Solidarität in Zeiten von Corona – wie geht das?

Auf einem an einem Laternenmast klebenden Zettel wird Einkaufshilfe angeboten.

Solidarität in Zeiten von Corona – wie geht das?

Die Corona-Pandemie reduziert unser Miteinander auf ein Minimum. Dabei sind jetzt viele Menschen auf Hilfe angewiesen. Neue Formen der Solidarität sind gefragt – und entstehen auch. Welche Erfahrungen machen Sie? Diskutieren Sie mit im WDR5-Tagesgespräch.

Ja, es gibt sie, die Hamsterkäufe oder Gruppentreffen trotz der Kontaktbeschränkungen, die seit Anfang der Woche gelten. Aber die meisten Menschen bemühen sich, die Regeln einzuhalten. Und es gibt eine große Welle der Solidarität. Mit viel Kreativität versuchen Menschen, anderen zu helfen.

Das kann eher moralischer oder symbolischer Natur sein wie das abendliche Klatschen auf dem Balkon, um all jenen zu danken, die jetzt "an vordersten Front" für uns alle arbeiten: in den Arztpraxen, Kliniken und Supermärkten. Viele Musiker, Theaterhäuser oder andere Künstler übertragen ihre Konzerte und Veranstaltungen per Livestream und kostenlos.

Daneben gibt es viele ganz handfeste und praktische Hilfsangebote und Initiativen. Mit der Aktion "Gabenzaun" stellen Bürger obdachlosen Menschen zum Beispiel Lebensmittel zur Verfügung. Und vielerorts sieht man Zettel in Hauseingängen, auf denen Nachbarn denjenigen Hilfe beim Einkaufen oder Ähnlichem anbieten, die selbst nicht raus können. Online organisieren und koordinieren sich Nachbarn über Initiativen wie "nachbarschaftschallenge", "nebenan.de" oder "gemeinschaft.online".

Glauben Sie, dass die Corona-Pandemie unser Miteinander verändert? Und wird das auch über die Krise hinaus Bestand haben? Haben Sie das Gefühl, dass die Solidarität gerade besonders groß ist? Oder erleben Sie eher mehr Egoismus? Wie helfen Sie anderen? Welche Hilfe erhalten Sie von anderen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Prof. Sighard Neckel, Soziologe, Universität Hamburg

Redaktion: Ulrich Horstmann und Moritz Folk

Solidarität in Zeiten von Corona – wie geht das?

WDR 5 Tagesgespräch 27.03.2020 45:39 Min. Verfügbar bis 27.03.2021 WDR 5

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Kommentare zum Thema

95 Kommentare

  • 95 Dirk 27.03.2020, 13:59 Uhr

    Solidarität nicht mit fremden Völkern, sondern mit Angehörigen der eigenen Familie, Bedürftigen in der Nachbarschaft, des eigenen Volkes, wie z.B. Obdachlosen, wozu nur ein Beispiel auch der in meinem Kommentar Nr.14 beschriebene Vorfall mit einem der sogenannten „Gabenzäunen“ ist.

  • 94 BGE geht anders 27.03.2020, 13:59 Uhr

    Auch bei nebenan.de entpuppen sich viele Einkaufshilfe-Angebote nur als Fake, dessen Faker sich im Beifall all der Balkon-Klatscher, Daumen hoch-Verteiler und Smiley-Helden sonnen und baden. Aber wehe, man nimmt sie beim Wort. Dann wird man von derlei Typen auf´s Übelste beschimpft, beleidigt und eingeschüchtert als Hilfesuchender. Versteht man das unter Solidarität in Deutschland, verzweifelt um Hilfe Suchenden noch den letzten Rest zu geben ? Für viele verzweifelt und bisher vergeblich nach Einkaufshilfen Suchende sind solche Fake-Angebote und der dahinter steckende menschenverachtende Zynismus nur ein anderes Mäntelchen für´s Dunkeldeutschland. Solidarität schaut anders aus und sollte nicht erst jetzt in der Coronakrise von Politik und Gesellschaft erlernt werden müssen.

  • 93 Bran Dubh 27.03.2020, 13:54 Uhr

    Bezeichnend wie Frau Brandi den Anrufer aus Herne abserviert hat, weil er sich wagte, auf Wolfgang Wodarg zum Thema zu verweisen. Und das mit dem Verweis auf "correctiv" und den Hinweis, man solle sich nur auf Experten verlassen. Nun ist Herr Wodarg Lungenfacharzt, also auch ein Experte. Frau Brandi scheint nicht zu verstehen, dass es in der Wissenschaft Diskurse gibt, und dass es die ultimative Wahrheit nicht gibt. Es ist wie beim Thema "Klima". Der WDR 5 lässt nur jene Wissenschaftler zu Wort kommen, die dem Weltbild der WDR-Redakteure entsprechen.

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    • Karl Theodor 27.03.2020, 13:59 Uhr

      So ist es.

  • 92 uwe peters 27.03.2020, 13:53 Uhr

    Hirnwäsche und Massenhypnose geht weiter . Fast alles an Corona ist Lüge. Und Frau Brandi ist leider nicht mehr sie selbst , wie sie angibt sondern auch nur ne Marionette in dem ach so investigativen sender wdr (5).

  • 91 BGE geht anders 27.03.2020, 13:43 Uhr

    Die Aktion "Gabenzaun" und deren Aktivisten stellen Obdachlose somit auf das Niveau von Vögeln, die per Futterhäuschen am Leben erhalten werden. Fazit: Obdachlose haben in Deutschland weniger Rechte als Hunde, denen es in deutschen Haushalten bestens geht und denen niemand das Hundefutter im Ladenregal wegkauft und leer hamstert.

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    • Renate Meile 27.03.2020, 13:56 Uhr

      Was ist Ihre Alternative, die sofort funktionieren würde?

  • 90 Paul Krahl 27.03.2020, 13:42 Uhr

    Meine Beobachtungen in den letzten Tagen belegen das bereits bekannte Sozialverhalten: Sozialversicherungspflichtige und Steuerzahlende Mitbürger, welche in ihrer Freizeit noch ein Ehrenamt bekleiden oder sich sonst engagieren, verhalten sich auch in Zeiten der Krise rücksichtsvoll und solidarisch! Leider stelle ich genau so fest, das diejenigen Mitbürger, welche seit Jahren oder Jahrzehnten auf Knochen der anderen leben, sich auch in Zeiten der Krise rücksichtslos (im Supermarkt, gegenüber Mitmenschen, etc...) und egoistisch verhalten.

  • 89 Karl Theodor 27.03.2020, 13:40 Uhr

    Gerade in den Nachrichten, der Vorstandsvorsitzsende von VW teilt mit dass der Abfluss an liquiden Mittel jede Woche 2MRD € beträgt. VW hat knapp 26MRD in der Bilanz, es reicht zunächst für 13 Wochen, dann wird sich das Kreditierungspotential von VW einer ernsten Probe unterziehen müssen. Oder der Staat, das Land Niedersachsen zeigt sich solidarisch.

  • 88 Peter Mertens 27.03.2020, 13:34 Uhr

    Wie Pegida so etwas bezeichnet, wenn in den Medien ein landesweiter Hype an "Solidarität & Einkaufshilfen" uns Bürgern vorgegaukelt wird, der dann im echten Leben beim Wort genommen das gerade erst hoch und heilig Versprochene zum "versehentlichen Versprecher" macht, brauche ich hier ja nicht nochmal wiederholen.

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    • So schauts doch aus 27.03.2020, 13:48 Uhr

      Und welchen Gruß immer mehr Anhänger von Pegida zu all dem zeigen, das hat Gott gleich mit in Ihre Kommentar-Nummer rein gepackt und hat die Kanzlerin in die Corona-Quarantäne geschickt.

  • 87 Karl Theodor 27.03.2020, 13:30 Uhr

    Ist eine homogene Gesellschaft, die über gemeinsame Traditionen, Herkunft, Abstammung , von Religion einmal ganz abgesehen, über eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Werte und Anschauungen verfügt nicht per se solidarischer als eine multikulturelle Gesellschaft, die über keine gemeinsame Wertebasis verfügt, die außerstande scheint sich verbindliche Spielregeln zu geben. Die Multikulturelle Gesellschaft kann sich nur auf abstrakte Dinge wie das Grundgesetzt dem Konstrukt des Verfassungspatriotismus berufen. Ist das nicht ein bisschen wenig?

    Antworten (3)
    • Maria E. 27.03.2020, 13:43 Uhr

      Ja, eine homogene Gesellschaft kann sich als eine in Jahrhunderten gewachsene Schicksalsgemeinschaft betrachten, in der Solidarität mit allen Mitgliedern dieser Gemeinschaft eher erwartet werden kann als in einer Mulitkulti-Gesellschaft. Dass wir inzwischen Parallelgesellschaften in Deutschland haben, die unsere Werte nicht teilen, das dürfte inzwischen niemand mehr leugnen können. Unsere Mitbürger mit ausländischen Wurzeln haben schon viele Säcke Zucker mit uns Deutschen gegessen, aber noch nicht einen einzigen Sack Salz, und ob sie auch Freunde in der Not sein werden, das muss sich erst noch zeigen.

    • Wahrheit 27.03.2020, 13:48 Uhr

      das kommt der Realität recht nahe was sie schreiben. Nur ist eine wirklich homogene Gesellschaft nicht so leicht zu steuern bzw. manipulieren.... Diese homogene Gesellschaft könnte ja eine Meinung durchsetzen...

    • @Karl Theodor 27.03.2020, 13:57 Uhr

      Mit dem Grundgesetz hausieren gehen, machen einfache Menschen. Eine Gesellschaft kann man nicht auf Gesetzen aufbauen. Es ist umgekehrt. Das Grundgesetz, und auch andere Gesetze, sind die Festschreibung des übwiegenden gemeinschaftlichen Willens einer Gesellschaft. Gesellschaft ist die Gemeinschaft in einem definierten Gebiet. Etwa der Bundesrepublik Deutschland. Gibt es nicht einen großen gemeinschaftlichen Gleichklang, dann haben wir libanesische Verhältnisse. Mit den persönlichen Freiheiten und Rechten in dieser Gemeinschaft mit ihrer Sicherheit, die sie bietet. Man darf die Gemeinschaft mit seinen persönlichen Freiheiten aber nicht überstrapazieren. Dann ist Chaos.

  • 86 BGE geht anders 27.03.2020, 13:29 Uhr

    Ja da verstehen es einige Leute, derlei Merkel-"Solidarität" medial und klick-geldverdienstreich in Szene zu setzen und durch dieses Hintertürchen sich die Coronakrise zum Geschäft zu machen. Nur im wahren Leben sieht es damit äußerst mau aus.

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    • jaja 27.03.2020, 13:50 Uhr

      es gibt immer schwarze Schafe, ob mit Covt19 oder ohne. Und es sieht in IHREM Leben mau aus ich kenne das anderes.

  • 85 Friedrich Großmann 27.03.2020, 13:23 Uhr

    Im syrischen Gemüseladen hier im Wohnviertel stapeln sich die Klopapierpackungen zuhauf auf. Was für Migranten kein Finanzierungsproblem ist, pro Packung 16,99 EUR zu bezahlen, kann ich mir als deutscher Dumpinglöhner nicht leisten. Der syrische Gemüseladenbetreiber läßt sich die Coronakrise und seine Klopapierhamsterkäufe bei Aldi, Netto und Rewe regelrecht vergolden.

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    • Renate Meile 27.03.2020, 13:34 Uhr

      Ich halte Ihren Beitrag für eine rassistisch motivierte Lüge.

    • Frank Rademacher 27.03.2020, 13:38 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

    • Maria E. 27.03.2020, 13:55 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

    • A 27.03.2020, 13:58 Uhr

      @Friedrich: Neee ... Wirklich???? Kaum zu glauben!!!!! Schon wieder April?

    • Antiquar 27.03.2020, 13:58 Uhr

      Also Herr Großmann - Ihre Behauptung bezweifel ich doch sehr. In meinem Stadtteil wohnen überproportional arabisch-stämmige Menschen. Deren Hilfgsbereitschaft schätze ich schon seit Jahren. Eine dieser Familien betreibt eine Bäckerei in der Innenstadt - die Verkäufe gingen in den letzten Wochen zurück. Abends gingen sie durch die Nachbarschaft und verteilten Sesamkringel und Fladenbrote, die nicht verkauft wurden. Auch ich bekam eine ganze Einkaufstüte voll - sollte ich einfrieren. Das tat ich auch zum Teil. Einige Tage ging das so - ihre Produktionsmenge haben sie nun runtergefahren. Solidarität - so mein Eindruck - gehört bei den meisten Arabern zum genetischen Code.