Treffen in Helsinki: Was trauen Sie Trump und Putin zu?

Graffiti Trump und Putin küssen sich

Treffen in Helsinki: Was trauen Sie Trump und Putin zu?

Auf seiner Europareise hat US-Präsident Donald Trump viel diplomatisches Porzellan zerdeppert. So nennt er die EU einen Gegner. Jetzt trifft er sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Was erwarten Sie? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Kommentare (85)

Beim Nato-Gipfel irritiert Donald Trump die Partner mit dem Hinweis, die USA könnten das Bündnis jederzeit verlassen, der britischen Premierministerin rät er, die EU wegen des Brexit zu verklagen und die EU selbst bezeichnet er gar als "Gegner". Die Aussagen des US-Präsidenten sorgen bei politischen Partnern regelmäßig für Fragezeichen und Kopfschütteln.

Nun folgt das erste bilaterale Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Helsinki. Das Verhältnis zwischen den USA und Russland gilt als schlecht, von einem neuen Kalten Krieg ist die Rede. Dafür macht Donald Trump kurz vor dem Treffen die USA selbst verantwortlich: "Unsere Beziehungen mit Russland waren NIEMALS schlechter wegen der vielen Jahre der Torheit und Dummheit der USA."

Äußerungen wie diese sind es, die auch die engsten Berater des US-Präsidenten mit Sorge auf das Vier-Augen-Treffen mit dem russischen Präsidenten blicken lassen. Ist der US-Präsident dem erfahrenen Taktiker Putin gewachsen? Welche Zugeständnisse wird Trump womöglich machen?

Die Liste der Probleme und Konflikte zwischen den beiden Ländern ist lang: Noch immer schwelt die internationale Krise rund um die völkerrechtswidrige Annexion der Krim, immer noch tobt der von Russland unterstützte Krieg im Osten der Ukraine. In Syrien hält Moskau dem Regime von Baschar al-Assad den Rücken frei, ist auch mit den iranischen Truppen dort verbündet. Trump würde am liebsten die US-Soldaten aus Syrien abziehen, sieht aber Teheran als Hauptproblem in der Region. Russland will am Iran-Atomabkommen festhalten, die USA haben es gekündigt.

Die atomare Abrüstung ist ins Stocken gekommen, beide Länder entwickeln neue Waffensysteme. Donald Trump dürfte auch weiter Druck wegen der russischen Gaslieferungen nach Europa machen. Wladimir Putin dagegen hat großes Interesse daran, dass die Sanktionen gegen Russland gelockert werden.

Außerdem steht noch immer der Verdacht im Raum, russische Hacker könnten den US-Wahlkampf 2016 beeinflusst haben. Dabei ist ungeklärt, ob und was das Trump-Team von diesen möglichen russischen Hackerangriffen wusste. Dadurch steht der US-Präsident innenpolitisch stark unter Druck.

Was meinen Sie: Sind die USA unter Präsident Trump noch ein verlässlicher Partner? Was sind Ihre Hoffnungen und Sorgen, wenn Sie auf das Treffen von Trump und Putin blicken? Kann eine solche Begegnung vielleicht auch Bewegung in internationale Konflikte bringen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Marco Overhaus, Experte für Sicherheitspolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik

Redaktion: Claudia Dammann und Jessica Eisermann

Treffen in Helsinki: Was trauen Sie Trump und Putin zu?

WDR 5 Tagesgespräch | 16.07.2018 | 45:14 Min.

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Kommentare zum Thema

85 Kommentare

  • 85 MarcoM 16.07.2018, 13:59 Uhr

    "Ein Blick auf diese Praxis macht deutlich, dass weder das eigene Land noch die Partner in Westeuropa mit einem Präsidenten Trump und einer offenkundigen Verständigungsperspektive etwas anfangen können. Sind ihnen die Präsidenten lieber, die als politischen Männlichkeitsnachweis in alter globaler Kriegstradition einen Krieg nach dem anderen in der Manier vom Zaun gebrochen haben, wie sie zum Ersten und Zweiten Weltkrieg geführt haben? Fragen an die Adresse der Vereinigten Staaten ergeben sich zuhauf und sie wurden seit dem NATO-Treffen am 12. Juli 2018 in Brüssel geradezu dramatisch auf die internationale Tagesordnung gebracht." Siehe den Beitrag von Willy Wimmer auf den NachDenkSeiten: "Präsidententreff in Helsinki: Präsident Putin, Russische Föderation und Präsident Trump, Geteilte Staaten von Nordamerika.

  • 84 JoLa 16.07.2018, 13:56 Uhr

    Wir leben offensichtlich heute in einer Welt,die ihre politische Logik und bisweilen ihren Verstand völlig verloren hat. Eine NATO, die seit Jahrzehnten von den USA geführt wird, ist laut Trump obsolet und verdient keine Unterstützung, weil nicht alle Staaten das angestrebte 2% Ziel erreichen. D liegt bei heute ca. 1,3 %, aber es werden natürlich im Interesse der USA nicht die zig-Milliarden € an Kosten für die Flüchtlinge aus dem arabischen Raum, die infolge einer desaströs dummen Kriegspolitik der USA im Irak, Lybien und anderen Staaten verursacht wurden,eingerechnet. Amerika schottet sich gegen moslemische Flüchtlinge ab und überlässt es der EU diese Millionen kulturfremden Menschen,zum großen Teil ohne nennenswerte Bildung und einem mittelalterlichen Weltbild, zu integrieren. Diese m.E. unlösbare Aufgabe, die von Kanzlerin Merkel mit dem Satz "Wir schaffen das" bagatellisiert wurde ,ist das größte Zukunftsproblem und spaltet zusehends unsere Gesellschaft. Eine NATO hilft hier nicht

  • 83 MarcoM 16.07.2018, 13:56 Uhr

    "[Russland] ist auch mit den iranischen Truppen dort verbündet. Trump würde am liebsten die US-Soldaten aus Syrien abziehen, sieht aber Teheran als Hauptproblem in der Region. Russland will am Iran-Atomabkommen festhalten, die USA haben es gekündigt." ~~~ Russland vertritt hier seine eigenen Interessen (ach wie böse aber auch von den Russen!), während Trump hier (scheinbar?) den israelischen Interessen folgt. Dass Netanjahu über Trumps Schwiegersohn einen guten Draht zu Trump hat, darauf habe ich schon öfters hingewiesen.

  • 82 Historiker 16.07.2018, 13:56 Uhr

    Es sollte Europa zu denken geben, daß Trump mittlerweile von vielen US-Bürgern, Mexicanern und Südamerikanern als der große neue German Nazi wegen all seiner bereits in kurzer Amtszeit begangenen Verbrechen gegen die Menschheit, Menschenwürde und Menschlichkeit bezeichnet wird. Damit distanziert sich dieser große Kontinent Amerika von diesem personifizierten Inbegriff des Bösen im Weißen Haus mit seinen genetisch deutschen Wurzeln, der sich da in Ihren Kontinent mit viel Geld eingekauft und politisch eingeschlichen hat.

  • 81 MarcoM 16.07.2018, 13:56 Uhr

    "In Syrien hält Moskau dem Regime von Baschar al-Assad den Rücken frei" ~~~ Während US-Neocons und Globalistensekte (siehe auch die beiden Antworten zu meinem Kommentar von 11:27 Uhr) hingegen auf kopfabschneidende, islamistische Terroristen und Söldnermilizen setzen, die man bei uns als "moderate Rebellen" verbrämt. Während "Machthaber Assad und "sein Regime" (wie es immer so schön propagandistisch heißt) die legitime Regierung in Syrien stellt. Und das sich das syrische Volk gegen dieses auflehne, ist eine im Westen erfundene Mär. Siehe hierzu. "Syrien: Bevölkerung angewidert von Milizen" von Thomas Pany auf Telepolis.

  • 80 MarcoM 16.07.2018, 13:55 Uhr

    "Noch immer schwelt die internationale Krise rund um die völkerrechtswidrige Annexion der Krim" ~~~ Völkerrechtswidrig ja, Annexion nein, sondern Sezession - und zwar unblutig, ganz im Gegensatz zu den ganzen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen der "Westlichen Wertegemeinschaft". ~~~ "immer noch tobt der von Russland unterstützte Krieg im Osten der Ukraine" ~~~ Von Russland unterstützt? Beweise bitte, wenn diese nicht existieren: so Fake-News. Was aber keine Fake News sind, sind folgende Tatsachen: Es war das neue Putschregime in Kiew, welches mit viel Geld aus dem Westen blutig installiert wurde, welches den Krieg gegen seine eigene Bevölkerung im Osten, die mit dem Putsch nicht einverstanden war, begann. Und dieser Krieg wird logistisch, mit Militärberatern und Kriegsmaterial vom Westen unterstützt.

  • 79 Rosi 16.07.2018, 13:48 Uhr

    dürfen eigentlich unsere Journalisten auch eine eigene Meinung haben, oder werden sie dann gefeuert? Mich nervt der Einheitsbrei in den Medien täglich mehr!

  • 78 Jochen Schmidt 16.07.2018, 13:47 Uhr

    Viele US-Bürger und Mexikaner sprechen von Trump bereits als den German Nazi. Und somit ist für Trump längst klar, daß er von Amerika aus nicht den 3. Weltkrieg entfachten kann, sondern dazu alternativlos Deutschland benötigt. Mit Putins und Merkels Hilfe wird das Trump auch binnen eines Jahres gelingen, von deutschem Boden aus die Welt in Brand zu setzen. Denn es sind keine Kindergeburtstagsspiele auf dem Ponnyhof, die da Trump mit der Welt treibt, sondern seinem Welthandelskrieg wird alsbald der Weltkrieg folgen.

  • 77 Rosi 16.07.2018, 13:42 Uhr

    Egal, ob die Gespräche erfolgreich waren oder nicht, in den Augen deutscher Meinungsbildner hat der US-Präsident entweder den Fehler gemacht, sich von Putin einwickeln zu lassen oder er war zu undiplomatisch. Aber Donald Trump dürfte einem Wladimir Putin der geeignete Gesprächspartner sein. Für die Feingeister in deutschen Redaktionen ist Trump hingegen eine Zumutung ( H. Broder)

  • 76 Ignaz-Denket um! 16.07.2018, 13:38 Uhr

    Die reine Vernunft ist bei diesem Treffen wieder einmal nicht anwesend, da auch nicht erwünscht. Dafür ist die gefährliche Macht der Dummheit bei diesem Treffen anwesend. Es hat nicht nur den Anschein, das die Dummheit als Sieger bei diesen Treffen hervorgeht, es ist auch so. Denn umso dümmer die Argumente, umso interessanter für die Medien, die dann darüber herfällt und ausschlachtet, es findet eine richtige Hexenjagd statt. Wir steuern auf eine Selbstzerstörung hin. Trump wird sich bei diesem Treffen bei Putin bedanken, denn ohne Russland wäre Trump wohl nicht Präsident geworden, denn so steht es jetzt schon seit 2 Jahren in den Medien.

    Antworten (1)
    • Deutschland lügt... 16.07.2018, 13:58 Uhr

      ...sich halt immer links. Der "Mainstream besteht aus Journalisten und Politikern, die, meist aus gutsituierten Elternhäusern kommned, von der Schule in die Uni, ohne Umwege in die Politik bzw. Redaktion gingen, ohne - von Praktika und Taxifahren abgesehen - je einen Blick in"die " Wirtschaft riskiert zu haben... Was erwarten Sie da?

  • 75 Frank Rademacher 16.07.2018, 13:38 Uhr

    War einst Hitler für Millionen Menschen ein Hit, so ist nun Trump für Millionen Menschen der Trumpf. Welch makabre Ironie der Geschichte, die sich somit nur im Kreis dreht und wiederholt, statt mal aus etwas zu lernen.

    Antworten (1)
    • Rosi 16.07.2018, 13:56 Uhr

      Ich finde es unsäglich Hitler und Trump in einem Kommentar in eine - wie auch immer geartete - Nähe zu rücken.