Wasser im Gaza-Streifen abschalteten? Dann fuhren sie mit einem Kamerawagen durch das Gebiet und filmten die Bevölkerung. “ Sicher wissen Sie auch, daß 1,8 Millionen Menschen im Gaza-Gefängnis keine Möglichkeit haben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und ohne Zukunftshoffnung leben, weil Israel alle Importe kontrolliert und kontigentiert ( selbst Zement zum Aufbau der von Israel im Krieg zusammengebombten Häusern). Flugverkehr und Schiffsverkehr ist den Palästinensern in Gaza von Israel untersagt. Die Welt schaut weg, wenn es um das von Israel zu verantwortende Elend der Palästinenser geht. Sie sollten sich einmal fragen, ob wir einen solchen Terror unseres Nachbarn akzeptieren und es widerstandslos hinnehmen würden, wenn der Nachbar uns Strom und Wasser abschaltet,!!! Aber die Palästinenser in Gaza soll diesen Alltagsterror erdulden!!!!!

Kommentar von "Ulf Lindermann", 07.12.2017, 13:30 Uhr:

Es mag sein, daß Religionen ursprünglich zur Menschenführung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt gedacht waren, doch dieses Ansinnen ist den Machthabern längst über den Kopf gewachsen und hat sich verselbstständigt im täglichen Religionsgezänk, -terror und -krieg.

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