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Gehört Politik ins Stadion?

Türkische Nationalspieler zeigen den Militärgruss

Gehört Politik ins Stadion?

Erneut haben türkische Fußball-Profis im Stadion den Militärgruß gezeigt. Auch in Deutschland unterstützen Spieler den türkischen Einmarsch in Syrien. Politik – ein Problem im Sport? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Beim Qualifikationsspiel am Montag (14.10.2019) hat die türkische Fußball-Nationalmannschaft Weltmeister Frankreich ein Unentschieden abgetrotzt. Beim Jubel nach dem Spiel haben die meisten Spieler mit der Hand an der Schläfe salutiert. Die Geste wird als öffentliche Unterstützung der türkischen Militäroffensive gegen die Kurdenmilizen in Nordsyrien gewertet. Dieser Einsatz wird international scharf kritisiert.

Bereits drei Tage vorher, beim Spiel gegen Albanien, hatten türkische Nationalspieler beim Torjubel salutiert und damit weltweit für Aufsehen gesorgt.

Das könnte für den türkischen Verband Konsequenzen haben, denn das Regelwerk der Europäischen Fußball-Union UEFA verbietet politische Äußerungen in Stadien. Eine harte Strafe gilt aber als unwahrscheinlich, weil die UEFA den Spielern wohl erst einmal nachweisen müsste, dass sie mit der Geste tatsächlich den türkischen Einmarsch in Nordsyrien befürworten.

Auch in Deutschland haben sich Fußballer mit dem türkischen Militär solidarisiert: FC St. Pauli-Mittelfeldspieler Cenk Sahin hatte in einem Beitrag auf Instagram geschrieben: "Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und der Armeen. Unsere Gebete sind mit Euch!" Daraufhin hat der Verein Sahin von Training und Spielen ausgeschlossen.

Am Wochenende hatten die deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Emre Can ein Foto auf Instagram gelikt, auf dem türkische Nationalspieler den Militärgruß zeigen. Daraufhin waren Gündogan und Can stark kritisiert worden. Beide haben ihre Likes wieder zurückgezogen und beteuerten, dass sie das Foto ihres Freundes Cenk Tosun gelikt hätten, sei "kein politisches Statement" gewesen.

Was denken Sie, dürfen Sportler sich politisch äußern? Feiert die Öffentlichkeit einige politischen Äußerungen - wie die Kritik von US-Fußballerin Meghan Rapinoe an US-Präsident Donald Trump – und verurteilt andere? Werden die türkisch-deutschen Spieler in Deutschland besonders scharf kritisiert? Können Vereine, Fans und Spieler überhaupt unpolitisch sein – gerade auch, wenn es um Themen wie Rassismus geht?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Markus Schmidt, WDR-Sportredaktion

Redaktion: Regina Tanne und Ulrich Horstmann

Gehört Politik ins Stadion?

WDR 5 Tagesgespräch 16.10.2019 45:31 Min. Verfügbar bis 15.10.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

207 Kommentare

  • 207 Anonym 16.10.2019, 13:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 206 Herr Reim spaziert 16.10.2019, 13:59 Uhr

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  • 205 Weitere Betrachtung 16.10.2019, 13:58 Uhr

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  • 204 Karina 16.10.2019, 13:58 Uhr

    Ja, die türkisch-deutschen Spieler werden besonders scharf beobachtet, was ungerecht ist, gerade wegen des leider weit verbreiteten antitürkischen Rassismus hierzulande. Aber danke, dass Sie so viele Anrufer mit türkischen Hintergrund zu Wort kommen ließen. Ich bin keine Türkin, aber diese Menschen sprachen mir aus dem Herzen: Nach meinem Eindruck gibt es in dieser FRage eine weigehend gleichgeschaltete Medienwelt ) Wäre das nicht so, dann wäre die Trotzreaktion der türk.Fußballer vielleicht unterblieben

  • 203 Niedlich 16.10.2019, 13:56 Uhr

    Ich denke mal, dass Fußballer nicht Ihrer überragenden Geistesgaben wegen ihre horrenden Gehälter beziehen. Dank ihrer Millionen stehen sie aber im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Und dann verbreitet sich egal was sie tun, und sei es noch so dämlich, rasend schnell. Bei Matthäus waren seine intellektuellen Aussetzer meist ein Quell der Heiterkeit. Wird's politisch, dann wird's aber auch schnell unschön. Wie gesehen.

  • 202 Walter Ruprecht 16.10.2019, 13:54 Uhr

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  • 201 P und S 16.10.2019, 13:53 Uhr

    Hier in Deutschland hat man schon Angst bei einer EM oder WM die Deutschlandfahne aufzuhängen .Unsere Medienpolizei und Linksgrüne Politiker sehen dies schon als gefährdent an ,es könnte ja ein Rechter dahinter stecken .

    Antworten (1)
    • Simone 16.10.2019, 13:58 Uhr

      Da hast du recht - oder heißt es inzwischen "link"?

  • 200 Leider Anonym... 16.10.2019, 13:52 Uhr

    Gehören politische Bekundungen in den Sport? Ein klares Nein. Das sieht man an den Herren Sahin, Gündogan und Can. Erschreckend ist, das diese im Fall von Gündogan und Can die Schullaufbahn in Deutschland durchlaufen haben, in der 2 Angriffskriege von deutscher Seite Thema des Geschichtsunterrichts waren. Und trotzdem sich hinter diesen türkischen Nationalismus stellen. Entweder bewusst oder naiv, denn ein militärischer Gruß in Kriegszeiten ist natürlich eine politische Äußerung. Problematisch ist daran, das es sich um einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg handelt, der im Nachgang die Ansiedlung syrischer arabischer Flüchtlinge zum Ziel hat und somit ein ethnischer Bevölkerungsaustauschs ist. Die Äußerungen der türkischen Mitbürger, welche die Propaganda der AKP 1 zu 1 übernehmen sind kaum auszuhalten, denn sie begeben sich dabei in die Opferrolle. Aber selbstverständlich können wir uns hier streiten. In der Türkei leider nicht. Dieser Post würde für mich im Knast enden...

  • 199 Meinungs-Schaffner 16.10.2019, 13:51 Uhr

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  • 198 Jürgen 16.10.2019, 13:50 Uhr

    Hallo Zusammen, ob es die Pilotik eines Hr. Erdogan, Trump , Putin oder wem auch immer, hat bei einer Sportveranstaltung nichts zu suchen. Auch sollten sich die Sportler ihrer Vorbildfunktion mal wieder bewußt werden und Politik ganz außen vor lassen. Von daher ist die Strafe für Sahin ok.

  • 197 Manni 16.10.2019, 13:50 Uhr

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