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Mülltrennung: zu kompliziert?

Eine Mülltonne mit verschiedenen Haushaltsabfällen

Mülltrennung: zu kompliziert?

Die Städte in NRW produzieren zu viel Restmüll. Neun der zehn größten Städte liegen über dem Bundesdurchschnitt. Nur in Münster wird der Müll gut getrennt. Wie halten Sie es mit der Mülltrennung? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Gelb, blau, braun: Zu vielen Haushalten gehört eine bunte Vielfalt an Mülltonnen. Exakt zu trennen ist fast eine Wissenschaft für sich und führt nicht immer zu den erhofften Ergebnissen im Sinne der Wiederverwertung.

Ein Beispiel: 241 Kilogramm Restmüll produziert jeder Duisburger durchschnittlich pro Jahr. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt ist mit 158 Kilogramm deutlich niedriger. Duisburg sticht negativ heraus, aber auch in den anderen Großstädten in NRW fällt sehr viel Restmüll an. Nur Münster liegt mit 120 Kilogramm Restmüll unter dem Bundesdurchschnitt.

Das sind die Ergebnisse einer Recherche der WDR-Volontäre. Dabei ist grundsätzlich Mülltrennung in Deutschland Pflicht. Aber jede Kommune entscheidet selbst, welche Entsorgungsmöglichkeiten sie ihren Bürgern bereitstellt. Konkret heißt das zum Beispiel: In Münster muss es ein Biotonne geben, in Duisburg nicht.

So landen viele Wertstoffe im Restmüll, wo sie dann verbrannt werden. Es ist nicht immer einfach, den richtigen Eimer zu finden. Was viele zum Beispiel nicht wissen: Kassenbons gehören wegen ihrer chemischen Beschichtung in den Restmüll, nicht ins Altpapier.

Wie gründlich trennen Sie Ihren Müll? Sind Sie manchmal mit der Mülltrennung überfordert? Würden Sie sich mehr Aufklärung zur Mülltrennung wünschen? Wie könnte die Müllmenge insgesamt reduziert werden?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch – von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Karen Beuke, Abfallberatung des Kreises Euskirchen

Redaktion: Dirk Müller und Jessica Eisermann

Mülltrennung: zu kompliziert?

WDR 5 Tagesgespräch 16.12.2019 45:42 Min. Verfügbar bis 15.12.2020 WDR 5

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Kommentare zum Thema

114 Kommentare

  • 114 Anonym 16.12.2019, 13:59 Uhr

    Sind die Menschen noch zu retten; das ist hier die Frage: Obs edler im Gemüt, den Müll nach Vorgaben zu trennen, die nur für Abfallwirtschaftler sich lohnen oder, die Mülltrennung der Meere nutzen(d), die das was sie gemessen, gewogen und für zu leicht befunden haben als Plastik-Schaumkrone nun für alle sichtbar oben schwimmen lässt? Dass wir die Übel, die wir haben, lieber ertragen als Wertstoffe von Gift zu trennen. So macht Bewusstsein feige Nutzenmaximierer aus uns allen; der angebornen Wertschätzung der Umwelt wird der Rendite Maximierung angekränkelt; und Klimakonferenzen zur Wahrung der erschaffenen Vielfalt, hochgezielt und wertvoll, durch völkisch-neoliberale Einfalt aus der Bahn gelenkt, verlieren so der Handlung Namen.

  • 113 Weniger ist mehr 16.12.2019, 13:59 Uhr

    Weniger und bewusster kaufen, weniger und bewusster (ver)brauchen, weniger wegschmeißen = weniger Müll. So einfach könnte es sein. Ist es aber offensichtlich nicht. (Frei nach den Fanta vier)

  • 112 THINK BIG & BGE ! 16.12.2019, 13:59 Uhr

    Alle, die hier behaupten, brav Müll zu trennen, können bereits damit widerlegt werden, daß sie ganz bestimmt nicht die Aluminiumfolie aus dem Inneren von Getränke-Tetrapacks entfernen und getrennt entsorgen geschweige denn diese Tetrapacks innen soweit reinigen, daß solcher voluminöse Verpackungsmüll wirklich recyclet werden könnte. Oder wie steht es beispielsweise um die Gummi-Innenbeschichtungen von Glasgetränkeflaschen-Stahlverschlußdeckeln und Konservendosen ? Wer macht sich da die Mühe und hobelt diese Gummi-Beschichtungen vom Metall ab ? Und diese Reihe an Beispielen ließe sich entlos fortsetzen als Beleg dafür, daß Mülltrennung unter den heutigen Bedingungen grober Unfug ist und uns all dieser Recyclingstoffe-Pansch dann alsbald als gesundheitsschädigende und krebs-forcierende neu hergestellte Waren in den Ladenregalen um die Ohren fliegt.

  • 111 Plausi Controlletti 16.12.2019, 13:54 Uhr

    Die Mülltrennung ist zu kompliziert, weil sie eine Geburt des Lobbyismus der Verpackungsindustrie ist und es nicht auf Materialien und ihre Verwendbarkeit ankommt, sondern ob jemand den gelben Punkt bezahlt hat. Typisch deutsch, sehr kompliziert und inkonsequent!

  • 110 THINK BIG & BGE ! 16.12.2019, 13:43 Uhr

    Die meisten Recylingmaterialien von Papier. Gummi bis Kunststoff sind durch ihren Material-Pansch so arg schadstoffe-belastet, daß immer mehr Verbraucher so etwas nicht mehr kaufen und somit die Recyclingindustrie längst selber zum maßgeblichen Müllproduzenten geworden ist mit ihren unverkäuflichen Produktebergen nur noch auf Halde und als Ladenhüter produziert.

  • 109 FFF & BGE ! 16.12.2019, 13:35 Uhr

    Da ähnlich wie in China auch hierzulande sich zunehmend die Müllschnüffel-Police von Ordnungsamt, Mietshauseigentümern & Co. breit macht, entsorgen immer mehr Menschen ihren Müll gleich komplett bei Nacht und Nebel irgendwo anders von Wald, Hausruinen bis Autobahnraststätten als an den dafür vorgesehenen und mittlerweile rundum observierten Müllentsorgungsanlagen, um nicht wegen kleinster Mülltrennungsfehler mit Bußgeldorgien überzogen zu werden.

  • 108 R. Aatz 16.12.2019, 13:28 Uhr

    Ich selber trenne Müll nach bestem Wissen und Gewissen. Aber wir haben in- und ausländische Mieter - die alle ihren guten Willen versichern, nur in der Praxis klappt es überhaupt nicht. Im Papiermüll: Milchtüten, verschmutzte Pizzakartons, Papier in Plastiktüten, Restmüll etc etc. Meiner Meinung nach wäre eine Vereinfachung wünschenswert

    Antworten (2)
    • BGE geht anders 16.12.2019, 13:39 Uhr

      Vielleicht arbeiten ja Ihre ausländischen Nachbarn zum Dumpinglohn in der Müllverarbeitungsindustrie und wissen daher aus erster Hand, daß Mülltrennung in Deutschland Mumpitz ist und das Meiste davon anschließend wieder auf gemeinsame Großmüllhalden kommt und dann entweder verbrannt oder in andere Länder dieser Welt entsorgt wird.

    • Verstehenproblem 16.12.2019, 13:49 Uhr

      Sauberes (reines, pures) Papier in die Blaue Tonne. Es fehlt die Information Sauber rein, pur). Hunweis: Aus Plastikhüllen und Tomatenresten kann man kein Druckerpapier oder Klopapier machen.

  • 107 THINK BIG & BGE ! 16.12.2019, 13:28 Uhr

    Solange der Staat noch immer und immer mehr von Armut getriebene Menschen für´s Müll-Containern von Lebensmitteln, Kleidung und anderen noch verwendbaren Dingen kriminalisiert und bestraft, solange meint es dieser Staat offenbar auch nicht sehr ernst mit Müllvermeidung, -abbau und -trennung.

  • 106 BGE geht anders 16.12.2019, 13:24 Uhr

    Warum sollen die Bürger für den Staat viele Dinge gratis erledigen, so auch die Mülltrennung, wenn doch die Bürger hingegen ihrerseits für alles auf Heller und Pfennig zu zahlen haben von ÖPVN, Miete, Strom bis Lebensmittel ?

  • 105 Ich komme 16.12.2019, 13:22 Uhr

    von meinen Spaziergängen rund um die Stadt nie ohne einen vollen Müllbeutel zurück, weil überall ein hohes Maß an Verschmutzung mit Plastikflaschen, Beuteln, Kaffeebechern und anderem besteht. Die Stadtreinigung kommt da teilweise auch gar nicht mehr nach. Mit Abstand am schlimmsten ist es aber immer nach Karneval und besonders, wenn an diesem Tag viel Wind herrscht. Der verteilt den überwiegend aus billigstem, fliegenden Plastikteilen bestehenden Quatsch dann kreuz und quer über die gesamte Stadt, bis in die Erftauen. Oft dauert es Tage, bevor die Stadt dann reinigt. Es sollte nicht zugelassen werden, dass so etwas überhaupt geworfen wird, denn das können wir uns gar nicht mehr leisten!

    Antworten (5)
    • Maria E. 16.12.2019, 13:29 Uhr

      Ich finde es vorbildlich, dass Sie den Müll, den andere einfach in die Landschaft geschmissen haben, auflesen. Es wäre eine gute Idee, wenn Schulen mit ihren Kindern Ausflüge in die unmittelbare Umgebung ihres Wohnortes machen würden und die Kinder diesen Müll aufsammeln ließen. Gewiss würde sich bei den Kindern dann ein Umweltbewusstsein entwickeln.- Aber da würden viele Eltern gewiss wieder sagen: 'Mein Kind hat es nicht nötig, den Müll anderer aufzusammeln'.

    • Mikea 16.12.2019, 13:31 Uhr

      Ich hatte den Eindruck, daß gerade beim Karneval der Müll sorgfältig getrennt wird: Kamelle, Schokolade usw. in den Mund und den Bauch, Verpackungspapier und Kaugummi auf die Straße! Hochprozentige Getränke zum warmglühen in den Magen und die Gladflaschen auf Rad- und Fußwegen zerdeppert, wo sie dann von Fahrradreifen aufgesammelt werden, die den Fahrer durch ihren Platten darauf aufmerksam machen, daß ein Wertstoff gefunden wurde! Also bitte, was haben Sie gegen den Karneval? Der ist eine höchst soziale Veranstaltung!

    • @Maria E: 16.12.2019, 13:43 Uhr

      Das würde ich mir wünschen. Ich kann mich erinnern, dass wir in der 4. Klasse das auch mal gemacht haben und es war sehr wirksam. Schon der Schulhof sah danach nicht mehr so schlimm aus. Kinder erziehen sich mit sowas durchaus auch gegenseitig.

    • Maria E. 16.12.2019, 13:44 Uhr

      @Mikea: Ja, Sie haben sehr gut beobachtet, wie 'Mülltrennung' in Deutschland geht! - Aber der Karneval war nur eine von vielen Gelegenheiten (Stadtfesten etc.) solche Beobachtungen zu machen.

    • @Mikea: 16.12.2019, 13:49 Uhr

      Ich denke, das wird von Stadt zu Stadt individuell gehandhabt. Normalerweise sollte das Interesse da sein den Dreck schnell wieder von der Straße zu sorgen, bevor er festgefahren wird oder sich verteilen kann. In einigen kleineren Städten sieht man das aber viel zu locker. Und ja, generell verabscheue ich den Karneval so, wie er heutzutage gefeiert wird und speziell, wie er im Rheinland betrieben wird. Das hat mit Tradition auch gar nichts mehr zu tun, da geht es nur um Konsum, Geschäftemacherei, Saufen, Sex und billigstes Vergnügen. Spaßgesellschaft eben. Ich fahre dann immer nach Frankreich oder Holland, schon um mir das zu ersparen.

  • 104 pro BGE 16.12.2019, 13:20 Uhr

    Die von Millionen Menschen in Deutschland schon lange nicht mehr betriebene Mülltrennung ist auch das Spiegelbild der jede Menge Frust, Armut und Wutbürgerei verursachenden Groko-Unpolitik und ihrer unseglichen AGENDA 2010. Denn warum sollte all diese Mülltrennungsarbeit für lau geleistet werden, während die Industrie sich eine goldene Nase dran verdient ?