Corona-Exit-Strategie: Österreich als Vorbild?

Karl Nehammer, Werner Kogler, Sebastian Kurz und Rudolf Anschober bei einer Pressekonferenz mit Mundschutz.

Corona-Exit-Strategie: Österreich als Vorbild?

Am Montag hat die österreichische Regierung einen Fahrplan zur Lockerung der Corona-Maßnahmen vorgestellt. Schrittweise sollen die Beschränkungen bis Ende Juni aufgehoben werden. Könnte so ein Plan Vorbild für Deutschland sein? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Österreich hatte schon eine Woche früher als Deutschland Ausgangsbeschränkungen, Kontaktsperren, Ladenschließungen und Co. beschlossen. Die Beschränkungen sind zum Teil rigider als bei uns. Im besonders betroffenen Bundesland Tirol gilt etwa bis mindestens Ostermontag eine Quarantäne für alle Gemeinden. Für Supermärkte und Drogerien besteht eine Maskenpflicht. Auch Baumärkte sind geschlossen.

Seit einigen Tagen steigt die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten in Österreich nur noch langsam, die Zahl der Covid-19-Patient*innen auf den Intensivstationen stagniert. Jetzt hat der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz einen Plan für eine schrittweise Aufhebung der Beschränkungen vorgestellt. Bleiben die Infektionszahlen niedrig, sollen demnach ab Mitte April kleine Geschäfte und Baumärkte wieder öffnen dürfen, die Ausgangsbeschränkungen sollen aber bis Ende April gelten. Die Schulen könnten ab Mitte Mai ihren Betrieb wieder aufnehmen, Veranstaltungen bis Ende Juni sollen verboten bleiben.

Zudem soll die Pflicht, Nasen-Mund-Masken zu tragen, ausgeweitet werden. Auch Dänemark und Tschechien hatten am Montag eine schrittweise Lockerung der Beschränkungen angekündigt.

Die deutsche Bundesregierung will erst Ostern über das weitere Vorgehen beraten. Das bekräftigte am Montag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. In einer Pressekonferenz sagte sie, auch die Bundesregierung denke intensiv darüber nach. Für die Kanzlerin wäre es am schlimmsten eine Lockerung anzuordnen und die dann wieder zurücknehmen zu müssen, wenn es wieder mehr Tote gäbe.

An oberster Stelle steht für die Bundesregierung weiter das Ziel, die Ausbreitung des Virus so weit zu verlangsamen, dass das Gesundheitssystem nicht überfordert wird. Aber auch hierzulande werden die Stimmen lauter, die fordern, parallel zumindest schon mal eine Strategie für einen möglichen Ausstieg zu entwickeln. So schlägt zum Beispiel der Wirtschaftswissenschaftler Michael Hüther vom Institut der Deutschen Wirtschaft einen 12-Punkte-Plan vor.

Wie finden Sie den Ausstiegsplan Österreichs? Schafft der Planungssicherheit? Oder ist das Vorhaben unrealistisch, weil die Entwicklung der Corona-Infektionen nicht vorhersehbar ist? Könnten wir etwas von Österreich lernen? Brauchen wir jetzt eine Exitstrategie?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Karl Lauterbach, Mitglied des Bundestages und SPD-Gesundheitspolitiker

Redaktion: Ulrich Horstmann und Moritz Folk

Corona-Exit-Strategie: Österreich als Vorbild?

WDR 5 Tagesgespräch 07.04.2020 45:06 Min. Verfügbar bis 07.04.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

106 Kommentare

  • 106 07.04.2020, 13:59 Uhr

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  • 105 GerdSR: Der GAST verdeut- 07.04.2020, 13:59 Uhr

    GerdSR: Der GAST verdeut- . . . lichte, daß er bei aller Expertise bez. seines Fachs, STRATEGIE nicht von Taktik bzw. untergeordneten Maßnahmen unterscheiden kann. Sondern daß er fälschlich die Corona-Bekämpfungsstrategie von einem wechselnden Teil-"Ziel" abhängig macht. - Das aber kann, ja muss zu schweren F e h l e r n führen, auch wenn er ansonsten sachlich meist Zutreffendes sagte

  • 104 Anonym 07.04.2020, 13:59 Uhr

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  • 103 Strategisches Zahlenspiel 07.04.2020, 13:57 Uhr

    Da die Quarantäne-Maßnahmen nicht nur das Coronavirus an einer Ausbreitung hindern, sondern auch unerwünschte Informationen, dient eine Strategie der langfristigen Aufrechterhaltung strikter Kontakt- und Besuchsverbote vor allem einer ungehinderten medizinischen Forschung. So sind die bisher verbreiteten Zahlen der Infizierten, der Opfer und deren Steigerungsraten vor allem deshalb irreführend, weil sie im Gegensatz zu anderen Straftaten die soziale Herkunft der Täter und hier natürlich besonders der Opfer verschweigen. Daher kann der Fortschritt der vorhandenen sozialen Diskriminierung im deutschen Gesundheitswesen kaum eingeschätzt und eine seriöse Prognose für die weitere Entwicklung des allgemeinen Menschenrechts in Deutschland nicht aufgestellt werden. Denn die Hauptopfer dieser Corona-Krise waren bisher ganz unzweifelhaft neben dem Menschenrecht auch noch andere Grundrechte, die sowohl den Glücksfall der medizinischen Forschung als auch die Rendite der Elite behindern.

  • 102 07.04.2020, 13:51 Uhr

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  • 101 Nr.97:Was soll's bedeuten 07.04.2020, 13:50 Uhr

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  • 100 GerdSR: Wiedereinstiegs- 07.04.2020, 13:47 Uhr

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  • 99 Zum Wiedereinstieg ... 07.04.2020, 13:41 Uhr

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  • 98 Maskenstehler 07.04.2020, 13:39 Uhr

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  • 97 US Amerikaner Hausverbot 07.04.2020, 13:38 Uhr

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  • 96 @Leopold Brandes, erneut 07.04.2020, 13:36 Uhr

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