Gasflamme, Daumen auf Geldscheinen

Gaspreisschock – wie können Sie reagieren?

Riesige Preissprünge bei den Gaspreisen, das sind die Aussichten für Herbst und Winter. Schon jetzt sollte jeder und jede 1.000 bis 2.000 Euro zurücklegen, um für Nachzahlungen gewappnet zu sein, aber es könnte auch noch viel teurer werden. Gaspreisschock – wie können Sie reagieren? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch.

Letzte Woche rief Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die zweite Alarmstufe im Notfallplan Gas aus. Drei Stufen gibt es. Mit der Alarmstufe soll der Ernst der Lage verdeutlicht werden – mit dem Ziel, möglichst viel Energie freiwillig einzusparen. Sparen sollen sowohl Industrie als auch Privathaushalte. Bei sommerlichen Temperaturen scheint das in Haushalten noch machbar, da wird kaum geheizt und auch eine kältere Dusche tut nicht weh, aber im Herbst und Winter sieht das schon ganz anders aus. Entspannung auf dem Gasmarkt ist nicht zu erwarten, im Gegenteil: Wirtschaftsminister Habeck sieht schon jetzt für den Winter eine Gasmangellage und eine Preiswelle, die auf Deutschland zukommt und praktisch nicht mehr abzuwenden sei.

Bisher sind die Preiserhöhungen noch nicht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen, aber sobald die Regierung eine erheblichen Reduzierung der Gesamtgasimportmengen nach Deutschland offiziell feststellt, dürfen die Versorgungsunternehmen die Preise auf ein angemessenes Niveau anheben. Und das auch bei denen, in deren Verträgen eigentlich eine Preisgarantie vereinbart wurde.

Was also tun? Jetzt noch schnell umstellen auf Pellets, eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe installieren lassen? Auch das ist wenig aussichtsreich, zum einen weil auch die Preise für Pellets und Brennholz steigen, zum andern aber auch, weil kaum noch Handwerksbetriebe zu finden sind, die Kapazitäten frei haben. Und wer zur Miete wohnt, dem sind sowieso die Hände gebunden.

Und die Industrie? Auch dort sind schnelle Versorgungsalternativen nicht in Sicht, Einsparpotentiale werden geprüft und Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat bereits angekündigt, die energieintensive Industrie in den kommenden zwei Jahren um mehrere Milliarden zu entlasten. "Um unseren Wohlstand zu sichern, muss energieintensive Produktion weiter möglich sein in Deutschland", erklärte er gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Wie beeinflusst der Gaspreisschock Ihr Leben? Fürchten Sie sich vor dem Winter? Sehen Sie bei sich Einsparpotenzial? Haben Sie Alternativen zur Gasversorgung oder planen Sie solche? Was erwarten Sie von der Politik? Wen sollte sie unterstützen? Finden Sie es richtig, dass Preissteigerungen voll an die Abnehmer weitergegeben werden dürfen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Jörg Marksteiner, WDR Wirtschaftsredakteur

Redaktion: Willi Schlichting und Chris Hulin

Gaspreisschock – wie können Sie reagieren?

WDR 5 Tagesgespräch 27.06.2022 45:28 Min. Verfügbar bis 27.06.2023 WDR 5


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